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Artikelaktionen

Professur Osteuropa

Mark Berman

Biografie

Seit 01/2017

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am LOEWE-Schwerpunkt "Konfliktregionen im östlichen Europa"

2016

DAAD Forschungsaufenthalt in Minsk

2016

Sommerschule "Vilnius Yiddish Institute"

2015

DAAD Forschungsaufenthalt in Minsk und Vilnius

Seit 11/2013

Doktorand am Historischen Institut der JLU Gießen. Betreuer: Prof. Dr. Thomas Bohn (JLU Gießen)

2007-01/2013

Quality Assurance Senior Manager Comcast Technologies in Washington, DC

2005-2009

Masterstudium an der Georgetown University, Graduate School of Foreign Service. Abschluss: M.A. Russian and Eurasian Studies

2000

Studium der Philosophie an der University of Texas at Austin. Abschluss: B.A.

1999-2005

Staff Software Engineer mit International Business Machines (IBM) in Austin, Texas



Forschungsschwerpunkte

  • Belarus zwischen den Ersten und Zweiten Weltkriegen
  • Alltagsgeschichte/Sozialismus in Osteuropa
  • Kulturpolitik der Sowjetunion und BSSR

Publikationen

  • Mitherausgeber mit Felix Ackermann und Olga Sasunkevich: A New Land: Rediscovering Agency in Belarusian History, Politics, and Society, in:  Journal of Soviet and Post-Soviet Politics and Society, Frühjahr 2017 (im Druck)

Dissertationsprojekt

Arbeitstitel: "What The State Gave the People: Belarussification and Socialist Construction in Interwar Minsk"

My research project investigates how the Soviet Union fostered a pro-Soviet Belarusian national culture within the Belarusian Soviet Socialist Republic. My project focuses on how national communists selectively transplanted attractive elements from the "Bourgeoisie Nationalism" of the Nasha Niva movement and attempted to inscribe a new Soviet Belarusian Culture upon the face of largely ruined Minsk following the First World War.  Creating a Soviet Belarusian culture was not without its paradoxes.  First, Minsk was a predominantly Jewish city.  Furthermore, Minsk lacked the heavy industry or the Russian speaking proletariat that characterized St. Petersburg, Moscow or Central Russia.  Writing about interwar Minsk presents a historiographical challenge too, as so much of the city, its people, and the records of its existence were destroyed during the Second World War.  This dissertation explains how the interwar construction of Minsk was entangled with the creation of socialist as well as national spaces.  I argue that in spite of the long odds, this Soviet nation-building project was mostly successful and identify how before World War II a Belarusian public was created.

Karsten Brüggemann

Biographie und Publikationen

 

Col 01 Col 11
seit 2008 Professor für estnische und allgemeine Geschichte am Historischen Institut der Universität Tallinn
weitere Daten
https://www.etis.ee/portaal/isikuCV.aspx? TextBoxName=Karsten&PersonVID=42969&FromUrl0=isikud.aspx&lang=en

 

 

Habilitationsprojekt

Arbeitstitel: "Luft und Licht des Imperiums: Legitimations- und Repräsentationsstrategien russischer Herrschaft an der Ostseeküste im 19. und 20. Jahrhundert"

Zum Ende des 18. Jhs. besaß Russland einen Zugang zur Ostsee von St. Petersburg bis Polangen/Palanga. Sein geopolitisches Interesse daran machte sich noch in den Debatten um die NATO-Osterweiterung bemerkbar. Im Laufe der Zeit wurde dieser Anspruch zwar unterschiedlich begründet, doch zeigen sich konzeptionelle Kontinuitäten in der Legitimation des russischen Herrschaftsanspruchs bis heute. Neben geographischen, strategischen und historischen Argumenten tritt eine kulturelle Perspektive, in der die Region als Bereicherung für das Russische Reich gesehen wird. Die Öffnung der russischen Gesellschaft für nationale Ideen seit der Mitte des 19. Jhs. führte hingegen zu einer Betonung des Gefahrenpotentials der nun primär als (ethnisch, konfessionell) fremd begriffenen „baltischen Region“; den Anspruch auf die Region verdeutlichte auch die "russifizierte" Bezeichnung des Pribaltijskij anstelle des Ostzejskij kraj. Erst unter Alexander III. indes begann der Staat in Est-, Liv- und Kurland mit einer Integrationspolitik, die sogleich in den lokalen Diskursen als "Russifizierung" perhoresziert wurde. Diese Integrationspolitik folgte einem genauer zu untersuchenden Prozess der intellektuellen russischen Aneignung, der die Region zum legitimen russischen Besitz erklärte. Während russische Herrschaft in Sibirien „europäisch“ sein wollte, musste sie in Reval/Tallinn und Riga vor allem „russisch“ sein. Den traditionellen Argumenten folgte auch die UdSSR, die unabhängige baltische Staaten als feindlichen Vorposten sah; im sowjetischen Alltag hingegen galt die Region wie schon im frühen 19. Jh. als „unser Ausland“.

 

Aliaksandr Dalhouski

Biographie

Seit 10/2013

Mitarbeiter des Projekts „Aufbau eines elektronischen Archivs zur Bewahrung der Erinnerung an jüdische NS-Opfer in Belarus“

Seit 08/2013

Dokumentation der Lebensgeschichten belarussischer Tschernobyl-Liquidatoren im Auftrag der Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks Dortmund

11/2012

Verteidigung (Disputation) der Dissertation

Seit 08/2012

Mitarbeiter im Projekt „World War II – Everyday Life Under German Occupation“

12/2011 – 06/2012

Vorbereitung und Betreuung der Tschernobyl- Ausstellung des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks Dortmund „25 Jahre nach Tschernobyl. Menschen – Orte – Solidarität“ in Gießen

12/2011 – 03/2012

Kurzzeitstipendiat der Leibniz Graduate School beim Herder Institut

08/2008 – 08/2011

Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts „Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl. Belarus, Ukraine, Russland, Litauen und Deutschland in vergleichender und beziehungsgeschichtlicher Perspektive (1986-2006)“ im Rahmen des Förderungsprogramms der Volkswagen-Stiftung "Einheit in der Vielfalt. Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas"

08/2008 – 08/2011

Doktorand bei Prof. Dr. Thomas Bohn (JLU Gießen) und Stipendiat der Volkswagen-Stiftung

2004 – 2006

Studentischer Mitarbeiter eines Dokumentarfilm-Projekts „Ozariči 1944 – Spuren eines Kriegsverbrechens“

2004 – 2006

Studentischer Mitarbeiter im Projekt „Überregionale Erschließung personenbezogener Quellen zu Angehörigen der bewaffneten Formationen des 'Dritten Reiches'“

WS 2001/02 – WS 2007/08

Studium der Politischen Wissenschaft, Geschichte und Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der RWTH in Aachen

1996 – 2001

Studium der Geschichte und deutscher Sprache an der Belarussischen Pädagogischen Staatsuniversität in Minsk. Abschluss: Dipl. Pädagoge für Geschichte und deutsche Sprache

 

Forschungsschwerpunkte

  • Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl
  • Weißrussland im Zweiten Weltkrieg
  • Migrationsgeschichte
  • Eigensinn und Dissens
 

Publikationen

  • Anthropologischer Schock? Reaktionen in der BSSR auf die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. In: Bohn Thomas, Shadurski Victor (Hg.): Ein weisser Fleck in Europa… Die Imagination der Belarus als Kontaktzone zwischen Ost und West, Bielefeld 2011, S. 211-217.
  • Gosudarstvennaja černobyl'skaja politika i pis'mennyj protest belorusskogo naselenija v 1986-1991 gg. In: Perekrestki 1-2 (2010), S. 105-115.
  • Belarussische Zwangsarbeiter: Ihre Typen und Rekrutierungsmethoden. In: Plato v. Alexander, Leh Almut, Thonfeld Christoph (Hg.): Hitlers Sklaven. Lebensgeschichtliche Analyse zur Zwangsarbeit im internationalen Vergleich, Wien 2008, S. 194-206.
  • Prymusova pracja bilorus'kych robitnykiv u systemi vijs'kovogo i cyvil'nogo upravlinnja na terytorii okupovanoi Bilorusi u 1941-1944 rr. In: Schid/Zachid 11-12 (2008), S. 180-197.
  • Executiile in masa de la Kurapati 1937-1941/The Mass Executions at Kurapaty 1937-1941. In: Arhivele Totalitarismului, 1-2 (2007), S. 15-21.
  • Belarus posle Černobylja: ot samalčivanija k ignorirovaniju. (The Soviet and Post-Soviet Review, im Druck)
  • „Environmental Migration as a Reflection of societal Disposition to the Chernobyl Disaster in Belarus'” im Tagungsband der Konferenz “Comparing Fukushima and Chernobyl: Social and Cultural Dimensions of the two Nuclear Catastrophes“, Goethe Universität in Frankfurt Main. (Im Druck)
 

