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Wie entsteht die Erkrankung?

Selektiver Mutismus ist eine Erkrankung, die in der Regel zwischen 2 und 5 Jahren beginnt. Laut aktuellen Studien entsteht selektiver Mutismus aufgrund einer Kombination mehrerer  Einflussfaktoren, die bei verschiedenen Kindern aber jeweils eine unterschiedlich große Rolle spielen können. Manche Kinder neigen schon im Säuglingsalter zu ängstlichem bzw. zurückhaltendem Verhalten und reagieren auf neue, ungewohnte Reize mit Anspannung und Vermeidung. Zeigt ein Kind solch ein ängstliches Temperament, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit für einen späteren selektiven Mutismus. Studien konnten zeigen, dass ein genetischer Einfluss bei der Entstehung des selektiven Mutismus besteht. Außerdem scheint das Vorliegen eines  Migrationshintergrunds, ein Risikofaktor für die Entstehung dieser Erkrankung zu sein. Hierbei spielt vor allem das Lernen einer neuen Sprache und die damit einhergehende Unsicherheit beim Sprechen eine Rolle.  

Teilweise kursieren falsche Annahmen zu Entstehungsfaktoren, welche aber aufgrund des aktuellen Forschungsstands nicht bestätigt werden können:

Selektiver Mutismus entsteht nicht durch ein traumatisches Erlebnis bzw. eine Traumatisierung des Kindes.   

Bei selektivem Mutismus handelt es sich in aller Regel nicht um eine Trotzreaktion oder Verweigerung des Sprechens. Vielmehr können sich die betroffenen Kinder aufgrund ihrer intensiven Angst nicht äußern, obwohl sie gerne sprechen würden.