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Neuerscheinungen:

Norman Ächtler (Hg.): Schulprogramme Höherer Lehranstalten – Interdisziplinäre Perspektiven auf eine wiederentdeckte bildungs- und kulturwissenschftliche Quellengattung, Hannover: Wehrhahn 2021.

 

Der Sammelband widmet sich der historischen Textsorte Schulprogramm. Über den immensen bildungs- und fachgeschichtlichen Quellenwert der Textsorte herrscht inzwischen allgemeiner Konsens. Mit den hier gesammelten Aufsätzen rückt dieses lange Zeit vergessene Kommunikationsmedium der mitteleuropäischen Bildungssysteme des 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts nun erstmals aus internationaler und interdisziplinärer Perspektive ins Zentrum wissenschaftlich-analytischer Beschreibung. Der Band versammelt Originalbeiträge aus folgenden Disziplinen bzw. Forschungsfeldern: Altphilologie, Anglistik, Bibliothekswissenschaft, Germanistische Literaturwissenschaft und Textlinguistik, Geschichtswissenschaft, Mediävistik, Mathematik, Theologie sowie Historische Bildungs- und Wissenschaftsforschung. Die Autorinnen und Autoren, allesamt ausgewiesene Expertinnen und Experten auf dem Gebiet, diskutieren den Informationsgehalt der Textsorte Schulprogramm u.a. für verschiedene bildungs-, fach- und regionalgeschichtliche Zusammenhänge, aber auch in Hinsicht auf übergeordnete kulturwissenschaftliche Fragestellungen. Hierfür behandeln sie Gegenstände und Themenfelder aus einem Zeitraum von 200 Jahren und richten das Augenmerk auf Entwicklungen sowohl im deutschen Sprachraum als auch in den angrenzenden Wissenskulturen bis ins Baltikum und nach Skandinavien. Die Entwicklungsgeschichte der Textsorte Schulprogramm in ihren Varianten kommt dabei ebenso zur Darstellung wie Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit ihrer Erschließung und digitalen Aufbereitung in Bibliotheken.

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Norman Ächtler/José Fernández Pérez/Anna Heidrich/Mike Porath (Hg.): Generationalität – Gesellschaft – Geschichte: Schnittfelder in den deutschsprachigen Literatur- und Mediensystemen nach 1945. Festschrift für Carsten Gansel. Berlin: Verbrecher Verlag, 2021.

 

Die Zusammenhänge zwischen Generation, Gesellschaft und Geschichte gehören zu den wiederkehrenden Gegenständen in den Künsten. Der Begriff der Generation avancierte bereits früh zu einem einschlägigen Paradigma der Kunst- und Literaturgeschichte. Inzwischen hat der Begriff in der kulturwissenschaftlichen Forschung eine deutliche Weitung erfahren. Unter dem Stichwort der Generationalität werden seit einiger Zeit stärker die diskursiven Dimensionen von Zuschreibung und Aneignung vermeintlicher Generationenzugehörigkeiten im Zusammenhang mit Prozessen kollektiver Identitätsbildung diskutiert. 29 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen und verschiedenen Ländern nehmen sich in diesem Band das titelgebende Wechselverhältnis zum Anlass, um über Entwicklungen in den deutschsprachigen Literatur- und Mediensystemen nach 1945 zu reflektieren. Gesellschaft und Geschichte geraten nicht nur als historische Bedingungsfaktoren, sondern auch als appellative Bezugsgrößen von generationell konnotierten literarischen Gruppenbildungen und Medienphänomenen in den Fokus. An Beispielen aus den beiden deutschen Kultursystemen der Nachkriegszeit und aus der Gegenwartsliteratur nach 1989 wird diskutiert, inwieweit generationelle Diskurse stets auch gesamtgesellschaftliche Problemlagen verhandeln. Zugleich ist dieser Band eine Festschrift zum 65. Geburtstag von Carsten Gansel. In vielerlei Hinsicht schließt das thematische Rahmengerüst an das breite Forschungsspektrum dieses herausragenden Vertreters der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft an.

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