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In the News

Ein Überlick der Nachrichten bzw. Artikel über Mitglieder und Veranstaltungen des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften.

"Career Day" und "Jura-Tag" vorm Campus-Fest

GIESSEN - (red). Zum neunten Mal veranstaltet der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Justus-Liebig-Universität (JLU) am Mittwoch, 21. Juni, den "Career Day". Im Hörsaalgebäude am Campus in der Licher Straße 68 werden sich dabei insgesamt 21 bekannte Unternehmen den Studierenden und Absolventen präsentieren. Die Bandbreite von international agierenden Unternehmensberatungen (etwa EY und KPMG), über den Einzelhandel (Aldi und Lidl), der Mittelstandsindustrie (Mettler Toledo und Friedhelm Loh Group) bis hin zur Bundesbank. Das große Interesse der Aussteller an qualifizierten Fachkräften der JLU Gießen werde dadurch bestätigt, dass bereits seit einigen Monaten alle Ausstellungsflächen ausgebucht sind.

Die Besucher können von 10 bis 16 Uhr mit Personalern und Angestellten aus Fachabteilungen in Kontakt treten. Darüber hinaus bietet der "Career Day" attraktive Zusatzangebote für die Besucher. In kurzen Präsentationen stellen sich die teilnehmenden Unternehmen vor und geben hilfreiche Tipps zu den Bewerbungsverfahren und Karrieremöglichkeiten. Weiterhin können sich Studierende des Fachbereichs für den Bewerbungsfoto-Service anmelden. Das Hochschulteam der Bundesagentur für Arbeit Gießen durchleuchtet kostenlos Bewerbungsmappen. Stellenangebote der Unternehmen finden sich an der "Job-Wall". Abgerundet wird das Programm durch eine Auswahl von Vorträgen zu den karriererelevanten Themen Vorstellungsgespräch, Assessment Center und Selbstpräsentation, teilen die Veranstalter mit.

Zwei Tag später, am Freitag, 23. Juni, findet auf dem Campus in der Licher Straße dann der XIV. "Jura-Tag" statt, der von der Studierendenorganisation ELSA-Gießen veranstaltet wird. Dabei können sich Studierende und Referendare bei lokalen und internationalen Arbeitgebern über Jobperspektiven informieren, heißt es in einer Pressemitteilung. 

"Compliance"

Um 10 Uhr folgen einem Sektempfang die Begrüßungsreden. Danach folgt die Jobinformationsmesse für Juristen mit 14 Ausstellern - darunter Vertreter von Anwaltschaft, Finanzdienstleistern und universitären Institutionen. Herzstück des akademischen Teils der Veranstaltung bildet eine Podiumsdiskussion zum Thema "Compliance" um 14 Uhr in Hörsaal 24b. Unter der Moderation von Joachim Jahn werden Prof Britta Bannenberg (Professur für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug), Prof. Georg Götz (Professur für Industrieökonomie, Wettbewerbspolitik und Regulierung), Dr. Sascha Süße (Anwalt bei Roxin LLP) und Prof. Andreas Kark (Compliance-Beratung, Rechtsanwalt und Dozent) über die rechtlichen und wirtschaftlichen Fragestellungen debattieren.

Zudem findet eine Vorstellung der juristischen Schwerpunktbereiche für die Studierenden der Rechtswissenschaften in Hörsaal 24b ab 9 Uhr statt. Anschließend wird es ein Campus-Fest mit Essen, Getränken, Spiel und Spaß, das zusammen von den Fachbereichen Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften organisiert wurde. Es bietet den Studierenden, den Ausstellern, den Professoren und allen sonstigen Besuchern die Gelegenheit, die Gespräche weiter zu vertiefen. Weiterhin sind Live-Musik, eine Tombola, eine Fußballwand, die Professorenband und weitere Veranstaltungen geplant, um den Abend abzurunden.

 

Der Artikel ist am 21.06.2017 im Gießener Anzeiger erschienen.

"Angriff oder Befreiung?" Interview zum Thema Übernahmen mit Prof. Dr. Andreas Bausch

Lesen hier das ganze Interview in der Gießener Allgemeine Zeitung zum Thema Übernahmen mit Prof. Dr. Andreas Bausch. Der zweite Teil des Interviews folgt in Kürze.

JLU und THM weiter auf Rekordjagd

Gießen (hh/red). Mittwoch, 28. September 2016. Wintersemester. Studierendenzahlen steigen an beiden Gießener Hochschulen deutlich an.

Gießen bleibt bei Studierenden von weit und fern weiterhin überaus beliebt. Besonders viele Erstsemester werden im kommenden Wintersemester in den Wirtschaftswissenschaften und der Psychologie erwartet. Lesen Sie den ganzen Artikel auf den Seiten des Gießener Anzeiger.

Mission Titelverteidigung endet im Halbfinale

(Gießener Anzeiger, 14. Juli 2016) Zwei Studentinnen des JLU-Ausbildungsschwerpunkts Vertriebsmanagement nehmen an „European Sales Competition“ teil.

Hervorragend geschlagen, den Finaleinzug dennoch knapp verpasst: Die Studentinnen Svenja Interthal und Isabell Jäger von der Justus-Liebig-Universität (JLU) haben an der Europameisterschaft im Verkauf teilgenommen. Obwohl beide eine beeindruckende Leistung in den Halbfinals zeigten, konnten sie den Titelgewinn des vergangenen Jahres nicht wiederholen. 2015 hatte mit Aurelia Götz eine Studentin desselben Ausbildungsschwerpunkts den Titel nach Mittelhessen geholt, teilt die Hochschule mit.

 

In den Halbfinals mussten Interthal und Jäger anspruchsvolle Verkaufsgespräche in maximal 20 Minuten erfolgreich beenden. Die Aufgabe bestand darin, ein komplexes Produkt-Dienstleistungs-Bündel an Einkäufer aus der Praxis zu verkaufen, Verhandlungssprache Englisch. Und diese Einkäufer hatten nicht nur viele Einwände, sondern waren auch menschlich sehr unterkühlt. Aber die beiden mittelhessischen Studentinnen ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und verhandelten sehr souverän. Interthal brachte sogar die Preisargumentation erfolgreich hinter sich – als einzige aus dem ganzen Feld und nach phänomenalen 13 Minuten. Dennoch sah die aus Wissenschaft und Praxis hochrangig besetzte internationale Jury andere Teilnehmer einen Hauch besser.

 

Diesmal fanden die Halbfinal- und Finalrunden der „European Sales Competition“ in Helsinki statt. Die beiden JLU-Studentinnen traten dort gegen 22 Kollegen von elf Hochschulen aus ganz Europa an, die sich für die Halbfinalrunden qualifiziert hatten. Vor Ort unterstützt wurden die beiden von Alexander Haas, Inhaber der Professur für Marketing und Verkaufsmanagement der JLU, und seinem Mitarbeiter Stephan Volpers, der die Studentinnen als Coach vorbereitet hatte. Das große unternehmensseitige Interesse an qualifizierten Nachwuchskräften für den Vertrieb zeigte sich in den zahlreichen renommierten Unternehmen, die den Wettbewerb vor Ort verfolgten und Kontakt zu den Verkaufstalenten suchten. Insofern währte die Enttäuschung der Beiden über den verpassten Einzug ins Finale nur kurz. Denn die hervorragenden Leistungen von Interthal und Jäger waren auch den anwesenden Firmenvertretern aufgefallen, die gleich die Möglichkeiten ausloteten, die beiden unter Vertrag zu nehmen.

 

„Was wir erlebt haben, war intensiv, aber auch unglaublich spannend“, waren sich Interthal und Jäger mit Blick auf die Vorbereitungszeit und die Finalrunden in Helsinki einig. Haas, verantwortlich für den Ausbildungsschwerpunkt Vertriebsmanagement, ergänzt: „Die beiden haben fachlich und menschlich eine tolle Visitenkarte der Region abgegeben. Wären sie ins Finale gekommen, hätten sie gute Chancen gehabt. So bleiben sie die Europameister der Herzen.“ Trotz ihres großen Erfolgs wissen die beiden Studentinnen aber noch nicht, ob sie später im Vertrieb arbeiten möchten.


