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iFZ Masters 2020 - Santiago Andrés Quiroga Quisaguano

 

Santiago Andrés Quiroga Quisaguano im Labor (Foto: Y. Cifuentes)

Da verschiedene wachstumsfördernde Bakterien stressbedingte Reaktionen von Pflanzen abmildern können, wurden in der Masterarbeit von Santiago Andrés Quiroga Quisaguano drei verschiedene Bakterienarten mit dem Gießwasser zu Topfrosen gegeben. Nach drei Monaten, während der Blüte, wurde die Hälfte der Rosen mit Salzwasser gegossen. Das phänomenologische Wachstum der Rosen wurde vergleichend analysiert ebenso wie das Rhizosphärenmikrobiom, welches mittels molekularer Hochdurchsatzsequenzierung erfasst wurde. Die zugesetzten Bakterien zeigten keinerlei Wirkung auf das Rosenwachstum, sie beeinflussten jedoch die Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft in der Rhizosphäre der Rosen. Dafür amplifizierte und sequenzierte Santiago ein phylogenetisches Markergen, um mittels bioinformatischen Analysen die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft aufzulösen. Dabei stellte er eine sehr hohe taxonomische Diversität des Rhizosphärenmikrobioms in allen Behandlungsgruppen fest. Die Behandlung mit Salzwasser reduzierte die Diversität des Mikrobioms in der Rhizosphäre maßgeblich. Die relative Häufigkeit (RF) einzelner Bakterienfamilien veränderte sich nach der Salzbehandlung, reduziert wurden bspw. Vertreter der Familien Opitutaceae (von RF 17.18% auf RF 8.65%) und Gemmatimonadaceae (von RF 12.44% auf RF 11.38%), während andere Bakterien zunahmen, aus der Familie Sandaracinaceae von RF 10.73% auf RF 16.23%, und Burkholderiaceae von RF 2.80% auf RF 5.52%. Mit dieser Arbeit wurde erstmals das Mikrobiom der Rosenrhizosphäre analysiert und eine Veränderung der bakteriellen Gemeinschaft nach Zugabe von Bakterien ins Gießwasser und insbesondere nach Salzapplikation aufgezeigt.

Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Sylvia Schnell, Allgemeine und Bodenmikrobiologie