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Artikelaktionen

Kuchenbuch, David, Dr.

28163 | David.Kuchenbuch@geschichte.uni-giessen.de | Wissenschaftlicher Mitarbeiter

 

Forschungsschwerpunkte

 

1. Welt-Bildner. Arno Peters, Richard Buckminster Fuller und die Mediengeschichte der Globalität, 1940-2000

Habilitationsprojekt, Förderung durch die DFG seit 2014.

 

In meinem aktuellen Forschungsprojekt befasse ich mich in medienhistorischer Perspektive mit der politischen Semantik der Globalität in der Bundesrepublik Deutschland und den USA der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ich untersuche zwei Spezialisten der Medialisierung globaler Verhältnisse: den deutschen Historiker und Kartografen Arno Peters (1916-2002) und den amerikanischen Gestalter und public intellectual R. Buckminster Fuller (1895-1983). Peters und Fuller entwickelten vielverkaufte Weltkarten, weltgeschichtliche Tabellenwerke, Rollenspiele und Simulationen, die das Eingebundensein insbesondere der Bewohner des globalen „Nordens“ in translokale, weltumspannende Zusammenhänge verdeutlichten. Auf Basis intensiver Archivrecherchen wird die gegenwärtig entstehende Monografie den wissensgeschichtlichen Hintergrund dieser Repräsentationen des Weltganzen rekonstruieren und die große Resonanz ausmessen, die sie in der politischen Kultur beider Länder entwickelten. Analysiert werden so Hoffnungen, die sich auf die Wirkung von Medien als Kulturtechniken der Herausbildung individueller Verantwortungsgefühle für die Erde und die Menschheit richteten. Das verspricht zum einen das historiografische Verständnis von Prozessen der Subjektivierung im 20. Jahrhundert zu erweitern. Zum andern soll das Projekt zur Differenzierung der Debatte über die 1970er Jahre als Umbruchsphase hin zur Gegenwart beitragen.

 


2. Das Peckham-Experiment. Eine Mikro- und Wissensgeschichte des Londoner „Pioneer Health Centre“ im 20. Jahrhundert

Post-Doc-Projekt, abgeschlossen, Förderung durch die DFG 2011-2013.

 

Das „Peckham-Experiment“, 1935 bis 1950 durchgeführt im „Pioneer Health Centre“ in einem Arbeiterviertel in Südlondon, gehört zu den wichtigsten Sozialexperimenten der Moderne. Die Nutzer dieses innovativen Freizeit- und Gesundheitszentrums wurden aufgefordert, ihre Aktivitäten selbstständig zu wählen und zu organisieren, und dabei von Ärzten beobachtet. In meinem Post-Doc-Projekt habe ich mittels eines Methodenmixes von Mikro- und Wissenschaftsgeschichte – aber auch unter Berücksichtigung zeitgenössischer Fotografien - untersucht, wie im Peckham-Experiment biologisch-medizinische Theorien auf die Lebenswelt der Londoner Bevölkerung trafen. So konnte eine kontingente, von komplexen Sinnstiftungen geprägte Laborsituation rekonstruiert werden, die ein Wissen über die Selbstorganisationskraft menschlicher Gruppen generierte, das zeitgenössisch global diskutiert wurde, und das bis heute durch die Britische sozialpolitische Debatte geistert. Das entstandene Buch verstehe ich nicht zuletzt als eine Fallstudie zur Experimentalisierung der Selbstverantwortung im 20. Jahrhundert, mit der ich die historische Tiefenschärfe der jüngeren kultursoziologischen Forschung zur Gouvernementalität der Gegenwart zu vergrößern hoffe.



3. Geordnete Gemeinschaft. Architekten als Sozialingenieure - Deutschland und Schweden im 20. Jahrhundert

Dissertationsprojekt, abgeschlossen, Förderung 2006-2010 durch die DFG im Rahmen des Forschungsprojekts „Ordnungsdenken und social engineering als Reaktion auf die Moderne. Nordwesteuropa, 1920er bis 1950er Jahre“. 

 

Meine Dissertation beschäftigt sich in vergleichender und transferanalytischer Perspektive mit dem Social Engineering des 20. Jahrhunderts als einer transnationalen Konstellation. Konkret verfolgt sie zwei einflussreiche Gruppen von Architekten in Schweden und Deutschland zwischen ca. 1920 und 1970 bei ihren Anstrengungen, Räume rationaler zu gestalten, um so die negativen Folgen der Moderne mit den wissenschaftlichen und technischen Verfahren zu überwinden, die diese erst bereitstellte. Architekten ordneten den städtischen Raum, um die aus ihrer Sicht zerfallende Gesellschaft wieder in eine effizient organisierte und integrierte Gemeinschaft zu verwandeln. Interessiert haben mich bei der Rekonstruktion dieser Versuche zum einen die grenzüberschreitende gegenseitige Rezeption schwedischer und deutscher Planer, zum anderen ihr Festhalten an raumdeterministischen Konzepten bis in die 1960er Jahre hinein. Obwohl sich die politischen Kontexte ihrer Arbeit zwischen Weimarer Republik und Bundesrepublik, zwischen dem „Dritten Reich“ und dem sozialdemokratischen schwedischen „Volksheim“ erheblich unterschieden, propagierten die Planer doch vergleichbare, für sie überpolitische städtebauliche Konzepte. Deshalb konnten Daten, etwa zu den Wohnbedürfnissen der Menschen, wie sie beispielsweise der Planung sogenannter Nachbarschaftseinheiten zugrunde lagen, zwischen den Systemen wandern. Nicht zuletzt durch die Rekonstruktion solcher Transfers trägt die Arbeit zur Geschichte der Verwissenschaftlichung des Sozialen im 20. Jahrhundert bei.

 

 

Lehrveranstaltungen