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Artikelaktionen

Prof. i.R. Dr. Erwin Leibfried

 

Die Seiten von Prof. Dr. Leibfried werden von der Arbeitsstelle Holocaustliteratur gepflegt.

 

Erwin Leibfried (1942–2019)

Der Fachbereich „Sprache, Literatur, Kultur“ und das Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität trauern um Prof. i.R. Dr. Erwin Leibfried, der am 01.08.2019 nach schwerer Krankheit verstarb.
Prof. i.R. Dr. Erwin Leibfried wurde 1942 geboren, nach dem Abitur im Jahre 1961 studierte er die Fächer Philosophie, Psychologie, Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft und Leibeserziehung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Nach seinem Lehramtsexamen in Deutsch und Sport im Jahre 1966 wurde er 1969 in Mainz mit einer Arbeit über „Hermeneutik und Interpretation als Voraussetzungen einer Ontologie des literarischen Kunstwerks“ promoviert. Danach war er an der Universität Mainz als Assistenzprofessor tätig, bis er 1973 dem Ruf an die Justus-Liebig-Universität folgte, wo er bis 2006 die Professur für Allgemeine Literaturwissenschaft mit den Schwerpunkten Hermeneutik und Ästhetik bekleidete.
In seiner über 30 Jahre währenden Tätigkeit für die Justus-Liebig-Universität und einer umfangreichen Lehr- und Publikationstätigkeit begründete bzw. leitete Prof. Dr. Leibfried mit den „Gießener Arbeiten zur Neueren Deutschen Literatur und Literaturwissenschaft“ und dem „Wissenschaftlichen Literaturanzeiger“ bedeutende Publikationsorgane der Literatur­wissenschaft. Außerdem rief er mehrere wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften ins Leben (1986: Phoibos Apollon Gesellschaft für Kultur und Wissenschaft; 1987: Internationale Multatuli Gesellschaft; 1990: Deutsche Akademie auf Mallorca). Mit der Arbeitsstelle Holocaustliteratur etablierte Prof. Dr. Leibfried im Jahr 1998 eine bundesweit einzigartige interdisziplinäre Einrichtung, die systematisch Holocaust- und Lagerliteratur wissenschaftlich untersucht sowie didaktisch aufarbeitet und die national wie international einen hervorragenden Ruf genießt. Prof. Dr. Leibfried leitete die Arbeitsstelle bis 2008, seit 2009 war er Ehrenvorsitzender ihres Beirats. Für seine Verdienste unter anderem um den Aufbau der Arbeitsstelle Holocaustliteratur wurde Prof. Dr. Leibfried im Jahre 1998 und im Jahre 2006 von der Universität Łódź und im Jahre 2011 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Der Fachbereich und das Institut verlieren mit Herrn Prof. i.R. Dr. Erwin Leibfried einen überaus verdienstvollen wie originellen und bei Kolleginnen und Kollegen wie Studierenden gleichermaßen beliebten Hochschullehrer und Wissen­schaftler. Wir werden ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren.


Nachruf der Universität Lodz

Logo der Universität LodzAm 01.08.2019 verstarb nach langer Krankheit Prof. Dr. Erwin Leibfried, Literaturwissenschaftler, Philosoph, Hochschullehrer und langjähriger Partner der Lodzer Germanistik. Für uns, seine Kolleginnen und Kollegen in Łódź bedeutet sein Tod den Verlust eines Freundes und Mentors.
Professor Leibfried ist die Nachhaltigkeit der Partnerschaft zwischen unseren Instituten zu verdanken. Er war es, der die ersten Forschungsprojekte initiierte, die sich auf die Kultur und Literatur im Lodzer Ghetto (Ghetto Litzmannstadt) konzentrierten. Die zweisprachige Edition der Ghettochronik, herausgegeben von einem Forschungsteam aus Łódź und Gießen, war vor allem sein Verdienst und sein großes Vorhaben, in dessen Nachfolge im Laufe der Jahre eine ganze Reihe von ähnlichen Projekten entstanden ist.
Erwin Leibfried war ein großartiger Gesprächspartner, mit dem wir diskutiert und gestritten haben: immer aber ging es um wichtige Probleme, um die „Sache“, für die er sich voll engagieren konnte. Diese stundenlangen Gespräche werden uns fehlen. Fehlen werden seine ungewöhnlichen, hemmungslosen Forschungsinitiativen, die alle Normen und Grenzen des eingefahrenen akademischen Betriebs sprengten; seine Bibeltexte, seine Basteleien, die Goethes Farbenlehre rekonstruierten, seine Goethe Bände….
Mit Erwin Leibfried verlieren wir einen Kollegen, der sich für die internationalen Beziehungen einsetzte und sie förderte. Dank seiner Art, Grenzen zu ignorieren, erreichte er mehr, als bürokratische Verträge es je vermocht hätten.
Wir gedenken Erwin Leibfried, eines inspirierenden, humorvollen, sensiblen Freundes und Kollegen, den wir ins Herz schlossen und um den wir trauern. Er war ein guter Mensch.

Im Namen der Lodzer Kolleginnen und Kollegen
Joanna Jabłkowska