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Blühgärten mit heimischen Pflanzen

Im Rahmen eines vom Land Hessen aus Mitteln der Umweltlotterie GENAU geförderten Projektes entstehen hier "Klimaangepasste und pflegeleichte Blühgärten mit heimischen Pflanzen". Eingebettet ist dieses Vorhaben in das strategische Ziel der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen die Universität als Ganzes nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten. Der Anteil der Menschen, die in Städten leben, steigt kontinuierlich an. Städtische Grünflächen, die als grüne Inseln von Siedlungs-, Wirtschafts- und Infrastrukturflächen umgeben sind, erfüllen potentiell eine große Anzahl wichtiger Funktionen. Für die Stadt Gießen spielt die JLU als bedeutende Flächeneigentümerin eine große Rolle.

Vorher_Nachher.png

Im Zuge der hier umgesetzten Maßnahme wurden die Pachysandra-Beete, die an den trocken-heißen und windigen Gebäudeseiten des interdisziplinären Forschungszentrums in den letzten Jahren sehr gelitten haben und einer erheblichen Pflege bedurften, entfernt und auf eine Tiefe von 30 cm ausgekoffert. Die Bilder zeigen einen Pachysandra-Bestand vor der Maßnahme mit deutlichen Auswirkungen des trockenen Frühjahrs und einen kleine Fläche am Haupteingang des Gebäudes, die im Rahmen des Insektentages bereits 2019 angelegt wurde.

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In die ausgekofferten Beete wurden als Pflanzsubstrate fünf unterschiedliche regionale Gesteine eingebracht. Im Bild rechts wird ein ausgekoffertes Beet gerade mit Tonschiefer aufgefüllt.  Die verschiedenen Gesteine mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften generieren zusammen mit den mikroklimatischen Gegebenheiten an den Gebäudeseiten vielfältige Standortbedingungen und bilden damit die Voraussetzung für die Anlage magerer und artenreicher Lebensraumtypen des Offenlandes. Bei den ausgewählten regionalen Gesteinen handelt es sich um Basalt, Diabas, Muschelkalk, basenarmer Tonschiefer und Sand (mit einem Gradienten von basenarm zu basenreich), die aus Steinbrüchen oder Sandgruben der näheren Umgebung beschafft wurden.

basenreicher Sand.JPGFür die unterschiedlichen Ausgangsgesteine wurden Artenlisten mit standorttypischen Pflanzen erstellt. Es wurden insbesondere auch Arten, für die das Land Hessen eine besondere Verantwortung hat (z.B. Alyssum montanum subsp. gmelinii, Aster linosyris, Gentiana cruciata, Poa badensis, Spergula pentandra oder Trifolium striatum), aufgenommen. Auf Basis dieser Listen wurden dem jeweiligen Substrat entsprechende Lebensraumtypen angelegt, die kontinuierlich weiterentwickelt werden. Für Basalt, Diabas und Muschelkalk sind dies im Wesentlichen Arten basophiler (Halb-) Trockenrasen sowie basophiler Pionierrasen. Auf basenarmem Substrat sind dies Arten trockener Silikatmagerrasen inkl. Pioniertrockenrasen und Heiden. Für basenreiche Sande kommen Arten kalkreicher Sandrasen sowie subpannonischer Steppen-Trockenrasen hinzu. Das Bild zeigt ein Beet auf basenreichem Sand. Zu erkennen sind unter anderem Thymus serpyllum, Helianthemum appeninum, Dianthus cartusianorum, Koeleria glauca, Linum perenne, Euphorbia seguieriana und Phleum phleoides.

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Als „abschreckende Beispiele“ wurde ein kleiner Pachysandra-Bereich erhalten und ein Beet direkt am Eingang des Gebäudes als Schottergarten hergerichtet. In diesem leblosen Schotterbeet sucht der Frosch (Foto rechts, T. Kleinebecker) vergeblich nach Biodiversität und blickt sehnsüchtig zum Biotop auf der anderen Seite des Weges.

Auf der Ostseite des Gebäudes wurden die Beete unter Zusaat mit zum Teil selbst vorgezogenen Pflanzen bepflanzt. Auf der Westseite sind die Beet gedrittelt. Ein Teil ist bepflanzt, ein Teil ausschließlich eingesät und ein Teil wird der freien Sukzession überlassen. Im Laufe des nächsten Jahres werden die Beete weiter bepflanzt und nachgesät, so dass in Zukunft – wenn sich die Pflanzen etabliert und entwickelt haben – bunte und artenenreiche Magervegetation entstanden sein wird. Aufgrund der durchaus extremen Standortbedingungen muss man den Arten hierfür aber auch etwas Zeit lassen. Wer genau hinschaut kann aber schon jetzt eine große Pflanzenartenvielfalt erkennen.

Mit der Realisierung dieses Konzeptes verfolgen wir folgende Ziele:

  • Kleinflächige Anlage von in Hessen gefährdeten Lebensraumtypen und damit verbunden eine Steigerung der pflanzlichen Vielfalt in der Stadt Gießen bzw. auf Flächen der JLU
  • Synergieeffekte für die Vielfalt anderer Organismengruppen (z.B. Bestäuber)
  • Steigerung des ästhetischen Erscheinungsbildes
  • Reduktion des Pflegeaufwands; Pachysandra-Beete sind nicht nur artenarm und wenig ästhetisch, sondern benötigen auch eine relativ intensive Pflege wie der regelmäßige Pflegeschnitt, die Beseitigung von Ruderalarten oder die sommerliche Bewässerung.
  • Information und Animierung der interessierten Öffentlichkeit
  • In Kombination mit den ebenfalls kleinflächig realisierten Negativbeispielen (Pachysandra-Beet, Schottergarten) wird die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert und es werden zugleich Optionen für eine ökologischere Gartengestaltung aufgezeigt. Diese sollen Neugier wecken und zur Nachahmung in privaten Gärten animieren.
  • Schaffung von Lernlaboren für die Lehre
  • In der freien Landschaft selten gewordene Arten und Lebensräume können den Studierenden in räumlicher Nähe vorgestellt werden. Darüber hinaus können Sukzessionsprozesse sowie Gestaltungs- bzw. Renaturierungsoptionen für gefährdete Lebensräume magerer Standorte illustriert werden.

Umweltlotterie

hessisches_ministeriem