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Artikelaktionen

Säuglings- und Kinderlabore

Blickbewegungslabor

In unserem Blickbewegungslabor untersuchen wir derzeit das Blickverhalten von  Säuglingen. Um zu analysieren, wie Säuglinge bestimmte Stimuli (wie zum Beispiel sprechende Gesichter) im Einzelnen betrachten, zeichnen wir ihre Blickbewegungen auf (Eye-Tracking). Der Eye-Tracker (in unserem Labor ein Tobii X120) verfolgt die Blickbewegung und leitet diese an einen Auswertungs-PC weiter. Hierbei basiert  das Verfahren  auf der Cornea Reflex Methode, die die Reflexion von Infrarotlicht auf der Hornhaut (cornea) nutzt und auf diese Weise Informationen über die Position des Pupillenzentrums gewinnt.

Das Blickverhalten der Säuglinge untersuchen wir in einigen Experimenten im Rahmen des sogenannten  Präferenzparadigmas, das Hinweise auf die Unterscheidungsfähigkeit der Säuglinge gibt. Während eines typischen Experimentes sitzen die Säuglinge auf dem Schoß der Mutter, und es werden ihnen auf einem großen Fernsehmonitor z.B. gleichzeitig zwei Filme nebeneinander präsentiert. Diese Darbietung wird danach mit vertauschter Position der Filme wiederholt. Im Nachhinein werten wir aus, welcher Film vom Baby am längsten angeschaut  wurde, unabhängig davon, auf welcher Seite er erschienen war. Außerdem wird mittels des Eye-Trackers systematisch analysiert, welche Bereiche der Gesichter die Säuglinge genau anschauen.

 

Blickbewegungslabor

 

Studien zum Blickverhalten älterer Kinder führen wir in unserem mobilen Forschungslabor „MobiLab“ durch, in dem ebenfalls ein Eye-Tracker installiert ist.

 

Mobilab

 

EEG-Labor

Um die Entwicklung von Wahrnehmen und Denken zu erforschen ist es von großem Interesse, die Gehirnaktivität, die diesen Prozessen zugrunde liegt, zu erfassen und zu verstehen. In unseren EEG-Studien haben wir die Möglichkeit, diese neuronalen Prozesse zu beobachten während die Kinder bestimmte Aufgaben lösen. Die so gewonnenen Daten ermöglichen uns dann Rückschlüsse auf die spezifische Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Das übergeordnete Ziel unserer EEG-Studien ist es, durch hirnphysiologische Erkenntnisse einen Beitrag zu wesentlichen Fragen der Entwicklungspsychologie - nämlich nach den Grundlagen und den Veränderungen von Wahrnehmung und Verhalten zu leisten. Das EEG kann in allen Altersgruppen selbst bei Neugeborenen auf völlig unbedenkliche Art durchgeführt werden. Die EEG-Ableitung wird mit Hilfe einer Haube durchgeführt, in der sensible Fühler angebracht sind, die die Gehirnströme erfassen können. Die Kinder und Erwachsenen sind dadurch in keiner Weise beeinträchtigt. Nachdem diese Haube angepasst ist, werden verschiedene Bilder wie z.B. Gesichter auf einem Computerbildschirm präsentiert und die Kinder und Erwachsenen lösen altersentsprechende Aufgaben. Die EEG-Daten werden anschließend mit dem beobachtbaren Verhalten in Bezug gesetzt, wodurch es möglich ist, die neuronalen Grundlagen für Denken und Handeln besser zu verstehen. Gerade bei den Säuglingen stellt das EEG ein spannendes Verfahren dar, mit dem die Entwicklung von Denken und Handeln im ersten Lebensjahr untersucht werden kann.

 

EEG-Labor

 

Handlungslabor

In unserem Handlungslabor erforschen wir die Entwicklung des Handelns unter zwei Perspektiven. Zum Einen interessieren wir uns dafür, wie sich die Fähigkeit eigene Handlungen zu planen, über die Säuglings- und Kleinkindzeit hinweg verändert. Zu diesem Zweck schauen wir uns an, wie Kinder grundlegende Handlungen, wie beispielsweise das Ergreifen und Abstellen eines Gegenstandes, ausführen. Passen die Säuglinge, z.B., ihre Hand an die Größe eines Objektes an bevor die das Objekt gegriffen haben? In einem spielerischen, aber standardisierten Kontext versuchen wir Kindern einen altersgemäßen Anreiz zum Greifen zu geben und werten verschiedene Aspekte kindlicher Handlungen per Videoanalyse aus.

