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VWL I: Dr. Johannes Paha nimmt Forschungsaufenthalt in Südafrika wahr

dr. paha nimmt forschungaufenthalt wahr -2Die Universität Stellenbosch ist die älteste Hochschule Südafrikas, die sich in der nach Kapstadt zweitältesten Stadt des Landes befindet. Derzeit werden dort über 30.000 Studierende ausgebildet und in den Sprachen Englisch und Afrikaans unterrichtet, wobei mitunter auch isiXhosa zu hören ist. An dieser Universität ist Willem Boshoff als Associate Professor für Industrieökonomie tätig, der Dr. Johannes Paha Ende 2016 eingeladen hatte, ein gemeinsames Forschungsprojekt zu Absprachen über Listenpreise zu verfolgen. Zur Durchführung dieses Projekts reiste Dr. Paha von Mitte März bis Mitte April 2017 nach Stellenbosch.

Bei Absprachen über Listenpreise stimmen sich Unternehmen kartellrechtswidrig über koordinierte Erhöhungen der Listenpreise ab. Allerdings sprechen sich die Unternehmen nicht zwangsläufig auch über die Höhe der maximal zulässigen Rabatte ab. In diesem Kontext bleibt zunächst unklar, unter welchen konkreten Umständen Absprachen über Listenpreise ohne eine Koordinierung der Rabatte letztlich überhaupt zu überhöhten Transaktionspreisen führen. Schließlich ist jedes der an der Kartellabsprache beteiligten Unternehmen bestrebt, über individualisierte und von den anderen Unternehmen nur schwer beobachtbare Rabatte möglichst viele Abnehmer zu attrahieren. Insofern kann die Erhöhung der Listenpreise in manchen Fällen durch eine Steigerung der Rabatte „aufgefressen“ werden.

Basierend auf der Fallevidenz und der ökonomischen Forschung zeigen die beiden Wissenschaftler nun, dass die rabattierten Preise aufgrund der Absprachen in vielen Fällen dennoch ansteigen können. So schließen unter bestimmten Umständen die Kunden der Kartellunternehmen aus hohen Listenpreisen, dass die Güter auch zu hohen Kosten produziert werden, wodurch bei den Kunden eine höhere Bereitschaft geschaffen wird, diese überhöhten Preise zu akzeptieren. Zudem kann durch eine Marktsegmentierung (in Kunden, die den Listenpreis zahlen, und solche, die Rabatte aushandeln) die Stabilität der Absprachen erhöht werden. Basierend auf einer Auswertung der Ergebnisse verschiedener Laborexperimente zum untersuchten Thema, stellen die Wissenschaftler aber auch dar, dass – anders als häufig angenommen – höhere Listenpreise nicht notwendigerweise einen Referenzpunkt für die Preisverhandlungen darstellen und damit zwangsläufig zu höheren Preisen führen. Zur Bestimmung der Preiseffekte einer Absprache über Listenpreise ist daher eine umfassende ökonomische Analyse nötig, die die in der Arbeit von Boshoff und Paha genannten Effekte aufgreift.

Neben dieser inhaltlichen Arbeit durfte Dr. Paha auch eigene Arbeiten vorstellen und diskutieren. Zudem fragten ihn südafrikanische Doktoranden hinsichtlich ihrer Dissertationsprojekte um Rat. Dankbar für das so ausgesprochene Vertrauen erklärte er sich hierzu gerne bereit. Grundsätzlich begeistert von den der Vielzahl positiver Erfahrungen äußerte er aber auch: „Die soziale Spreizung in Südafrika ist erwartungsgemäß sichtbar höher, als wir es bislang aus Deutschland und Europa kennen. Erst im direkten Vergleich wird deutlich, wie sehr sich viele von uns an diese guten Zustände in Europa gewöhnt haben. Dieser kleine Blick von außen illustriert, wie wichtig es ist, dass wir uns um die Beibehaltung dieser Standards bemühen, dass wir aber auch etwaige Missstände beseitigen. Die Kooperation mit Willem Boshoff hat wieder gezeigt, wie wichtig gerade auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und das gegenseitige Kennenlernen sind. Das gilt für Forscher und Studierende gleichermaßen.“ Weitere Möglichkeiten zur Kooperation zeichnen sich bereits für die Zukunft ab. Dr. Paha verließ das Land mit der Aussicht auf eine mögliche Assoziierung an der Universität Stellenbosch und ersten Plänen für die Ausrichtung einer gemeinsamen Tagung mit Prof. Boshoff.