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Neukirch-Stiftung

Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs in Archäologie, Klassischen Sprachen und Geographie

Schmuckgrafik: Nahaufnahme eines Gipsmodells, das ein Gesicht mit leicht angestoßener Nase zeigt.
Ein Blick in die Antikensammlung der Justus-Liebig-Universität Gießen. Foto: Katrina Friese

 

Förderung

Aus den Erträgen der Dr.-Dieter-und-Sigrun-Neukirch-Stiftung können herausragende wissenschaftliche Arbeiten (insbesondere Dissertationen sowie Abschlussarbeiten der Master- und Staatsexamensstudiengänge) auf den Gebieten

  • der Archäologie
  • der Klassischen Sprachen und
  • der Geographie an der JLU gefördert werden.

Die Förderung seitens der Stiftung erfolgt in Form eines Preises zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an der JLU mit dem Ziel der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Der Preis wird verliehen für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit und soll mit mindestens 4.000,- Euro dotiert sein, sofern die finanziellen Mittel der Stiftung dies ermöglichen. In den vergangenen Jahren waren die Erträge so hoch, dass immer mehrere Preise verliehen werden konnten.

Weiterer Stiftungszweck: Neben der Preisverleihung können weitere Erträge der Stiftung insbesondere auch für Folgendes verwendet werden: Druckkostenzuschüsse, Sach- und Reisekosten (zum Beispiel zur Teilnahme an Tagungen und Kongressen bzw. zur Veranstaltung von Tagungen und Kongressen) sowie die Gewährung von (Teil-)Stipendien.

 

Hintergründe zur Stiftung

Herr Prof. Dr. Dieter Neukirch (+) hat an der JLU Gießen 20 Jahre lang als Professor für Didaktik der Geographie geforscht und gelehrt. Er entwickelte schon in den 1970er Jahren neue Formen praxisnahen und anschaulichen Unterrichtens.

Seine Witwe Sigrun Neukirch (+), selbst ehemalige Lehrerin, setzte das gemeinsame Lebenswerk fort und hatte im Jahr 2016 die „Stiftung Dr. Dieter und Sigrun Neukirch“ ins Leben gerufen, um den wissenschaftlichen Nachwuchs an der JLU zu fördern. Die Stiftung an eine Universität »als ein Ort der Freiheit« und speziell an die JLU anzubinden, war für sie ein wohlüberlegter Schritt. Auch die Auswahl der Fächer hatte die Wohltäterin mit Bedacht gewählt. 

„Es geht mir darum, mit dem im Leben Erarbeiteten etwas Sinnvolles zu tun“, erzählte Sigrun Neukirch im Frühjahr 2017 im Rahmen einer Gesprächsrunde u.a. mit Kanzlerin Susanne Kraus und der Pressestelle der JLU; anlässlich des Gesprächs mit Frau Neukirch über Bildung, Geisteswissenschaften und Werte erschien im Mai 2017 ein Artikel im Uniforum der JLU.

Die Stifterin ist am 6. November 2020 im Alter von 86 Jahren verstorben. Beim Akademischen Festakt 2020 wurde der Förderin in Dankbarkeit  gedacht.

 

Vorstandsmitglieder der Neukirch-Stiftung

 

Liste der Geförderten (Preisträgerinnen und Preisträger des Neukirch-Preises, Vergabe von Stipendien, Zuschüsse zu Exkursionen, Zuschüsse zu Veröffentlichungen etc.)

2025

Im Jahr 2025 werden vier Neukirch-Preise vergeben; neben einer Dissertation werden auch drei Masterarbeiten ausgezeichnet. Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern werden nach dem Akademischen Festakt veröffentlicht.

  • Postdocstipendium: Herr Dr. Lorenzo Vespoli: 01.02.2025 bis zum 30.04.2026
  • Bezeichnung des Projekts: "Das Fortleben des Macrobius in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts: Angelo Poliziano als Vergil-Kommentator"
  • Forschungsfragen: Die Fülle des Materials aus den Werken von Macrobius, die im Kommentar von Poliziano zu Vergil vorhanden ist, ermöglicht es nach Herrn Dr. Vespoli, drei Forschungsfragen zu verfolgen:
  1. Zitationsmethoden von Macrobius,
  2. der didaktische Zweck von Macrobius’ Präsenz in Polizianos Kommentar und
  3. die Auswirkungen von Macrobius auf die Lehrpraktiken in der humanistischen Ära auf breiterer Ebene.

