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Professur Südosteuropa

Bacali, Miruna

Bacali, Miruna

Bacali, Miruna
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Biographie

Abstract des Promotionsvorhabens

Europaentwürfe: Positionierungen der rumänischen Literatur nach 1989


Mit dem Fall der kommunistischen Diktatur 1989 und der entsprechenden gesellschaftlichen Öffnung entwickelt sich rumänische Literatur zu einem idealen Schauplatz für die Konstruktion von Europaentwürfen. Die Debatte um kulturelle Werte und Orientierungen intensiviert sich und findet vor allem neue Ausdruckswege, und so gewinnt – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des EU-Beitritts – die Frage an Bedeutung, wie und weshalb sich Rumänien nun innerhalb Europas (neu) zu positionieren habe. Die „Rückkehr“[1] gestaltet sich aber etwas komplexer als erwartet; nach dem Systemwechsel drängen sich zunächst einmal alte kognitive Landkarten in den Vordergrund:

 

Mit der Proklamierung kommunistischer Staaten in der gesamten nicht-westlichen Welt nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die jahrhundertealte kulturelle und religiöse Dimension der Okzident-Orient Dichotomie durch die vorwiegend politische Bipolarität des Kalten Krieges überschattet. Bald nach dem Niedergang der kommunistischen Regimes in Osteuropa und der daraus resultierenden Neudefinition der geopolitischen Ordnung als das Ende der Geschichte (Fukuyama 1992) – oder der Suche nach politischen Alternativen zur neoliberalen Globalisierung – erfuhr sie jedoch neuen Aufschwung. Für osteuropäische Gesellschaften bedeutete dies nicht nur die erneute Etikettierung als politisch, wirtschaftlich und institutionell ruckständig gegenüber dem Westen, sondern auch die Rückkehr zu den alten geographischen Unterteilungen von Zentral-, Nord-, Südeuropa und dem Balkan […].[2]

 

Dass vor diesem Hintergrund auch Literatur einer gewissen Politisierung unterliegt und sich dadurch zum Schauplatz für Verhandlungen der europäischen Zugehörigkeit Rumäniens entwickelt, erscheint wenig überraschend. Preisgekrönte Autoren wie Mircea Cărtărescu argumentieren gegen „einen fieberhaften Wiederaufbau des Eisernen Vorhangs der europäischen Kultur“ [3] und betonen die kulturelle Zusammengehörigkeit der europäischen Länder, statt eine Einteilung in Ost-, Mittel- und Westeuropa anzunehmen.

 

Anhand theoretischer Ansätze aus dem Bereich der postkolonialen Forschung (Mignolo, Bhabha), des spatial turn (v.a. Bachmann-Medick) der literarischen Europaforschung (Ette, Kraume, Lützeler) sowie der Weltliteratur (Thomsen, Helgesson, Edmond) fragt das vorliegende Projekt danach, wie rumänisch(sprachig)e[4] Kulturschaffende Europa und europäische Zugehörigkeit definieren und sich selbst verorten. Analysiert werden Texte, die (mit einigen wenigen Ausnahmen[5]) nach 1989 verfasst wurden: Romane, Theaterstücke, programmatische Essays, journalistische und publizistische Texte.

 

Die Autorinnen und Autoren, die im Fokus der Arbeit stehen, setzen sich zum einen mit der Frage nach der Verortung Rumäniens innerhalb Europas intensiv auseinander (wie im Falle Mircea Cărtărescus und Adrian Marinos) und fungieren als Bezugsgrößen innerhalb der literarischen Landschaft Rumäniens. Zum anderen sind sie durch ihre Herkunft und/oder Exilerfahrung weniger national verhaftet (Norman Manea, Herta Müller), was ihrer Position innerhalb der rumänischen Literatur eine Ambiguität verleiht, von der aus Europaentwürfe eine andere Wertigkeit erhalten. Dabei beeinflusst ihr mehrdeutiger Blick auch die rumänische Literatur insgesamt: Kulturschaffende mit transnationalen und/oder mehrsprachigen Biographien machen deutlich, dass bestimmte Narrative der Zugehörigkeit nicht mit den üblichen, oft als Binome gefassten Kategorien analysiert werden können und dafür entsprechende Termini nötig sind. Die Beziehungsgeflechte, Positionierungskonstellationen und Kommunikationsprozesse zwischen Rumänien und Europa sind durchaus komplex und müssen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden.