„Anspruchsvolle Aufgaben“

Für Haas ist das wenig überraschend: „Der Vertrieb hat bei vielen Studenten ein schlechtes Image. Aber im Laufe der Zeit erkennen sie die anspruchsvollen Aufgaben und die große Unternehmensnachfrage nach Talenten für den Vertrieb.“ Viele renommierte Unternehmen haben das Potenzial der Ausbildung in Gießen inzwischen erkannt und nutzen diese als Anlaufstelle. Die letztjährige Gewinnerin hatte schon vor ihrem Studienabschluss mehrere Angebote vorliegen – und hat sich inzwischen für ein hochrangiges internationales Führungsnachwuchsprogramm im Vertrieb eines DAX-Konzerns entschieden.

Der Irrglaube an den kostenlosen Service

(Sparkassenzeitung, 22. April 2016) Problembewusstsein für die Weitergabe privater Daten ist kaum vorhanden, warnen Referenten beim Forum Privater Haushalt. Prof. Haas diskutiert mit Renate Künast.

Die Menschen in Deutschland sollten bei Onlinezahlungen künftig Paydirekt benutzen, riet Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandmitglied des Deutschen Sparkassen und Giroverbandes (DSGV) auf dem 8. Forum Privater Haushalte im Berliner Sparkassenhaus.

Das neue Bezahlverfahren der deutschen Kreditwirtschaft biete den selben Komfort wie andere Onlinezahlverfahren, aber darüber hinaus ein Mehr an Sicherheit und Datenschutz, sagte Schmalzl in einer Podiumsdiskussion zum Thema "Sind Daten unsere neue Währung?" Die Kombination aus "Bequemlichkeit und Sicherheit" werde überzeugen.

Das jährliche Forum von "Geld und Haushalt", dem Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe, stand in diesem Jahr des Bargelds und des bargeldlosen Bezahlens. Gerade bei den neuen Bezahlmöglichkeiten sei das Risikobewusstsein über die Nutzung von Daten noch wenig ausgeprägt, bemängelten einige Referenten.

Es sei ein verbreiteter Irrglaube, dass Applikationen kostenlos seien, wenn man gleichzeitig die Einwilligung erteilen muss, dass Metadaten wie das Adressbuch ausgelesen werden dürfen, warnte die Grünen-Abgeordnete Renate Künast.

Es entstünden zwar keine Kosten in der Art, dass der Verbraucher eine Überweisung tätigen müsste, fügte die Vorsitzende des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz hinzu. Aber Dritte würden an der Auswertung der persönlichen Daten verdienen.

Die Skepsis der Verbraucher sei groß, gerade wenn durch Marketing die Nutzung der Datenauswertung offensichtlich sei, sagte Professor Alexander Haas von der Universität Gießen. Es müsse einen Mehrwert für den Verbraucher geben.

Die Diskussion sei berechtigt, räumte Michael Walser, Geschäftsführer der Agentur Merconic, ein. Doch sie finden bei der breiten Masse nicht statt. Zudem habe in anderen Ländern der Schutz der Privatsphäre keinen vergleichbaren Stellenwert. Die Mehrheit der Nutzer entscheide sich zuerst für mehr Bequemlichkeit.

Überblick durch Apps

Diesen Punkt müsse auch die Kreditwirtschaft aufgreifen, mahnte Ottmar Bloching. Mitglied der Geschäftsführung der DSV-Gruppe. "Die Bezahlprozesse müssen besser und schneller werden", so Bloching. Zudem würden mobile Applikationen gerade Geringverdienern Möglichkeiten bieten, einen Überblick übder das eigene Budget beim Bezahlvorgang zu behalten.

Kriminalität in der Wirtschaft effektiv bekämpfen

(Gießener Anzeiger, 04. Mai 2016) Wie können ethische Verhaltensweisen von Mitarbeitern stimuliert werden, um Wirtschaftskriminalität wirksman zu bekämpfen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Prof. Corinna Ewelt-Knauer, Professur für Financial Accounting an der Justus-Liebig-Universität (JLU). Für dieses Projekt zum Compliance-Verhalten hat sie ein Jackstädt-Fellowship in Höhe von rund 100 000 Euro erhalten. Die Werner Jackstädt-Stiftung fördert damit die Karrieren junger Universitätsprofessoren im Bereich Betriebswirtschaftslehre, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule.

„Das Jackstädt-Fellowship ist ein großer Erfolg, zu dem ich Prof. Ewelt-Knauer herzlich gratuliere“, so JLU-Präsident Joybrato Mukherjee. „Es freut mich sehr, dass dadurch die Forschung am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften weiter gestärkt wird.“ Um das Compliance-Verhalten von Mitarbeitern zu steigern, gibt es eine Vielzahl an Regelungen, die entweder der Gesetzgeber oder aber das Unternehmen selbst implementiert haben. Wiederkehrende Unternehmensskandale zeigen jedoch, dass diese formalen Regelungen nur begrenzt wirksam sind. Daher soll in dem Forschungsprojekt untersucht werden, wie das Compliance-Verhalten vor dem Hintergrund formaler Regelungen gefördert werden kann. Das Projekt wird im Sommer starten und ist auf zwei Jahre angelegt.

Prof. Corinna Ewelt-Knauer, Jahrgang 1983, hat seit Dezember 2015 die Professur für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Financial Accounting inne. Sie beschäftigt sich insbesondere mit den Forschungsfeldern Compliance, Unternehmensaufsicht und Corporate Governance, Mergers und Acquisitions, außerbilanzielle Gestaltungen und Earnings Management.

Wo die Altersarmut droht

(Gießener Anzeiger, 18.02.2016) Gießener und Marburger Wirtschaftswissenschaftler beschäftigen sich mit Vorsorgemodellen.

GIESSEN/MARBURG - „Die Mehrheit der Bevölkerung wird ihren Lebensstandart im Alter nicht halten können, wenn sie nicht privat vorsorgt“, sagt der Marburger Professor für Accounting & Finance, Oscar Stolper. Nach dem aktuellen Vermögensbarometer des Sparkassen- und Giroverbandes sorgen sogar 40 Prozent der Deutschen privat überhaupt nicht für das Alter vor, und ihr Anteil steigt. „Da muss etwas passieren“, sagt Stolper, der über das Thema forscht und gemeinsam mit den Wirtschaftswissenschaftlern Prof. Andreas Walter und Prof. Alexander Haas von der Justus-Liebig-Universität (JLU) einen interdisziplinären Workshop zum Thema „Private Altersvorsorge“ organisiert hat.


Natürlich gibt es die große Gruppe derjenigen, die gar nicht privat vorsorgen können, weil sie zu wenig verdienen. Nach der DSVG-Studie sparen 61 Prozent der Menschen mit einem Einkommen von bis zu 1000 Euro nichts für die Altersvorsorge. „Für diese Haushalte ist die Rentenreform sehr problematisch“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler. Es gibt aber auch viele Menschen, die sich Riester, Rürup und Co durchaus leisten können, sich aber trotzdem nicht darum kümmern.


Einen Grund sieht Stolper in den mangelnden Kenntnissen der Betroffenen. „Viele wissen nicht, dass sie einen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung haben, um sich so eine Zusatzrente aufzubauen“, so der Experte. Viele glaubten, dass sie nicht riestern dürften, obwohl sie dazu berechtigt seien.


