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Albrecht Dürer, Brief an Willibald Pirckheimer, Venedig, 8. März 1506 / Duerer, Letter to Pirckheimer, 1506

Albrecht Dürer an Willibald Pirckheimer in Nürnberg 
Venedig, 8. März 1506

Textgrundlage: Albrecht Dürer: Schriftlicher Nachlass. Herausgegeben von Hans Rupprich. Erster Band. Berlin 1956, Seite 47-48, Brief Nr. 4.
Einrichtung: zeichen- und zeilengetreu nach der Edition; Silbentrennungen aufgehoben. v" = v mit Trema; w" = w mit Trema.
Bearbeitung: Thomas Gloning, 03-12-2005
Kommentare: Rupprich (s.o.), in den Anmerkungen (hier nicht wiedergegeben); Heike Sahm, Dürers kleinere Texte, Tübingen: Niemeyer 2002, S. 60ff. (mit weiterer Literatur).
Copyright: You may use this digital text for research, personal and non-profit purposes only. Make sure that you do not violate copyright laws of your country. Do not remove this header from the file.
URL: http://homepage.univie.ac.at/thomas.gloning/dsn1-b04.htm (03-12-2005)
Siehe auch: http://homepage.univie.ac.at/thomas.gloning/etexte.htm#duerer


Dem ersamen weisen her Wilbolt Pirkamer zw
Nörnberg, meinem günstigen herrn.

Mein willigen dienst zw [vor], liber her Pirkamer.
Jch schik vch hÿ ein ring mit eim saffir, dornoch
jr mir eillencz geschriben hand. Vnd jch hab jn         {5}
nit ee mügen zw wegen pringen, wan jch pin dÿ
zwen dag stettix mit eim guten gesellen gangen,
den jch verlant hab, zw allen den goltschmiden
tewczsch vnd welsch, dÿ jn gantz Fenedich send,
vnd haben parungan gemacht, aber kein gefunden         {10}
dem geleich vnd vm sollich gelt. Wan durch gros
pit hab jch jn kawft vm 18 dugaten vnd 4 marczell
von einem, der jn selber an der hant hatt getragen,
der mÿr jn zw dienst geben hatt, wan jch gab zw
fersten, jch wolt mir jn selber. Vnd als bald jch jn         {15}
kawft hett, do wolt mir ein tewczscher goltschmid
3 dugaten zw gewin geben haben, der jn pey mir
sach. Vnd dorum hoff jch, er werd vch wollgefallen.
Wan jder man spricht, es seÿ ein gefundener
stein, er seÿ jm Tewczschland 50 fl. werd. Doch         {20}
wert jr woll innen, ob sy wor sagen oder ligen.
Jch verste mich nüt dorv"ber. Jch hett zum ersten
ein amatisten kawft, vermeinett von einem guten
frewnt, vm 12 dugaten, der hett mich beschissen,
wan er was nit sibner werd. Also tetigten doch gut         {25}
gsellen dorczischen, daz jch jm den stein wider geb
vnd ein essen fysch tzalte. Do was jch fro vnd nam
bald mein gelt wider. Vnd als mir gut frewnt den
rÿng gerechnett haben, so kumt der stein nit vill
höher den vm 19 fl. rheinsch, wan er wigt vngefer         {30}
5 fl. an golt, daz jch dannocht nit v"ber ewer czill
pin getretten, alss jr schreibt: "von 15 fl. pis jn
20 fl." Aber der anderen stein hab jch noch nit
künen khawffen, wan man fint sÿ selten geleich zw
samen. Aber jch will noch allen fleis an keren. Sy         {35}
sprechen, daz jr jm Tewczlant sollich schlecht narnwerg
wolfeyler find, vnd sunderlich jtz jnn Franckfurter
mes, den jm Welschland. Sy füren sollich
ding als mit jn hin aws. Vnd sunderlich mit dem
jaczingenen krewczle haben sÿ mein gespott, do         {40}
jch von 2 dugaten sagett. Dorum schreibt mir bald,
wÿ jch mich dormitt halten soll. Jch hab an eim ort
erfaren, ein gutz demunt püntle, weis noch nit, wÿ
jm gelt. Daz will jch ewch kawffen pis awff weitter
geschrift. Wan dÿ schmarall sind as tewer als jch all         {45}
mein dag ein ding gesehen hab. Es mag einer gar
leicht ein emmechtix steinle haben, er achtz vm 20
oder 25 dugaten etz.

Jch halt gantz dorfür, jr habt ein weib genumen.
Schawt nun, daz jr nit ein meister v"ber kumt. Doch         {50}
seÿt jr weis genug, wen jrs prawcht.

L[iber] h[er] P[irkamer], Endres Kunhoffer lest
ewch sein dienst sagen. Er wirt vch jn mitler tzeit
schreiben vnd pit vch, jr wölt, obs not wer, jn
gegen den herren verantworten, so er nitt zw         {55}
Badaw will beleiben. Er spricht, es sey der ler
halben gantz nix vür jn etc.

Vnd pitt ewch, czürnd nit, daz jch ewch dy stein
nit all awff dis moll schick, wan jch habs nit künen
zw wegen pringen.         {60}

Dÿ gesellen sagen mir awch, jr solt den stein awff
ein newe folig legen lassen, so sech der stein noch
als gut, wan der ring jst alt vnd dÿ foly verdorben.
Awch pit jch ewch, sprecht zw meiner muter,
daz sy mir schreib vnd daz sy jr selbs gütlich thw         {65}
etc.

Hÿ mit last mich ewch befolhen sein. Geben czw
Venedich am anderen sundag jn der Fasten jm
1506 jor.

Grüst mir ewer gesind.         {70}

Albrecht Dw"rer.


tg, 03-12-2005