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Geschichte des Archivs

Als erstes Hochschularchiv in Hessen wurde 1986 das Universitätsarchiv Gießen professionalisiert und als selbstständige Abteilung der Verwaltung unterstellt. Seit 1904 war das Archiv ein Aufgabenbereich der Universitätsbibliothek.


Fakultätswappen

 Fakultätswappen der Medizin

Bereits 1642 forderte der hessen-darmstädtische Landgraf anlässlich eines Wechsels im Amt des Syndikus der Universität, dem neuen Amtsinhaber die Universitätsakten auszuhändigen. Der Aufbewahrungsort der älteren und laufenden Universitätsakten ist erst ab dem frühen 19. Jahrhundert bekannt.

Nach der Fertigstellung eines neuen Bibliotheksgebäudes der Universität im Jahre 1904 wurde ein Teil des älteren Aktenmaterials dort gelagert. Damit etablierte sich erstmals ein eigentliches Universitätsarchiv, das abgetrennt von Kanzlei und Sekretariat vorrangig wissenschaftlichen Zwecken dienen sollte. Diese Einrichtung kann als Vorgängerin des heutigen Archivs gesehen werden.

Die Einbindung des Archivs in den Verwaltungsverbund der Universitätsbibliothek (UB) wurde 1933 durch einen Erlass des Hessischen Ministers für Kultus und Bildungswesen bekräftigt, in dem der Verbleib des Universitätsarchivs an seinem bisherigen Standort angeordnet wurde. Als die Universitätsbibliothek am 11. Dezember 1944 durch einen Bombenangriff weitestgehend zerstört wurde, erlitt auch das in ihren Räumen verbliebene Archivgut schwere Schäden. Glücklicherweise war ein Großteil der Aktenbestände rechtzeitig ausgelagert worden und konnte so gerettet werden. Im Bombenhagel vernichtet wurden vor allem Unterlagen aus dem 19. Jahrhundert, darunter eine Reihe von Personalakten und eine große Anzahl von Promotionsakten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb das Universitätsarchiv innerhalb der Verwaltung der Universitätsbibliothek. Erst mit der Einstellung einer Beamtin des höheren Archivdienstes im Jahr 1986 erfolgte die Verselbständigung des Universitätsarchivs, das von nun an mit zwei festen Personalstellen als Teil der zentralen Verwaltung der Justus-Liebig-Universität Gießen geführt wurde.

Seit diesem Zeitpunkt hat sich das Universitätsarchiv Gießen zu einer modernen Dienstleistungseinrichtung entwickelt, die in der Lage ist, flexibel auf die vielfältigen Anforderungen des Hochschulbetriebs zu reagieren. Mit wachsendem Bekanntheitsgrad wuchs auch der Umfang der archivierten Bestände, der heute ca. 2.000 Regalmeter beträgt (1986: ca. 350 Regalmeter). Dieses Material stellt das kollektive Gedächtnis der Universität Gießen über nunmehr 400 Jahre dar und bildet das Fundament jeder Forschung, die sich mit der Geschichte der Universität und ihrer Mitglieder befassen will.