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Forschung

Im Folgenden finden Sie die Zusammenfassung der aktuellen Forschungsprojekte unserer Doktoranden.

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte der Professur finden sich im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung mit Schwerpunkt auf Lateinamerika und insbesondere Kolumbien. Der thematische Fokus liegt dabei auf den Themen:

  • Rohstoffbasierten Entwicklungsmodellen und Extraktionskonflikte
  • Soziale Ungleichheiten mit Schwerpunkt auf Bildungs-, Arbeits- und Sozialpolitik
  • Trasitional Justice, Vergangenheitspolitik und Erinnerungskultur
  • Entwicklungstheorie und Nord-Süd-Beziehungen

Projekt: "Rechtsreform und Ungleichheit. Die kolumbianische Acción de Tutela und das Recht auf Bildung"

Das Promotionsvorhaben analysiert am Beispiel Kolumbiens, ob und wie demokratische Systeme durch juristische Reformvorhaben auf gesellschaftliche Krisen reagieren können. Hierfür beschäftigt sich die Arbeit mit der acción de tutela. Sie ist ein Verfahren, dass in den 90er Jahren inmitten einer umfassenden gesellschaftlichen Krise in Kolumbien eingerichtet wurde und dem Schutz von Grundrechten dienen soll. Die Arbeit konzentriert sich auf neuere tutela-Klagen, die einen Bildungsbezug aufweisen und es soll gefragt werden, wie an diesem Beispiel der Zusammenhang von Grundrechtsgarantien und gesellschaftlicher Transformation untersucht werden kann.

 

Bei dieser insbesondere in den Rechtswissenschaften geführten Diskussion um die umfassende Wirklichkeitstransformation zeigen sich wegen der persistenten Ungleichheiten der kolumbianischen Gesellschaft fundamentale Widerstände. Die Arbeit erkennt dementsprechend eine Forschungslücke darin, dass bisher der Zusammenhang von Grundrechtsgarantien und gesellschaftlicher Transformation hauptsächlich an der Überwindung von gesellschaftlichen Krisen bemessen wird. Da aber die gesellschaftlichen Spannungen, die mit der Einführung der tutela überwunden werden sollten, sich trotz intensiver tutela-Nutzung in sozialen Disparitäten verstetigen und gegenwärtig besonders auch in Ungleichheitskonflikten mit Bildungsbezug manifestieren, erweist sich die Erkundung des Zusammenhangs von Grundrechtsschutz und gesellschaftlicher Transformation aus dieser Perspektive als problematisch.

 

Im Promotionsvorhaben wird darum ein alternatives Verständnis vom Zusammenhang von sozialer Transformation und Recht ausgearbeitet, dass auf aktuellen Forschungen zu Pierre Bourdieus „Rechtsdenken“ (Kretschmann 2019, Bourdieu 1987) und auch dessen Konzeption gesellschaftlicher Konflikte aufbaut. Recht wird als spezifische Darstellung, aber nicht als Lösung, gesellschaftlicher Konflikte verstanden, die bedeutsam für die Praxis von Akteuren wird. Die These ist daher, dass bei sozialer Transformation in diesen Zusammenhängen die Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsschemata in Betracht kommen müssen, die sich durch oder mit der tutela (neu)ordnen.

 

Anhand von problemzentrierten qualitativen Interviews mit tutela-Kläger:innen soll dieser Annahme nachgegangen werden. Hierbei zielt die Arbeit auf eine explorative Erkundung dieser rechtlichen Konfliktdarstellungen von Akteuren ab, versucht deren Rolle für die Praxis und Habitus der Kläger:innen abzugrenzen und beabsichtigt schließlich die Befunde durch eine an der grounded theory orientierte Analyse der qualitativen Daten zu systematisieren. Diese Befunde sollen eine Einschätzung ermöglichen, inwiefern Grundrechtslagen gegen Schulen, Universitäten, Institutionen der Bildungsfinanzierung und -evaluation die Habitus und Praktiken der Kläger:innen zu welchem Grade transformieren.