Eine Rolle spielen natürlich auch die niedrigen Zinsen. Traditionell setzen die Deutschen nämlich auf Anlagen wie Sparbücher und Tagesgelder. „Sie haben eine sehr ausgeprägte Risikoaversion“, erklärt Stolper. Von Generation zu Generation sei diese Geldkultur weitergegeben worden, die in früheren Zeiten durchaus vernünftig gewesen sei. In der aktuellen Niedrigzinsphase sei dies aber „extrem hinderlich“, weil die Zinsen niedriger als die Inflationsrate sind. Doch auf Aktien oder Fonds, die auf Dauer mehr Rendite versprechen, wollen die meisten nicht wechseln. Stattdessen legten viele gar kein Geld für das Alter an. Wenn man das Vorsorgeverhalten der Deutschen ändern wolle, müsse man dieses Thema bearbeiten, so der Wirtschaftsexperte.

 

Unter unterschiedlichen Blickwinkeln beschäftigt sich der Juniorprofessor mit den Anlage- und Vorsorgeentscheidungen privater Haushalte. So hat er gerade gemeinsam mit seinem Gießener Kollegen Walter eine Studie über die Frage abgeschlossen, inwieweit die Handlungsempfehlungen von Finanzberatern umgesetzt werden. Dabei ging es um die Absicherung existenzieller Risiken und die Altersvorsorge. Das Ergebnis: Zwei Drittel der Kunden halten sich nicht an die Empfehlungen der Berater – sie legen meist gar kein Geld an oder machen etwas ganz anderes. Ein Drittel folgt den Empfehlungen in irgendeiner Form. Die meisten unter ihnen beherzigen aber nur einen Teil der Ratschläge. Besonders selten folgen übrigens diejenigen Kunden den Hinweisen der Berater, die selbst eine hohe Allgemeinbildung in Finanzfragen haben. Möglicherweise fürchten sie, dass ihre Berater nur ihre Provisionserträge maximieren wollten, mutmaßt Stolper. Dabei handelte es sich in diesem Fall um ein Finanzberatungsunternehmen mit einer standardisierten und damit für die Kunden transparenteren Beratung.

 

Vertrauen zu Sparkassen

Wie es mit dem Vertrauen der Bürger in die Banken steht, hat Stolper gemeinsam mit zwei Gießener Kollegen anhand einer repräsentativen Umfrage der Deutschen Bundesbank analysiert. Dabei zeigte sich, dass die Ratsuchenden den Sparkassen und Genossenschaftsbanken deutlich mehr Vertrauen entgegenbringen als den Großbanken. Zwei Drittel der Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken hielten es für „eher wahrscheinlich“, dass sie die Handlungsempfehlungen umsetzen. Bei den Großbanken waren dies nur 46 Prozent.


Übrigens gibt es zwei Situationen, in denen sich die Menschen besonders häufig um ihre
Altersvorsorge kümmern: Wenn sie heiraten und wenn sie auf das 40. Lebensjahr
zugehen.


Frauen und Karriereerfolg

„Eigene Stärken erkennen und keine Scheu vor Kurswechseln”

 

Wie geht „Karriere in Unterzahl?” Sind Beruf und Familie tatsächlich vereinbar? Und macht Karriere glücklich? Viele junge, gut ausgebildete Frauen, die beruflich erfolgreich sein wollen, stellen sich genau diese Fragen. Im Rahmen eines neuen Kursangebots der Servicestelle Gender in der Lehre der JLU Gießen mit Unterstützung des Fachbereichs Wirtschaft hatten nun Wirtschaftsstudentinnen erstmals die Gelegenheit, Antworten aus erster Hand zu erhalten.

 

Drei weibliche Fach- und Führungskräfte aus der Region berichteten in einer nicht öffentlichen Podiumsdiskussion am 16.11.2015 offen über ihre Karrierewege und persönlichen Erfahrungen. Anne Pein, Personalleiterin bei Carl Zeiss Sports Optics in Wetzlar, Heike Regelin, Prüferin bei PricewaterhouseCoopers in Frankfurt, und Petra Gerweck, Vice President Personal und Recht bei Tristone Flowtech in Frankfurt, zeichneten dabei ein ebenso realistisches wie ermutigendes Bild der Karrierewirklichkeit von Frauen heute.

 

Kinder, Kollegen und Kompromisse

Trotz verstärkter Bemühungen vieler Unternehmen, ihre Mitarbeiterinnen nicht vor die Wahl Kinder oder Karriere stellen zu müssen, sei es immer noch schwierig, Familienwunsch und Leitungsposition miteinander zu vereinbaren. Ohne aktive Unterstützung des Partners und straffe Organisation des Tagesablaufs sei dies kaum zu bewerkstelligen, so die übereinstimmende Meinung der Teilnehmerinnen. Auch sei eine Karriere in Teilzeit weiterhin nur in wenigen Ausnahmefällen möglich. Für Karriereerfolg und Arbeitszufriedenheit von Frauen entscheidender als gesetzliche Frauenquoten und Diskriminierungsverbote seien allerdings Leistung, Motivation und strategisches Verhalten im Arbeitsalltag.

 

„Männer gehen oft per se davon aus, dass sie gut sind”

Mit vielen Beispielen aus eigener Erfahrung belegten die Teilnehmerinnen ihre Einschätzung, dass Männer ihre beruflichen Leistungen oft weniger selbstkritisch betrachteten. „Bei einer negativen Beurteilung gehen Männer eher dagegen an”, berichtet Regelin. Den typisch männlichen Umgang mit beruflichen Rückschlägen beschreibt Gerweck so: „Sie schütteln sich – und machen dann den nächsten Karriereschritt.” Umso wichtiger sei es darum für erfolgsorientierte Frauen, ihre eigenen Stärken zu erkennen und sich darauf zu verlassen, so Pein. Von besonderer Bedeutung beim „Spiel in Unterzahl” sei es für Frauen, langfristig Beziehungen zu pflegen, frühzeitig Allianzen im Unternehmen zu schmieden und sich auch über das eigene Unternehmen hinaus zu vernetzen.

 

Mit Mut zur Lücke – und zu einem gelegentlichen Kurswechsel – werde es einer neuen Generation beruflich ambitionierter Frauen gelingen, ihren Werdegang aktiv und nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Fazit einer Wirtschaftsstudentin: „Ein guter und offener Einblick ohne Pauschalantworten.”

 

 

 

Im Bild (v. li.): Anne Pein, Carl Zeiss Sports Optics Wetzlar, Heike Regelin, PricewaterhouseCoopers Frankfurt, Petra Gerweck, Tristone Flowtech Frankfurt, Luisa Kiotzenoglou, Kursleiterin an der JLU Gießen

Einweihung bei laufendem Betrieb

(Gießener Anzeiger, 13.11.2015) Studierende der Justus-Liebig-Universität (JLU) können sich schon seit Beginn des vergangenen Sommersemesters über das moderne Ambiente im neuen Hörsaalgebäude im Campusbereich Recht und Wirtschaft freuen.

 

Damals nämlich wurde nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit der Lehrbetrieb in der Licher Straße aufgenommen. Doch erst gestern wurde der Neubau feierlich eingeweiht. Aus diesem Grund hat sich auch Wissenschaftsminister Boris Rhein auf nach Gießen gemacht. „Mit dem Neubau schaffen wir die nötigen Rahmenbedingungen. Die Verantwortlichen der Justus-Liebig-Universität können nun hervorragend auf die steigenden Studierendenzahlen reagieren und weitere Seminarräume zur Verfügung stellen. Der Campus der zukunft wird maßgeblich dazu beitragen, den Hochschul- und Forschungsstandort Mittelhessen im internationalen Wettbewerb zu stärken und für Studierende noch attraktiver zu machen“, betonte der Minister. Das Lehrgebäude in der Licher Straße konnte im Rahmen des von der Hessischen Landesregierung initiierten Investitionsprogramms „HSP 2020 – Invest“ gebaut werden. Die Kosten für den zweigeschossigen Neubau belaufen sich – inklusive Ausstattung – auf rund 12 Millionen Euro (10,75 Millionen Euro aus HSP 2020-Invest-Mitteln und 1,25 Millionen JLU-Eigenanteil).

