“Multikulturalität im östlichen Europa: Konzepte, Szenarien, Politiken”
Das Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) organisierte in Zusammenarbeit mit dem Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft in Marburg eine Sommerschule für Promovierende aus den Fachbereichen Sprach-, Literatur-, Geschichts-, Politik-, Sozial- und Kulturwissenschaften
Die diesjährige internationale Sommerschule fand zwischen dem 9. und dem 23. Mai als Kooperation des Gießener Zentrums Östliches Europa (GiZo) und des Herder-Instituts Marburg im Rahmen des Thematischen DAAD-Netzwerksprogramms statt.
Zu dieser Veranstaltung wurden Promovierende der Sprach-, Literatur-, Geschichts-, Politik-, Sozial- und Kulturwissenschaften aus den Partneruniversitäten der JLU Gießen eingeladen. Die Gäste kamen aus Almaty, Cluj-Napoca, Kasan, Minsk und Łódź. Dank der Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sind zum ersten Mal zusätzlich auch die Teilnehmer/innen aus Kyiv (Kiew) zu der Sommerschule eingeladen worden.
Das Programm der Sommerschule war praktisch so aufgebaut, dass den 25 internationalen und heimischen Nachwuchswissenschaftler/innen die Gelegenheit geboten wurde, ihre Forschungsprojekte zu präsentieren und Feedback von anderen Kolleg/innen zu bekommen. Für die erfolgreiche Zusammenarbeit waren unter anderem auch ein abwechslungsreiches zweisprachiges Format der Veranstaltung und ein aktives Engagement seitens der Teilnehmer/innen von Bedeutung. Sie führten interdisziplinäre Seminare, Vorlesungen und Präsentationen durch, die sie später gemeinsam diskutierten.
Zu den Schwerpunkten der Forscher/innen gehörten multikulturelle Vielfältigkeit und deren sprachliche, historische sowie soziale Ausprägungen. Dazu wurden kulturelle Konflikte aus akademischer Sicht vielseitig betrachtet. Besonders starke Aufmerksamkeit galt hierbei der Frage von Multikulturalität in der Ukraine sowie der Vielsprachigkeit im belorussischen und kasachischen TV und in Massenmedien. Die Internationalität der Sommerschule gab den Teilnehmer/innen ein breites Informationsspektrum über Regionen wie Schlesien, die Republik Tatarstan und Siebenbürgen. Außerdem wurden auch historische Mythen, moderne Erinnerungs- und Identitätspolitik und deren Rolle für die Konfliktbewältigung besprochen.
Außer den oben genannten wissenschaftlichen Veranstaltungen wurde den Gästen ein breit gefächertes kulturelles Programm angeboten. So besuchten sie das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg und das Oberhessische Museum in Gießen. Darüber hinaus wurden für sie historische Stadtführungen in Wetzlar und Braunfels organisiert. Ihre freie Zeit verbrachten die Teilnehmer/innen der Sommerschule in den Bibliotheken der JLU sowie des Herder-Instituts und auf Reisen durch die Region Mittelhessen, die nach Angaben aus der von uns durchgeführten Evaluation von den Gästen als „freundlicher multikultureller Raum mit offenen und interessanten Menschen“ beschrieben wurde.
Die Ergebnisse der Evaluation zeigten außerdem eine hohe Zufriedenheit mit der Organisation und dem Programm der Sommerschule. Den Antworten zufolge war der Aufenthalt der Teilnehmer der Sommerschule sehr erfolgreich: Sie bekamen konstruktive informative Anregungen für ihre Arbeit und Forschungsprojekte, erhielten neue Informationen zu ihren Forschungsinteressen und nahmen an einem hilfreichen Meinungsaustausch teil. Die Gäste richteten ihren Dank an die Organisatoren – das GiZo und das Herder-Institut – für die gute Unterstützung, die Vorbereitung und Durchführung der Sommerschule, sowie für die Zweisprachigkeit der Veranstaltungen und für viele positive Eindrücke.
Wir sind überzeugt, dass die Sommerschule „Multikulturalität im östlichen Europa: Konzepte, Szenarien, Politiken“ die Zusammenarbeit des GiZo mit unseren Partneruniversitäten erweiterte, und unsere Universität so einen noch besseren wissenschaftlichen Ruf bei internationalen Forscher/innen bekam.
http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2015/11559/pdf/uniforum_2015_03.pdf