 

Zudem findet sich das Motiv „Europa“ neben philosophisch-intellektuellen Debatten auch in den literarischen Werken selbst wieder. Schriftsteller, die Europa zum Thema ihrer Romane machen, sind Dumitru Țepeneag mit Hotel Europa und Ion D. Sîrbu mit Adio, Europa! (Lebewohl, Europa!). Welche literarisch-ästhetische Verfahren nutzen die Autoren und welche Vorstellungen von Europa bringen sie auf diese Weise zum Ausdruck? Mit welchen Koordinaten können diese literarischen Europaentwürfe beschrieben werden – was sagen sie über das Verhältnis Rumäniens zu Europa aus?

 

Die enthusiastische Hinwendung zu Europa als geistig-kulturellem Bezugsrahmen ist keinesfalls die einzige Positionierung unter rumänischsprachigen Intellektuellen. Globalisierung, Standardisierung, Verlust christlich-nationaler „Identität“, wirtschaftliche Ausbeutung sind nur einige Motive, die in Zusammenhang mit der EU-Integration heraufbeschworen werden. Wie schlägt sich diese Europaskepsis auf literarischem Gebiet nieder? Wie argumentieren Perspektiven, die Europa nicht als ersehnte geistige Heimat wahrnehmen, zu der es zurückzukehren gilt, sondern als Ort enttäuschter Hoffnungen oder gar Bedrohung?

 

Von Belang ist ebenfalls, inwieweit nicht nur das Verhältnis Rumäniens zu Europa überdacht, sondern auch Europa als kulturelles Konstrukt neu konzeptualisiert werden kann  oder sogar muss. Welche neuen Konstellationen ergeben sich aus dem multiperspektivischen und mehrsprachigen Zugang der Autorinnen und Autoren, der traditionelle Kategorien sprengt? Wie verändert der Blick von seinen Rändern Europa? Wie können vor dem Hintergrund aktueller Phänomene wie Migration, Mehrsprachigkeit und Globalisierung zeitgemäße Europaentwürfe aussehen – wie knüpfen rumänische Literaturschaffende daran an und wie denken sie Europa (neu)? Und schließlich: Kann Europa überwunden werden?

 


[1] Der von Adrian Marino koordinierte Band Revenirea în Europa [Die Rückkehr nach Europa] widmet sich in einer Reihe von Beiträgen explizit dieser Frage. Es handelt sich um eine Textsammlung von rumänischen Intellektuellen und Fachleuten; die meisten Beiträge argumentieren auf der kulturellen bzw. politisch-ideologischen Ebene, die wirtschaftlichen Aspekte spielen eine untergeordnete Rolle.

[2] Boatcă, Manuela: Wie weit östlich ist Osteuropa? Die Aushandlung gesellschaftlicher Identitäten im Wettkampf um die Europäisierung. In: Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006, Teilbd. 1. und 2. Hg. von Karl-Siegbert Rehberg, Frankfurt a. M. : Campus 2008, 2231-2239, 2235.

[3] Im Original: “a feverish rebuilding of European culture’s Iron curtain”.  Moraru, Christian: Beyond the Nation. Mircea Cărtărescu’s Europeanism and Cosmopolitanism. In: World Literature Today, Vol. 80, No. 4 (Jul. - Aug., 2006), 41-45, 43 – Moraru zitiert an dieser Stelle aus Cărtărescus Pururi tânăr, înfășurat în pixeli [Für immer jung, in Pixel eingewickelt].

