Inhaltspezifische Aktionen

Monique Biehl

 

 

 Foto: Manuel Diestel / md-photography

 

Mein Name ist Monique Biehl, ich bin im Jahr 1991 in Gießen geboren und habe von Oktober 2010 bis Juni 2013 Biologie an der JLU studiert. Nachdem ich das Studium erfolgreich mit dem Bachelor of Science abgeschlossen habe, begann ich für zwei Semester ein Masterstudium in Frankfurt. Ich stellte allerdings schnell festgestellt, dass mir die dortige Fachrichtung und die Forschungsschwerpunkte nicht lagen und habe deshalb beschlossen den etwas „steinigeren“ Weg ins Berufsleben zu starten. Ich habe über 60 Bewerbungen für Laborantentätigkeiten geschrieben, bis bei der Firma Novartis (heute GSK) in Marburg als Laborantin in der Qualitätskontrolle begann. Danach habe ich bei der Firma STADA gearbeitet, ebenfalls in die Qualitätskontrolle, allerdings als Sachbearbeiterin gewechselt. Nach zwei Jahren, im November 2017, wechselte ich zur Firma Fresenuis Kabi ins Global Quality Management. Da ich in möglichst vielen Bereichen Erfahrungen sammeln wollte, fing ich im April 2017 zunächst als Account Managerin bei der Firma Mylan Germany GmbH an. Durch einen Gebiets- und Indikationswechsel bin ich seit Januar 2019 als Key Account Managerin im Unternehmen tätig.


Frau Biehl, Sie haben an der JLU Biologie studiert. Wie kam es dazu, dass Sie sich für diesen Studiengang entschieden haben? 


Ich habe sehr gerne an der JLU studiert. Ich habe es hier immer als überaus familiär empfunden."

Ursprünglich lagen meine beruflichen Interessen an einer ganz anderen Stelle: Mein Traum war es schon immer Medizin zu studieren und als Pathologin zu arbeiten. Aus diesem Grund absolvierte ich während des Abiturs ein Praktikum in der Pathologie und Gerichtsmedizin hier in Gießen. Leider habe ich den damals geforderten NC nicht erreichen können, weshalb ich das Biologiestudium zunächst als Übergangslösung begann. Da ich allerdings erst kurz vor Beginn meiner Bachelor-Thesis hätte wechseln können, beendete ich das Biologie-Studium mit der Hoffnung auch so an mein Ziel, die Pathologie, zu gelangen.

 


Welche Schwerpunkte haben Sie sich in Ihrem Biologiestudium gelegt?


Meine Schwerpunkte im Studium waren Mikro- und Zellbiologie und ich habe meine Bachelor-Thesis in der AG von Frau Prof. Trenczek über das hämatopoetische Organ von Grillus bimaculatus geschrieben.

 


Wie hat Ihnen Ihr Studium an der JLU gefallen? Verbinden Sie besondere Erinnerungen mit Ihrer Zeit in Gießen?


Ich habe sehr gerne an der JLU studiert. Ich habe es hier immer als überaus "familiär" empfunden und unsere Professoren waren auch immer bemüht daran, dass wir Studierende Spaß am Studium haben, auch wenn die Ansprüche des Ein oder Anderen durchaus sehr hoch angesetzt waren und sie deshalb von den Studierenden „verflucht“ wurden. *lach*

 


Aktuell arbeiten Sie als Key Account Managerin bei einem großen Pharmaunternehmen. Wie kann man sich Ihre aktuelle Tätigkeit vorstellen?


Ich betreue niedergelassene Fach- und Klinikärzt*innen mit unserem Biosimilar-Portfolio. Bei den von mir betreuten Fachgruppen handelt es sich und Rheumatolog*innen, Gastroenterolog*innen, Onkolog*innen und Neurolog*innen. Meine Tätigkeit besteht hauptsächlich darin mit den Ärzt*innen der verschiedenen Fachgruppen unsere Produkte und deren Vorteile zu besprechen. Ich besuche im Schnitt sechs bis sieben Ärzt*innen pro Tag und führe mit diesen fachliche und produktbezogene Gespräche. Je nach Fachgruppe handelt es sich dabei immer um bis zu drei unterschiedliche Präparate aus der Gruppe der Antikörper, bei allen handelt es sich allerdings um Biosimilars. Im Prinzip handelt es sich bei einem Biosimilar um ein Generikum, bei welchem das Originalprodukt allerdings nicht ein chemischer Stoff, sondern ein biologischer ist.
Mein derzeitiges Arbeitsgebiet erstreckt sich von der Fulda über Gießen und Marburg bis nach Neustadt an der Aisch, was ca. 60 km hinter Würzburg liegt. Die Tätigkeit ist sehr vielfältig und abwechslungsreich, sie reicht von dem klassischen Produktgespräch mit dem Arzt oder der Ärztin bis hin zur Organisation von Veranstaltungen im eigenen Gebiet.


Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sind für Ihre Arbeit nötig und hilfreich?


Für meine Arbeit schreibt das deutsche Arzneimittelgesetz vor, dass eine Qualifikation als Pharmarefe-rent*in zwingend notwendig ist. Alternativ zur Ausbildung als Pharmareferent*in, welche man z.B. bei der IHK absolvieren kann, befähigt einen auch ein naturwissenschaftlicher Studien-Abschluss oder eine Ausbildung als BTA, MTA, CTA oder PTA zur Ausübung dieser Tätigkeit. Außerdem ist es wichtig, dass man offen und ohne Probleme mit Leuten kommunizieren kann, man benötigt ein hohes Maß an Selbst-ständigkeit und muss sehr eigenverantwortlich arbeiten können. Es ist auch wichtig, dass man ein hohes medizinisches Verständnis hat, denn man muss nicht nur über das Präparat, sondern auch über die Indi-kation, sprich die Erkrankung, gegen welche das Präparat eingesetzt wird, Bescheid wissen.  Flexibilität und Reisebereitschaft zählen auch zu den Eigenschaften, die man für den Job mitbringen sollte.

 


Welchen Tipp geben Sie aktuellen Studierenden, die kurz vor dem Berufseinstieg stehen?


Ich kann den Studierenden nur raten, sich in der vorlesungsfreien Zeit oder in den Ferien um externe Praktika zu bemühen und sich nicht nur auf die Lehrinhalte an der Uni zu verlassen. Viele Pharma-Unternehmen stellen sich auf Karrieretagen vor oder veranstalten sogar selber welche, die im Internet leicht zu finden sind. Außerdem darf man sich nicht von Absagen entmutigen lassen! Ich habe für meine erste Stelle 60 Bewerbungen geschrieben und ca. 50 Absagen bekommen, das kann durchaus frustrie-rend sein. Häufig stellen Unternehmen in dieser Branche neue Mitarbeiter erst einmal über Personal-dienstleistungsfirmen ein, das ist Gang und Gebe. Ich bin selbst bis Juli letzten Jahres über einen solchen Dienstleister in meinem Unternehmen angestellt worden und wurde dann anschließend fest über-nommen. Davon sollte man sich bei der Bewerbung nicht abschrecken lassen. Im Großen und Ganzen würde ich sagen, man muss immer positiv bleiben und darf sich durch nichts entmutigen lassen.


Herzlichen Dank für das Interview!