Postbank Finance Award 2015 geht an den FB02

Mit ihrer Arbeit zur Nullzinspolitik gewinnen Nhung Hong Dang, Lucas Hafemann und Florian Viereck unter der Leitung von Professor Peter Tillmann den mit insgesamt 100.000 Euro dotierten Postbank Finance Award 2015.

(Welt, Postbank Juni 2015) Stell Dir vor, Du bringst Geld zur Bank – und keiner will dafür Zinsen zahlen: Was noch vor wenigen Jahren schier undenkbar war, ist in Zeiten der Nullzinspolitik längst Realität gewordener Albtraum aller Anleger – und eine immense Herausforderung für die Geldinstitute. "Es muss uns gelingen, diesen Kunden Produkte und Services anzubieten, die ihnen gute Erträge bei überschaubaren Risiken ermöglichen. Dies wird nur möglich sein, wenn wir die Chancen der Digitalisierung nutzen. Durch Digitalisierung können wir die Kosten für unsere Kunden gering halten und die Informationsfülle der Finanzmärkte zu ihren Gunsten nutzen. Die Preisträger haben das erkannt", so Frank Strauß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Postbank AG und Schirmherr des Postbank Finance Awards. 

Angesichts der Auswirkungen der aktuellen Zinserträge hat auch der diesjährige Postbank Finance Award, mit insgesamt 100.000 Euro Preisgeld Deutschlands höchstdotierter Hochschulpreis im Bereich Banking, sich im zwölften Jahr seines Bestehens des brisanten Themas angenommen. "Auswege aus dem Zinsdilemma – hat Geldanlage eine Zukunft?" lautete die Fragestellung, mit der sich insgesamt 21 studentische Teams von Universitäten und Hochschulen in den vergangenen Monaten intensiv auseinandergesetzt haben.

Das Team der Universität Gießen um Professor Peter Tillmann bediente sich dabei der Intelligenz der Masse. Die drei Studenten Nhung Hong Dang, Lucas Hafemann und Florian Viereck untersuchten 90.000 Twitter-Nachrichten zur Zinspolitik der US-Notenbank aus dem Jahr 2013. Damals kündigte die Federal Reserve bereits ein "Ende der unkonventionellen Geldpolitik" an.

Die bloße Ankündigung, die Zinssätze anheben zu wollen, das sogenannte Tapering, hatte erhebliche Schwankungen an den Märkten zur Folge. Via Twitter wurde der Vorgang öffentlich von zahlreichen Nutzern kommentiert. Die zentrale Innovation dieses Beitrags ist die Zusammenstellung und Nutzung eines einzigartigen Datensatzes: Das Team verwendet 90.000 Mitteilungen – "Tweets" –, die auf Twitter.com versendet wurden. Aus diesen Tweets konstruieren sie die Entwicklung der Markterwartung eines frühen beziehungsweise eines späten Tapering.

"Unser Ergebnis ist, dass der Informationsgehalt von Social Media Daten Investoren bei der Navigation durch das Zinsdilemma helfen kann und langfristige Zinsen prognostizieren kann." Erwarten die Finanzmärkte eine frühe oder späte Abkehr der Notenbank von ihrer Nullzinspolitik – und wie wirkt sich das auf Aktien- und Wechselkurse aus? Wer die Twitter-Aktivitäten sorgsam beobachtet, kann darauf früher als andere eine Antwort finden.

Von insgesamt 100.000 Euro Preisgeld gehen 50.000 Euro an die Gießener für die Entwicklung dieses Prognose-Modells. Dabei erhalten die Studenten rund ein Drittel des Gewinns, zwei Drittel gehen an den beteiligten Hochschul-Lehrstuhl.


Der Wettbewerb

Der Postbank Finance Award wird seit 2003 jährlich ausgeschrieben. Ziel ist es, unter dem Motto „Zukunft verstehen – Zukunft gestalten“ innovative und wissenschaftlich fundierte Antworten auf aktuelle finanzwirtschaftliche Fragen zu fördern. Mit dem Preis will die Postbank Studierende aller Fachrichtungen ermutigen, sich mit aktuellen Fragen der Finanzwirtschaft zu beschäftigen. Darüber hinaus will sie den teilnehmenden Studierenden Anregung und Hilfestellung für die weitere Studien- und Karriereplanung bieten. 

"Europas beste Verkäuferin" lässt sich nicht beirren

Dafür brauchte sie nur 16 Minuten. In dieser Zeit legte die Master-Studentin ein perfektes Verkaufsgespräch hin, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule. Und ihre Aufgabe war alles andere als leicht: Sie sollte ein komplexes Software-Produkt an eine Einkäuferin aus der Praxis verkaufen, Verhandlungssprache Englisch. Und diese Einkäuferin hatte nicht nur viele Einwände, sondern war auch menschlich sehr unterkühlt. Aber Aurelia Götz ließ sich nicht beirren, fand die richtigen Argumente und führte das Gespräch mustergültig zum Erfolg. Entsprechend begeistert war die aus Wissenschaft und Praxis besetzte internationale Jury und setzte sie mit einer Studentin aus Finnland auf den ersten Platz.

Das mittelhessische Team reiste mit vier Personen nach Brüssel, wo die Halbfinal- und Finalrunden der „European Sales Competition“ stattfanden. Neben Aurelia Götz war als weitere Studentin Stefanie Krause dabei. „Auch sie zeigte eine sehr starke Leistung.“ Nach dem Halbfinale war dennoch Schluss, da aus jeder Halbfinalgruppe nur eine Person in die Finalrunde einzog und sich die spätere Mit-Gewinnerin aus Finnland in Krauses Gruppe befand. Komplettiert wurde das Team mit Alexander Haas, Inhaber der Professur für Marketing und Verkaufsmanagement der JLU, der in einem Halbfinale als Juror mitwirkte, und seinem Mitarbeiter Stephan Volpers, der die beiden Studentinnen als Coach vorbereitet hatte. Die beiden Gießenerinnen traten gegen 26 Kollegen von 13 Hochschulen aus ganz Europa an, die sich für die Halbfinalrunden der „European Sales Competition“ qualifiziert hatten. In Brüssel folgten die Halbfinal- und Finalrunden, in denen anspruchsvolle Verkaufsgespräche mit Managern aus der Praxis als Einkäufer in maximal 20 Minuten erfolgreich beendet werden mussten. Das große unternehmensseitige Interesse an qualifizierten Nachwuchskräften für den Vertrieb zeigte sich in den zahlreichen renommierten Unternehmen, die den Wettbewerb vor Ort verfolgten und Kontakt zu den Verkaufstalenten suchten. „Dies merkten auch unsere beiden Studentinnen: Aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen wurde versucht, Götz und Krause unter anderem direkt nach London zu locken“, berichtet Stephan Volpers. „Das war eine tolle Erfahrung“, waren sich Aurelia Götz und Stefanie Krause einig. Und Götz ergänzt: „Ich bin so glücklich. Ich hätte nie gedacht, dass ich in die Finalrunde komme, und schon gar nicht, dass ich gewinne. Es ist unbeschreiblich.“ Dabei hatten sich die beiden Studentinnen vor dem Wettbewerb nicht einmal vorstellen können, im Vertrieb zu arbeiten. Nach den intensiven Einblicken ist dies jetzt anders.

 

„Schlechtes Image“

 

Haas, verantwortlich für den Ausbildungsschwerpunkt Vertriebsmanagement, überrascht dieser Sinneswandel nicht: „Der Vertrieb hat bei vielen Studenten ein schlechtes Image. Aber wenn sie erst einmal hineingeschnuppert haben, erkennen sie die anspruchsvollen Aufgaben.“ Zudem ist ein effektiver Vertrieb für Unternehmen ein zentraler Erfolgsfaktor. Entsprechend froh sei er, dass die Ausbildung in Gießen eine Anlaufstelle für die mittelhessischen Unternehmen biete. Aber Haas mahnt: „Diese Talente müssen unsere Unternehmen auch in der Region halten.“

Aus alter Verbundenheit

„Als Ehemalige ist es unser Anliegen und unsere Aufgabe, wissenschaftliche Forschung zu fördern“, erläuterte der Stiftungsvorsitzende Hans-Henning Pohlenz und überreichte Alexander Haas, Inhaber der Professur für Marketing und Verkaufsmanagement, den symbolischen Scheck. Als kleine Stiftung müsse man die Fördermittel gezielt einsetzen, damit diese wirksam werden. Daher sei man sich sicher, mit der JLU den passenden Empfänger gewählt zu haben.