  • Postdocstipendium: Herr Dr. Leon Schmieder: 01.08.2025 bis zum 31.07.2026
  • Bezeichnung des Projekts: Prozessualität und Diskursivität repräsentierter Kriegshandlungen in der römischen Literatur
  • Kurzbeschreibung des Projekts: Ziel des Forschungsvorhabens ist es, mit den diskursiven Strategien der Legitimation von Krieg und Gewalt in literarischen Texten der römischen Kaiserzeit und Spätantike (1.–6. Jh.) ein Themenfeld zu untersuchen, das nicht nur einen fachwissenschaftlichen Beitrag leistet, sondern auch Impulse für ein vertieftes Verständnis gegenwärtiger Debatten über die Deutung, Rechtfertigung und Darstellung von Gewaltkonflikten geben kann.
  • Zuschuss zur Durchführung einer Sizilien-Exkursion der Professur für klassische Archäologie (hier: Begleitung der Exkursion durch Frau Dr. Stark und Frau Langer) an der JLU Gießen im Sommersemester 2025 (insbesondere zur Finanzierung der Flugkosten sowie der Unterkunftskosten von teilnehmenden Studierenden)
  • Nähere Informationen: Die zehntägige Exkursion richtete sich an die Studierenden der Klassischen Archäologie sowie verwandter Studiengänge. Das Exkursionsmodul ist verpflichtender und zentraler Bestandteil des Curriculums und damit Teil der archäologischen Ausbildung der Studierenden; diese bekommen damit die Möglichkeit, archäologische Monumente und Artefakte vor Ort und im Original zu studieren, verschiedene Forschungsdiskurse direkt am Objekt nachzuvollziehen und zu diskutieren sowie Kulturlandschaften kennenzulernen, mit denen sie sich während ihres Studiums beschäftigen. Sizilien bietet mit Blick auf seine historische Bedeutung eine perfekte Ausgangslage für eine Studienreise der Klassischen Archäologie: Die Insel war in der Antike ein bedeutender Knotenpunkt für verschiedene Kulturen des Mittelmeerraums. Die zentrale Lage machte sie zum Schauplatz intensiver Siedlungs-, Handels- und Austauschprozesse aber auch von zahlreichen Konflikten, die sich heute noch in den archäologischen Überresten fassen lassen. 


  • Geförderte: Frau Elena Stramaglia
  • Druckkostenzuschuss
  • Titel der Veröffentlichung (Dissertation): Stramaglia, Elena: Gestaltwandlungen des Imperiums, Heiner Müller und Rom
  • Nähere Informationen: Die Doktorarbeit untersucht die Rezeption des antiken Rom im Werk des DDR-Dramatikers Heiner Müller (1929-1995). Sie findet ihren Ausgangspunkt der Feststellung, dass die Antike-Rezeption zwar längst ein Hauptanliegen der Müller-Forschung darstellt, bisher jedoch immer eher kurzerhand mit der griechischen Antike identifiziert wurde. Es fehlten bislang umgreifende Analysen des altrömischen Themas in Müllers Produktion, die dessen poetologischem und philosophischem Eigengewicht gerecht werden. Dasselbe gilt im Übrigen weitestgehend für die gesamte DDR-Literatur. An dieses Forschungsdesiderat knüpft das Dissertationsprojekt an und versucht, Müllers Rom-Texte und -Referenzen im Bereich Drama, Lyrik und Prosa aber auch im Korpus seiner Interviews, Aufsätze und anhand unveröffentlichter Manuskripte systematisch zu erfassen.

2024

Im Jahr 2024 wurden folgende 4 Arbeiten mit Preisen ausgezeichnet:

  • Frau Yasemin Calik (MSc 2024)"Risiko- und Katastrophenmanagement - Integrative Ansätze im Risiko- und Katastrophenmanagement zur Schadensminimierung und Resilienzstärkung nach Erdbeben
  • Frau Sina Sänger (MSc 2024): „Readiness for the European Twin Transition: A Geographical Perspective on the Path Development of Green and Digital Technologies in European Regions“
  • Frau Dr. Saskia Schomber (Dissertation 2024): "Formen narrativer Ästhetik in spätgriechischer Troja-Epik"
  • Herr Dr. Sascha Valentin (Dissertation 2024): Der georgische Tourismus zwischen COVID-19-Pandemie und „Overtourism“ - Eine Analyse der Pandemieauswirkungen am Beispiel der Region Svaneti“

2023

  • Frau Dr. Marie-Louise Litmeyer erhielt einen Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis für ihre Dissertation „Methodenvergleich zur Schätzung von räumlichen Interaktionsprozessen und Prognosen von Mobilitätsströmen“.
  • Auch die Master-Thesis von Herrn James D. Johnson "Zwischen Green-Making und Greenwashing: Perspektiven für Geographen auf das Konzept der Nachhaltigkeit im ökonomischen Kontext" wurde mit dem Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis ausgezeichnet.