Projektarbeit

Dokumentation der Lebensgeschichten ehemaliger Zwangs und Sklavenarbeiter in Belarus Praktische Durchführung des Dokumentationsprojektes im Auftrag des Instituts für Geschichte und Biographie der Fernuniversität Hagen. http://www.zwangsarbeit-archiv.de/sammlung/teilsammlungen/weissrussland-rwth-aachen/index.html

 

Dissertationsprojekt (abgeschlossen)

Die Sowjetrepublik Weißrussland nach Tschernobyl: Ökologischer Protest und materieller Kompromiss

Die Katastrophe von Tschernobyl entwickelte sich zu einer ernsten Herausforderung für das sowjetische Staatssystem. Zwar hatte die Reformpolitik Michail Gorbačëvs bereits vor dem Unfall begonnen, sie konnte jedoch keinen signifikanten Einfluss auf die Entscheidungen in den Jahren 1986 bis 1988 erlangen. Die Beziehungen zwischen der vom radioaktiven Fallout direkt betroffenen Bevölkerung und dem Staat regelte in den ersten Jahren nach dem Reaktorunfall ein „Sozialkontrakt von Tschernobyl“. Zu den zentralen Kriterien des „Sozialkontraktes von Tschernobyl“ gehörten somit die Garantie eines risikolosen Aufenthaltes und die Schaffung materieller Vorteile in den betroffenen Bezirken. Weißrussland war zu dieser Zeit eine Republik der benachteiligten Beschwerdeführer, die nach Gerechtigkeit bei verschiedenen Behördeninstanzen suchten. Die zentralen Charakteristiken der Tschernobyl-Eingaben dieser Zeit waren ihr Kollektivcharakter, das schwach ausgeprägte Bewusstsein für Umweltprobleme und die eigenen Rechte sowie das paternalistische Denken auf Seiten der Verfasser. Ausgehend von der Statistik über die bei den Machtorganen eingegangene Eingaben kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass nicht etwa die gesamtnationale Tragödie die Bevölkerung 1986 bis 1988 einigte, sondern vielmehr die Wohnungsfrage, die überall in der Republik akut war.

Im Laufe der Demokratisierungsprozesse 1989 bis 1991 verloren die staatlichen Sicherheitsgarantien, die als Grundlage für den „Sozialkontrakt von Tschernobyl“ galten, zunehmend ihre Gültigkeit. Mit der öffentlichen Diskussion des Ausmaßes und der Folgen der Katastrophe in den Medien nahm Tschernobyl allmählich den Charakter einer gesamtnationalen Tragödie an. Die Jahre 1989-1991 waren nicht nur die Zeit eines Durchbrechens der Informationsblockade, sondern auch die Jahre der Herausbildung alternativer Kommunikationsmittel. Einerseits wurden die Obersten Sowjets und ihre Deputierten zu den wichtigsten Adressaten und ersetzten mit der Zeit die Parteibehörden, andererseits wurden die Tschernobyl-Eingaben an ihre Adresse zum Gegenstand öffentlicher Politik und wandelten sich allmählich zu Wähleraufträgen. Letztendlich kam es in diesen Jahren zu neuen Formen widerständigen Verhaltens - zu zivilgesellschaftlichem Protest. Somit brach in den Jahren 1989 bis 1991 infolge des Verlustes des Sicherheitsgefühls und der Destabilisierung der ökonomischen Lage die Strategie der politischen Kommunikation zusammen, die nicht allen Ansprüchen der Betroffenen gerecht geworden war. Dieser rasante Anstieg der zivilgesellschaftlichen Aktivität trug dazu bei, dass 1990/95 eine verbindliche Rechtslage in Bezug auf die Katastrophe geschaffen wurde. Neben dem Anstieg der zivilgesellschaftlichen Aktivität Ende der 80er Jahre war der materielle Kompromiss unter den Bedingungen einer temporären Demokratisierung das zentrale Charakteristikum im Post-Tschernobyl-Weißrussland.

In der Herrschaftsperiode von Lukašenka wurde das Eingabewesen durch präsidiale Erlasse entsprechend der „neuen“ paternalistischen Herrschaftsform modifiziert und der im öffentlichen Diskurs betonten „toleranten“ weißrussischen Nation zur Verfügung gestellt. Im Rahmen des autoritären Regimes, welches von der Bewältigung der Katastrophenfolgen ausgeht und ein eigenes AKW baut, hat sich der Versuch einer Lösung der Tschernobyl-Probleme mittels Eingaben als zeitaufwendig und ineffizient erwiesen.

Rayk Einax

Dissertation abgeschlossen

 
 

Biographie

 

Dissertation, abgeschlossen

Arbeitstitel: "Entstalinisierung in Weißrussland - Stabilisierung, sozioökonomischer Wandel und öffentliche Mobilisierung in der Belorussischen Sowjetrepublik 1953-1965"

 

Die Belorussische Sowjetische Sozialistische Republik (BSSR) war 1953 administrativ und gesellschaftlich vom Stalinismus geprägt. Nachdem die BSSR von den parteiinternen Kämpfen um die Nachfolge Stalins in besonderer Weise betroffen war, gelang es den Funktionären der belorussischen Parteiorganisation ab dem Sommer 1953, die Querelen in den eigenen Reihen zu beenden und damit die Republik politisch zu stabilisieren. Daran schloss sich in den 50er und 60er Jahren – gemessen an den Zielen – eine erfolgreiche Integration der BSSR in den sowjetischen Staatsverband an.

Von den öffentlichen Auseinandersetzungen um die „Geheimrede“ Chruščevs 1956 blieb auch die BSSR nicht verschont. Die Kritik innerhalb der Partei und auf den Betriebsversammlungen ging jedoch mitunter über den Personenkult hinaus. Abgesehen davon stellten die regelmäßig anstehenden Wahlen zu den Sowjets Projektionsfläche und Ventil für all diejenigen Sowjetbürger dar, welche aus unterschiedlichen Gründen mit ihren alltäglichen Lebensumständen unzufrieden waren.

Mit dem XXII. Parteitag von 1961 war hingegen der Aufbau der kommunistischen Gesellschaftsordnung unmissverständlich festgeschrieben worden. Jenseits derartiger ideologischer Postulate wurde der umfassende sozioökonomische Wandel in der BSSR mit Beginn der 60er Jahre immer greifbarer. Zumindest die belarussischen Städte profitierten von der Modernisierungspolitik Chruščevs. Aber grundsätzlich galt auch für das sowjetische Dorf der Anspruch, den Kommunismus innerhalb kürzester Zeit unwiderruflich zu verankern.

Neben der notorisch prekären Lage der Kolchoswirtschaften betraf dies in erster Linie die ländlich tief verwurzelten Religionsgemeinden. Nahezu alle Glaubensgemeinschaften auf dem Territorium der BSSR waren „dank“ der rigiden Chruščevschen Religionspolitik extremen Beschneidungen ihres öffentlichen Wirkens ausgesetzt. Aber gerade weil religiöses Brauchtum schon seit Jahrhunderten seinen festen Platz im lokalen Alltag hatte, und weil die Aktionsformen der einfachen Gläubigen auch weiterhin in aller Regel friedlich und unspektakulär daherkamen, kann man trotz mannigfaltiger staatlicher bzw. ideologischer Repression von einer religiösen Persistenz auf dem belarussischen Dorf sprechen.

Die Dissertation wurde 2011 von der Philosophischen Fakultät der „Friedrich-Schiller-Universität“ in Jena angenommen. Ihre Betreuung oblag Prof. Dr. Joachim v. Puttkamer (Jena) und Prof. Dr. Thomas M. Bohn (Gießen).

 

Corinne Geering

 Kontakt: corinne.geering(at)gcsc.uni-giessen.de
 
 

Biographie

 

Seit 10/2013

Stipendiatin am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus-Liebig Universität Giessen

9/2010-3/2013

Masterstudium in World Arts am Center for Cultural Studies, Slavische Sprach-, Literaturwissenschaften und Kulturphilosophie an den Universitäten Bern und Fribourg

10/2009-7/2010

Regierungs- und interuniversitäres Stipendium für zwei Auslandsemester an der Karlsuniversität Prag

10/2006-7/2010

Bachelorstudium in Philosophie, Theaterwissenschaft und Slavistischer Literaturwissenschaft an den Universitäten Zürich, Bern und Prag

 

Forschungsschwerpunkte

  • Kulturerbe und Erinnerungskulturen
  • Geschichte des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege
  • Kulturpolitik der Sowjetunion
  • Politische Transformation in Ost- und Mitteleuropa, Schwerpunkt Russland
  • Theorien des Transnationalismus
 

Promotionsvorhaben

Arbeitstitel: Re-Internationalising Soviet ‚World Heritage‘: The First UNESCO World Heritage Sites in the Russian Federation (1988-1994)

The practice of protecting and preserving cultural heritage has manifested itself as one of the most powerful symbolic instruments in contemporary identity politics. The initial emphasis on representing a national past was about to change when the international organisation UNESCO issued the World Heritage Convention in 1972, which acknowledged the universal value of certain sites as “heritage of mankind as a whole”. Ever since its inauguration, this claim of universality has been criticised for imposing a Eurocentric interpretation of heritage on the rest of the world. Both UNESCO in the “Global Strategy” (1994) and heritage scholars have addressed the global imbalance of inscriptions along the North-South divide and discussed alternative notions of heritage. However, the post-socialist states are fairly absent in these discussions despite the fact that the territory of the Soviet Union remained a blank space on the World Heritage map until the end of the Cold War. This dissertation project aims to integrate the post-Soviet area into the discourse on global heritage by analysing the inscription of the first World Heritage sites in the Russian Federation between 1988 and 1994.