Für neues Zentrum

„Auch wenn es keine Exzellenz-Uni ist, ist sie dennoch eine exzellente Universität“, schwärmte der Jurist von seiner Alma Mater. Haas dankte der Stiftung im Namen seines Fachbereichs und teilte mit, das Geld für das neue Zentrum für Verkaufsforschung einsetzen zu wollen. „Das kommt dann unseren Nachwuchsforschern zugute.“ Auch für Florian Kempff vom Verein Alter Herren des „Corps Starkenburgia“ ist die Spende eine Herzensangelegenheit. „Wir würdigen damit den Fachbereich für sein Engagement, durch das Studierende unternehmensorientiert auf der Basis von empirischer Forschung für die Anforderungen der Wirtschaft vorbereitet werden.“

Die Starkenburger Stiftung ist 2003 von Mitgliedern des 1826 gegründeten „Corps Starkenburgia“, Gießens ältester Studentenverbindung, mit einem Kapital von 50 000 Euro errichtet worden. Durch Spenden- und Zinseinnahmen ist diese Summe auf inzwischen 134 000 Euro angewachsen. Die gemeinnützige Stiftung setzt sich laut Pohlenz für die Förderung der Studierendenhilfe sowie die Förderung von Wissenschaft und Forschung ein. Für das kommende Jahr kündigte er bereits weitere Spenden an: „Wir können dann eine größere Summe für den Stiftungszweck ausgeben, da wir im vergangenen Jahr einen außerordentlichen Spendenbetrag erhalten haben.“

Schöner Studieren dank HSP 2020

„Mit diesem Neubau können wir die Infrastruktur der attraktiven und stark nachgefragten Studiengänge in den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften entscheidend verbessern“, freut sich JLU-Präsident Joybrato Mukherjee. Die bauliche Erneuerung der JLU sei damit einen weiteren großen Schritt vorangekommen. Das Lehrgebäude in der Licher Straße konnte im Rahmen des von der Hessischen Landesregierung initiierten Investitionsprogramm „HSP 2020 – Invest“ gebaut werden. Ziel dieses Programms ist es, an den hessischen Hochschulen die Voraussetzungen zu verbessern, um zusätzliche Studierende aufzunehmen und die Lehrbedingungen an den Hochschulen weiter zu optimieren. Die Kosten für den zweigeschossigen Neubau belaufen sich – inklusive Ausstattung – auf rund 12 Millionen Euro (10,75 Millionen Euro aus HSP 2020-Invest-Mitteln und 1,25 Millionen JLU- Eigenanteil), teilt die Hochschule mit. Das Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 1800 Quadratmetern umfasst einen großen, teilbaren Hörsaal mit rund 650 Sitzplätzen. Hinzu kommen neun Seminarräume mit insgesamt rund 500 Sitzplätzen, davon sechs Räume mit jeweils 60 Sitzplätzen. Das neue Lehrgebäude wird außer von den beiden auf dem Campusbereich beheimateten Fachbereichen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften auch von fast allen übrigen Fachbereichen der JLU sowie vom Zentrum für fremdsprachliche und berufsfeldorientierte Kompetenzen (ZfBK) genutzt. Nicht nur die gesamte Infrastruktur der JLU werde damit nachhaltig verbessert, sondern man erhofft sich zudem eine deutliche Entlastung für die Zeit der Neugestaltung des benachbarten Philosophikums. (red)

Absolventenfeier 2014

Als Vertreter der Professorenschaft betonte er, dass die Studierenden durch die Einführung des Bachelor- und Mastersystems im Gegensatz zu seiner eigenen Studienzeit „mehr Hürden zu überwinden haben“. So müssen laut Lehrplan 28 Module  absolviert werden, in denen „teilweise sehr heterogene Leistungsnachweise gefordert werden“. Walter merkte an, dass außerdem alle abgelegten Prüfungen mit in die Endnote einfließen würden, sodass bereits zu Beginn des Studiums ein sehr Leistungsdruck vorherrsche. Im Gegenzug seien die Studierenden seiner Auffassung nach für das anstehende Berufsleben aber gut vorbereitet worden. „Sie haben während Ihres Studiums gelernt, Probleme strukturiert anzugehen und nun verfügen Sie auch über das nötige Handwerkszeug dafür“.

Danach fand die feierliche Ausgabe der Abschlusszeugnisse statt durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschuss, Prof. Georg Götz, statt. Im Anschluss ehrte der Fachbereich jeweils die drei Jahrgangsbesten der Bachelor- und Masterstudiengänge durch den Vorsitzenden des Wiwi-Alumni-Vereins, Prof. Axel Schwickert. Dazu wurden Daniel Hoff, Thomas Sekula und Bastian Krieger (Bachelor) und Leonie Hafner, Teresa Dickler und Henning Seehusen (Master) einzeln auf die Bühne gerufen. Diese erhielten ein Faksimile ihres Zeugnisses in gerahmter Form sowie einen Geldpreis. Die Auszeichnungen wurden dabei von dem 1988 gegründeten Alumni-Verein gesponsert. Der Verein umfasse aktuell rund 400 Mitglieder und stelle zur Förderung des Fachbereichs finanzielle Mittel zur Verfügung. Der Dekan erhofft sich nun weiteren Zuwachs. „Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie Mitglied werden, um auch die nachfolgenden Studierenden zu unterstützenden“. Die Musiker von „SuperPhonix“ gaben mit ihrer Musik der Veranstaltung einen würdevollen Rahmen und sorgten bei der anschließenden Party für eine ausgelassene Stimmung.

Universität ehrt junge Wissenschaftler

400 Hochschulmitglieder, Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie der Preisspender und Angehörige der Geehrten nahmen an der Feier in der fast voll besetzten Aula teil. Die Festrede hielt Prof. Bernhard Kempen, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes. Er sprach zum Thema »Wissenschaft als Beruf« (Bericht in der GAZ-Printausgabe vom Samstag).

Der Röntgenpreis der Justus-Liebig-Universität ging an Dr. Tetyana Galatyuk, Juniorprofessorin an der TU Darmstadt. Die Physikerin erhielt die auf 15 000 Euro aufgestockte Auszeichnung für ihre richtungsweisenden Forschungen zur virtuellen Photonenstrahlung (die GAZ berichtete bereits ausführlich). Die Preisstifter kommen aus der Region, es sind die Pfeiffer Vacuum Technologie AG, die Dr.-Erich-Pfeiffer-Stiftung und die Ludwig-Schunk-Stiftung.

Der Preis der Justus-Liebig-Universität ging an zwei Gießener Wissenschaftler. Privatdozentin Dr. Kirsten Dickhaut (Institut für Romanistik) wurde in der Sektion Rechts-, Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften für eine Arbeit zu Literatur und Kunst von der italienischen Renaissance bis zur französischen Aufklärung geehrt. Preisträger in der Sektion Naturwissenschaften und Medizin ist Dr. Philipp Adelhelm (Physikalisch-Chemisches Institut), prämiert wurden seine Studien zur Materialforschung im Bereich neuartiger Energiespeicher. Mit den Urkunden sind jeweils 5000 Euro verbunden.