[4] Die Literatur Herta Müllers kann nicht ohne weiteres als „rumänisch“ bezeichnet werden, vor allem weil in Rumänien selbst diese Zuschreibung ethnozentrisch definiert wird. Dennoch ist der Großteil von Müllers Schriften während ihres Lebens in Rumänien entstanden und bleibt stark auf den rumänischen Kontext bezogen. Zudem beeinflusste die rumänische Sprache mit ihren spezifischen Ausdrucksmöglichkeiten und Bildwelten auch Müllers Schreiben. Die Literatin behauptete zudem, dass das Rumänische in ihren Werken „immer mitschreiben würde“. Diese sind nur einige Gründe, warum Müller in diesem Projekt ihren Platz hat – auch wenn die Bezeichnung „rumänisch“ im Titel möglicherweise nicht eins-zu-eins auf sie zutrifft.

[5] Ion D. Sîrbus (1919-1989) Roman Adio, Europa! entstand bereits 1986, konnte jedoch zu der Zeit nicht veröffentlicht werden. Ein paar Monate nach dem Tod des Schriftstellers im September 1989 ging der Roman schließlich in den Druck.


Đureinović, Jelena

Jelena Đureinović

Jelena Đureinović
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Biography

Since 10/2015

Lecturer, Department of Eastern European History, Justus Liebig Universität, Gießen

Since 10/2014

PhD Candidate in Modern and Contemporary History at the International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus Liebig Universität Gießen

09/2013 - 06/2014

Master of Arts in Nationalism Studies, "with distinction", Nationalism Studies Department, Central European University, Budapest, Hungary

10/2005 - 06/2010

Bachelor of Arts, Department of Media Studies, Faculty of Social Sciences and Humanities, University of Novi Sad, Serbia

Memberships

  • Association for the Study of Nationalities (ASN)
  • Research Network Transnational Memory and Identity in Europe, Council for European Studies, Columbia University

Research focus

  • Cultural memory studies
  • Contemporary history of Southeastern Europe
  • Transformation processes in the post-Yugoslav space

PhD Project

The research analyzes how the Second World War and its actors have been remembered in the post-Yugoslav space with a particular focus on contemporary Serbia. The project centres on the concept of collective memory as proposed by Wulf Kansteiner (2002), which is a result of the interaction among intellectual and cultural traditions which serve as frames for the representations of the past, memory makers, and memory consumers. In this sense, the research examines the correlation between the general pluralization and national fragmentation of memory in the post-Yugoslav space, state-sanctioned memory politics on the Second World War and its reception within the contemporary Serbian society.

Filipović, Stefan Trajković

Biography

Since 10/2015

PhD candidate in East European History at the International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus Liebig University Giessen

10/2012 – 12/2014

University of Belgrade, Faculty of Philosophy, Department of History, MA in History

09/2011 – 06/2012

Central European University, Department of Medieval Studies, MA in Medieval Studies (with “distinction”)
10/2006 – 03/2011

University of Belgrade, Faculty of Philosophy, Department of History, BA in History

Research Interests

  • Southeast European history
  • Post-medieval representations
  • Figures of memory
  • Narrative Analysis
  • Cults of Saints / Hagiographies

PhD Project

The project explores the usage of medieval past in modern Southeast Europe, focusing on the post-medieval representations of royal sainthood since the nineteenth century. The project aims to approach the topic through a case-study of St. Prince Vladimir of Dioclea (c. 990 – 1016). The backbone of St. Vladimir's post-medieval representations is his hagiography, first published in 1601 within the Realm of the Slavs by Mauro Orbini. After 1601 his representations multiplied and spread across the region (especially in the areas of modern Albania, Bulgaria, Macedonia, Montenegro and Serbia). Crucial changes took place in the nineteenth century when Vladimir’s representations entered romantic literature, scholarly analyses and disputes as well as political discourses and their quests for legitimacy. Today, Vladimir is reinvented as an allegedly ancient tradition. However, it is difficult to speak of continuity, especially of a millennium-long continuity. By examining the saint’s post-medieval representations through a combination of memory studies approaches and narrative and discourse analysis, the project aims to contribute to the research field of royal sainthood in the Southeast Europe – a phenomenon that proved to be a powerful political, social and cultural mobilization force, both in the region and in the broader European context. The case-study of St. Vladimir appears as a good basis for approaching the topic due to the trans-national character of the post-medieval constructions related to him. Furthermore, most of the source material informing us about th saint originated in modern times without impeding the perception of him as medieval, making him a post-medieval memory par excellence.

