Personal tools

Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo kann sich rechts daneben das Bannerbild anschließen. Rechts daneben kann sich ein weiteres Bild/Schriftzug befinden. Es folgt die Suche. Unterhalb dieser oberen Leiste schliesst sich die Hauptnavigation an. Unterhalb der Hauptnavigation befindet sich der Inhaltsbereich. Die Feinnavigation findet sich - sofern vorhanden - in der linken Spalte. In der rechten Spalte finden Sie ueblicherweise Kontaktdaten. Als Abschluss der Seite findet sich die Brotkrumennavigation und im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Impressum, Hilfe und das Login fuer Redakteure. Barrierefreiheit JLU - Logo, Link zur Startseite der JLU-Gießen Direkt zur Navigation vertikale linke Navigationsleiste vor Sie sind hier Direkt zum Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen vor Suche vor Fußbereich mit Impressum

Document Actions

„Unser Wilhelm in Kamerun“. Hof und Habitus bei König Ibrahim Njoya von Bamum – Verflechtung und Übersetzung als koloniales Herrschaftskonzept

November 4th, 2013

Es gibt keine Region des tropischen Afrikas, die im 19. Jahrhundert weltweit so viel Aufmerksamkeit erregte wie das Grasland im Nordwesten der deutschen Kolonie Kamerun. Besonders die höfischen Kunstwerke, die dort von Missionaren und Kolonialbeamten angetroffen wurden, galten als „afrikanische Ethnologica" schlechthin. Es kam zu regelrecht fieberhaften Tauschgeschäften und auch Raubzügen europäischer Sammler. Im Fokus des Interesses standen Person und Hof König Njoyas von Bamum (1894-1933). Njoya förderte die Künstler seines Herrschaftsbereichs besonders intensiv, unterhielt eine ausladende Hofhaltung, erfand eine eigene Schrift und interessierte sich vor allem auch für die Kultur der deutschen Kolonialisten, mit denen er offenen und regen Austausch pflegte. 1908 soll Njoya Kaiser Wilhelm II. sogar seinen Thron zum Geburtstag geschenkt haben. Im Gegenzug erhielt er ein Ölgemälde des Kaisers und eine preußische Kürassier-Uniform, in der er sich in der gleichen Pose wie der deutsche Kaiser ablichten ließ.

Im Vortrag wird anhand dieses Kapitels deutsch-kameruner Kolonialgeschichte exemplarisch nach den Potenzialen aber auch Grenzen der kulturwissenschaftlichen Kategorien „Verflechtung" und „Übersetzung" gefragt. Zentral ist hierbei die Analyse von Praktiken kultureller Aneignung und Übersetzung König Njoyas all dessen, was von ihm als typisch deutsch angesehen wurde. Hierbei gilt es, das Spektrum des Handels kolonisierter Eliten auszuloten, das vom Mitmachen im Ringen um Teilhabe an kolonialer Herrschaft über deren Persiflage und Unterlaufen bis hin zu Widerstand reichte. „Unser Wilhelm in Kamerun" – so eine zeitgenössische Schrift – trat zwar in Uniformen auf, die nach deutschen Mustern geschneidert waren und ließ seine Garde nach preußischer Manier exerzieren, stand aber keinesfalls für die ungebrochene Umsetzung des deutschen Kolonialismus.

Hubertus Büschel

  • 1995-2001: Studium in München und Berlin. Lehramt Sekundarstufe II: Latein/Deutsch/ Geschichte. Magister: Neuere und Neueste Geschichte/Geschichte des Mittelalters/Neuere Deutsche Literatur. Abschluss: Magister Neuere und Neueste Geschichte
  • 2001-2004: Doktorand am Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen
  • 2003: Fellow am Center for 17th & 18th Century Studies der UCLA und der Clark Library, Los Angeles, USA
  • 2004: Promotion an der Universität Göttingen Thema: Untertanenliebe? Der Kult um deutsche Monarchen 1770-1830
    Ergebnis: Summa Cum Laude
  • 2005-2006: Postdoktorand am GK der DFG "Archiv, Macht, Wissen", Universität Bielefeld, Lehrbeauftragter der Universitäten Göttingen und Bielefeld Forschungsprojekt: Machtstrukturen und "Eigensinn" in den Staatsarchiven der DDR 1965-1990 (abgeschlossen)
  • 2006-2009: Lehrbeauftragter der Universität Potsdam, assoziiertes Mitglied des Zentrums für Zeithistorische Forschungen, Potsdam
  • 2007-2009: wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Potsdam an der Professur für Zeitgeschichte Prof. Dr. Martin Sabrow, Deutsche Forschungsgemeinschaft "eigene Stelle"
  • Herbst 2008: Rufannahme für die Juniorprofessur Kulturgeschichte am GCSC der JLU Gießen
  • Seit März 2009: Juniorprofessor für Kulturgeschichte am GCSC der JLU Gießen
  • Herbst 2011: positive Zwischenevaluation als Juniorprofessor
  • Dezember 2012: Abschluss des Habilitationsverfahren. Venia Legendi: Neuere und Neueste Geschichte.
  • Habilitation: Hilf Dir selbst! Visionen, Akteure und Aporien ost- und westdeutscher Entwicklungsarbeit in Tansania, Togo und Kamerun, 1960-1975.