Abstract
Ich forsche zu der Frage, wie die ökonomischen und rechtlichen Strukturen unserer Gesellschaft von Eltern verarbeitet werden. Hierzu schaue ich mir die Rechtspositionen von Eltern an und frage nach den Deutungen, die die Eltern in Bezug auf ihre Rechtspositionen vornehmen. Weil eine Rechtsposition immer auch eine staatliche Steuerungsfunktion impliziert, die auf ein bestimmtes Handeln der Adressierten zielt, hängt deren Erfolg maßgeblich davon ab, wie die Adressierten das Steuerungsinstrument deuten. Schließlich geht es darum herauszubekommen, welche Verhaltensweisen die Adressierten aus dem rechtlichen Status ableiten. Obgleich unsere Rechtsordnung weitestgehend geschlechtsneutral formuliert ist, wird gerade in biographischen Umbruchsphasen eine geschlechtliche Rechtsauslegung auffällig. Solche biographischen Umbruchsphasen sind zum Beispiel die Familiengründung, aber auch Veränderungen in der Familienkonstellation, wenn Geschwister geboren werden oder die Eltern sich trennen und im Rahmen der gemeinschaftlichen elterlichen Sorge eine neue Arbeitsteilung arrangieren. Das Forschungsvorhaben ist entlang der Frage strukturiert, welchen Einfluss die sich verändernden rechtlichen Rahmenbedingungen im Zuge einer Neujustierung auf den Vermittlungszusammenhang zwischen Fürsorge und Geschlecht hat.