Tagung „Materialgestütztes Schreiben – Potentiale und Herausforderungen eines neuen Aufgabentyps für den Deutschunterricht“
Vergangene Veranstaltungen
2017
Termin: 27. – 29.09.2017
Tagungsort: Gästehaus der Universität Gießen
Veranstalter: JLU Gießen, Institut für Germanistik (Prof. Feilke, Prof. Lehnen, Dr. Steinmetz), IQB (Prof. Stanat), Universität Paderborn, Germanistik (Prof. Rezat)
Es werden insgesamt 15 Plätze für Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung gestellt. Bei Interesse melden Sie sich bitte per Mail unter lehrerfortbildung@admin.uni-giessen.de verbindlich an.
Anmeldefrist: 25. August 2017
Thema und Anlass der Tagung
Der neue Aufgabentyp „Materialgestütztes Schreiben“ wird 2017 fünf Jahre alt - und ist doch kaum aus der Taufe gehoben. Es gibt erste konzeptionelle Publikationen und Aufgabensammlungen, die Implementation in die Kerncurricula und Abiturprüfungen beginnt; es gibt erst wenige, noch ganz frische Forschungsarbeiten. In der fachdidaktischen Diskussion verbinden sich einerseits große Erwartungen, andererseits aber auch Befürchtungen mit dem neuen Aufgabentyp. Die in vieler Hinsicht offene und Fragen provozierende Situation ist eine Chance, den Austausch zum Thema zu intensivieren und Praxiserfahrung und Forschungsperspektiven zu verbinden.
Zum Thema und inhaltlichen Schwerpunkten der Tagung
Das Schreiben auf Grundlage unterschiedlicher Materialien und Quellen ist eine alltagspraktisch wie beruflich und wissenschaftlich zentrale Form des Schreibens. Materialgestütztes Schreiben erscheint – auf den ersten Blick – so selbstverständlich, dass der unbefangene Betrachter sich wundern mag, dass die Aufgabe neu sein soll. Aber das materialgestützte Schreiben ist eine Herausforderung für den Deutschunterricht. In vieler Hinsicht fordert es zu einer neuen Wahrnehmung alter Aufgaben des Fachs Deutsch heraus und stellt Gewohntes auf die Probe: Traditionell steht im Deutschunterricht ein einziger zu lesender, meist literarischer, Text im Zentrum. Schulische Schreibformen wie Inhaltsangabe, Textanalyse, Textinterpretation oder textgebundene Erörterung sind auf diesen einen Text bezogen. Diesen Fokus zeigen auch die in der Didaktik etablierten Lesemodelle. Materialgestütztes Schreiben dagegen verlangt ein multitextuelles Lesen und ein synthetisierendes Schreiben. Verschiedene Materialien zu einem Thema werden für eine kommunikative Schreibaufgabe gelesen, ausgewertet und in einem eigenen Text zum Thema verarbeitet.
Hieraus resultieren eine Reihe wichtiger konzeptioneller, empirischer und methodischer Fragen. Z.B.: Wie verhalten sich beim materialgestützten Schreiben i.w.S. philologische Ansprüche an die Textanalyse zu den textanalytischen Anforderungen für das Schreiben? Wenn nicht mehr nur wegen des Lesens geschrieben, sondern nun verstärkt auch wegen des Schreibens gelesen wird, wie kann dann das Lesen didaktisch in den Schreibprozess integriert werden – etwa bei der Erstellung von Textplänen? Damit hängt eine weitere, oft vernachlässigte Frage zusammen.
Materialgestütztes Schreiben ist ein Schreiben mit fremden Texten und über fremde Texte. Wie kann Eigenes und Fremdes didaktisch ins Verhältnis gesetzt werden? Wie können die Formen intertextueller Bezugnahme im Spannungsfeld von Plagiat und eigenem Schreiben gefördert, erfasst und bewertet werden?
Die Tagung führt Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich der schulischen Praxis, schulischer Behörden, der fachdidaktischen Forschung und der Bildungsforschung zu einem Erfahrungsaustausch und zu einer Diskussion über das materialgestützte Schreiben zusammen. Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt:
Konzeption Materialgestützten Schreibens: Verhältnis zu anderen Schreibformen, informierendes und argumentierendes Schreiben, Materialgestütztes Schreiben und die weiteren Kompetenzbereiche des Deutschunterrichts, Curriculum Materialgestützten Schreibens (Sek 1, Sek 2), Aspekte der Implementierung und Akzeptanz
Didaktische Modellierung Materialgestützten Schreibens: Lernaufgaben und Integration in den Unterricht, Materialgestütztes Schreiben und literarisches Lernen, Aufgabentypen (große und kleine Aufgaben), Bewertung von Aufgaben
Materialgestützte Leistungs- und Prüfungsaufgaben: Erwartungen an Aufgaben für den zentralen Aufgabenpool, Einschätzungen aus den Bundesländern, Erfahrungen aus der Aufgabenentwicklung, Bewertung von Leistungsaufgaben
Erforschung materialgestützten Schreibens: Berichte aus ersten Untersuchungen zum materialgestützten Schreiben, Desiderata und Forschungsperspektiven
Programm
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Mi, 27.09.2017 |
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15.00 Uhr |
Eröffnung |
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15.00-16.30 Uhr |
Petra Stanat, Melanie Knaack, Pauline Schröter(IQB-Gruppe): 5 Jahre MS – Idee und Stand aus Sicht des IQB |
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16.45 – 18.15 Uhr |
Lisa Schüler: Zur Empirie materialgestützten Schreibens |
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Do, 28.09.2017 |
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Potentiale und Herausforderungen des Aufgabentyps – Statements |
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9.00-10.00 Uhr |
Jörg Jost/Michael Krelle/Dorothee Wieser: Konzeption von Prüfungsaufgaben – Genese und aktuelle Entwicklungen |
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10.00-11.00 Uhr |
Helmuth Feilke/Michael Steinmetz: Zur Brückenfunktion materialgestützten Schreibens für den Deutschunterricht – Entwicklung von Lernaufgaben (Kleine und große Aufgaben) |
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11.00-11.30 Uhr |
Kaffeepause |
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11.30-12.30 Uhr |
Clemens Kammler, Juliane Köster, Irene Pieper: Literaturdidaktik und materialgestütztes Schreiben – Drei Statements zur Diskussion |
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Mittagspause |
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14.00–16.00 Uhr |
Potentiale und Herausforderungen des Aufgabentyps – Round Table/ moderierte Diskussion Helmuth Feilke (Moderation) |
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16.00–16.30 Uhr |
Kaffeepause |
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16.30–18.00 Uhr |
Katrin Lehnen/Sara Rezat/Björn Bergmann: Zur Bewertung von Texten/Prozessen materialgestützten Schreibens |
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Freitag, 29.09.2017 |
Empirische Befunde und Forschungsperspektiven |
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9.00-10.15 Uhr |
Qualifikationsarbeiten zum materialgestützten Schreiben
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10.15-10.30 Uhr |
Kaffeepause |
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10.30-13.00 Uhr |
Projektvorstellungen, empirische Arbeiten zum Bereich (ca. 20 Minuten Vortrag + 15 Minuten Diskussion), insgesamt 3 Vorträge empirische Arbeiten zum Bereich Nicola König (Thema: literarische Materialien) Anna-Ulrike Schütte (Soest) (angefragt) |
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Abschlussreflexion |
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Abschluss |
Snack/Heimfahrersuppe |
Die Veranstaltung wurde von der Hessischen Lehrkräfteakademie akkreditiert.