Rather than partaking in UNESCO’s enterprise, the Republics of the Soviet Union had issued their own federal laws on the protection of cultural heritage as so-called museum-reserves (muzei-zapovedniki). These laws as well as publications by Soviet scholars perceived the museum-reserves to be an integral part of mirovoe kul’turnoe nasledie (eng. world cultural heritage) consistent with the Communist ideology. On the basis of primary material from regional Russian and UNESCO archives, this project asks why the USSR ratified the World Heritage Convention only in 1988 and how diverging interests of actors on the local, national and international level were negotiated in selecting the first Russian UNESCO World Heritage sites. Thereby, it seeks to analyse how the former Soviet notion of mirovoe kul’turnoe nasledie was re-evaluated and re-integrated into a new international setting as ‘World Heritage’. The abolition of Marxist-Leninist state ideology, the religious revival and intensified international collaboration shall be examined as major factors in this process of reinterpreting Russian cultural heritage.

 

Tobias Haberkorn

Biographie

Publikationen

  • (Post-)Jugoslawische Geschichtskultur: Ein Blick durch das Schlüsselloch, mit Saskia Pörtiget u.a. [pdf]
  • Kriegsverbrecherverfolgung in der SBZ und frühen DDR 1945–1950. Legenden, Mängel und Konflikte, in: Deutschland-Archiv10/2012. [mehr...]

Dissertationsprojekt

Museen bieten einen breiten Raum, in dem Kunst und Kultur, aktuelle Geschichtspolitik und Gesellschaftsausrichtung, institutionelles Handeln sowie auch öffentliches Engagement aufeinandertreffen und somit ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellen. Blickt man dabei auf die Museen der Sowjetunion im 20. Jahrhundert hat man in der Gegenwart vor allem die Museen des II. Weltkriegs (in Russland als Großer Vaterländischer Krieg betitelt) vor Augen.

In meinen Promotionsprojekt: „Emanzipation statt Revolution. Die sowjetische Museumskultur der 20er Jahre“ möchte ich mich den Anfängen des jungen sowjetischen Museumswesens widmen: Auf Basis der nach innen gerichteten Landeskundemuseen und der nach außen wirkenden historischen Ausstellungen soll eine historische Identitätsbestimmung vorgenommen werden. In das Spektrum der Untersuchung, die methodisch auf der kritischen Quellenanalyse und der empirischen Betrachtung und Analyse zur Rekonstruktion einzelner Ausstellungsaspekte fußt, fällt dabei zunächst der Blick auf das Volkskommissariat für Aufklärung und dessen Unterabteilungen sowie deren Wahrnehmungen und Deutungen der Fragen, was geschehen sollte mit dem historischen Kulturerbe der Zarenzeit und wie man dieses in der Zeitwahrnehmung der neuen modernen Gesellschaft verorten solle? Des Weiteren ist dabei den eigenen Möglichkeiten des praktischen Handelns der Landeskundemuseen in den Peripherien (anhand von regionalen Beispielen in Vitebsk/Belarus und Voronzeh/Russland) sowie den im Ausland vom Volkskommissariat für Aufklärung veranstalteten historischen Ausstellungen, nachzugehen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie der junge Sowjetstaat zur Vergangenheit des Zarenreiches stand, was er von dessen Kulturerbe bewahren und präsentieren wollte, und was es als wichtig in seiner Bedeutung für sich selbst in seiner Innen- und Außendarstellung einordnete.

Valentin Hemberger

 

Biographie

10/2009–07/2011

Bachelorstudium Geschichts- und Kulturwissenschaft (Hauptfach: Geschichte, Nebenfach: Fachjournalismus Geschichte) an der JLU Gießen
10/2010–09/2013 Studentische Hilfskraft des Historischen Instituts der JLU (Lehrstuhl Fachjournalismus Geschichte), des Graduiertenkollegs „Transnationale Medienereignisse von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart“ sowie des Gießener Zentrums Östliches Europa (GiZo)
10/2011–11/2013 Masterstudium Geschichte an der JLU Gießen
11/2013–09/2014 Wissenschaftliche Hilfskraft am Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) an der JLU Gießen
11/2013–12/2014 Koordinator des Graduiertenkollegs „Transnationale Medienereignisse von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart“ an der JLU Gießen
Seit 05/2015 Aushilfe der J. B. Metzler Verlag GmbH
Seit 01/2016 Bibliotheksangestellter der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart


Forschungsschwerpunkte

  • Geschichte der Weimarer Republik, Schwerpunkt Pressewesen
  • Geschichte der Sowjetunion (vor 1945)
  • Kommunismusforschung

 

Promotionsvorhaben

Arbeitstitel: Gedruckte Bilderwelten des Neuen Russlands. Die Darstellung der Sowjetunion in Illustrierten der Weimarer Republik, 1919-1933

Das Zusammenspiel aus sowjetischem Ereignisraum und medialen deutschen Darstellungs- und Konstruktionsräumen umfasst grundlegende Probleme und Konflikte deutsch-sowjetischer Kontakte und Kommunikation während der Weimarer Epoche. Dieser Prämisse folgend steht im Zentrum des geplanten Forschungsvorhabens die bildliche und textuelle Darstellung der Sowjetunion in Illustrierten der Weimarer Republik. Anknüpfend an deutsche Russlandbilder des 18. und 19. Jahrhunderts, entwickelte sich im Deutschland der 1920er Jahre eine ideologisch wie medial vielschichtige Widerspiegelung und Konstruktion der Sowjetunion. Verbunden durch die Stellung eines Parias innerhalb der Staatengemeinschaft nach dem Ersten Weltkrieg, wuchs in Weimar Deutschland das Interesse am sowjetischen Weg von einem agrarisch-halbindustriellen Land zum Experimentierfeld sozioökonomischer Modernisierungsprojekte unter der Hegemonie der Bolschewiki. Das revolutionäre Russland, seine Geschichte und bolschewistische Gegenwart zogen an, stießen ab, waren Versprechen und Drohung, je nach politischem Standpunkt des deutschen Betrachters.

Die (Fort-)Entwicklung des Sowjetunionbildes in der Weimarer Epoche wurde bisher unter verschiedenen Forschungsblickwinkeln und Methoden analysiert. Neben Forschungsarbeiten zu institutionellen und parteilichen Verknüpfungen – hier im Besonderen zum Verhältnis zwischen der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und der UdSSR – liegen unter anderem einige Werke neueren Datums zur Thematik der (intellektuellen) Sowjetunionreisenden vor. Unweit schwächer ist die Forschungslandschaft in Bezug auf die journalistische Berichterstattung aus und über die Sowjetunion aufgestellt: Neben einigen Standardwerken über namhafte Korrespondenten sind lediglich einzelne Untersuchungen zur Berichterstattung ausgewählter textdominanter Periodika auszumachen. In allen oben genannten Forschungsbereichen wird die Darstellung der Sowjetunion in einem höchst unzureichenden Maßstab von den Darstellungspolen Text und Bild ausgehend aufgeschlüsselt. Das Sowjetunionbild in Illustrierten der Weimarer Republik ist somit als wissenschaftlich ertragsversprechende Forschungslücke zu benennen. Dies gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass die Geschichtswissenschaft in Hinwendung zur florierenden Bildwissenschaft bilddominante Medien wie eben die Illustrierte als wertvolle soziohistorische Quelle (neu-)entdeckt und im Bereich der Illustriertenforschung – als einem Teil der interdisziplinär aufgestellten Bildwissenschaft – aktuell wesentliche methodische und inhaltliche Neuerungen zu verzeichnen sind.

Im Zentrum des hier skizzierten Dissertationsvorhabens stehen demnach die Rezeption und Verarbeitung der komplexen sowjetischen Realität durch und in bilddominierten Presseerzeugnissen der Weimarer Republik. Die dabei angestrebte Hinwendung zum Bild-Text-Komplex der Illustrierten soll als organische Weiterentwicklung und Ergänzung der vorhandenen Forschungsergebnisse in Bezug auf das/die zeitgenössische Russlandbild, die Berichterstattung über das Land und dessen Performanz fungieren.