Gerykova, Alexandra

Biographie

10.2017-10.2020

2010 - 2011 Studienaufenthalt in Israel an der Hebräischen Universität in Jerusalem
2005 - 2012

Mehrere Aufenthalte in Marokko zur Forschung der jüdisch-arabischen Beziehungen

2008

Magisterabschluss an der Goethe Universität in Frankfurt am Main

2001 - 2008

Studium der Orientalistik, Vergleichenden Sprachwissenschaft und Ostslawischen Philologie an der Goethe Universität in Frankfurt am Main

1995

Abitur in Prostejov, Tschechien

Forschungsinteressen

  • jüdisch-christlich-muslimische Beziehungen im transosmanischen Kontext
  • Geschichte der sephardischen und ashkenazischen Juden

Projektbeschreibung

Mit der transimperialen Zirkulation neuer Identitätskonzepte veränderten sich die Selbstverortungen von Juden und ihren Nachbarn im osmanischen Palästina. Wichtige Faktoren, die dazu beitrugen, waren die recht gut, aber oft isoliert erforschte Festigung nationaler Identitäten, die sich aber gerade als Effekte kaum untersuchter transosmanischer Mobilitätsdynamiken in enger Wechselwirkung miteinander entwickelten. Dynastisch-imperiale Loyalität stand in Russland wie im Osmanischen Reich einem Aufgreifen nationaler Diskurse gegenüber. Dies zeigte sich etwa in der zionistischen Ausrichtung auf einen zu gründenden jüdischen Staat in Palästina.

Das Projekt im Rahmen des SPP "Transottomanica" untersucht Debatten zu jüdischer Identität in der durch transosmanische Migration insbesondere aus Russland und den (ehemals) osmanischen Gebieten Südosteuropas wachsenden Bevölkerung zwischen Jaffa/Tel Aviv und Jerusalem. In translokalen Konstruktionen des nahen und fernen “Anderen” wurden kollektive Selbstentwürfe aller sozialen Gruppen neu definiert. Gesellschaftliche Rückkoppellungseffekte nach dem Ankunftsmoment in Palästina werden der neueren Migrationsforschung entsprechend ins Zentrum gerückt. Im Rahmen des Projekts werden hebräische, bzw. russische und ladino Texte bearbeitet, die in der wechselseitigen Beobachtung kollektive Identität jüdischer Migranten (Ashkenazim und Sephardim) entwarfen, Beziehungen zu Arabern und Christen beschrieben und die christlich-jüdischen Auseinandersetzungen in Russland aus der Ferne beobachteten. Diese Studie untersucht transregionale Debatten einer Gesellschaft, die immer stärker zur Migrationsgesellschaft wurde. Neben neuen nationalen blieben mit dem erneuerten osmanischen Patriotismus  imperiale Netzwerke bis in den Ersten Weltkrieg gültig. Mit dem Bezug auf das Teilungsgebiet Polens in Russland und auf das osmanische Palästina verbindet das Projekt für Transottomanica zentrale Regionen im für das Schwerpunktprogramm mithin zentralen Übergang zu post-osmanischen, nationalen und globalisierten Strukturen vom Ende des 19. Jh. bis 1925.

