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Seminar / Podcast: „Tupi or not Tupi“ – der Kannibale als brasilianische Identitätsfigur

Das Thema ist brandaktuell. „Woher kommt der Rassismus?“ „Wie und wann hat diese ganze koloniale Ausbeutung angefangen?“ Statuen von Kolumbus werden zerstört. In den USA, in Brasilien und überall auf der Welt wird gegen Rassismus und stereotype Vorstellungen des Anderen demonstriert. Die Justus-Liebig-Universität (JLU Gießen) hat aus der Corona-Not eine mediale Tugend gemacht und viele Veranstaltungen für die Studenten per Video-Konferenz abgehalten. In der Romanistik ging man unter der Leitung von Frau Professor Dolle noch einen Schritt weiter und macht mit einem Programmheft und einem Podcast die Inhalte eines Seminars öffentlich und somit für alle auch außerhalb der Uni zugänglich.

Dieses Seminar trägt den Titel „Tupi or not Tupi“ und widmet sich der Umdeutung und Aufwertung des Kannibalen vom durch Europäer geprägten negativen Stereotyp zur brasilianischen Identitätsfigur in der Avantgardebewegung des Modernismo der 1920er Jahre.
Ausgerechnet ein Hesse hat vor fast 500 Jahren die europäische Vorstellung von Brasilien als „Landschaft der wilden, nacketen, grimmigen Menschenfresser“ entscheidend geprägt.

Bevor Sklaven in Afrika geraubt wurden, wurden in Brasilien zunächst die Indigenen von den Portugiesen versklavt. Das ließ sich leicht rechtfertigen, weil diese als abscheuliche Barbaren dargestellt wurden: Sie hatten keine christliche Religion, liefen aus europäischer Sicht „splitternackt“ herum und waren auch noch Kannibalen. Anhand der im Seminar diskutierten Texte wurde deutlich mit welcher Arroganz und Intoleranz die Eroberer gegenüber der fremden indigenen Kultur in Brasilien auftraten.

Bis heute ist die Frage der brasilianischen Identität offen. Nichts ist wirklich aufgearbeitet, obwohl schon vor hundert Jahren im Modernismo ein Anstoß dazu gegeben wurde das Stereotyp „Kannibale“ umzuwerten und positiv zu nutzen um über Fragen der eigenen Identität nachzudenken. Den literarischen Höhepunkt dazu bildet das vielschichtige Werk “Macunaíma: der Held ohne jeden Charakter”.

Die Veranstaltung macht vieles deutlich! Wenn man die Wurzeln untersucht, werden Strukturen sichtbar: In Brasilien, in den USA aber auch in Europa. Der Podcast und das umfangreiche Programmheft kann über die Seite der Romanistik auf der Homepage der JLU (Justus-Liebig- Universität) Gießen aufgerufen werden.

Reinhören! Es lohnt sich, wenn man zu den Ursprüngen von Rassismus, Kolonialismus und zu stereotypen Vorstellungen etwas mehr wissen will als am Stammtisch geredet wird.


Das Programmheft zum Podcast finden Sie HIER.


Den Podcast finden Sie HIER.