Konrad Hierasimomicz

Biographie

 

Col 01 Col 11
seit 2010 Stipendiat der Leibniz Graduate School for Cultures of Knowledge in Central European Transnational Contexts
seit 2008 Promotionsvorhaben: belarussische Diskurse zur nationalen Geschichte und Identität im Web 2.0 (Marburg/Gießen)
2005-2009 studentische Hilfskraft am Herder-Institut in der Abteilung Literaturdokumentation (2009 wissenschaftliche Hilfskraft mit Abschluss)
2004 Praktikant im Projekt „Study Tours to Poland“ am Kolegium Europy Wschodniej in Wrocław
1999-2007 Studium der Soziologie, Informatik und Europäischen Ethnologie / Kulturwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg, Abschluss Magister Artium
Magisterarbeit: Auswirkungen des Internets auf die Identität und Selbstorganisation autochthoner Minderheiten am Beispiel der Sorben und Kaschuben
1978 geb. in Milicz (Woj. Niederschlesien, Polen)
 

Forschungsschwerpunkte

  • Wissenskulturen in den Neuen Medien (Schwerpunkt Geschichtskonstruktionen)
  • Minderheiten und Identitäten in Ostmitteleuropa
  • nationale Diskurse im ostmittel- und osteuropäischen Raum (Schwerpunkt Belarus)
 

Promotionsvorhaben

Arbeitstitel: Zwei Mal Belarus oder Belarus 2.0? Nationale Identitäts- und Geschichtsdiskurse in sozialen Medien

In den letzten zwei Jahrhunderten verbreitete sich das Modell der Nation und des Nationalstaates beginnend in Westeuropa und Nordamerika nahezu weltweit. Nicht nur staatliche Strukturen generierten anhand dieses komplexen Ideenkonstrukts der Moderne ihre Nationen. Einige von ihnen entstanden ausschließlich im Zuge der Bemühungen regionaler Eliten. War der diskursiv erzeugte Geschichtsmythos einer Nation gefestigt, diente er ihrer Legitimation und musste von nun an lediglich in Krisenzeiten aktualisiert werden. In Folge langjähriger institutionell organisierter Mentalitätenprägungen wurden die Prozesse seiner Konstruktion unkenntlich gemacht und schon bald teilten die meisten Menschen die Auffassung, sie seien Subjekte einer schon immer bestehenden nationalen Großgemeinschaft. Die Nationsidee wurde auf diese Weise, der Absicht des Nationalismus entsprechend, zu einem objektiv fassbaren Denkmuster – der nationalen Identität.
Belarus ist ein interessantes europäisches Gegenbeispiel. Die Konstruktionsversuche der belarussischen Nation begannen im ostmittel- und osteuropäischen Kontext relativ spät. Dennoch entwickelten ihre Akteure ein nicht minder schlüssiges System nationaler Mythen als die Vertreter der erfolgreich verlaufenen Nationalbewegungen. Die Eigenart der belarussischen Nationalbewegung bestand hauptsächlich darin, dass die Mehrheit ihrer Adressaten im kritischenZeitpunkt aus kulturell zivilisatorischen Aspekten nicht imstande war, die nationale Idee zu rezipieren. In den Wirrungen des 20. Jahrhunderts wechselten auf den belarussischen Gebieten mehrmals die politischen Systeme und mehrere Geschichtsdeutungen kamen zum Zuge, ohne sich in der breiten Gesellschaft vollständig zu etablieren. Heute verinnerlicht der Großteil der belarussischen Bevölkerung die offizielle, vom Präsidenten und seinen sorgsam ausgewählten Historikern entworfene Version der belarussischen Geschichte und Identität, einem Gemisch aus Westrussismus und (post)sowjetischer Geschichtsdeutung. Eine Minderheit vertritt dagegen die Ansicht, Belarus sei ein Nachfolgestaat des Großfürstentums Litauen mit all seinen als „demokratisch“ und „westeuropäisch“ gedeuteten Ausblicken und betrachtet die Auslegung des präsidialen Machtapparates als einen der Russifizierung dienenden Verrat an der Nation.
Mit der raschen Verbreitung des Internets, vor allem aber des interaktiv und kollaborativ orientierten Web 2.0, verfügen die Akteure des Geschichts- und Identitätsdiskurses über andere Möglichkeiten, als ihre Vorgänger. In der im Rahmen der Leibniz Graduate School for Cultures of Knowledge entstehenden Dissertation soll überprüft und hinterleuchtet werden, inwiefern der nationale Diskurs in dem neuen enträumlichten und entpersonalisierten Medium seinen erprobten Praktiken folgt und wie er neue Strategien und Betrachtungsweisen zulässt.

Professor Bohn fungiert als Zweitgutachter.

 

Birte Kohtz

Biographie

 

 

 

Dissertationsprojekt

Arbeitstitel: "Über Körper und Seelen. Konzeptionen von Ethnizität und Geschlecht in der Anthropologie und Psychiatrie des Russländischen Reichs"

 

Wie im Falle anderer europäischer Gesellschaften der Jahrhundertwende, so kann auch im Russländischen Fall von einer Phase des Umbruchs von Geschlechterkonstruktionen gesprochen werden – neben der in Russland bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Öffentlichkeit diskutierten „Frauenfrage“ konstatiert die jüngere Forschung zur russländischen Geschlechtergeschichte auch eine Veränderung von Männlichkeiten. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem multiethnischen Kontext, den das Russländische Imperium diesen Veränderungen verlieh, steht jedoch noch aus. 

Hier setzt das wissenschaftsgeschichtlich orientierte Projekt an, dessen Ziel es ist, die Formierung von Geschlechterkonzeptionen im ausgehenden Zarenreich mit einem Schwerpunkt auf Anthropologie und Psychiatrie zu erforschen. Dies bietet sich einerseits insofern an, als Wissenschaftler und Ärzte in besonderem Maße vom Dilemma einer „Krise der Männlichkeit“ betroffen waren, da sie sich als Mitglieder einer Expertenschicht weder an traditionellen Modellen ruraler Männlichkeit noch traditionellen adligen Modellen orientieren konnten. Zugleich erhoben die Wissenschaften von Körper und Seele des Menschen, wie es etwa D. Beer in seiner Auseinandersetzung mit dem russländischen Degenerationsdiskurs gezeigt hat,  durchaus einen Anspruch auf Deutungshoheit in den gesellschaftlichen und auch politischen Fragen, die das ausgehende Zarenreich erschütterten.

Von der Überlegung R. Connells ausgehend, dass Geschlecht, Ethnizität und innergesellschaftliche Machtbeziehungen einander bedingende Größen sind, fragt das Projekt in einem Dreischritt von „Beobachten, Beschreiben, Behandeln“ nach den verschiedenen Ebenen, auf denen Anthropologen, Ärzte und Psychiater in der Auseinandersetzung mit ihren „Forschungsobjekten“ oder Patienten durch Prozesse der Abgrenzung, Zuschreibung und Reflexion ethnospezifische Geschlechterkonzepte konstruierten. Dabei soll sowohl der entsprechende Diskurs des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts untersucht werden, wie in er  in fachwissenschaftlichen Zeitschriften, Monographien und Ausstellungen stattfand, als auch die Praktiken, durch welche dieses Wissen auf Expeditionen oder in psychiatrischen Krankenhäusern geschaffen wurde.

 

Artem Kouida

Kouida, Artem

Artem.Kouida@geschichte.uni-giessen.de | Projektangestellter

 

Artem Kouida

Artem Kouida

Historisches Institut, Osteuropäische Geschichte

Mitarbeiter des Projekts "Polesien als Interventionslandschaft.

Raum, Herrschaft, Technologie und Ökologie an der europäischen

Peripherie 1915-2015"

Otto-Behaghel-Str. 10, D-35394 Gießen, Haus D, Raum 210

[Sprechzeiten / aktuelle Mitteilungen]


Curriculum Vitae

Dissertationsprojekt

Publikationen

Forschungsschwerpunkte

  • Geschichte Weißrusslands nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Umweltgeschichte Osteuropas
  • Erinnerungskultur in Osteuropa
  • Geschichte der russischen Emigration

Dissertationsprojekt

Arbeitstitel: Die Melioration in der BSSR (1965-1991) – ein agrarwirtschaftlicher Fortschritt oder eine Umweltkatastrophe? Eine historische, ökologische und gesellschaftliche Retrospektive am Beispiel der weißrussischen Polesje.

