Benutzerspezifische Werkzeuge

Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo kann sich rechts daneben das Bannerbild anschließen. Rechts daneben kann sich ein weiteres Bild/Schriftzug befinden. Es folgt die Suche. Unterhalb dieser oberen Leiste schliesst sich die Hauptnavigation an. Unterhalb der Hauptnavigation befindet sich der Inhaltsbereich. Die Feinnavigation findet sich - sofern vorhanden - in der linken Spalte. In der rechten Spalte finden Sie ueblicherweise Kontaktdaten. Als Abschluss der Seite findet sich die Brotkrumennavigation und im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Impressum, Hilfe und das Login fuer Redakteure. Barrierefreiheit JLU - Logo, Link zur Startseite der JLU-Gießen Direkt zur Navigation vertikale linke Navigationsleiste vor Sie sind hier Direkt zum Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen vor Suche vor Fußbereich mit Impressum

Navigation

Artikelaktionen

Dr. Michael Zok

Biographie

Seit 10/2008

Projektmitarbeiter am Herder-Institut e.V. im LOEWE-Teilprojekt B2: Mediale Aufarbeitung des Holocaust, Dissertationsprojekt: „Die Vernichtung  der europäischen Juden im polnischen Fernsehen 1968-1989. Zwischen Marginalisierung und Wiederentdeckung“

8-9/2008

Wissenschaftliche Hilfskraft im Herder-Institut e.V., Abteilung Veröffentlichungen  / Grundlagenarbeit

1-6/2008

Studentische Hilfskraft im Herder-Institut e.V. Marburg, Abteilung Veröffentlichungen  / Grundlagenarbeit

2-3/2007

Praktikum beim Herder-Institut e.V

2004-2008

Studium der Fächer Osteuropäische Geschichte und Politikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen

2001

Erwerb des Abiturs am Lothar-Meyer-Gymnasium Varel (Oldb.)

1982

geb. in Tichau, Polen

 

Promotionsvorhaben

Arbeitstitel: "Kommunistische Geschichts- und Medienpolitik in Polen 1944-1989: Die Holocaust-Darstellung und deren Rezeption"

Mit der „Zäsur von 1979“ (Frank Bösch), der Ausstrahlung der US-amerikanischen Serie „Holocaust“, wird ein erinnerungskultureller Umbruch verbunden, der die Erinnerung an die Ermordung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten fest in das kulturelle Ge-dächtnis der USA und Westeuropas verankerte. Auch das kulturelle Gedächtnis der polni-schen Gesellschaft unterlag zu diesem Zeitpunkt Umbrüchen, die ebenfalls die Erinnerung an den Holocaust betrafen.

 

Das Dissertationsprojekt hat das Ziel, die Darstellung und Relevanz des Holocaust im polni-schen Fernsehen in den Jahren von 1968 bis 1989 zu untersuchen. Dabei sollen insbesondere Täter- und Opferkonstruktionen und die Sendepolitik des Staatsfernsehens in den Blick ge-nommen werden. Kontextualisiert wird die Untersuchung der televisuellen Erinne-rung(spolitik) mit den Diskursen um den Holocaust innerhalb der Geschichtswissenschaft und der Publizistik und fragt nach den Grenzen des Sag-(und Zeig-)baren in den verschiedenen Diskursarenen sowie nach deren Interdependenzen.

 

Im Fokus der Untersuchung soll einerseits die Dekade des „Organisierten Vergessens“ (Mar-cin Zaremba), d.h. die 1970er Jahre, stehen, in der der Holocaust im polnischen Fernsehen (und nicht nur dort) nahezu vollständig marginalisiert wurde. Es soll erforscht werden, ob diese Marginalisierung auch innerhalb der Gesellschaft vorherrschte, oder ob es Versuche gab, besonders an neuralgischen Erinnerungsmomenten wie dem Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto, die Marginalisierung zu durchbrechen. Dabei soll diese Frage in einem kulturgeschichtlichen Rahmen eingebettet werden.

 

Das Ende der 1970er Jahre, der erinnerungskulturelle Umbruch, bildet einen weiteren Unter-suchungsschwerpunkt. Zwar wurde die Serie „Holocaust“ während der kommunistischen Herrschaft in Polen nicht ausgestrahlt, dennoch stellte sie einen Impuls für die Auseinander-setzung mit der Ermordung der europäischen Juden und deren Erinnerung dar. Auch im Pol-nischen Fernsehen ließ sich in den frühen 1980er Jahren – ähnlich wie in Westeuropa und den USA – ein vermehrtes Interesse an Holocaust-thematisierenden Sendungen feststellen.

 

1985 handelte das Polnische Fernsehen hinsichtlich der sensiblen Problematik, die sich aus dem Ausland kommend mit dem polnisch-jüdischen Beziehungen während des Zweiten Weltkriegs auseinandersetzte, anders als zuvor bei „Holocaust“: Als Claude Lanzmanns Film „Shoah“ in den westeuropäischen Fernsehprogrammen ausgestrahlt wurde, folgte das Polni-sche Fernsehen diesem Beispiel und strahlte eine Kurzfassung des Dokumentarfilms aus, in dem alle Polen betreffenden Elemente gezeigt wurden.

Die Ausstrahlung von Claude Lanzmanns Film bildete den Auftakt zu einer stark vermehrten Auseinandersetzung (nicht nur im Fernsehen) mit der Thematik, die an dem geradezu als „Explosion“ zu bezeichnenden Anstieg der Ausstrahlungshäufigkeit von Holocaust-thematisierenden Sendungen abzulesen ist. Die Untersuchung wird letztendlich versuchen, zu ergründen, welche Faktoren in den Jahren 1978/79 bis 1985– von der Nicht-Ausstrahlung von „Holocaust“ bis hin zu „Shoah“ – und darüber hinaus bis zum Ende der kommunistischen Herrschaft innerhalb der Erinnerungspolitik und -kultur, der Geschichtswissenschaft und nicht zuletzt innerhalb der Medienlandschaft grundlegenden Wandlungen unterworfen waren, die die „Wiederentdeckung“ der Erinnerung an die Vernichtung der europäischen Juden und die Thematisierung der polnisch-jüdischen Beziehungen während der Besatzung (auch im Fern-sehen) förderten. Insbesondere soll auch an dieser Stelle die Frage nach neuen narrativen Elementen gestellt werden.