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Artikelaktionen

Mission Statement

Gründung der Forschungsgruppe

Demokratie, Geschlechter- und Naturverhältnisse – Gießen (DGNG)

Januar 2018

 

Das Klima ist rauer geworden. Neben die materialen Gefahren zunehmender Extremwetterereignisse treten alte und neue Gefährdungen der (symbolischen) Ordnung demokratischer Gesellschaften: Populismus und postdemokratische Haltungen, Rechtsextremismus, autoritäre und nationalistische Sehnsüchte, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus. Ungleichheiten eskalieren. Zwar schien der globale Sieg der Demokratie 1989 ff. für einen kurzen historischen Moment nahe; doch die gegenwärtigen Geschlechter- und Naturverhältnisse widerlegen den Optimismus. Demokratische Werte, Verfahren, Institutionen und RepräsentantInnen finden nicht mehr die kürzlich noch breit geteilte Zustimmung; Verachtung schlägt ihnen entgegen. Nur eine genaue Analyse antidemokratischer Organisationen und Bewegungen kann die Fragen erhellen, die in der demokratiefeindlichen Wende der letzten Jahre ihren Ausdruck finden. Die hier sichtbar werdende personale, strukturelle und kulturelle Gewalt ist zutiefst patriarchalisch. Davon betroffen sind die Würde, die persönliche Unversehrtheit, die Gesundheit und die spezifischen Körpererfahrungen auch und insbesondere von Frauen; gleichzeitig verringern sich für Frauen erneut die Chancen politischer, sozialer und kultureller Teilhabe.

 

Die Forschungsgruppe Demokratie, Geschlechter- und Naturverhältnisse – Gießen (DGNG) stellt  die Analyse und Kritik gegenwärtiger Geschlechter- und Naturverhältnisse angesichts alter und neuer Gefährdungen demokratischer Gesellschaften in den Mittelpunkt. Zu unseren Themen zählen die demokratiepolitischen Theorien und Praxen engagierter Frauen (und Männer) seit der Französischen Revolution, die aktuellen Deutungskämpfe innerhalb demokratischer Gesellschaften, die individuellen und kollektiven Gefahren für Gesundheit und Leben sowie die widersprüchlichen Dynamiken des Strebens nach Gleichheit, Freiheit und Solidarität, die moderne Gesellschaften hervorgebracht haben. Die Relation zwischen Natur und Kultur braucht eine komplexe Analyse innergesellschaftlicher Herrschaftsbeziehungen sowie des materialen und symbolischen Bezugs menschlicher Gesellschaften auf ihre nichtmenschlichen „Umwelten“.

 

Die Forschungsgruppe Demokratie, Geschlechter- und Naturverhältnisse – Gießen (DGNG) verbindet aus einer klassisch-feministischen Analyseperspektive Überlegungen zu Demokratietheorie und Demokratisierungsprozessen mit politikwissenschaftlicher Forschung zu den gesellschaftlichen Geschlechter- und Naturverhältnissen. Wir stehen für eine engagierte, auf die gesellschaftlichen Lebenswirklichkeiten zielende Forschung, die sich des Entstehungs- und Verwendungszusammenhangs von Wissenschaft in einer Demokratie bewusst ist. Wir beharren dabei aber auf der Differenz zwischen Wissenschaft und Politik sowie auf der Eigenlogik wissenschaftlichen Arbeitens gegenüber politischen Prozessen. Einer rau und laut gewordenen politischen Kultur setzen wir wissenschaftliche Sorgfalt entgegen.

 

Unsere Gründungsmitglieder sind in folgenden Arbeits- und Forschungsschwerpunkten wissenschaftlich ausgewiesen:

 

Prof. Dr. Barbara Holland-Cunz:

  • Politische Theorie und Ideengeschichte, insbesondere neuzeitliche Demokratietheorie
  • Politik und Geschlecht – in allen thematischen Facetten
  • Wissenschaftstheorie, -geschichte und -soziologie
  • Gesellschaftliche Naturverhältnisse: theoretisch und politisch

 

Dr. Tina Jung:

  • Maternity Care, Ökonomisierung des Gesundheits- und insbesondere des Geburtshilfesystems, Selbstbestimmung und Sicherheit in Schwangerschaft und Geburt
  • Kritische und feministische Gesellschaftstheorie
  • Wissenschaftsforschung und Wissenschaftskritik
  • Demokratie, Ungleichheit, Politische Bildung

 

Dr. Alexandra Kurth:

  • Politik und Geschlechterverhältnisse
  • Kritische Korporationsforschung
  • Politische Bildung
  • Politische Kulturforschung
  • Politisches System
  • Rechtsextremismusforschung

 

Annaluise Ohland:

  • Ernährungsstile, insbesondere Veganismus und Vegetarismus
  • Genderaspekte von Haushalt und Ernährung
  • Soziale Ungleichheit

 

Anne-Kathrin Weber:

  • Feministische und Politische Theorie, hier insbesondere Hannah Arendt und Martha Nussbaum
  • Emotionen, Politik und Geschlecht
  • Populismustheorien
  • Politische Bildung