Das Dissertationsprojekt untersucht die Melioration in der BSSR, die einen grundlegenden Meilenstein in der neuesten Geschichte Weißrusslands darstellt und einen der größten Umbrüche des Landes markiert. 1965 ließ der sowjetische Generalsekretär Leonid Breschnew auf dem Plenum des ZK der KPdSU in Moskau eine neue Land- und Dorfpolitik verkünden. Bereits im Mai 1966 legte Breschnew ein umfassendes Meliorations-Programm als eine notwendige Maßnahme zur Entwicklungsbeschleunigung des sowjetischen Agrarsektors vor, indem unter anderem eine großflächige Melioration der weißrussischen Sumpfgebiete beschlossen wurde. Durch die Planerfüllung und die Konzentration auf die schnelle Landgewinnung traten die ökologischen und sozialen Aspekte in den Hintergrund. Insgesamt wurden bis 1991 etwa 3 Mio. Hektar Sumpfgebiete trockengelegt, etwa 2 Mio. davon allein im Polesje-Gebiet. Die Modernisierung des bis dahin als rückständig geltenden Gebietes zog sowohl positive, als auch negative Wirkungen nach sich. Der Versuch der Angleichung des Dorfes an die städtische Lebensverhältnisse, die Intensivierung der Landwirtschaft und der Bau von neuen Kolchosen und Sowchosen bewirkten aber eine Veränderung der Flora und Fauna, der Bodenbeschaffenheit und der Lebensweise der dort ansässigen Bevölkerung.

Im Mittelpunkt der Untersuchung werden Parteibeschlüsse, Planvorgaben, Befehle, Berichte, Protokolle, angeordnete und durchgeführte Maßnahmen und Auswirkungen an Natur und der Bevölkerung stehen. Darüber hinaus wird der agrarwirtschaftliche Nutzen untersucht. Weiter ist der Frage der möglichen sozialen Protestbildung, einer ökologischen Protestbewegung und Reaktionen seitens der Regierungsorgane nachzugehen, wodurch ein umfassendes Bild von dem Meliorationsprogramm und dessen Umsetzung in Weißrussland entstehen soll.


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Artem Kouida

Katharina Kühn

Biographie

09/2014-10/2014 Stipendiatin am DHI in Moskau, Russische Föderation

Seit 10/2013

PhD Student/Doktorandin am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), JLU Gießen

10/2011 – 10/2013

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Slavische Literaturen und Kulturen, Prof. Dr. Dirk Uffelmann, Universität Passau

09/2007 - 06/2008 Sprachassistentin des Goethe-Instituts in Saratov, Russische Föderation
01/2007 - 06/2007 Erasmus-Studium an der University of Wales, Bangor, UK

2007-2011

Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung

2004-2011

Studium der Sprachen-, Wirtschafts- und Kulturraumstudien, angloamerikanischer und ostmitteleuropäischer Kulturraum an der Universität Passau. Abschluss: Dipl. Kulturwirtin

 

Forschungsschwerpunkte

  • Sowjetunion und Transformationszeit, Schwerpunkt Russland
  • Gender Studies
  • alternative/inoffizielle Kultur(en)/Diskurse und Dissens
  • Diskurs- und Ideengeschichte
  • Erinnerungskultur/Kulturen der Erinnerung

 

Publikationen

  • „Die Wiedergeburt religiöser Bildersprache in der russischen Lyrik Anfang des 21. Jahrhunderts“. Zeitschrift für Slavische Philologie 68, 2 (2011), 377-420. Übersetzung des Artikels v. Ilya Kukulin.
  • (in Vorbereitung) (Zus. mit Daniela Knodt, Anne König et. al.) „Kommunismus-Erinnerungen im russischen Internet“. Kommunismus-Erinnerungen in osteuropäischen Internet-Communities. Hg. v. Dirk Uffelmann u. Martin Schulze Wessel. Internetressource 2013.

Dissertationsprojekt

Gender under_ground – Feminismen und alternative Kultur aus dem spätsowjetischen Russland

“Whenever I address Western readers,

I feel I must clarify the meaning of the concepts used.”

(Posadskaja 1994: 164)

 

Mein Dissertationsprojekt geht von der Beobachtung aus, dass sich im Zuge der Transformation der 1980er bis 1990er Jahre – Perestrojka und Glasnost’ – westliche Organisationen und Institutionen in vielfältiger Weise um den postsowjetischen Raum, hier insbesondere Russland, bemühten: Stiftungen boten Gelder für NGO-Workshops, unterstützten lokale oder regionale Projekte und versuchten über persönliche Kontakte vor Ort, Strukturen der Zusammenarbeit auszubauen und im Zuge dessen zu vertiefen. Das Ziel des Engagements war die Förderung zivilgesellschaftlicher Bewegungen und Strukturen westlichen Vorbilds. Es ließ sich beobachten, dass sich durch die Transformation ein Experimentierfeld im ‚Dazwischen‘ öffnete und ‚Neu‘verhandlungen über Geschlecht und Geschlechterverhältnisse – vor allem mit deutlichem Bezug zu Fragen der Rolle von Frau(en) in der Gesellschaft, zu Weiblichkeit und Emanzipation – ausgetragen wurden. Auch hier wurden westliche Ohren auf die Debatten aufmerksam und versuchten unter anderem, theoretische (feministische) Texte für den Hochschulgebrauch zu übersetzen. Erst im Moment der Übersetzung kam jedoch die Frage auf, in welchen Gender-Kontext ihre Texte Eingang finden werden.

Mein Dissertationsprojekt schließt an diese Frage an, denn der Moment des ‚Widerstandes‘ bei der Übersetzung, der in den Texten und Diskussionen spürbar wird, gaben mir den Anstoß, zu diesem Thema weiter zu forschen. Beispielhaft dafür untersuche ich Debatten und Diskussionen zum Feminismus ‚zwischen‘ Ost und West und nehme dabei den russischsprachigen Diskurs in den Fokus. Neben dem ‚offiziellen‘ Sprechen über Frauen und Männer, fand das ‚alternative‘ Sprechen über Geschlecht im russischsprachigen Raum ab den späten 1970er Jahren vor allem in samizdat- und tamizdat-Publikationen (samizdat als Selbstverlag, tamizdat als ‚Dort‘verlag, als Publikation im Ausland) seinen Anfang und bewegte sich seitdem zwischen den offiziellen und inoffiziellen Bereichen des Sagbaren. Ich werde daher der Frage nachgehen, wie sich durch die entstehende Transformation (und darüber hinaus) das Sprechen über Geschlecht verändert hat, wie hier ‚alternative‘ Konzepte und Vorstellungen von Weiblichkeit, auch eines Feminismus fern des sozialistischen Staatsfeminismus, verhandelt wurden und worauf die These eines – wenn vorhandenen – ‚russischen‘ Feminismus verweist.

Meine Arbeit versucht, inhärente Logiken und Strukturen des Sprechens offen zu legen sowie Konvergenzen und Divergenzen zwischen den ‚Lagern‘ herauszuarbeiten und das Nicht-Sagbare (wie Homo- und Bisexualität, die Frage nach ‚alternativen‘ Weiblichkeiten und Männlichkeiten) in diesem scheinbar heteronormativen Diskurs um Geschlecht zu thematisieren. 

Neben einem diskursanalytischen Ansatz und einer postkolonialen Lesart des entstehenden postsowjetischen Raums rückt der Begriff der kulturellen Übersetzung dabei ins Zentrum meiner Arbeit. Es soll hier der Versuch gewagt werden, der Komplexität des feministischen Diskurses im Zustand einer vielleicht ‚vermeintlichen‘ gleichzeitigen Ungleichzeitigkeit gerecht zu werden.

Robert Maier

Biographie

1953

Geboren in Wallerstein, Bayern

1973-1980

Studium der Fächer Geschichte, Russisch, Politik und Pädagogik an der Philipps-Universität Marburg. Abschlüsse: 1. Staatsexamen in Russisch und Politik, Erweiterungsprüfung in Geschichte

1981/82

Referendariat am Studienseminar Bensheim. Abschluss: Zweites Staatsexamen

1989

Promotion zum Dr. phil. im Fachbereich Osteuropäische Geschichte an der Philipps-Universität Marburg. Thema: Stachanovismus

1990/91

Wissenschaftliche Bearbeitung eines DFG-Projekts unter Leitung von Prof. Dr. Hans Lemberg, Lehraufträge

1991-1994

Wissenschaftlicher Angestellter am Seminar für osteuropäische Geschichte an der Philipps-Universität Marburg, Lehraufträge

Seit 1994

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig, Zuständigkeitsbereich: Ostmittel- und Osteuropa, binationale Schulbuchkommissionen.

