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Natalia Ivanusa, Dissertation (abgeschlossen)

Dissertationsprojekt

 

  • Die Stellung der Frau in den osteuropäischen Städten der frühen Neuzeit. Das Magdeburger Recht und andere Rechtsvorbilder: Normative Grundlagen und Rechtspraktiken (am Beispiel Kleinpolens)

Ziel der geplanten Dissertationsarbeit soll es sein, eine systematische Untersuchung zur rechtlichen und lebensweltlichen Stellung städtischer Frauen  Kleinpolens in der frühen Neuzeit zu präsentieren. Meine Untersuchung möchte ich auf der Grundlage der Quellen aus exemplarischen Städten durchführen, die das Magdeburger Stadtrecht entweder unmittelbar aus Magdeburg (wie z. B. Neu Sandomierz (1292), oder durch Breslau (wie z. B. Krakau (1257 aus Breslau), Lemberg (1356 aus Krakau)) bekommen haben.

Der Zeitrahmen der geplanten Dissertationsarbeit wird sich auf das 16. Jahrhundert beschränken. Für das Spätmittelalter liegen nur wenige Stadtrechtsaufzeichnungen und rechtspraktische Quellen vor, so dass hier nur allgemeine normative Aussagen möglich sind. Im 16. Jahrhundert nehmen die ersten polnischen Stadtrechtsaufzeichnungen ihren Anfang. Das heißt, dass lokale Autoren die Quellen des deutschen Stadtrechts in lateinischer und später auch in polnischer Sprache mit eigenen Ergänzungen verfassten. Durch diese Ergänzungen erweiterte sich die Rahmen der Regelungsmöglichkeiten des Stadtrechts. Das heißt, lokale polnische Richter, Vögte sowie Schreiber fanden in den Ergänzungen und Kommentaren Hinweise für die Lösung umstrittener Zweifelsfälle. Vorher verwendeten polnische Städte in ihrer Gerichtspraxis allein die Privilegien über Gewährung des Magdeburger Stadtrechts und manchmal noch dazu Rechtsbelehrungen aus ihren Mutterstädten, die häufig einen begrenzten und ungenügenden Charakter hatten.

Geplant ist, die Rechtsstellung der Frauen de jure und de facto zu untersuchen. Ausgehend von den rechtlichen Quellen, die in den entsprechenden Territorien als die offiziellen, allgemein anerkannten, die Rechtsverhältnisse regulierenden Gesetzbücher galten, soll untersucht werden, über welche rechtlichen Spielräume Frauen verfügten. Danach werden Dokumente der Schöffenstühle, Streitsachen, Anklagen und Beschwerden untersucht, um den alltäglichen Umgang mit den Rechtsnormen sowie die Spruchpraxis bezüglich der weiblichen Bevölkerung zu verstehen. So ist auch ein Vergleich von Normen und deren entsprechenden Rechtsauslegungen beabsichtigt. Die Arbeit bezweckt, die erhaltenen Ergebnisse (die Situation der Frauen de jure) mit dem wirklichen Leben, das heißt mit der aus den Fällen herausgezogenen Information (de facto), zu vergleichen und mittels kritischen Fragen systematisch zu analysieren.