Adjektive als morphosyntaktische Herausforderung in Erwerb und Vermittlung des Deutschen als Fremdsprache
Promotionsprojekt: Lena Gohil
Status: laufend seit Frühjahr 2025
Adjektive sind sowohl für DaF-Lernende im Spracherwerb als auch für DaF-Lehrende in der Vermittlung ein besonders herausfordernder Lerngegenstand. Grund hierfür sind die morphosyntaktischen Eigenschaften von Adjektiven: Es existiert im Deutschen eine attributive, eine prädikative und eine adverbiale Verwendungsweise, es gibt sowohl flektierte als auch unflektierte Formen und die Adjektivflexion ist nicht nur von Kasus, Genus und Numerus abhängig, sondern hat je nach Artikel auch noch eine starke und eine schwache Ausprägung.
Üblicherweise erfolgt die Vermittlung der Adjektivflexion mithilfe von komplexen Deklinationstabellen, die von Lernenden auswendig gelernt werden müssen. Problematisch daran sind zu viele verschiedene mögliche Endungen (-e,-en,-er,-es, -em) und das scheinbare Fehlen einer einprägsamen Struktur. Das Auswendiglernen der Tabellen führt zur Überforderung von vielen Lernenden, korrekte spontane Sprachverwendung ist kaum möglich und auch fortgeschrittene Lernende beherrschen die Adjektivflexion selten sicher.
Ziel dieses Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines alternativen Vermittlungskonzepts, was sich am Erwerb der Adjektive im Erstspracherwerb orientiert und den Lerngegenstand auf möglichst implizite Weise vermittelt. Der Erwerb der Adjektivflexion soll ohne explizite Regelvermittlung und ohne Verwendung von Deklinationstabellen ermöglicht werden. Hierfür wird ein inputbasiertes, evtl. methodenkombinierendes Vermittlungskonzept entwickelt.