Seit 2008

Leiter des Arbeitsbereichs „Das europäische (Schul)Haus“

 

Forschungsschwerpunkte

  • Stalinismus, Stachanovismus, sowjetische Frauenbewegung
  • Geschichtsdidaktik
  • Internationale Schulbuchforschung
  • Akustisches Gedächtnis
 

Publikationen (Auswahl)

  • Die Stachanov-Bewegung 1935-1938. Der Stachanovismus als tragendes und verschärfendes Moment der Stalinisierung der sowjetischen Gesellschaft. Franz Steiner Verlag Stuttgart 1990 (Quellen und Studien zur Geschichte des östlichen Europa, Bd. 31).
  • Stalinismus. Die zwanziger Jahre. Wiesbaden 1990 (Schriftenreihe der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, Bd. 3).
  • (Hrsg.): Tschechen, Deutsche und der Zweite Weltkrieg. Von der Schwere geschichtlicher Erfahrung und der Schwierigkeit ihrer Aufarbeitung. Verlag Hahnsche Buchhandlung Hannover 1997.
  • Sovety zhen as a Surrogate Trade Union. Some Remarks on the History of Activist Women (dvizhenie obshchestvennits) in the USSR during the 1930s, in: Kevin McDermolt and John Morison (Edition): Politics and Society under the Bolshewiks. MacMillan Press LTD Houndmills u.a. 1998, S. 189-198.
  • Zusammen mit Ursula A.J. Becher, Włodzimierz Borodziej (Hrsg.): Deutschland und Polen im zwanzigsten Jahrhundert. Analysen – Quellen – didaktische Hinweise. Verlag Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001. Der Band erschien zugleich in einer Sonderausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2001 (Nachdruck 2002, 2003 und 2004). Eine koreanische Ausgabe des Buches wurde 2002 in Seoul herausgebracht.
  • Stichwort „Korenizatsya“. In: Encyclopedia of Russian History, vol. 2, ed. by James R. Millar, Macmillan Reference, New York 2004, S. 771-772
  • Learning about Europe and the World. Schools, Teachers and Textbooks in Russia after 1991. In: The Nation, Europe, and the World. Textbooks and Curricula in Transition, ed. by Hanna Schissler and Yasemin Soysal, Berghan Publishers, New  York u.a. 2005, S. 138-162.
  • Zusammen mit Elisabeth Erdmann und Susanne Popp (Hrsg.): Geschichtsunterricht international. Bestandsaufnahme und Visionen / Worldwide Teaching of History. Present and Future / L’enseignement de l’histoire dans le monde. Bilan et visions, Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2006.
  • Zusammen mit A.O. Čubar’jan (Hrsg.): Istorija Germanii XX veka v novom izmerenii: istočniki, statistiki, chudožestvennye dokumenty. Posobie dlja učaščichsja srednych i staršych klassov škol, gimnazij, liceev, studentov, učitelej [Geschichte Deutschlands im zwanzigsten Jahrhundert in Quellen und Dokumenten. Lehrmaterial für Schüler der   Mittel- und Oberstufe, für Studenten und Lehrer]. Moskau: Olma Press 2008
  • (Hrsg.): Istorična osvita. Evropejs’kij ta ukraïns’kij dosvid. Vikladannja nacional’noï istoriï v školach Central’noï i Schidnoï Evropi [Geschichtsunterricht. Europäische und ukrainische Erfahrungen. Nationalgeschichte im Geschichtsunterricht in Ostmitteleuropa]. Kiïv: K.I.S. 2010.
  • (Hrsg.): Akustisches Gedächtnis und Zweiter Weltkrieg. Göttingen: V&R unipress 2011.
 

Habilitationsprojekt

Arbeitstitel: Frauen im Stalinismus (1935-1941). Die Formierung des Mitläufertums im Zeichen der „Frauenbewegung“.

Das Vorhaben versteht sich als ein Beitrag zur Analyse der Massenbasis des Stalinismus. Es reiht sich somit ein in das Bemühen, den Stalinismus, verstanden als ein sozialökonomisches System, in seinen gesellschaftlichen Konturen besser sichtbar zu machen. Der Populismus des Stalinschen Systems setzte das Mitläufertum zumindest weiter Teile der Bevölkerung voraus. Motive, Interessen, Mobilisier- und Steuerbarkeit solcher Bevölkerungsgruppen sollen am Beispiel der Kolchosbäuerin und der Hausfrau untersucht werden. Vor dem Hintergrund eines bemerkenswerten ökonomischen, sozialen und bildungsmäßigen Aufstiegs von Frauen einerseits und der „reaktionären Wende“ in der Familienpolitik andererseits, können konkurrierende Integrations- und Unterwerfungsstrategien von „oben“ und (Frauen)Bewegung von „unten“ in ihrem Zusammentreffen beobachtet und zu Aussagen über das Gesamtsystem verarbeitet werden. Die Untersuchung stützt sich auf Archiv-Recherchen und die Auswertung zeitgenössischen Schrifttums, v.a. von Periodika.

Julian Mühlbauer

Biographie

10/2004-01/2010     Universität Regensburg, Magisterstudiengang Geschichte und Russische (Ostslavische) Philologie

04/2006-01/2010     Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung

10/2007-09/2009     Studentische Hilfskraft am Institut für Geschichte der Universität Regensburg

seit 04/2010             Justus-Liebig-Universität Gießen, Promotionsstudiengang Osteuropäische Geschichte

05/2010-11/2010     Stipendiat der Justus-Liebig-Universität Gießen

12/2010-02/2011     Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes

03/2011-02/2012     Stipendiat der Justus-Liebig-Universität Gießen                    

03/2012-04/2012     Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes

05/2012-04/2013     Stipendiat der Justus-Liebig-Universität Gießen 


 

Dissertationsprojekt

Kommunikation und Partizipation im „Entwickelten Sozialismus“ (1960er-1980er Jahre). Das sowjetische Eingabewesen unter besonderer Berücksichtigung der Wohnungsfrage in der Belorussischen SSR

Die Ära Brežnev – in sowjetischer Selbstwahrnehmung auch als Übergang zum „entwickelten Sozialismus“ bezeichnet – wird in der Retrospektive gemeinhin mit dem Ende der „Tauwetter“-Periode assoziiert und als eine Zeit der „Restalinisierung“ umschrieben. Während die ökonomische Entwicklung zumeist als stagnierend bezeichnet wird, soll die politische Führung einen Balanceakt zwischen gesteigerter Aufrüstung und der Suggestion wachsenden Lebensstandards praktiziert haben. Für den Alltag der Bevölkerung sei ein Rückzug ins Private charakteristisch.

Ob und inwieweit die sowjetische Bevölkerung in den 1960er und 1970er Jahren tatsächlich von der Partizipation am gesellschaftlichen und politischen Leben Abstand nahm oder sich an der Diskussion und Rezeption politischer Wandlungsprozesse beteiligte, ist bislang jedoch unzureichend erforscht. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach Kommunikationsformen und Strategien zur Durchsetzung individueller und kollektiver Interessen und Bedürfnisse, die von den Bürgern in Anspruch genommen und angewandt wurden.

Als Quellen sollen Beschwerden, Anträge und Eingaben der Bürger an Partei- und staatliche Instanzen dienen, die als Selbstzeugnisse Aufschluss über Lebensrealitäten, Sorgen und rhetorische Strategien von Individuen geben können und häufig gerade die Störung des Alltags aufschlussreich beschreiben.

Neben der Intention der Staats- und Parteiführung gilt es, nach der Rolle zu fragen, die Eingaben in der sowjetischen Alltagspraxis der 1960er und 1970er Jahre spielten. Welche Akteure griffen in welchen Fällen auf Eingaben zurück? Lässt sich die hohe Zahl der verfassten Eingaben als Beleg für hohe Partizipationsbereitschaft der Bevölkerung verstehen? Lassen sich Relationen zwischen gehäuft artikulierten Topoi und konkretem Handeln der Autoritäten im Bereich der politischen oder legislativen Reglementierung bestimmter Lebensbereiche nachweisen? Lassen sich Widersprüche zwischen artikuliertem Anspruch und praktischer Handhabung durch die Staats- und Parteiführung erkennen?

Die Unzufriedenheit breiter Teile der Bevölkerung konzentrierte sich ab der Mitte des letzten Jahrhunderts im Besonderen auf eine Frage: Die Unterversorgung mit Wohnraum und dessen mangelhafte Qualität wurde zum entscheidenden sozialpolitischen Problem. In erster Linie sollen daher Eingaben zur „Wohnungsfrage“ den Quellenkorpus bilden.

Als Untersuchungsraum dient die an der westlichen Peripherie der UdSSR gelegene Belorussische Sozialistische Sowjetrepublik. Hier setzten die rapide Industrialisierung und die damit einhergehende Urbanisierung erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Infolgedessen und aufgrund des Zerstörungsgrades der belorussischen Städte war die Wohnungsfrage hier von besonderer Brisanz.

 

Vorträge

11/2010

Vortrag im Kolloquium Osteuropäische Geschichte der Justus-Liebig-Universität Gießen. Thema: Eingabewesen in der Sowjetunion.

10/2010

Vortrag im Kolloquium zur Osteuropäischen Geschichte der Georg-August-Universität Göttingen. Thema: „Betreff: Eingabe“ – Alltagskonflikte und öffentliche Meinung im Spiegel des sowjetischen Petitionswesens (zusammen mit Prof. Dr. Bohn, JLU Gießen).

