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Schwerpunkte in Forschung und Lehre

Schwerpunkte in Forschung und Lehre

Zu meinen Forschungsschwerpunkten gehören folgende Themenbereiche:

  • Gesprochene Sprache
  • Morphologie und Syntax der romanischen Sprachen
  • Prosodie
  • Sprachliche Globalisierung
  • Interkulturalität aus dem linguistischen Blickwinkel

Die gesprochene Sprache ist die primäre Bezugsebene sowohl für meine Dissertation als auch für meine Habilitationsschrift.

In der Dissertation wird ausgehend von einem selbst zusammengestellten Korpus des gesprochenen Italienischen die Verwendung der Demonstrativa in der Nähesprache untersucht. Diese Arbeit weist zwei Forschungsschwerpunkte auf:

  • Die Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Anapher/Deixis, der das theoretische Gerüst der gewonnenen Erkenntnisse bildet
  • Die quantitativ sowie distributionell orientierte Untersuchung der im Korpus enthaltenen Formen.

Während das Beschreibungsobjekt der Dissertation ein geschlossenes morpho-lexikalisches System betrifft, befasst sich die Habilitationsschrift mit einem syntaktisch nicht immer klar abgrenzbaren Phänomen: der Einbettung finiter, nicht-argumentaler (also adjungierter) Verbalphrasen im Matrixsatz. Das Forschungsobjekt liefert hier das gesprochene Spanisch in Form des im Internet vorhandenen Corpus Oral Peninsular. Auch diese Arbeit ist zweigliedrig. Im theoretischen Teil werden Satz- und Nebensatzbeschreibungen kritisch gesichtet und evaluiert. Gleichzeitig wird ein generativistisch gestützter Vorschlag zu einem stratifizierten Satzkonzept unterbreitet, dessen Kern die Einführung des Klauselbegriffs ist. Das theoretisch entwickelte Gerüst dient als Hilfe zur Interpretation und funktionalen Beschreibung der empirischen Arbeit. Hier konnte eindeutig gezeigt werden, dass die Annahme, gesprochene Sprache sei primär parataktisch geprägt, einer Revision bedarf. Unterschiedlich ist in mündlich und schriftlich konzipierten Diskursen vielmehr der Wirkungsbereich der adjungierten Klauseln: denn in mündlich konzipierten Diskursen, vor allem wenn sie stark dialogisch sind, fungiert der von der Klausel ausgedrückte Sachverhalt primär als ein Modifikator der Äußerung oder des Äußerungsaktes. Bezeichnend ist diesbezüglich z.B., dass das polyfunktionale que des Spanischen nur dann als Substitut von porque vorkommen kann, wenn die kausale Bezugsebene der que- Klausel mit dem Äußerungsakt zusammenfällt (*Las calles están mojadas que llueve/Vete, por favor: Que ya llueve).

Seit ca. zwei Jahren richtet sich meine Aufmerksamkeit auf die Prosodie. Auslöser dieses Interesses ist die Arbeit an der Hypotaxe. Die Mehrzahl der Publikationen zur Hypotaxe geht davon aus, dass der unterschiedliche Integrationsgrad der Klauseln im Matrixsatz prosodisch markiert wird, d.h. also, dass die Integrationsgrade nicht nur syntaktisch, sondern auch durch die Änderung der Intensität, der Intonation oder durch verwandte Erscheinungen (Pausen, Dehnungen etc.), markiert werden. Empirisch wurde diese Annahme jedoch bislang nicht untersucht. Zurzeit versuche ich anhand einer systematischen Untersuchung des von Cresti/Moneglia (2005) veröffentlichten Korpus des gesprochenen Italienisch zuerst einmal festzustellen, ob die oben erwähnten Markierungen tatsächlich vorkommen, und falls ja, ob sie systematisch sind. Das Material der C-Oral-ROM erleichtert diese Arbeit, denn jede Aufnahme liegt als Transkript und auch im Spektrogrammformat vor; allerdings ist mir inzwischen auch klar geworden, dass eine Untersuchung dieser Art nur im Rahmen eines artikulierten Projektes geleistet werden kann, in dem auch psycho- und kognitivlinguistische Aspekte der prosodischen Produktion einbezogen werden. Eins der Hauptprobleme liegt sicherlich in der Polyfunktionalität der Prosodie, welche immer wieder die Frage aufkommen lässt, wodurch eventuell vorgefundene Regularitäten tatsächlich bedingt sind.

Die Globalisierung der Märkte und infolge des Internets der Kommunikation lässt naturgemäß Sprachen nicht unberührt. Eine der auffälligsten Erscheinungen ist diesbezüglich die Durchsetzung des Englischen als Weltsprache und die endgültige Verdrängung des Französischen aus der noch vor 50 Jahren von dieser Sprache besetzten internationalen Bühne. In dieser anscheinend bereits gefestigten Rollenverteilung scheint sich derzeit eine gewisse Gewichtsverlagerung zu profilieren. Denn eine weitere romanische Sprache, das Spanische, bekundet Weltaspirationen. Mich interessieren im Rahmen dieser Entwicklung vor allem folgende Fragen: 1. Ist es denkbar, dass die Durchdringung des Englischen in die Welt­kommunikation so massiv ist, dass dadurch eine Anpassung und Angleichung nicht-anglophoner diskursiver Praktiken an die anglophonen möglich wird? 2. Wie manifestiert sich der Anspruch des Spanischen, eine dem Englischen ebenbürtige Weltsprache zu werden? 3. Welche Rolle spielen dabei Konzeptualisierung wie ‚el español policéntrico‘ oder Erscheinungen wie das ‚Espanglish‘?

Im Bereich der Interkulturalität interessiert mich die Frage, ob und inwieweit Erkenntnisse, die mit Hilfe von diskursanalytisch und kontrastivlinguistisch ausgerichteten Untersuchungs­methoden gewonnen werden, erfolgreich zur Erforschung interkultureller Fragestellungen genutzt werden können. Meine Grundannahme ist dabei, dass das Verständnis von interkulturellen Fakten erst dann möglich wird, wenn zuvor grundlegende Symmetrien und Dissymmetrien zwischen den untersuchten Gesellschaften über die Kontrastierung von vorhandenen Diskurspraktiken erkannt und erfasst wurden.