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ZUM AUFBAU DES PROJEKTES

In der Einführungsphase erfolgt die inhaltliche Einarbeitung und die Auseinandersetzung mit den Themen Begabung, Mentoren-Tätigkeit, Kreativität und persönlicher Begabung und deren Diagnostik im Seminar an der Universität.

In der zweiten Phase trifft die Universität dann auf Schule (oder die jeweilige Institution) und es erfolgt die theoretisch-praktische Verzahnung der Lehre durch die Erarbeitung eines didaktischen Fahrplans. Hier legen die Studierenden vorerst fest, was in den Projekten stattfinden soll, als eine erste Orientierung. Innerhalb der Seminarsitzungen werden methodische und kunstdidaktische Positionen der Vermittlung durchleuchtet, inhaltlich vertieft und die Fahrpläne erfahren eine Erweiterung und Überprüfung. Im Fokus der Projektarbeit im Seminar liegt die Förderung der ästhetischen Bildung im Allgemeinen und die Begabtenförderung im Speziellen. Diese findet sich in einer spezifischen Wettbewerbskultur wieder, welche selbst das Medium der Performance mit einbindet.

Außerhalb der Seminarsitzungen und innerhalb der Schule werden ebendiese theoretischen Ansätze praktisch angewendet. Dabei machen die Studierenden eine wichtige Kernerfahrung: Ihre Planung lässt sich zu Beginn nicht wie erwartet umsetzen, sondern muss ebenfalls die Dimension Mensch berücksichtigen, damit künstlerisches Wissen weitergegeben und erworben wird. Diese didaktische, aber vor allem anthropologische Schlüsselerfahrung, „dass das alles so gar nicht klappt, wie ich mir das vorgestellt habe“, ist ein wesentlicher Bestandteil, um die Augen der Studierenden für die Bedürfnisse der Schüler*innen zu öffnen. Welches Wissen und welches Handwerk wollen diese eigentlich erwerben? Die Studierenden bieten in diesem Sinne gezielt Kunstprojekte für Schüler*innen an, um deren künstlerische Begabung zu fördern.

In der dritten Phase werden die praktischen Lehrerfahrungen in den Seminarsitzungen an der Universität begleitet. Schwerpunkte bilden hier: Diagnostik und systematische Evaluation. Hier erkennen die Studierenden, dass Kreativität und Begabung wahrgenommen werden müssen und wie sehr Kunstdidaktik mit der Entwicklung eines Blicks für ästhetische Prozesse der Schüler*innen zu tun hat, bevor man diese fördern und entwickeln kann. Die Erkenntnis, dass die gemeinsame Bindung innerhalb des sozialen Gefüges einer Gruppe Bildung und Förderung von Begabung erst ermöglicht, löst bei den Studierenden und Teilnehmenden immer wieder ein „Aha“, Freude und Spaß aus.

Die Diversität der Projekte bezüglich unterschiedlicher Kunstgattungen und Materialien steht keineswegs im Kontrast zum kooperativen Gedanken des gesamten Projekts, da sich die Projekte auch untereinander bereichern. In sechs verschiedenen Projekten aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Manga, Fotografie, Performance, Friday for Future, Seniorenprojekt „Maria Frieden“ macht sich der generations- und institutionsübergreifende Gedanke von „KuKo“ ersichtlich. Ästhetische Bildung steht jedem zu und es ist schön, wenn ältere Menschen mit 80 Jahren ihre Freude am Malen entdecken und ihre Werke von Schüler*innen der 5. Klasse bestaunt werden. Im ersten Lockdown der Coronakrise konnte „KuKo“ aus diesen sechs digital durchgeführten Kunstprojekten eine Postkartenaktion für das Seniorenheim „Maria Frieden“ durchführen, welche mit viel Begeisterung in Empfang genommen wurde.

Die multilateralen Kunstkooperationen mit dem Seniorenheim „Maria Frieden“ oder dem Oberhessischen Museum in Gießen spiegeln die gesellschaftlich kulturelle Wirksamkeit des Projekts in diesen verschiedenen kulturellen Institutionen wider. Weitere Kooperationen sind in Planung und erwünscht.

Insgesamt bietet das Projektseminar „KuKo“ durch den Austausch zwischen Studierenden und der Vielseitigkeit seiner Möglichkeiten ein bereicherndes und unterstützendes Rahmengerüst der universitären Lehre, das durch konkrete Aspekte der kunstpädagogischen Lerninhalte aus dem Grundstudium gestärkt und erweitert wird. Hierbei spielt bei „KuKo“ der relationale anthropologische Ansatz, auch für die eigene Lehre auf der Grundlage von Teilhabe und kulturellem Erleben eine große Rolle. Lernen erhält hier eine sinnstiftende soziale Qualität für alle. Die Belebung der ästhetischen Bildung im schulischen und gesellschaftlichen Kontext ist daher vielversprechend und bewährt sich als Bestandteil des Kanons universitärer, kunstpädagogischer Inhalte am IfK Gießen. Darüber hinaus ermöglichen die ästhetischen Prozesse und Erfahrungen in diesem Projekt für den gesamtgesellschaftlichen Kontext einen Gewinn an Motivation und Kommunikation, der für jeden Einzelnen auch im psycho-sozialen Bereich präventiv und rehabilitierend ist. Dieses Potential zeigte sich im Projekt „Friday for Future“ und unseren digitalen Kunstprojekten im ersten Lockdown der Coronakrise, indem viele Schüler*innen neben dem kreativen Austausch in den gemeinsamen Meetings ebenfalls persönliche Themen im Umgang mit der Krise ansprechen konnten.