06/2010

Vortrag „Vorschläge, Eingaben und Beschwerden der Sowjetbürger (1964-1982) als historische Quelle“ beim internationalen wissenschaftlichen Seminar „Historische Quelle und Probleme der russischen Geschichtswissenschaft“ der Kazaner Föderativen Universität.

12/2009

Vortrag „Die Ära Brežnev zwischen Konflikt und Konsens – Kommunikation und Partizipation im Spiegel des sowjetischen Eingabewesens“ im Kolloquium zur Osteuropäischen Geschichte der Universität Bielefeld (zusammen mit Prof. Dr. Bohn, JLU Gießen).

Elisavetha Slepovic

Biographie

1984

Geboren in Minsk, Belarus

2001-2006

Studium der Psychologie an der Europäischen Humanistischen Universität/ Belarussischen pädagogischen Staatsuniversität in Minsk. Abschlüsse: B.A./Dipl.-Psych.

2006-2008

 

 

Seit 10/2008

 

 

Studium der Interkulturellen Kommunikation, Europäischen Ethnologie und Politikwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Elitemasterstudiengang „Osteuropastudien“). Abschluss: M.A.

Doktorandin am Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie der LMU München bei Prof. Dr. Klaus Roth (LMU München) und Prof. Dr. Thomas Bohn (JLU Gießen). Dissertation zu: „Blat in Sowjetweißrussland nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1991)“ wird durch den Schroubek-Fonds Östliches Europa gefördert

Seit 04/2009

Wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt „Krankenmorde in Belarus 1941-1944“, Universität des Saarlandes

 

Forschungsschwerpunkte

  • Belarus nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Alltagsgeschichte/Sozialismus in Ost- und Südosteuropa
 

Publikationen

  • Täterdarstellung an Gedenkorten: Ein Vergleich zwischen Deutschland und Russland am Beispiel der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen und des Gedenkfriedhofes Levašovo, St. Petersburg. In: Elisabeth Beckmann u.a. (Hg.): Medien der Erinnerung. Osteuropastudien. Jahrgang 2006-2008, München 2007, S. 43-50.
  • Blat – „Vitamin B“ im sozialistischen Weißrussland? Gesellschaftskritik in der Satirezeitschrift Woschyk. In: Thomas M. Bohn/Viktor Shadurski (Hg.): Ein weißer Fleck in Europa ... Die Imagination der Belarus als Kontaktzone zwischen Ost und West, Bielefeld 2011, S. 183-191.
 

Dissertationsprojekt

Arbeitstitel: "„Blat“ in Sowjetweißrussland nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1991)."

Das Dissertationsprojekt untersucht das Phänomen des Blat, das sich in der UdSSR und insbesondere in der Weißrussischen Sozialistischen Sowjetrepublik (BSSR) während der kommunistischen Herrschaft entwickelte. Der Terminus Blat war im sowjetischen Alltagjargon tief verankert und kann als eine Umschreibung für Beziehungen, informelle Netzwerke oder Austausch von Gefälligkeiten verstanden werden. Angesichts der einzigartigen Entwicklung Sowjetweißrusslands nach dem Zweiten Weltkrieg, gekennzeichnet u. a. durch rasante Industrialisierung und demographische Veränderung, ist die Untersuchung der Rolle des Blat aufschlussreich für das bessere Verständnis der weißrussischen Nachkriegsgesellschaft. Es stellt sich die Frage, ob sich Wesen, Bedeutung und Rolle des Blat in der weißrussischen Gesellschaft während des Untersuchungszeitraums veränderten und welche Blat-Strategien sich je nach Geschlechts-, Alters- und Schichtzugehörigkeit herausbildeten. Darüber hinaus soll sich zeigen, welche Gesellschaftsgruppen in der BSSR am stärksten vom Blat profitiert haben und inwiefern die Katastrophe in Tschernobyl der weiteren Aufwertung des Blat in der BSSR förderlich war. Leitfadeninterviews mit Zeitzeugen und die Auswertung ausgewählter Printmedien und Archivalien bilden die empirische Basis.

 

Bernhard Unterholzner

seit 11/2009 Promotionsvorhaben am Bereich Osteuropäische Geschichte des Historischen Instituts sowie Stipendiat am Graduiertenkolleg Transnationale Medienereignisse der Justus-Liebig-Universität Gießen
seit 01/2015 Buchprojekt: Das Friedrich-Engelhorn-Haus der BASF in Ludwigshafen. Hochhausbau der deutschen Nachkriegsmoderne zwischen internationalen architektonischen Einflüssen, Unternehmensrepräsentation und städtischem Wahrzeichen.
03/2014-12/2014 Verlagsmitarbeiter bei weissbooks, Frankfurt am Main
WS 2011/2012 Übung: Von der Schmähschrift zur Tele-Revolution. Stationen einer Mediengeschichte des östlichen Europa, Bereich Osteuropäische Geschichte des Historischen Instituts der Justus-Liebig-Universität Gießen
11/2009-10/2012 Stipendiat am Graduiertenkolleg Transnationale Medienereignisse der Justus-Liebig-Universität Gießen
10/2007-09/2009 Masterstudium Osteuropastudien mit Schwerpunkt Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München
09/2008-03/2009 Auslandssemester am History Department der Central European University / Köszép-Európai Egyetem Budapest
10/2002-03/2006 Bachelorstudium Europäische Medienwissenschaft an der Universität Potsdam, Fachhochschule Potsdam und der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolff Babelsberg
 

Publikationen

  • Aufsatz: Romantische Allianzen: Gefährlicher Sex und kontingente Liebe in True Blood, in: Michael Dellwing/ Martin Harbusch (Hg.), Vergemeinschaftung in Zeiten der Zombie-Apokalypse: Gesellschaftskonstruktionen am fantastischen Anderen, Wiesbaden 2014.
  • Aufsatz: Vampire im Habsburgerreich, Schlagzeilen in Preußen. Wie Mythen zu politischen Druckmitteln werden, in: Christoph Augustynowicz/Ursula Reber (Hg.), Vampirismus und magia posthuma imDiskurs der Habsburgermonarchie, Wien/Berlin/Münster 2011, 89-104.
  • Vortrag: Tracing Translation: Vampires, Media, Enlightenment, Konferenz Vampires: Myths of the Pastand the Future, Institute of Germanic & Romance Studies, University of London, London 2.-4. November 2011.
  • Vortrag: Der Vampir erscheint; oder auch nicht. Ein Versuch über das „Ununsichtbare“, Workshop Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit, Gesellschaft für Medienwissenschaft, Potsdam 27. -28. Mai 2011.
  • Vortrag: Transhuman transmediality; Vampire-media networks in True Blood. Jahreskonferenz der Popular Culture Association of America, San Antonio 20.-23. April 2011.
  • Vortrag: Vampire im Habsburgerreich – Schlagzeilen in Preußen. Aufklärung und Aberglaube in öffentlichen Debatten des 18. Jahrhunderts, Konferenz Vampirismus und magia posthuma im Diskurs der Habsburgermonarchie im 18. und 19. Jahrhundert, Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien, Wien 2.-4. Juli 2009.
 

Dissertationsprojekt

Arbeitstitel: Medienereignis, Kollektivsymbol, Grenzgänger. Verortungen des Vampirismus in Diskursen des 'Anderen'.

Vampire erscheinen als allgegenwärtige Figur in kultureller Produktion und Mythologie westlicher Gesellschaften. Neben der Omnipräsenz des Vampirs ist seine andauernde Verankerung und beständige Wiederkehr bemerkenswert. Bereits 1732 sorgten europaweit Berichte einer Habsburgischen Untersuchungskommission für Aufsehen, denen zufolge vermeintlich wiedergehende Untote in serbischen Dörfern aus ihren Gräbern stiegen und ihr Unwesen trieben.

Diese Berichte von der Habsburgischen Militärgrenze bildeten den Kristallisationspunkt eines Medienereignisses, in dessen Verlauf zahlreiche Schriftstücke produziert wurden und im Diskurs zirkulierten, womit die Diskursgemeinschaft der Schreibenden ein erstes Quellenkorpus des Vampirismus anlegte. Dieses Medienereignis führte die 'sogenannten vampyrs' in die Mythologie des modernen Westens ein, wobei die öffentlich in Magazinen, Traktaten und Salons ausgetragene Debatte unter reger Beteiligung von Theologen, Philosophen, Medizinern sowie eines 'curieusen' Publikums die Wiedergänger rasch zur Beispielfigur eines spezifisch osteuropäischen Aberglaubens erklärte.

Schon in diesen frühen Interpretationen des Vampirismus zeigte sich, dass es weniger um adäquate Deutungen des Phänomens ging, sondern die Figur des Vampirs durch die einfach handhabbare Griffigkeit ihrer Kernmotivik sich als Metapher an diverse Diskurse anschliessen ließ. Spätestens als Voltaire in seinem Dictionnaire philosophique einen Artikel zum Vampir als blutsaugenden Ausbeuter einfügte, konnte eine Tradition einsetzen, welche die ursprünglichen Texte zwar zur Kenntnis nahm, aber letztlich nur einzelne Elemente aus dem Motivkomplex herauslöste.