Der zweite zentrale Forschungsaspekt, mit dem wir uns beschäftigen, bezieht sich auf die Frage, wie Kinder und Säuglinge Handlungen anderer Personen wahrnehmen. Relevant wird diese Frage vor allem im Hinblick auf die Fähigkeit zum sozialen Lernen: Wenn Kinder verschiedenen Alters alltägliche Handlungen, wie z.B. das Zubereiten eines Mittagessens beobachten, welche Aspekte können Sie dann verarbeiten und worauf achten sie? Um dieser Frage systematisch nachzugehen, bieten wir Kindern unterschiedlich komplexe Handlungsabläufe (im einfachsten Fall das Ergreifen eines Gegenstandes) per Video dar und beobachten, wie sie auf diese Handlungen reagieren. Da Säuglinge sich noch nicht sprachlich äußern können, nutzen wir ihre Blickzeiten als Indikator für ihr Interesse an den Handlungen. Sobald sie sich an eine wiederholt dargebotene Handlung gewöhnt haben, sinkt typischerweise die Blickdauer, die Säuglinge „habituieren“. Präsentiert man ihnen eine etwas abgewandelte Handlung, die sie auch als neu erkennen, kann man beobachten, dass die Blickdauer wieder ansteigt. Auf diese Weise kann man feststellen, welche Aspekte von Handlungen für Säuglinge relevant sind.

 

Lernlabor

In unserem Lernlabor wenden wir eine Vielzahl unterschiedlicher Untersuchungsmethoden an, um unsere Fragestellungen je nach Lebensalter der Kinder untersuchen zu können. Im Säuglingsalter ist eine mögliche Verhaltensweise, die uns Rückschlüsse über Lernen und Gedächtnis geben kann, das Blickverhalten der Säuglinge. Dies soll am Beispiel der Habituationsmethode erläutert werden. In der Habituation wird ein Reiz (z. B. ein Gesicht) so oft wiederholt dargeboten bis die Blickzeit, die ein Säugling darauf richtet, deutlich abnimmt. Ist dies der Fall, so gehen wir davon aus, dass das gezeigte Gesicht keine neuen Informationen mehr bietet und dem Säugling bekannt erscheint. In einer anschließenden Testphase wird das zuvor gezeigte Gesicht gleichzeitig mit einem neuen Gesicht dargeboten. Wird nun das neue Gesicht deutlich länger als das vertraute Gesicht betrachtet, gehen wir davon aus, dass der Säugling den zuvor gesehenen Reiz erinnert hat. Somit kann uns die Blickdauer, mit der ein bestimmter Reiz betrachtet wird, Rückschlüsse über Gedächtnisinhalte geben.

Ab dem Kleinkindalter kann aufgrund der fortgeschrittenen sprachlichen Entwicklung der Kinder eine Vielzahl von Aufgaben eingesetzt werden, die einfache verbale Reaktionen der Kinder oder ein Hinzeigen als Antwort erfordern. Zum Beispiel untersuchen wir das räumliche Gedächtnis, indem Objekte in einer Schatzkiste mit 20 möglichen Versteckorten versteckt werden und die Kinder diese Orte unmittelbar und nach 20 Minuten erinnern sollen.

Insgesamt wenden wir in unseren Forschungsfragen sowohl computergesteuerte Aufgaben als auch solche an, die von einer Versuchsleiterin im direkten Kontakt präsentiert werden.

 

Lernlabor

 

Musiklabor

Im Musiklabor setzen wir verschiedene Materialien und Testverfahren ein, um Folgendes herauszufinden:


Wie gut kann man hören was gleich klingt?

 

Musiklabor1
Mit unserem Rasselmemory (siehe Bild) können wir die Diskriminationsfähigkeit zwischen verschiedenen Geräuschen trainieren. Es wurde beispielsweise im Rahmen einer Studie zur phonologischen Bewusstheit als Teil eines Musiktrainings eingesetzt, um die musikalischen Wahrnehmungsfähigkeiten zu verbessern. Dieses Spiel lässt sich nicht nur gut im Kindergarten und in der Grundschule einsetzen, sondern begeistert auch Studenten.

 

Wie gut kann man einen Rhythmus nachspielen oder ein Lied nachsingen?

 

Musiklabor2
Um die musikalischen Produktionsfähigkeiten zu erfassen, bitten wir Kinder gehörte Rhythmen auf einem Keyboard nachzuspielen oder ein gehörtes Lied nachzusingen. Dies nutzen wir beispielsweise bei Studien, die den Zusammenhang zwischen musikalischen Fähigkeiten und kognitiven Fähigkeiten untersuchen.

 

Wie gut kann man eine Melodie wiedererkennen oder Veränderungen in ihr entdecken?

 

Musiklabor3
Die musikalische Begabung testen wir, indem Kindern Musikstücke vorgespielt werden. Dabei sollen sie Melodien und Rhythmen sowohl wiedererkennen als auch Veränderungen darin identifizieren.

 

Wie gut kann man Rätselaufgaben lösen?

 

Musiklabor4
Durch den Einsatz ganz unterschiedlicher Rätselaufgaben erfassen wir die kognitiven Fähigkeiten von Kindern. Die verwendeten Aufgaben sind immer altersgerecht und spielerisch gestaltet, so dass sie Kindern großen Spaß machen. Wir nutzen diese in fast allen Studien.

 

Pause

 

Musiklabor5
Zu fast jedem Besuch bei uns gehört eine Pause, in der man sich vom Denken erholen kann und für die nächsten Rätsel mit ein paar Gummibären stärken kann.