Diese Arbeit beabsichtigt mit einem empirischen Beitrag zur rechtlichen Darstellung von Bildungskonflikten auf die bisher vernachlässigte Frage nach den Folgen der Rechtsmobilisierung in Lateinamerika zu antworten. Damit soll die Aussagekraft der bestehenden Diskussionen zu den juristischen Transformationsvorhaben des „new constitutionalism“ in Lateinamerika durch einen explizit rechtssoziologischen Ansatz verstärkt werden, der einen Beitrag für ein verbessertes Verständnis vom Verhältnis von Recht und sozialer Ungleichheit ermöglicht.

 

Projektteam:

  • Markus Ciesielski. Doktorand. Professur für Friedensforschung
  • Prof. Dr. Stefan Peters. Professur für Friedensforschung

 

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Projekt: "Konfliktiver Extraktivismus: Bergbau, Institutionen und soziale Konflikte in Peru und Kolumbien"

Die These des sogenannten „resource curse“ betrachtet soziale Konflikte als eine von mehreren negativen Folgen, die ein rohstoffbasiertes Entwicklungsmodell mit sich bringt. Im Gegensatz dazu behaupten Kritiker:innen dieses vermeintlichen Determinismus, dass nicht der Ressourcenreichtum eines Landes oder einer Region, sondern vielmehr seine institutionelle Einbettung die mit dem „Fluch“ in Verbindung gebrachten Probleme verursacht. Ausgehend von letzterer Annahme möchte ich anhand der Länderbeispiele Peru und Kolumbien darstellen, dass verschiedene Institutionen in strukturell ähnlichen Staaten zu unterschiedlichen Formen des Konflikts führen und somit maßgeblich für die negativen Outcomes des extraktivistischen Modells verantwortlich sind.

 

Rohstoffextraktion und Gewaltausbrüche gehen in der Empirie oft miteinander einher. Dieser Zusammenhang ist besonders in der Andenregion zu beobachten. Dennoch prägen sich die Konfliktivitäten je nach Kontext anders aus: Peru ist eines der Länder mit den meisten Extraktionskonflikten. Zusammenstöße zwischen lokalen Protestierenden und staatlichen Sicherheitskräften im Zusammenhang mit Extraktionsprojekten fordern regelmäßig Todesopfer. Im benachbarten Kolumbien halten sich Protestaktionen und Polizeiverhalten viel häufiger in einem „zivilen Rahmen“. Doch stattdessen äußert sich hier die Gewalt im Umfeld von Extraktionsaktivitäten in systematischen Bedrohungen, Vertreibungen und Tötungen von Umweltaktivist:innen und indigenen Repräsentant:innen durch para-staatliche Akteure.

 

Um diese unterschiedlichen Phänomene in zwei strukturell ähnlichen Ländern zu erklären, möchte ich die politischen, ökonomischen und sozialökologischen Institutionen in beiden Staaten am Beispiel des Bergbausektors untersuchen und zeigen, wie diese Konflikte produzieren. Dabei berufe ich mich auf das differenzierte Verständnis von Institutionen in neo-institutionalistischen Ansätzen, die Institutionen nicht nur als formelle Regelsysteme definieren, sondern auch informelle Praktiken und soziale Normen berücksichtigen.

 

Projektteam:

  • Quincy Stemmler. Doktorand. Professur für Friedensforschung
  • Prof. Dr. Stefan Peters. Professur für Friedensforschung

  

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Projekt: "Memory, Gender, and Intersectionality Approaches at the Colombian Comisión para el Esclarecimiento de la Verdad, la Convivencia y la No Repetición"

The Comisión para el Esclarecimiento de la Verdad, la Convivencia y la No Repetición (CEV) is a truth commission established in Colombia thanks to a peace agreement signed with the FARC guerrilla in 2016. While the field and practice of transitional justice has experienced a noteworthy process of gender mainstreaming since the 1990’s, the current Colombian transitional justice process marks the mainstreaming of intersectionality. The research will focus on the conceptualization and implementation of intersectionality at the CEV in relation to the clarification of crimes committed against Indigenous and Afro-descendent women and their communities. It will also illuminate these people’s strategies to participate in this scenario and to employ intersectionality as a tool to make their narratives visible and produce social transformations.

 

Projektteam:

  • Juliana González. Doktorandin. Professur für Friedensforschung
  • Prof. Dr. Stefan Peters. Professur für Friedensforschung


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Projekt: "Coping with Danger: Collective Memories of El Niño in Peru throughout the Twentieth Century"

In the last 30 years, the number of disasters resulting from natural hazards has tripled worldwide. Due to climate change and ongoing urbanization processes, disasters will continue to increase over the next years.

