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Geschichte und Text zwischen zwei Kulturen

December 17th, 2013

Ein Vater-Sohn-Kampf, die Ohnmacht Gottes und die Frage nach der Tragik in einem Text, der kulturhistorisch exakt am Übergang von der pagan-germanischen zur mediterran-christlichen Welt steht, darum geht es in dieser Keynote. Das Hildebrandslied ist ein in der deutschen Literaturgeschichte einzigartiger Text: Das einzige erhaltene Heldenlied deutscher Sprache, dessen nächste Verwandte in der altnordischen ‘Edda’ zu suchen sind, ragt neben den Merseburger Zaubersprüchen singulär in die vorchristlich-germanischen Anfänge deutscher Schriftüberlieferung hinein. Trotz sekundär christlicher Übermalung ist es eine durch und durch heidnische, archaisch-tragische Welt, in der die beiden ‘Helden’; Vater und Sohn, agieren. Hildebrand, der nach dreißig Jahren Exil im Gefolge Dietrichs von Bern in seine Heimat zurückkehrt, trifft an der Grenze seinen als Säugling zurückgelassenen Sohn Hadubrand im Feindeslager. Dieser erkennt den Vater nicht und unterstellt eine Kriegslist, als Hildebrand ihn von seiner Identität zu überzeugen versucht. Der Ton verschärft sich zunehmend, zuletzt mündet das Rededuell im Kampf. Im Konflikt zwischen Sippenbindung und Kriegerehre entscheidet sich Hildebrand für die zweite – mit tödlichem Ende. Der Text wurde im 9. Jahrhundert in Fulda niedergeschrieben und seither immer wieder zitiert, wiedererzählt, parodiert – seine Tragik, obschon offenkundig nicht zeitlos, blieb ein Faszinosum bis heute.

Prof. Dr. Mathias Herweg

1991-1997 Studium der Fächer Germanistik, Geschichte und Sozialkunde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

1993-96 Stud. Hilfskraft im DFG-Sonderforschungsbereich 226 (’Wissensvermittelnde Literatur im Mittelalter’)

1997 Erstes Staatsexamen (Bay.) in den Fächern Deutsch / Geschichte / Erziehungswissenschaften

1998-2000 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Würzburger Forschergruppe ‘Bild des Krieges im Wandel vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit’, Teilprojekt III: Das Bild des Krieges in der deutschen Literatur des 15. und 16. Jahrhunderts

2001 Promotion mit einer Arbeit über die deutsche Geschichtsdichtung des frühen Mittelalters (gefördert durch Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes)

2002-2007 Wissenschaftlicher Assistent am Würzburger Institut für deutsche Philologie

2007 Habilitation; Habilitationsschrift: ‘Wege zur Verbindlichkeit. Studien zum deutschen Roman um 1300′ (ersch. 2010)

2007-2010 Vertretung der Professur für Mediävistik an der Universität Karlsruhe (TH) / Karlsruher Institut für Technologie, Campus Süd

seit 2010 Inhaber der Professur für Mediävistik und Frühneuzeitforschung am KIT, Universität des Landes Baden-Württemberg und nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft (Campus Süd)

ebd. Vertrauensdozent der Studienstiftung des deutschen Volkes (seit Mai 2013)

Mitglied im wiss. Beirat der Großen Landesausstellung zum 600. Jubiläum des Konstanzer Konzils (1414-1418), 2014