2022

Im Jahr 2022 konnten 3 Preise für ausgezeichnete Arbeiten vergeben werden:

  • Herr Maximilian Höhl erhielt einen Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis für seine Dissertation "Leben in Triumphen - Der römische Triumph als konzeptuelle Metapher in der Literatur der späten Republik und frühen Kaiserzeit".
  • Auch die Dissertation von Herrn Dr. Eshak Gris mit dem Titel "PALEOGEOGRAPHY OF EGYPT ABOUT 2000 B.P. Geospatial analysis and Cartographic Verification of the Journey of The Holy Family using GIS and Remote Sensing" wurde mit einem Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis ausgezeichnet.
  • Weitere Preisträgerin im Jahr 2022 war Frau Sina Happel (M.Sc.); sie erhielt einen Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis für ihre Arbeit mit dem Titel "Anpassung an den Klimawandel zur Erhöhung urbaner Resilienz - Eine Analyse des Integrierten Klimaschutzteilkonzeptes der Stadt Offenbach am Main".

2021

  • Frau Dr. Dorothea Hamilton wurde für ihre ausgezeichnete Dissertation „Zum extraktivistischen Umgang mit Ressourcenreichtum in Postbürgerkriegsländern Lateinamerikas. Konflikte um Gold in Peru und Kolumbien“ mit dem Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis ausgezeichnet.
  • Daneben erhielt Herr Leon Schmieder für seine Dissertation „Deskription als Modus der Narration in spätantiker lateinischer Dichtung“ ebenso einen Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis.

2020

  • Frau Dr. des. Wiebke Nierste wurde für ihre ausgezeichnete Dissertation „Ekphrastische Dichtung in der lateinischen Sprache der Spätantike“ mit dem Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis ausgezeichnet.
  • Daneben erhielt Frau Piephoh für ihre herausragende Masterarbeit „Impact of energy expenditure for agricultural activities in rural areas of eastern Uganda“ ebenso einen Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis.

2019

  • Die Masterarbeit von Herrn Huchthausen "Mobilität von Studienanfängern – Veränderungen des Einzugsgebietes der Justus-Liebig-Universität zwischen 1997 und 2016“ wurde im Jahr 2018 mit dem Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis ausgezeichnet.
  • Daneben erhielt Frau Dr. Schmieder den Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis für ihre Dissertation „Bild und Text auf römischen Mosaiken. Modi und Funktionen intermedialer Konfigurationen im Kontext der Wohnkultur des 3.-5. Jahrhunderts“.

2018

  • Die Dissertation von Frau Dr. Maria Backhaus „caedis imago – Mord(s)bilder. Anschauliche Aufzählungen tödlicher Gewalt bei Seneca und Lucan“ wurde im Jahr 2018 mit dem Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis ausgezeichnet.
  • Daneben erhielt Herr Dr. Helge Baumann für seine Dissertation „Das Epos im Blick. Literarische Rollenkonstruktionen in Martials Epigrammen und Statius’ Silvae“ im Jahr 2018 ebenso einen Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis.

2017

  • Die Dissertation von Herrn Dr. Jan Schneider „Ländliche Siedlungsstrukturen im römischen Spanien; Das Becken von Vera und das Camp de Tarragona – zwei Mikroregionen im Vergleich“ wurde im Jahr 2017 mit dem Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis ausgezeichnet.
  • Daneben erhielt Herr Jonas Schaaf für seine Masterarbeit „Natürliche Ressourcen und Staatszerfall in Afrika; Ursachenanalyse mittels Process Tracing anhand ausgewählter Beispielländer“ im Jahr 2017 einen Dr. Dieter und Sigrun Neukirch-Preis.

Hinweis zu den Förderempfängerinnen und -empfängern: Für die Vorjahre wird aktuell noch eine Abfrage bei den betreffenden Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgen, die Informationen werden an dieser Stelle sodann erweitert.

Fördermöglichkeiten

Ausschreibung Neukirch-Preis

Der Preis dient der Förderung herausragender wissenschaftlicher Abschlussarbeiten auf den Gebieten der Archäologie, der Klassischen Sprachen und der Geographie an der JLU.

Zur Ausschreibung des Preises

Ausschreibung weiterer Fördermöglichkeiten

Gefördert werden Zuschüsse zu Veröffentlichungen, Sach- und Reisekosten, Gewährung von (Teil-)Stipendien (Graduiertenstipendien sowie Postdocstipendien).

Keine laufende Ausschreibung

Kontakt

Ansprechpartnerin Dr.-Dieter-und-Sigrun-Neukirch-Stiftung

Persönliche Referentin der Kanzlerin

Claudia Schick
Telefon: 0641/99-12032
E-Mail: Claudia.Schick