Der mit 3000 Euro ausgestattete Dr.-Herbert-Stolzenberg-Preis der gleichnamigen Stiftung – er ist Angehörigen der Universität Gießen vorbehalten – wurde in der Sektion Wirtschaftswissenschaften vergeben. Dr. Alexander Kerl (Professur für Betriebswirtschaftslehre V) erhielt den Preis insbesondere für eine Untersuchung zur Arbeit von Aktienanalysten. In der Sektion Chemie bekam Dr. Kai Maaß den mit 2000 Euro verbunden Herbert-Stolzenberg-Lehrpreis namentlich für sein herausragendes Engagement in der Chemieausbildung des Bachelorstudienganges Biologie.

Der Wolfgang-Mittermaier-Preis, mit dem die Erwin-Stein-Stiftung an den in Gießen lehrenden Strafrechtsprofessor (1903-1933) erinnert, ging zu gleichen Teilen – mit je 1500 Euro – an Christian Gissel (Rudolf-Buchheim-Institut für Pharmakologie) und Rita Rohrbach (Institut für Didaktik der Geschichte). Gewürdigt wurden ihre Lehrleistungen, wobei die Jury besonders die Erziehung zum forschenden Denken und zur akademischen Verantwortung berücksichtigt. Vorschlagsberechtigt sind die Studierenden.

Dissertationsauszeichnungen, die die Gießener Hochschulgesellschaft mit jeweils 500 Euro ausgestattet hat, erhielten Dr. Martina Daus (Sektion Rechts- und Wirtschaftswissenschaften), Dr. Benjamin Ewert (Sozial- und Sportwissenschaften sowie Psychologie), Dr. Anna Ladilova (Sprach-, Literatur-, Kultur- und Geschichtswissenschaften), Dr. Janina Katharina Mailliet (Naturwissenschaften), Dr. Stefanie Petra Glaeser (Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement), Dr. Gary Grosser (Veterinärmedizin, Tierbiologie, Medizin, Zahnmedizin und Humanbiologie) sowie Dr. Sebastian Bredl und Dr. Tobias Göcke (beide sektionsunabhängig). – Für den musikalischen Rahmen sorgten Mitglieder des Universitätsorchesters.

Präsident zieht Bilanz

JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee, der mit seinen Präsidiumskollegen und Vertretern der Preisspender die Auszeichnungen überreichte, zog beim Festakt die traditionelle Bilanz des abgelaufenen Akademischen Jahres. »Die Entwicklung der Justus-Liebig-Universität war gekennzeichnet durch Wachstum und Erfolg trotz widriger Bedingungen«, sagte Mukherjee. Knapp 7 000 Erstsemester und 27 000 Studierende seien Rekordwerte. Sie zeigten das große Vertrauen, das junge Menschen der Hochschule entgegenbrächten. Klar sei allerdings auch, dass die Hochschule unter den gegebenen Bedingungen die Grenzen des Wachstums erreicht habe. Im Bereich Forschung erinnerte der Präsident unter anderem an die erst am Donnerstag bekannt gewordene Bewilligung des neuen Loewe-Zentrums »Insektenbiotechnologie« (siehe Bericht unten). Einmal mehr sprach er sich für eine höhere Grundfinanzierung der Universitäten aus. Insofern seien die wissenschaftspolitischen Ziele im Koalitionsvertrag von CDU und SPD zu begrüßen, sagte Mukherjee.

Von Röntgenstreuung bis zu antimikrobiellen Peptiden

Privatdozent Dr. Andreas Römpp vom JLU-Institut für Anorganische und Analytische Chemie wurde für seine herausragende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet des „Mass spectrometry imaging with high resolution in mass and space“ mit dem mit 5000 Euro dotierten Preis der Justus-Liebig-Universität ausgezeichnet. Die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung für Arbeiten zur Geschichte der JLU geht an Dr. des. Thomas Kischkel für seine herausragende Promotionsschrift zum Thema „Die Spruchtätigkeit der Gießener Juristenfakultät. Grundlagen – Verlauf – Inhalt“.

Der von der Dr.-Herbert-Stolzenberg-Stiftung ausgelobte und mit 3000 Euro dotierte Dr.-Herbert-Stolzenberg-Preis kann nur an Mitglieder der JLU vergeben werden. In der Sektion Rechtswissenschaft erhielt Privatdozent Dr. Thilo Kuntz, LL.M. (Professur für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Rechtsvergleichung) den Preis für seine herausragende Habilitationsschrift zum Thema „Gestaltung von Kapitalgesellschaften zwischen Freiheit und Zwang – Venture Capital in Deutschland und den USA“ und sein sonstiges wissenschaftliches Oeuvre.

Dissertationspreise

Insgesamt acht hervorragende Doktorarbeiten, die an der JLU eingereicht wurden, konnten dank der finanziellen Unterstützung der Gießener Hochschulgesellschaft mit jeweils 500 Euro auszeichnet werden. Der Preis in der Sektion Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften ging an Dr. Alexander Franck für seine Dissertation „Trading Strategies of Institutional Investors – Empirical Evidence from the Mutual Fund Industry“. In der Sektion Sozial- und Sportwissenschaften sowie Psychologie wurde Dr. Matteo Toscani für seine Dissertation „Effect of fixation positions on perception of lightness and color“ ausgezeichnet. In der Sektion Sprach-, Literatur-, Kultur- und Geschichtswissenschaften ging die Auszeichnung an Dr. des. Jürgen Dinkel für seine Doktorarbeit „Die Bewegung Bündnisfreier Staaten. Eine globalgeschichtliche Analyse ihrer Genese, Organisation und Politik (1927-1992)“. In der Sektion Naturwissenschaften erhielt Dr. Pascal Hartmann für seine Dissertation „A Rechargeable Room-Temperature Sodium Superoxide (NaO2) Battery“ eine Auszeichnung.

Der Preis in der Sektion Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement ging an Dr. Denise Geßner für ihre Dissertation: „Investigations on the effects of nutritional and physiological factors on stress-responsive transcription factors in animal and cell culture models“. In der Sektion Veterinärmedizin, Tierbiologie, Medizin, Zahnmedizin und Humanbiologie wurde Dr. Yvonne Christine Ackermann für ihre Doktorarbeit „Entwicklung und Anwendung enzymimmunologischer Verfahren zum Nachweis von Alternariol“ geehrt. Die beiden sektionsunabhängigen Dissertationsauszeichnungen gingen an Dr. Nina Schünemann für ihre Dissertation „Combining Reciprocal Teaching with Self-Regulated Learning. A Component-Process Analysis of Fifth Graders’ Reading Strategies Acquisition, Reading Comprehension, and Collaborative Group Work“ und Dr. Aline Koch für ihre Dissertation „Pflanzenbiotechnologische Strategien zur Nutzung antimikrobieller Peptide sowie der RNAi Technik für eine nachhaltige Kontrolle von Krankheitserregern“.

„Ohne Hochschulen nur Provinzstädtchen“

GIESSEN - (xku). Im neuen Hörsaal- und Campusgebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität (JLU) roch es noch nach frischem Beton, als gestern das Richtfest gefeiert wurde. Der Neubau am Campus des Juridicums soll im kommenden Jahr fertig gestellt werden, die Baukosten liegen bei 11,3 Millionen Euro. Insgesamt werden dort rund 3700 Studierende Platz finden. Neben einem großen Hörsaal sind auch zahlreiche Seminarräume geplant. Auf drei Etagen sollen künftig die Lehr- und Studienbedingungen nachhaltig verbessert werden. Universitätspräsident Joybrato Mukherjee begrüßte als einer der Bauherren die zahlreichen Gäste, Studierenden und Lehrenden. Seine Ansprache begann mit einer Entschuldigung. „Bitte verzeihen Sie, dass meine Stimme so sehr hallt. Noch ist es hier sehr leer, aber das wird sich bald ändern“, versprach Mukherjee. Er betonte die Wichtigkeit der Hochschulfinanzierungsprogramme Loewe und Heureka für den Standort Gießen. „Die Stadt ist unser Campus“, sagte der Präsident, „denn die Universität verändert auch das städtische Umfeld.“ Mukherjee sprach damit die Tragweite der geplanten Baumaßnahmen der JLU an. Nicht nur am Campus der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sind große Projekte geplant. Auch die Umgestaltung des Philosophikums werde nachhaltig die Stadt verändern, so der Unipräsident. Bis 2020 werden allein in Gießen rund 800 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt 2020 in neue Bauprojekte investiert werden.