Koseva, Petya

Biographie/Biography

Since 10/2016 PhD Candidate in South-East European History at the International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus-Liebig-Universität Gießen
10/2013–09/2015 Master of Arts in History of the Bulgarian Revival and Memory at Sofia University “St. Kliment Ohridski” (Bulgaria)
10/2009-07/2013 Bachelor of Arts in History at Sofia University “St. Kliment Ohridski” (Bulgaria); Specialization in Bulgarian history from the 15th to the 19th centuries

 

Forschungsschwerpunkte/Research focus

  • History of the Bulgarian lands and the Ottoman Empire
  • Nationalism, national memory and identity
  • Crime and punishment in the nineteenth century

Dissertationsprojekt/PhD Project

Working title: “Prisoner for the Nation. Bulgarian Convicts in Ottoman Prisons”

The research project is focused on Bulgarian convicts in Ottoman prisons, mainly from the period between the second quarter of the nineteenth century and the establishment of the Bulgarian national state in 1878. The project has three problems at its centre: the conflict between empire and nation, the perception of national activists about what crime is, and the role of Ottoman prisons for the construction of Bulgarian national heroes and martyrs.

The nineteenth century in Europe was deeply marked by the ideas of nations and nationalism. These ideas spread across the continent and influenced people of various cultural and ethnic backgrounds. New perceptions led to new understandings about what a righteous political order should look like and this incited struggles for the establishment of new state formations. In a nation-centred world, multinational empires, such as the Ottoman state, turned into a common enemy whose destruction was seen as a prerequisite for success.

Prison became the main penalty measure of modernity and this trend found its way to the Ottoman Empire, too. Many of the Bulgarians who took part in the national movements were sent to prison at some point of their lives, due to activities which were in contradiction with the imperial laws. Prison, as being a key instrument of the Ottoman authorities for maintaining control over problematic subjects, was used for coping with national activists and it thus turned into a battlefield on which empire and nation collided. Revolutionaries and their companions were violators of law in the eyes of the Ottoman state but this did not stop them from following the principle of the goal justifies the means. When the nation is considered a value, and the national state – a most righteous demand, the definition for what crime is becomes blurred. In the practice, this resulted in questioning the competence of the Ottoman rulers to determine what is right and wrong, as well as to impose punishments. After defining the Ottoman prison as a point of conflict between empire and nation, the research will seek to explain how the discrepancy of views on crime and punishment turned the imperial prison from a source of suffering into a source of national symbolism for the Bulgarian national memory.

Kuhn-Deutscher, Gina

Biographie

Since 10/2016 Research Fellow at the Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES)

Since 10/2014

Doctoral candidate at the Historisches Institut, Osteuropäische Geschichte, JLU-Gießen

09/2009-09/2011

MA studies in European Studies (track: Central and Eastern European Studies) at the Centre for European Studies, Jagiellonian University, Kraków, Poland

Thesis title: “Poland’s 1968 Anti-Zionist Campaign in the American Jewish Press”

09/2004-06/2008

BA studies in Slavic Languages and Literature (track: Polish), Northwestern University, Evanston, USA.

Thesis title: “The End of the World in Plural: Tadeusz Konwicki and the Minor Apocalypse Cycle”

Forschungsschwerpunkte

  • Polish-Jewish relations post-1945
  • Poland under communism
  • Censorship
  • Politics of memory

Promotionsvorhaben

Arbeitstitel: "Poland’s Jewish History in the Education Policy of the Government and Communist Party in the Time of the People’s Republic of Poland: Creating Historical Memory, 1945-1989"