Indem die Autoren der Romantik den aktenkundigen Vampir als Beweis anführten, um ihren Geschichten größere Authentizität zu verleihen, wandten sie die Schriften des 18. Jahrhunderts gewissermaßen gegen sich selbst: Aus der Diskussion um den Aberglauben der serbischen Bevölkerung und den Schlüssen, warum der Vampir ein Hirngespinst sein muss, wird ein Archiv, dessen Existenz allein bereits die Existenz des Wesens nahelegt.

Dabei eignete sich der Vampir aufgrund seiner vielfachen Grenzüberschreitungen dazu, sowohl Sehnsüchte nach einem Überschreiten der Ordnung, als auch Ängste vor einer Auflösung der Ordnung zu formulieren. Insofern ist die Figur eine paradigmatische Verkörperung des von Michel Foucault angeregten Konzepts des „Anderen“, das sich demnach in Traum, Orient, sexuellen Verboten und Wahn niederschlägt.

Vampirismus erscheint nicht nur als Grenzfigur in den 'mental maps', mit denen sich Europäische Zentren eine spezifische, unter der Dichotomie aufgeklärt/rückständig verhandelte kulturelle Geographie vorstellen. Die Grenzprobleme betreffen auch die nachmesmeristischen Naturphilosophien, die Leben und Tod eher als Kontinuum denn als scharfe Grenze auffassen; umgekehrt werden die literarischen Vorstellungen von Vampirismus in der Psychiatrie und Kriminalistik des ausgehenden 19. Jahrhunderts als Symbol der absoluten Grenzüberschreitung gesetzt, als perverses Syndrom aus diversen Paraphilien. In der Psychoanalyse wiederum wurden die Volkssagen, auch jene der Vampire, als Fundus des Unbewussten entdeckt.

Insofern beschränken sich die Anschlüsse nicht allein auf literarische und filmische Bearbeitungen, auch wenn diese eine wichtige Schnittstelle für andere Diskurse darstellten. Damit verbunden findet sich der Vampir jedoch auch in politischer Metaphorik, in verschwörungstheoretischen Logiken, in nationalökonomischen Pamphleten, in kriminalistischen Abhandlungen, in der forensischen Psychiatrie, der Sexualwissenschaft und in weiteren Disziplinen, die anhand vampirischer Symbolik gesellschaftliche Grenzen beschrieben.

Diese drei untereinander verflochtenen Stränge, (1) das Medienereignis, seine Mechanismen und seine Nachwirkungen, (2) das darin generierte wuchernde Kollektivsymbol und die Vorstellungswelten historischer Subjekte sowie (3) die Schnittstellen, Grenzen und Ordnungen der Diskurse, die den Vampir bearbeiten und ordnen, dienen als Leitlinien, anhand derer die Geschichte des Vampirs verfolgt werden soll.

Albert Weber

Weber, Albert

Albert Weber

Historisches Institut, Osteuropäische Geschichte, Professur für Geschichte Osteuropas, DFG-Projekt: Vlad Tepes Dracula. Herrscherbiographie und Tyrannenlegende.

 Tel. (Sekretariat): 0641/99-28251

 

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Biographie

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Forschungsschwerpunkte

  • Digital Humanities
  • Geschichte der Donaufürstentümer und Siebenbürgens im Spätmittelalter
  • Geschichte des Films in Südosteuropa
  • Quelleneditionen
  • Historiographiegeschichte

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Publikationen

Herausgeber:

Adrian Gheorghe, Albert Weber (Bearb.): Corpus Draculianum: Die Überlieferung aus dem Osmanischen Reich. Postbyzantinische und osmanische Autoren. Hg. von Thomas M. Bohn, Adrian Gheorghe, Albert Weber. Harrassowitz: Wiesbaden 2013 (= Corpus Draculianum Band 3).

Bibliographie deutschsprachiger Periodika aus dem östlichen Europa. 3 Bände. Teil 1: Zeitungen und Zeitschriften. Teil 2: Volkskalender, Almanache und Jahrbücher im östlichen Europa. Teil 3: Fachliteratur. Institut für Ost- und Südosteuropaforschung: Regensburg 2013 [Online-Publikation]. 

 

Aufsätze:

Die griechisch-katholische Kirchenunion in Alba Iulia. In: Religiöse Erinnerungsorte in Ostmitteleuropa. Hg. von Joachim Bahlcke, Stefan Rohdewald, Thomas Wünsch. Berlin 2013, S. 939-953. 

Die „Schwarze Kirche“ in Kronstadt. In: Religiöse Erinnerungsorte in Ostmitteleuropa. Hg. von Joachim Bahlcke, Stefan Rohdewald, Thomas Wünsch. Berlin 2013, S. 302-312.

Digitizing Banat's cultural heritage. concepts and potential of a regional digitization strategy. In: Pathts to Belonging. Constructing Local Identity in Banat by Means of Monuments, Cultural Heritage and Historiography. Ed. by Vasile Docea. Baden-Baden 2016, S. 75-96. [Online-Publikation]

Cezar din Florenţa, calamarii şi valahii. Un izvor inedit despre o perioadă nedocumentată din a doua domnie a lui Vlad Ţepeş [Caesar von Florenz, die Tintenfische und die Walachen. Eine unedierte Quelle über eine unbekannte Episode aus der zweiten Herrschaft Vlads des Pfählers] (zus. mit Adrian Gheorghe). In: Studii şi Materiale de Istorie Medie 34 (2016), S. 61-72.

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Dissertationsprojekt

Arbeitstitel: „Vlad Ţepeş Dracula. Herrscherbiographie und Tyrannenlegende“

Ziel des Projekts ist die Analyse der Motoriken nach denen der politische und moralische Status von Akteuren des middle ground durch die sie umgebenden Gewaltnetzwerke verhandelt wird. Fallbeispiel ist die von Zeitgenossen und literarischer Nachwelt als Anomalie wahrgenommene spätmittelalterliche Herrschergestalt Vlads der Pfählers, genannt „Drăculea“. Der Woiwode der Walachei (1448, 1456-1462, 1476), der Jahrhunderte später als Vorbild für Bram Stokers blutdürstenden Vampirgrafen (1897) herhalten musste, ging über die ihm zugedachte passive Vasallenrolle zwischen dem Königreich Ungarns und dem Osmanischen Reich entschieden hinaus: Einerseits versuchte er sein autoritäres Regime gegenüber den etablierten Eliten durchzusetzen, andererseits seine Souveräne Matthias Corvinus und Mehmed II. in einen umfassenden Krieg zu verwickeln, an dessen Ende eine neue geopolitische Lage die Walachei zu einer Regionalmacht und zur Speerspitze der Reconquista des Balkans machen sollte.

Trotz Aufsehen erregender Militäraktionen des Woiwoden, der als einziger Herrscher und als Orthodoxer dem Kreuzzugsaufruf von Papst Pius II. folgte und ins Osmanische Reich einfiel, ließen sich die Netzwerke seiner christlichen Nachbarn nicht mobilisieren; Vlad wurde gefangen genommen, politisch ausgeschaltet und sowohl von Ungarn als auch Osmanen als „Monstrum“ propagandistisch diffamiert, um den politisch-militärischen Kontrollverlust an einen aus ihrer Sicht unkontrollierbaren middle ground-Akteur zu verhindern. Beide Seiten projizierten ihre negativsten Stereotypen auf den zuvor von ihnen jahrelang protegierten walachischen Herrscher und verhandelten somit implizit über einen Wertekonsens die Regulierung und Deeskalation des bedrohlichen Konflikts.

Vlads Tyrannenbild entwickelte schließlich im Laufe der folgenden Jahrzehnte eine eigene kulturelle Dynamik und wurde von mehr als hundert Künstlern, Chronisten und Literaten rezipiert, teilweise positiv umgedeutet und weiter verbreitet, womit er zu einer der streitbarsten Herrschergestalten des europäischen Spätmittelalters wurde. Aufgrund seiner nationalistischen Instrumentalisierung im modernen Rumänien und seiner Kommerzialisierung im Westen fehlen allerdings nach wie vor grundlegende Forschungsbeiträge. Um diese auch jenseits der als Dissertation vorgesehenen monographischen Forschungsarbeit unterstützen zu können, sollen während des Projekts zusätzlich zwei Editionsbände mit den europäischen Quellen zu Vlad dem Pfähler zusammengestellt werden.

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Volker Wirtgen

Promotion

Volker Wirtgen hat seine Dissertation zum Thema "Stetigkeit und Veränderung in der Ost- und Deutschlandpolitik. Die Diskussion über eine Neuorientierung des ost- und deutschlandpolitischen Kurses in der CDU/CSU von 1958 bis 1969" abgeschlossen. Herr Prof. Bohn war Zweigutachter der Dissertation.

Weber, Albert