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Dissertationsvorhaben

Abstract zum Dissertationsvorhaben

Materialgestütztes Schreiben als Lernformat für StudienanfängerInnen

(Arbeitstitel, Stand Juni 2017)

von Anjuli W. Preis-Hahn

 

 

„Für jemanden, der lesen und schreiben kann, ist es eine der häufigen und wichtigen praktischen Anforderungen: Man greift auf verschiedene Materialien zurück, um zu einem bestimmten Thema zu einem bestimmten Zweck an einen oder mehrere Adressaten zu schreiben.“ (Feilke/Lehnen/Rezat/Steinmetz 2016, 3).

 

Gegenstand, Hintergrund, Fragestellung und Ziel

Gegenstand des Dissertationsvorhabens ist das materialgestützte Schreiben. Dieser seit 2012 in die Bildungsstandards der Allgemeinen Hochschulreife integrierten Aufgabentyp soll die Förderung wissenschaftlicher und beruflicher Schreibstrategien und –kompetenzen unterstützen. (vgl. Feilke/Lehnen/Rezat/Steinmetz 2016, 7). Eine besondere Anforderung des materialgestützten Schreibens stellt die Fähigkeit dar, heterogene Materialien sinnvoll zu nutzen, um einen eigenen kohärenten Text zu produzieren (vgl. Feilke 2017, 92). Die Verwendung unterschiedlicher Materialien steht dabei also besonders im Vordergrund. So umfassen materialgestützte Schreibaufgaben typischerweise nicht nur Texte, sondern auch nicht-lineare Quellen wie Grafiken, Tabellen, Bilder oder Videos. In einigen Berufsfeldern (z.B.: Journalismus), aber auch in den Wissenschaften gehört diese Form des intertextuellen und intermedialen Schreibens zum Alltag.

Durch die Einführung des Aufgabentyps „materialgestütztes Schreiben“ in das schulische Schreiben wird also das Schreiben zu und mit unterschiedlichen Quellen und Medien bereits in den Sekundarstufen I und II angebahnt. SchülerInnen sollen dadurch möglichst früh mit einer intertextuellen und intermedialen Schreibpraxis und den darauf bezogenen Anforderungen der systematischen Lektüre und Erschließung heterogener Quellen wie auch der Konzeption, Planung und Formulierung eigener Texte vertraut gemacht werden. „Textinhalte aktiv auswählen, miteinander verknüpfen, über sie reflektieren und in eine eigene Sprache überführen“ (Philipp 2017, 14) sind also typische Kompetenzen, welche das materialgestützte Schreiben fördert. Dadurch, und durch die thematische Einbettung und Situierung der Schreibaufgaben, wird neben der Lese- und Schreibkompetenz also auch das fachliche Lernen gefördert (vgl. ebd. 13-14). Kennzeichnend für die Textproduktion sind darüber hinaus neue Zieltextsorten und Gattungen, die nicht mehr nur das klassische schulische Repertoire von Berichten, Erörterungen, Inhaltsangaben etc. bedienen. Daraus erwächst insbesondere die Anforderung der Vermittlung und des Erwerbs domänenspezifischer Textprozeduren (vgl. Feilke 2017, 93-94; vgl. Schüler 2017, 37-38). Wenn das materialgestützte Schreiben also vor allem propädeutische Funktionen erfüllt und so unter anderem auf das wissenschaftliche Schreiben an der Hochschule vorbereiten möchte, dann lässt sich fragen, inwiefern sich der Aufgabentyp auch für Studienanfängerinnen und Studienanfänger eignet, um (sanftere) Übergänge vom schulischen zum akademischen Schreiben zu schaffen.

Verschiedene Studien zum Erwerb wissenschaftlicher Textkompetenz haben gezeigt, dass Studierenden besonders in der Anfangsphase teils grundlegende Kompetenzen zur Bearbeitung wissenschaftlicher Schreibaufgaben fehlen, und dass sie daher den Anforderungen und Ansprüchen, die das universitäre Umfeld an sie und ihre Arbeit stellt, nicht gerecht werden können (vgl. z.B. Pohl 2007, Steinhoff 2007). Ziel dieser Arbeit ist daher die Entwicklung, Implementation und Erprobung materialgestützter Schreibaufgaben vor allem in den Anfangssemestern, da StudienanfängerInnen von ihren schulischen Erfahrungen mit dem materialgestützten Schreiben profitieren und somit einen leichteren Zugang zur wissenschaftlichen Schreibpraxis und ihren Prozeduren finden können. Die Arbeit geht der Frage nach, ob und wie dieser neue Aufgabentyp – in studienrelevante Kontexte eingebettet und mit wissenschaftlichen Materialien angereichert – als Schnittstelle zwischen dem schulischen und dem wissenschaftlichen Schreiben fungieren kann.

 

Datenerhebung & -auswertung

Geplant ist die Erhebung studentischer Texte, die durch eine Bearbeitung materialgestützter Schreibaufgaben mit vorranging sprachwissenschaftlichen Schwerpunkten entstehen. Von Interesse sind dabei nicht nur die in authentischen Lernsituationen erhobenen endgültigen Textprodukte, sondern auch der Entstehungs- und Entwicklungsprozess der Texte. Dazu wird ein didaktisches Setting entwickelt, in dem die Materialien schrittweise bearbeitet und besprochen werden.

Die Auswertung der Daten richtet sich auf folgende übergeordnete Fragen:

(1) Wie gehen Studierende mit den Anforderungen des materialgestützten Schreibens um?

(2) Welchen Einfluss nimmt (schreib)begleitende Lehre dabei auf die Kompetenzentwicklung der Studierenden?

(3) Kann das materialgestützte Schreiben für die Studierenden einen erleichterten Einstieg in das wissenschaftliche Arbeiten bieten?

 

 

 

Literatur

Feilke, Helmuth (2017): Materialgestütztes Schreiben. In: Baumann, Jürgen/ Kammler, Clemens/ Müller, Astrid (Hrsg.): Handbuch Deutschunterricht. Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens. Seelze: Kallmeyer, 92-95.

 

Feilke, Helmuth/ Lehnen, Katrin/ Rezat, Sarah/ Steinmetz, Michael (2016): Materialgestütztes Schreiben lernen. Grundlagen, Aufgaben, Materialien. Sekundarstufe I und II. Braunschweig: Schroedel.

 

Philipp, Maik (2017): Materialgestütztes Schreiben. Anforderungen, Grundlagen, Vermittlung. Weinheim: Beltz.

 

Pohl, Thorsten (2007): Studien zur Ontogenese wissenschaftlichen Schreibens. Tübingen: Max Niemeyer.

 

Schüler, Lisa (2017): Materialgestütztes Schreiben argumentierender Texte. Untersuchungen zu einem wissenschaftspropädeutischen Aufgabentyp in der Oberstufe. Baltmannsweiler: Schneider.

 

Steinhoff, Torsten (2007): Wissenschaftliche Textkompetenz. Sprachgebrauch und Schreibentwicklung in wissenschaftlichen Texten von Studenten und Experten. Tübingen: Max Niemeyer.