Jews have made Poland their home for centuries, creating a thriving and unique civilization that flourished here for nearly a millennium. While historically enjoying significant cultural and religious autonomy, even if often viewed as an alien Other by the majority Polish society, the Jewish presence and experience in Poland had a major impact on the country and its people. By 1939, Poland’s Jewish population stood at 3.5 million, constituting 10% of the population. Nearly 90% of Polish Jewry was murdered in the Holocaust, and the centuries-old civilization was wiped out. Most of those who survived the Second World War quickly left the country, and those few who remained tended to be highly assimilated. As a result, for the first time in centuries Poles had little to no contact with Jews. Knowledge of Jews and the Jewish presence in Poland would be obtained not from personal contact and experience, but rather through secondary means – stories told by the generation born before the war and, most importantly, in school as part of the history curriculum. However, like many other historical topics, the history of the Jews in Poland was subjected to manipulation and censorship by the communist government. This censorship, both in terms of what was omitted and what was considered acceptable, shaped the worldviews of at least two generations of Poles vis-à-vis Polish-Jewish history and continues to deeply impact the ongoing Polish-Jewish dialogue begun in the second half of 1980s and continued after the fall of communism in 1989.

This thesis will examine how the history of the Jews was presented in textbooks in the People’s Republic of Poland (PRL). Through analysis of the content of textbooks and school curricula, lesson plans and supplementary materials, and examining materials obtained from the archives of the Główny Urząd Kontroli Prasy, Publikacji i Widowisk (GUKPPiW), the thesis will show how Poland’s centuries-long Jewish history was taught (and often not taught) in the PRL, and thus how Pole’s historical memory of the Jewish presence in Poland was shaped by official government policies. The work will be written in English and will be the first in-depth analysis of this topic either in Polish or English.

Research on this topic will help add to the scholarship on Polish-Jewish topics post-1945, an area that requires much further and in-depth study. Generally, scholarly interest in Polish-Jewish studies is directed toward the pre-war and wartime eras, examining the times when there was a significant Jewish presence on Polish soil and how it was destroyed by the Germans during the war. It must be emphasized that the communist era played a key role in shaping contemporary Polish understanding of Jewish history in Poland as well as its impact on the ongoing Polish-Jewish dialogue. By focusing on textbooks and the censorship archives, I hope to show how historical memory was created through education and censorship. This in turn will help advance the Polish-Jewish dialogue by helping identify, understand and address gaps in knowledge and combat stereotypes and misconceptions created by the communist education system.

Tuncor, Hülya

Hülya Tuncor

Hülya Tuncor
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Biographie

Seit 10/2017

Stipendiatin des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks

Seit 05/2016

Doktorandin an der Justus-Liebig-Universität Gießen

06/2014

M.A. Arbeit „Die Darstellung jüdischer Transnationalität in der Weimarer Republik am Beispiel der Central-Verein-Zeitung: Blätter für Deutschtum und Judentum“
10/2010 – 06/2014 Master of Arts an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Studium der Global History
05/2009 - 09/2009 Tutorin für die Grammatik der arabischen Sprache, Georg-August-Universität Heidelberg
10/2007 - 10/2010 Bachelor of Arts an der Georg-August-Universität Göttingen, Studium der Geschichte und Islamwissenschaft/Arabistik

Forschungsinteressen

  • Global History
  • Mediengeschichte
  • Memory Studies
  • Minderheitengeschichte

Dissertationsprojekt

Arbeitstitel: "Die Rezeption des Eichmann-Prozesses in der türkischen Printmedienlandschaft"

Ziel dieser Arbeit ist die Analyse der Rezeption des Eichmann-Prozesses in der türkischen Printmedienlandschaft zur Untersuchung der Herausbildung einer transnationalen Holocaust-Erinnerung im Zeitalter der Globalisierung. Die Relevanz dieser Thematik liegt in der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Holocaust, welche aus einer postkolonialen Forschungsperspektive erfolgt und somit eine wissenschaftliche Auseinandersetzung beginnend von den Rändern Europas anstrebt. Im Bereich der Holocaustforschung eignet sich die Türkei in besonderem Maße, da weder die Geschichte der türkischen Juden, die dem Holocaust zum Opfer gefallen sind, noch die nationale Auseinandersetzung der Türkei mit ihrer eigenen Geschichte im Rahmen einer Partizipation an einem internationalen Diskurs über Menschenrechte in Form des Eichmann-Prozesses innerhalb der politischen Blockbildung, untersucht worden ist.