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Antike Terrakotten (von ital. terracotta, gebrannter Ton)

Verfasserin: Waltrud Wamser-Krasznai

Das Formen von Figuren aus Ton gehört zu den frühesten plastischen Gestaltungsversuchen der Menschen. Anfangs wird frei, von Hand, modelliert. Aber schon im 7. Jh. v. Chr. beginnt sich die Technik des Abformens aus Matrizen (Modeln) zu verbreiten. So können beliebte Objekte reproduziert werden, bis die Matrize völlig verbraucht ist oder der Gegenstand aus der Mode gekommen ist.

Zuerst wird die Urform, Patrize, hergestellt und bei 750-950 Grad gebrannt. Die davon abgeformten Negative, Matrizen, werden ebenfalls gebrannt. Daraus gewinnt man die Figuren, die nun trocknen müssen bis sie lederhart sind. Dann kann man sie mit dem Modellierholz bearbeiten, Teile zusammenfügen, Appliken anbringen und das Ganze bemalen. Ein heller Überzug, die Engobe, dient als Malgrund.

Während des Brennens bildet sich Wasserdampf, der durch ein Brennloch auf der Unter- oder Rückseite entweicht. Gleichzeitig schrumpft das Objekt um etwa 10 %. Dient ein solches Exemplar selbst wieder als Patrize, dann sind die davon abgenommenen Matrizen kleiner als die ursprünglichen. So entstehen Serien gleichartiger Terrakotten, die sich abgesehen von nachträglich vorgenommenen Ergänzungen nur in der Größe unterscheiden. Hat man genügend Exemplare desselben Gegenstandes zur Verfügung, so lässt sich aus dem Größenunterschied eine relative Chronologie ableiten.

Die Sammlung antiker Terrakotten der JLU umfasst mehr als 100 Originale, deren Entstehungszeit sich zwischen dem 13. Jh. v. Chr. und dem 4. Jh. n. Chr. bewegt. Sie kommen vom griechischen Mutterland und von den ägäischen Inseln, der Apenninenhalbinsel (Großgriechenland und Etrurien), aus Kleinasien und dem Schwarzmeergebiet, sowie aus den römischen Nordwest-Provinzen (Germanien, Belgica). Eine besondere Gruppe bilden die etruskischen Körperteilvotive der ehemaligen Sammlung Stieda[1]. Da ein großer Teil der schriftlichen Unterlagen zu den Beständen der Antikensammlung in den Wirren des zweiten Weltkriegs verloren ging, können Zeit und Ort der Entstehung meist nur durch stilistischen Vergleich mit Exemplaren in anderen Museen, Grabungsberichten und anderen Publikationen ermittelt werden. Der akribischen Recherche und dem ausgedehnten Schriftverkehr des bisherigen Kustos der Antikensammlung, Dr. Matthias Recke, sind nicht nur die Wiederentdeckung von Altbeständen, sondern auch Neuzuweisungen, zahlreiche Ausstellungen und Berichte zu verdanken. Unter den Stichwörtern (Links) "Sammlungsbestände" und "Terrakotten" bietet die Homepage der Klassischen Archäologie und der Antikensammlung einen Einblick in diesen faszinierenden Teil antiker Kleinkunst[2].

Die Serie wird fortgesetzt.

 


[1] Dazu M. Recke – W. Wamser-Krasznai, Kultische Anatomie. Etruskische Körperteilvotive aus der Antikensammlung der Justus-Liebig-Universität Gießen (Stiftung Ludwig Stieda) Medizinhistorisches Museum Ingolstadt 2008; M. Recke, Auf Herz und Niere. Etruskische Körperteilvotive der Gießener Antikensammlung, Spiegel der Forschung 25, 2, 2008, 56-63

[2] Texte: Dr.med. Dr.phil. Waltrud Wamser-Krasznai.