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DFG-Projekt "Ästhetisches Denken in Theorie und Praxis des Attizismus"

Die DFG fördert dieses von Prof. Dr. Peter v. Möllendorff eingeworbene Projekt mit 345.933 Euro ab Herbst 2019 für drei Jahre.

Zusammenfassung und Projektüberblick

Ausgehend von einem auch in den neueren Literaturwissenschaften verfolgten Theoriediskurs zu Formen ästhetischer Autonomie, die sich auf der Ebene von Texten vor allem akustisch – Klang und Rhythmus – manifestiert, will das Projekt solche Konzepte ins Verhältnis zu vergleichbaren antiken Positionen setzen. Hierfür bietet sich insbesondere der Attizismus an, zu dessen Anliegen unter anderem die Maximierung der Wirksamkeit und der Schönheit von Sprache gehören. Dies ist besonders eindringlich im Traktat De compositione verborum des Dionysios von Halikarnassos (aber etwa auch in Schriften seines Beinahe-Zeitgenossen Philodem von Gadara) entfaltet. Das Projekt will solche theoretischen Komplexe mit Analysebefunden abgleichen, die an im Bannkreis des Attizismus verfassten literarischen Texten gewonnen werden. Auf diese Weise will das Projekt einerseits zu einem gesteigerten Verständnis der Wirkungspotentiale dieser Texte gelangen, andererseits gleichzeitig das von den Theorietexten Postulierte überprüfen, schärfen und erweitern: Hierfür wählt es mit Longos’ Roman Daphnis und Chloe einen Text, der sein wirkungsästhetisches Anliegen bereits in seinem Proöm prominent deklariert, mit einer Sonderklasse utopischer Literatur – Lukians Schriften zur Unterwelt – hingegen Texte, die ihr kommunikatives Anliegen aufgrund des Fehlens lebensweltlicher Referenzpunkte durch eine Verstärkung ästhetischer Mittel intensivieren und erlebbar machen müssen; mit Lukians Demosthenis encomium schließlich wählt es als dritte Analysekategorie einen Text, der eine forcierte Panegyrik auf die Leitsterne des griechischen Attizismus, ihre Schönheit und Wirksamkeit, mit der Metaebene der Diskussion dieser Vorgehensweise verbindet, also eine Verbindung zwischen Theorietext und literarischem Text darstellt. Weiterhin will das Projekt das Erarbeitete sowohl durch die Publikation dieser Analysen als auch zusätzlich durch die kommentierte Übersetzung des bedeutendsten und zugleich am besten erhaltenen Theorietraktats – eben De compositione verborum – in den Forschungsdiskurs nicht nur der Altertumswissenschaften transferieren. Ein spezifisches ästhetisches Anliegen der Literaturwissenschaft des 20. Jh.s, die angemessene Würdigung von Sprache als sinnlichem Phänomen und die Eruierung ihrer diesbezüglich spezifischen Leistungsfähigkeit, soll also durch das Projekt stärker historisiert werden, als das bislang geschehen ist; zugleich sollen – auch dies ist in der Forschung bislang kaum versucht worden – Theorie und Praxis des Attizismus in diesem besonderen Feld – Sprachgestaltung unter dem Aspekt sinnlicher Intensität und deren Verhältnis zur Signifikatsebene – aufeinander bezogen und so besser verstanden werden.