Aus Wiesbaden kam der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein und überbrachte die Glückwünsche des Ministeriums. Er hob die große Bedeutung des Standorts Gießen als Zentrum für die ganze Region Mittelhessen hervor. „Die Hälfte aller angemeldeten Erfindungen aus Hessen kommt aus der Region Gießen“, erklärte Rhein. „Die Keimzelle dieser hellen Köpfe ist die Universität.“ Daher brauche es Investitionen wie das neue Hörsaalgebäude, um langfristig gute Arbeits- und Studienbedingungen zu gewährleisten.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz betonte die städtebauliche Veränderung für die Stadt, die im Zuge der Baumaßnahmen kommen werde. „Ohne unsere Hochschulen wären wir nur ein mittleres Provinzstädtchen“, betonte die Oberbürgermeisterin. Finanzstaatssekretärin Dr. Bernadette Weyland gab in ihrer Ansprache zu bedenken, dass nach den derzeitigen Planungen mit keiner Verzögerung der Bauarbeiten zu rechnen sei.

Ganz am Ende hatte Dachdecker Eberhard Linke seinen großen Auftritt. Hoch oben auf dem Gerüst verlas er den traditionellen Richtspruch und zerschmetterte mit einem kräftigen Hieb sein Sektglas. Die Scherben sollen dem Neubau Glück bringen.

 

Gießener Anzeiger

Universität: Bauliche Erneuerung schreitet voran

Hier entstehen bis Mitte nächsten Jahres auf 1800 Quadratmetern Hauptnutzfläche ein großer teilbarer Hörsaal mit 700 Sitzplätzen sowie Seminarräume für 500 Studierende. Mit diesem neuen Flächenangebot sorge die Landesregierung dafür, dass die Justus-Liebig-Universität auch in Zukunft den vielen Studienanfängern optimale Studienbedingungen bieten könne, sagte Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein in seiner Festrede.

Platz für weitere Studierende

Rhein bezeichnete die Region Mittelhessen als »die Gründer- und Erfinderregion« des Bundeslandes«, da von hier die Hälfte aller in Hessen angemeldeten Erfindungen stammten. Das komme nicht von ungefähr, sagte der Minister und verwies auf die drei Hochschulen sowie den engen Verbund außeruniversitärer Einrichtungen. Er hob die Förderung des Landes hervor, erwähnte die Investitionsprogramme Loewe und Heureka und lobte die Entscheidung der Landesregierung, die frei werdenden BAFöG-Gelder eins zu eins für die Hochschulen zu verwenden. Rhein bescheinigte JLU-Präsident Joybrato Mukherjee, sich als »intensiver Streiter klar und stark positioniert zu haben« und auch die Konfrontation nicht zu scheuen, wenn es um die Belange seiner Universität gehe.
Der Präsident sprach in seiner Begrüßung davon, dass die Investition in Höhe von rund elf Millionen Euro auch ein Beweis für das Vertrauen in die beiden Fachbereiche sei sowie eine Anerkennung der Leistungskraft. Die Infrastruktur werde nachhaltig verbessert, die Attraktivität des Standorts erhöht. Zudem werde Platz für weitere Studierende geschaffen, so Mukherjee.
Für Finanzstaatssekretärin Dr. Bernardette Weyland vereint der Neubau »städtebauliche und architektonische Qualitäten mit Wirtschaftlichkeit«. Nach seiner Inbetriebnahme, die für Mitte 2015 geplant sei, werde es zu einer schnellen Entlastung des Hochschulbetriebs kommen. Laut Weyland wurde der Kostenrahmen eingehalten, und auch mit der Terminplanung sehe es gut aus.
Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz erinnerte daran, dass die Gebäude der beiden Fachbereiche Rechts- und Wirtschaftswissenschaften auf historisch bedeutendem Boden stünden. Dieser geschichtliche Kontext solle bewahrt werden. Für sie bedeutet das neue Gebäude zum einen die Schaffung von dringend benötigtem Raum für die beiden Fachbereiche, zum anderen auch den Auftakt für den anstehenden Umbau am Philosophikum. »Denn die Gesamtentwicklung des Gebiet liegt der Stadt am Herzen.«
Wie seine Vorredner, so dankte auch Thomas Platte, Direktor des Hessischen Baumanagements, allen am Bau Beteiligten. »Die Arbeiten seien »prima erledigt worden«. Angesichts des Sachverhalts, dass der aktuelle Bauzustand etwas über dem Niveau des Richtfests liege, hoffte auch er, dass die Gesamtplanung eingehalten werden könne.

 

Gießener-Allgemeine

Internationaler Controller Verein zeichnet Christine Ohlert von der Justus-Liebig-Universität aus

Giessen(red). Der Internationale Controller Verein (ICV) hat die Controlling-Nachwuchspreisträger 2013 gekürt. Der 1. Preis ging an Christopher Scheubel von der TU München, der 2. Preis an Tobias Zöller von der Technischen Universität Darmstadt und der 3. Preis an Christine Ohlert von der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Preisverleihung fand in Berlin während der Fachtagung „Controlling Innovation Berlin – CIB 2013“ statt.
Der 1. Preis wurde für die Diplomarbeit von Christopher Scheubel, Technische Universität München, vergeben. Scheubels Arbeit geht der Frage nach, ob sich Maßnahmen der sozialen Verantwortung und der Nachhaltigkeit für Unternehmen auch finanziell lohnen. Die Jury erachtete es als besonders preiswürdig, dass sich die Arbeit mit einem relevanten und aktuellen Thema beschäftigt: der Bedeutung der Corporate Social Responsibility (CSR) für das Controlling.
Sie leiste hier „einen grundlegenden Beitrag, denn wenn die CSR-Aktivitäten einen positiven Einfluss auf den finanziellen Unternehmenserfolg haben, müssen sie auch gesteuert und damit ‚controlled‘ werden“, heißt es in der Laudatio der Jury-Leiterin, Prof. Ute Vanini von der FH Kiel. Die Arbeit besteche neben ihrer sprachlichen Prägnanz durch ihr äußerst fundiertes Untersuchungsdesign und dessen wissenschaftlich saubere und ambitionierte Umsetzung. Dem Autor sei es gelungen, ein anspruchsvolles Thema klar und verständlich aufzubereiten und Implikationen für das Management abzuleiten.
Den 2. Preis erhielt Tobias Zöller von der Technischen Universität Darmstadt. Die Bachelorthesis hatte die Jury ausgewählt, weil Carbon-Controlling ein noch relativ junges, aktuelles und wichtiges sowie komplexes Thema für die Controller-Community ist. Auf der Grundlage einer umfassenden internationalen Literaturauswertung gebe Zöller einen strukturierten und kritischen Überblick über die verschiedenen Ansätze des Carbon-Controllings, so die Jury.
Den 3. Preis vergab der ICV an Christine Ohlert von der Justus-Liebig-Universi-tät Gießen. Ihre von Prof. Barbara E. Weißenberger betreute Masterthesis hat das Thema: „The effects of information presentation on the base-rate fallacy: An experimental approach“. Die Autorin befasst sich darin mit der Fehleinschätzung von bedingten Eintrittswahrscheinlichkeiten bestimmter Ereignisse. Sie untersucht auf der Grundlage von Experimenten, wie unterschiedliche Berichtformate in Form von Texten, Grafiken und Tabellen das Auftreten dieser Fehleinschätzungen beeinflussen. Jury-Leiterin Vanini betont, dass sich hieraus „wertvolle Implikationen für die Controller-Praxis für die Gestaltung von Berichten und die Darstellung von Informationen“ ergeben. „Neben der inhaltlichen Bedeutung ist auch die hohe wissenschaftliche Qualität der Arbeit besonders preiswürdig“, so die Jury-Leiterin.