Though climate change presents a risk for all of humankind, not everyone is equally vulnerable to natural hazards. The recurrence of rains, droughts, or wildfires is part of the everyday life of many people who live in high-vulnerable areas due to social and physical conditions.

The present project studies the connections between memories of disasters, social inequalities, and discrimination in Latin American societies. The project reconstructs “collective memories,” individual stories, and the experiences of the people who lived in the areas affected by El Niño during the 20th century in Peru.  

With my work, I aim to answer the following questions: How has a hegemonic memory about El Niño been constructed? What does this hegemonic memory about El Niño denies or hides? What determined that some memories were included in this hegemonic memory and others were not?

 

Projektteam:

  • Enrique Arias. Doktorand. Professur für Friedensforschung
  • Prof. Dr. Stefan Peters. Professur für Friedensforschung


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Projekt: "Schutzregime – Sicherheitsparadigmen im Rahmen der politischen Gewalt gegen Menschenrechtsverteidiger*innen"

Zivilgesellschaftliche Organisationen sehen sich in Lateinamerika zunehmendem Druck und Repressionen ausgesetzt. Verantwortlich dafür sind sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Akteur*innen, die durch unterschiedliche Einschüchterungs- und Gewaltmodalitäten zivile und politische Freiheiten in den jeweiligen Ländern einschränken wollen. Betroffen sind insbesondere Umwelt- und Menschenrechtsverteidiger*innen, Gewerkschafter*innen, Journalist*innen und diejenigen, die sich stark für ihre Rechte einsetzen. Die Straflosigkeit ist allgemein hoch.

Im Ergebnis führt dies zu wachsenden und vielseitigen Einschränkungen des Handlungsspielraums der kritischen Zivilgesellschaft. Als Reaktion auf diese restriktiven Kontexte wurden eine Reihe von Erklärungen, Schutzstrategien, Gesetzen und Programmen verabschiedet. Inzwischen ist das Recht auf Verteidigung der Menschenrechte als Grundrecht jedes*r Bürger*in international anerkannt und eindeutig festgelegt, sodass der Staat die Verantwortung für den Schutz von Menschenrechtsaktivist*innen trägt.

In der Folge haben sich internationale Menschenrechtsnormen, Institutionen sowie entsprechende Gerichte weiterentwickelt, sodass im Bedarfsfall schnell konkrete Schutzmaßnahmen für gefährdete Aktivist*innen ergriffen werden können. Unter dem Druck nationaler und internationaler Menschenrechtsorganisationen haben mehrere Regierungen in Lateinamerika Gesetze und institutionelle Mechanismen zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen und anderen gefährdeten Gruppen wie Journalist*innen oder Gewerkschafter*innen entwickelt.

Auch wenn diese Gesetze und ihre entsprechenden Schutzprogramme die Arbeit der Menschenrechtler*innen auf eine juristische Basis stellen und damit deren wichtige Rolle für die Gesellschaft anerkennen, haben diese Maßnahmen viel Kritik bezüglich ihrer Reichweite, Ziele sowie kurz- und langfristigen Wirkungen erfahren. Gleichzeitig haben Aktivist*innen aufgrund der Mängel der staatlichen Initiativen nach eigenen Möglichkeiten gesucht, um sich und ihre Arbeit zu schützen. Zusammengenommen führen diese staatlichen und nichtstaatlichen Mechanismen und Strategien zur Entstehung eines sogenannten Schutzregimes, das aus unterschiedlichen Schutz – und Sicherheitsparadigmen besteht.

Vor diesem Hintergrund werden im Projekt folgende Fragen gestellt: Welche Dynamiken und Modalitäten der Gewalt gegen zivilgesellschaftliche Akteur*innen lassen sich im aktuellen lateinamerikanischen Kontext feststellen? Welche Merkmale, Widersprüche und Herausforderungen stehen den verschiedenen Schutzparadigmen gegenüber?

 

Projektteam:

  • Dr. Rosario Figari Layús, Professur für Friedensforschung
  • Prof. Dr. Stefan Peters, Professur für Friedensforschung


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