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Artikelaktionen

Soziale Ungleichheit und Geschlecht

Werkstattgespräch: Soziale Ungleichheit und Geschlecht in der „Corona-Krise“

 

Wie mittlerweile sehr deutlich geworden ist, wirft die COVID-19-Pandemie nicht nur epidemiologische Fragen auf, sondern vor allem auch gesellschaftliche: Die Pandemie, die durch sie entstandene „Corona-Krise“ und die politischen Bewältigungsstrategien haben erhebliche geschlechtsspezifische und ungleichheitsrelevante Auswirkungen. Zugleich wirkt die „Corona-Krise“ wie ein Brennglas, unter dem die in der Sektion behandelten Themen an der Schnittstelle von Geschlechter- und Ungleichheitsforschung neue Relevanz gewinnen: (Sorge-)Arbeit, Bildung, Gesundheit & reproduktive Rechte, Familie & Elternschaft, politische Repräsentation.

 

Die GGS-Sektion „Soziale Ungleichheit und Geschlecht“ lädt vor diesem Hintergrund zu einem virtuellen Werkstattgespräch am 6. Juli 2020, 9:00 - 10:30 Uhr ein. Die Einladung richtet sich dabei ausdrücklich auch an alle Nachwuchswissenschaftler*innen, die aus unterschiedlichen interdisziplinären Perspektiven an den genannten Themenkomplexen forschen und Interesse an der Mitarbeit in der Sektion haben!

 

Das virtuelle Werkstattgespräch dient einer Verständigung und dem wissenschaftlichen Austausch unter den beteiligten Nachwuchsforscher*innen zu den gegenwärtigen gesellschaftlichen Dynamiken sowie der Planung neuer Sektionsveranstaltungen. Zugleich stellt das Werkstattgespräch sektionsintern eine Mitgliederversammlung dar und gibt Gelegenheit für an der Mitarbeit Interessierte, die Sektion kennen zu lernen.


Um Anmeldung bei der Sektionsleitung - Dr. Marie Reusch (marie.reusch-kypke@sowi.uni-giessen.de) und Dr. Tina Jung (tina.jung@sowi.uni-giessen.de) - wird gebeten.


Mission Statement

Soziale Ungleichheit, bezogen auf Geschlecht, soziale Herkunft, Ethnizität, Religion, Behinderung, Alter, sexuelle Identität u.a., beschreibt ein zentrales Problemfeld moderner demokratischer Gesellschaften. Trotz des Gleichheitsversprechens, das in der Französischen Revolution gegeben und seitdem immer wieder emphatisch bekräftigt wurde, sind moderne Gesellschaften durch eine sich stets (aktuell nachweislich) auch verstärkende Reproduktion sozialer Ungleichheit gekennzeichnet. Nach Einkommen, Bildungsstand, Herkunftsmilieus, nach ökonomischem, sozialem und kulturellem Kapital, sind die Partizipationschancen ungerecht verteilt. Pädagogische, politische, juristische und ökonomische Strategien sollten in Demokratien maßgeblich zur Reduzierung von Ungleichheiten beitragen; Konzepte der Heterogenität sind in den vergangenen Jahren dafür prominent geworden.

Gerade das Geschlechterverhältnis ist ein besonders aussagekräftiges Beispiel für eine zentrale Ungleichheitsdimension, die bis heute in den Tiefenstrukturen moderner Gesellschaften verankert ist, an der Oberfläche jedoch seltener als (noch) relevant wahrgenommen wird. Am Themenfeld Gender wird deutlich, wie subtil und für die Subjekte selbst meist nicht unmittelbar erkennbar Ungleichheit produziert und aufrechterhalten wird. Dennoch haben in jüngster Zeit auch sexistische und Gender-Studies-kritische Diskurse (wieder) stark zugenommen, wodurch Geschlechterungleichheiten heute schärfer als noch vor wenigen Jahren hervortreten. Fast scheint es so, als wären die subtilen Ungleichheiten gegenüber den offenen auf dem Rückzug. Gleichzeitig verschränkt sich die Dimension Geschlecht systematisch mit anderen Ungleichheitsdimensionen. Das Konzept der Intersektionalität ist eine der möglichen konzeptionellen Antworten zur Erfassung dieser komplexen (sich gegenseitig relativierenden und/oder verstärkenden) Zusammenhänge.

 

SEKTIONSTREFFEN

Alle Interessierten sind herzlich zu unseren Treffen eingeladen! Wenn Sie Fragen haben oder gerne bei dem nächsten Treffen die Sektion kennenlernen möchten, kontaktieren Sie die Sektion: Dr. Marie Reusch (marie.reusch-kypke@sowi.uni-giessen.de) und Dr. Tina Jung (tina.jung@sowi.uni-giessen.de).