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Emanzipatorisches Potential symptothermaler Verhütung. Eine qualitative Untersuchung vergeschlechtlichter Ungleichheit in der Schwangerschaftsverhütung

Allgemeine Informationen

  • Bearbeiterin: Louisa Lorenz
  • Erst- und Zweitbetreuer*innen: Prof. Dr. Sabine Grenz (Universität Wien), Dr. Konstanze Hanitzsch (Georg August Universität Göttingen) 
  • Art des Qualifikationsprojekts: Masterarbeit

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Abstract

Angestoßen durch die Beobachtung, dass sogenannte „natürliche Verhütungsmethoden“ gesellschaftlich einen schlechten Ruf zu haben scheinen, geht Louisa Lorenz in ihrer Masterarbeit den Fragen nach, wie dieser Ruf zustande kommt, in wie weit dieser gerechtfertigt ist und wie insbesondere Anwender*innen der symptothermalen Methode die zyklusorientierte Verhütung erleben.

Anhand der qualitativen Auswertung (Grounded Theory Methode) narrativer Interviews mit Anwender*innen der symptothermalen Methode analysiert Lorenz deren Verhütungserfahrungen und setzt diese zu kulturhistorischen Verhütungsdebatten und zu gesellschaftlichen Geschlechterstrukturen in Bezug. Dabei wird vor allem auf feministische Wissenschaftskritik, auf das Konzept des Mental Load und auf Pierre Bourdieus Theorie der symbolischen Herrschaft zurückgegriffen.

In den Ergebnissen der Arbeit wird zum einen deutlich, wie die Abwertung zyklusorientierter Verhütungspraktiken auf ein kulturell tradiertes, patriarchales Naturverständnisses zurückzuführen ist. Und zum anderen zeigen die Ergebnisse der Arbeit auf, wie patriarchale Machtstrukturen in der sexuellen Praxis heterosexueller Sexualbeziehungen wirken, selbst wenn diese sich als emanzipiert und gleichberechtigt verstehen. Die Arbeit zeigt auf, welche Mechanismen eine gleichberechtigte Verhütungspraxis verhindern, welche Handlungsoptionen bestehen, dies zu verändern und an welche Grenzen feministische Forderungen bezüglich gleichberechtigten Verhütungspraktiken stoßen.