Prof. Peter Tillmann unter den deutschen Top-Ökonomen

Es geht um die großen wirtschaftlichen Fragen etwa in der Geldpolitik oder Wachstumstheorie. Umso erfreulicher, dass sich in der deutschen Volkswirtschaftslehre (VWL), und gerade auch in der Makroökonomie, einiges getan hat, wie das Handelsblatt bestätigt. Eine große Anerkennung vom Handelsblatt geht dabei auch an die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU): Prof. Dr. Peter Tillmann, Professor für Monetäre Ökonomik im Fachbereich 02 – Wirtschaftswissenschaften, zählt zu den deutschen Top-Ökonomen.

Im Handelsblatt Ökonomen-Ranking 2013 bei den unter 40-Jährigen liegt der Gießener Wirtschaftswissenschaftler, der sich neben Geldpolitik auf empirische Makroökonomik und Finanzmärkte spezialisiert hat, auf dem hervorragenden Platz 5. Gewürdigt werden damit Tillmanns Forschungsleistungen und Publikationen.

Das Handelsblatt Ökonomen-Ranking gibt einen Überblick über die forschungsstärksten Volkswirte in Deutschland und die besten deutschen Volkswirte im Ausland. Basis des VWL-Rankings sind die wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Ökonomen in Fachzeitschriften.

Prof. Dr. Peter Tillmann, Jahrgang 1973, ist seit 2009 Professor für Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Monetäre Ökonomik an der JLU. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Bonn und Edinburgh. In der Promotion 2003 an der Universität zu Köln beschäftigte er sich mit der empirischen Analyse internationaler Finanzmärkte mit modernen zeitreihenöko-nometrischen Verfahren. Es folgte eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Internationale Wirtschaftspolitik der Universität Bonn. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem in das Forschungszentrum der Deutschen Bundesbank und an die University of California Santa Cruz.

Die aktuellen Arbeitsgebiete von Prof. Tillmann liegen im Bereich der Geldpolitik und der monetären Makroökonomik. Er beschäftigt sich beispielsweise mit der Frage, wie die optimale Geldpolitik unter Unsicherheit seitens der Zentralbank aussehen sollte oder wie der Transmissionsmechanismus geldpolitischer Impulse funktioniert. Dabei spielt vor allem die empirische Analyse makroökonomischer Zusammenhänge eine zentrale Rolle in seinen Forschungsarbeiten. Vor seiner Berufung nach Gießen war Prof. Tillmann als Senior Economist in der Konjunkturabteilung der Schweizerischen Nationalbank in Zürich beschäftigt, wo er die angewandte Seite der geldpolitischen Forschung kennenlernte.

 

Link zum Handelsblatt-Ranking

Großer Andrang bei Hochschulinformationstagen: 8800 Anmeldungen für Universität und TH Mittelhessen

Gießen (pd). 6000 Oberstufenschüler kamen 2011, im vergangenen Jahr hatten sich 8600 Jugendliche an Uni und THM angemeldet. Und bei den aktuellen Hochschulinformationstagen (HIT) ist das Rekordergebnis von 2012 noch einmal gesteigert worden. Rund 8800 Schüler/innen aus knapp 170 Schulen wollten in Vorlesungssälen, Seminarräumen und Laboren mehr über Studienfächer und Abschlüsse an der Technischen Hochschule Mittelhessen und der Justus-Liebig- Universität in Erfahrung bringen.

Mehr als 60 Prozent der Jugendlichen hatten sich sowohl für Mittwoch als auch für Donnerstag zum »Schnupperstudium« angemeldet, berichtete die Studienberatung der Universität auf Anfrage. Wegen des großen Andrangs hatten mehrere Fachbereiche ihr Programm an beiden Tagen angeboten. Dazu gehört das Fach Psychologie, für das sich insgesamt etwa 1600 Interessenten angemeldet hatten. Mit mehr als 500 Anmeldungen ebenfalls sehr gefragt waren die Wirtschaftswissenschaften, Sport, Bewegung und Gesundheit, Medizin, Rechtswissenschaft, das Lehramt an Grundschulen sowie Erziehungswissenschaften. Insgesamt bot die Universität 23 Programme am Mittwoch an und 20 am heutigen Donnerstag. Vier Veranstaltungen der JLU sind an beiden Tagen identisch. An der THM gab es am Mittwoch rund 520 Interessenten am Fachbereich Bauwesen, 180 Schüler besuchten die Veranstaltungen der Informatik/Ingenieur- Informatik, 80 Jugendliche interessierten sich für Energiesysteme. In Friedberg war das Fach Wirtschafts-/Medieninformatik der Renner (150 Teilnehmer), gefolgt von Allgemeiner Elektrotechnik (120). Ebenfalls beteiligt ist der Standort Wetzlar mit Studium Plus. Die Jugendlichen, die überwiegend die Stufen 12 und 13 besuchen, hören an den beiden Informationstagen Vorträge zu Studienaufbau und -inhalten, können mit Hochschullehrern und Studierenden über das Studium und seine Anforderungen sprechen. Neben der Möglichkeit, an Seminaren oder Vorlesungen teilzunehmen, können Versuche im Labor beobachtet oder Institute besichtigt werden. Zentrale Veranstaltungen informieren über allgemeine Bewerbungs- und Zulassungsverfahren sowie Studienfinanzierung.

Absolventenfeier 2012

Gießen (pm). Mit einem akademischen Festakt in der Universitätsaula verabschiedete der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen am 18. Januar 2013 den Absolventenjahrgang 2012 in das Berufs- bzw. weitere Studentenleben. Die Aula der JLU war mit ca. 300 Studierenden, Professoren, Mitarbeitern, Eltern und Freunden bestens gefüllt.

Im Studienjahr 2012 konnte der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften insgesamt 334 Abschlusszeugnisse ausstellen: 199 Absolventen beendeten ihr Studium mit dem Abschluss eines Bachelor of Arts, 58 Studierende haben an der einen Master-Abschluss erworben und 77 Studierende konnten den Abschluss ihres Diplomstudiums feiern. Erstmalig wurde auch ein Master of Science-Abschluss für das erfolgreiche Absolvieren des erst in diesem Jahr eingeführten Studiengangs vergeben.

In seinem Grußwort würdigte der Dekan des Fachbereichs, Prof. Dr. Jürgen Meckl, die hervorragenden Leistungen der Studierenden und wünschte allen Absolventen, dass sie ihr erworbenes Wissen und ihre erworbenen Fähigkeiten zum gesamtgesellschaftlichen wie persönlichen Wohl einsetzen mögen und können. Explizit bedankte sich der Dekan „für den stets konstruktiven Dialog zwischen Studierenden und Fachbereich sowie für den unschätzbaren Beitrag zur steten Verbesserung von Lehr- und Studienbedingungen“.

JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, betonte in seinem Grußwort, dass der Fachbereich auf eine lange Tradition zurückblicken kann und Nachfolger der ersten wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Deutschland (Gründung 1777) ist.

Nach der anschließenden Zeugnisübergabe durch die Prüfungsausschuss-Vorsitzende Prof. Dr. Barbara Weißenberger wurden die besten Bachelor- und Masterabsolventen durch den stellv. Vorsitzenden des WiWi-Alumni-Vereins, Herrn Dr. Peter Hennig, geehrt und mit vom Verein gestifteten Preisen ausgezeichnet. Die besten Bachelorabschlüsse erwarben Samuel de Haas, Monika Gregor und Franziska Louisa Fischer. Im Masterstudiengang wurden Christine Meyer, Annika Theis, Martin Ohlert und Bastian Müller als Jahrgangsbeste geehrt.

Den Ausklang des akademischen Festakts mit großem Buffet begleitete die Band ANYwayS; ab 22 Uhr ging die akademische Veranstaltung fließend in die Absolventenparty über.