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Josef Pommerening

 


 

Mein Name ist Josef Pommerening (geb. 1989) und ich habe von 2013 bis 2016 an der JLU BWL Master of Science (FB 02) studiert. Meinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften habe ich zuvor an der Goethe Uni in Frankfurt gemacht.

Seit Januar 2016 bin ich Teil des Graduate Trainee Programms der Munich Re in München, einer der weltweit führenden Rückversicherungsgesellschaften. 

 


Herr Pommerening, wieso haben Sie sich für Ihr oben beschriebenes Studium entschieden? Und falls Sie besondere Schwerpunkte hatten, welche waren diese?

 

Josef Pommerening: Die Entscheidung kam eher aus dem Bauch heraus. Ich war mir nicht sicher, in welche Richtung ich genau gehen wollte und dachte mir, mit einem WiWi-Studium breit aufgestellt zu sein.

Später habe ich mich dann für den Schwerpunkt Finanzen entschieden, da ich durch mein mathematisches Können und meinem Interesse für die Banken- und Versicherungsindustrie dort mein zuhause gesehen habe. Mein Praktikum bei der Munich Re hat mich in meiner Entscheidung dann nach nochmal bestärkt. Deshalb habe ich mich dann auch im Master für den Finanzschwerpunkt entschieden. Meine Wahl fiel auf die JLU da der Master hier eine Kombination aus Finanzen und Strategie bietet.

 

Wie bewerten Sie Gießen als Studienort?
Ich bin der Meinung, dass man hier auf hohem Niveau viel lernen kann.

 

Pommerening: Gießen als Studienort hat mir gut gefallen. Ich bin der Meinung, dass man hier auf hohem Niveau viel lernen kann. Am Studium in Gießen gefiel mir besonders die Orientierung an der Praxis. Durch viele Gastvorträge aus der Industrie wurde es möglich, aus dem rein Theoretischen auszubrechen und Eindrücke aus der Arbeitswelt zu sammeln. Dieses Zusammenspiel hat mich sehr überzeugt.

 

Als Wohnort gefiel mir Gießen allerdings gar nicht. Ich bin daher auch während meines Masters aus Frankfurt gependelt.

 

Hatten Sie bereits im Studium ein konkretes berufliches Ziel?

 

Pommerening: Spätestens nach dem Bachelor. Da ich vor meinem Masterstudium schon ein Praktikum bei der Munich Re gemacht hatte, war mir relativ schnell klar, dass ich mir München als Wohnort und Munich Re als Arbeitgeber gut vorstellen konnte.

 

Sie haben während Ihres Studiums schon berufliche Erfahrungen anhand von Praktika und sonstigen Tätigkeiten sammeln können. Inwiefern haben Ihnen diese beim Berufseinstieg geholfen?

 

Pommerening: Mein Praktikum bei Munich Re war mein erster richtiger Berührungspunkt mit einem Finanzdienstleistungs-Unternehmen. Mir gefielen sowohl das Geschäftsmodell als auch das Arbeitsumfeld von Anfang an und daher hatte das Praktikum einen immensen Einfluss auf meine spätere Berufs(-einstiegs)wahl.

 

Wie haben Sie Ihre aktuelle Stelle gefunden und wie war der Bewerbungsablauf?

 

Pommerening: Das Graduate Trainee Programm ist wohl der prominenteste Weg als Berufseinsteiger bei Munich Re anzufangen. Daher wurde schon zu Praktikantenzeiten viel davon erzählt und mir war klar, dass es der richtige Einstieg ins Berufsleben für mich sein würde.

Trotzdem war der Bewerbungsablauf nicht einfach. Nach Einreichung meiner Bewerbung musste ich noch einen Online-Test durchlaufen, zwei Bewerbungsgespräche führen und an einem Assessment-Center teilnehmen. Beide Bewerbungsgespräche fanden mit Führungskräften der Abteilung statt, in der mein Trainee-Programm jetzt stattfindet. In den Gesprächen ging es neben fachlichen Fragen vor allem auch um das Persönliche. Mein Eindruck ist, dass das Management sehr stark darauf achtet, dass die Harmonie im Team stimmt.

 

Welche persönlichen Herausforderungen ergaben sich bei Ihnen im Berufseinstieg?

 

Pommerening: Persönlich ergaben sich wenig Herausforderungen. Ich kannte München als Stadt und hatte keine Bedenken beim Wohnortswechsel. Auch sonst war ich überzeugt die richtige Wahl zu treffen und bereue dies (bis heute) nicht.

 

Wie ist Ihre Trainee-Stelle strukturiert? Was ist das Besondere daran?

 

Pommerening: Das Trainee-Programm ist 24 Monate lang und findet hauptsächlich in einer Abteilung statt. Im Rahmen des Programms gibt es einen Auslandsaufenthalt, den ich im Sommer 2016 in Singapur verbracht habe.

Zusätzlich zur "homebase" in meiner Abteilung, gibt es drei jeweils zwei-wöchige Trainings, in denen man mit den anderen Programmteilnehmern gemeinsam für die Zukunft im (Rück-) Versicherungsunternehmen vorbereitet wird.

Für die Zeit meines Trainee-Programms und aller Voraussicht nach auch darüber hinaus, bin ich in einer Direktversicherungseinheit für Sachversicherungen. In meinen Aufgabenbereich fällt also die Ermittlung von Versicherungsprämien für große, weltweit operierende, industrielle Kunden gegenüber Sachschäden die durch Feuer oder Naturkatastrophen enstehen. Gerade im Bereich der Naturkatastrophen bietet Munich Re einen unglaublichen Pool an Experten und weltweit führendes Know-How.

 

Welche Qualifikationen und Kompetenzen sind für Ihre Position nötig?

 

Pommerening: Es ist besonders wichtig im Umgang mit Maklern und Kunden einen professionellen Eindruck zu machen. Munich Re setzt sich als Unternehmen mit hoher technischen Expertise von Wettbewerbern ab und daher ist der Anspruch an jeden Mitarbeiter sehr hoch. Zusätzlich sind eine schnelle Auffassungsgabe und zwischenmenschliche Fähigkeiten sicherlich nicht unwichtig.

 

Welchen persönlichen Rat zum Berufseinstieg haben Sie für die Gießener Studierenden?
Das wichtigste muss sein, dass man aufgeht in dem was man tut.

 

Pommerening: Den Beruf nicht nach dem Gehalt auswählen. Das wichtigste muss sein, dass man aufgeht in dem was man tut. Ich denke, dass man sich viel schneller weiterentwickelt, wenn man sich wohlfühlt.

Als Gießener Student hat man sicherlich die Möglichkeit sich eines von mehreren Angeboten auszuwählen. Das ist ein Luxus, den viele andere nicht haben. Daher denke ich umso mehr, dass man sich seine Entscheidung wohl überlegen sollte.

 


Herr Pommerening, wir bedanken uns für das Gespräch!

(Das Interview wurde im Dezember 2016 geführt)