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Artikelaktionen

Acker-Projekt

Wissenschaftliche Begleitforschung zum E+E-Vorhaben "Einfluss innovativer Mähdrusch-Technik auf die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft  – eine Pilotstudie im Landkreis Marburg-Biedenkopf"

 


Koordinator: Prof. Dr. Rainer Waldhardt

Bearbeiter: Philipp Köllmann

Laufzeit: 2018-2022


Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Hauptvorhaben: Landkreis Marburg-Biedenkopf


Einfluss  innovativer Mähdrusch-Technik auf die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft –  eine Pilotstudie im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Vor dem Hintergrund der Intensivierung in der Landwirtschaft mit einem hohen Einsatz an synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln kommt es zu einer anhaltenden Verarmung an Tier- und Pflanzenarten in unserer Kulturlandschaft.            
Die kulturbegleitenden Ackerwildkrautarten sind aufgrund dieser Intensivierung die heute am stärksten gefährdete Artengruppe in Mitteleuropa. Beim Erhalt der Biodiversität kommt den Ackerwildkräutern eine Schlüsselrolle zu, da sie eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten darstellen, die wiederum Nahrung für Kleinsäuger und Vögel des Offenlandes sind.

Ein Rückgang sowohl der Arten- als auch der Individuenzahlen bei den Ackerwildkräutern wirkt sich somit insgesamt auf die Biodiversität in der Kulturlandschaft aus. Aufgrund des hohen Anteils der Landwirtschaft an der Flächennutzung in Deutschland mit ca. 52% sind Bestrebungen und Maßnahmen für eine naturnahe Landwirtschaft auf großräumiger Ebene mit möglichst produktionsintegriertem Charakter von besonderer Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt.

In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz des Landkreis Marburg-Biedenkopf und neun Landwirten aus der Region wird eine neue Mähdrusch-Technik erprobt, die eine produktionsintegrierte Maßnahme für den Erhalt der Biodiversität darstellen soll. Es sind sowohl ökologisch als auch konventionell wirtschaftende Betriebe in den zwei Untersuchungsgebieten  Marburg-Gießener Lahntal und Gladenbacher Bergland in das Projekt eingebunden.          
Mit dem neuen Mähdrescher soll während der Getreideernte der Samen der im Getreide auftretenden Begleitkräuter mit speziellen Gebläse- und Siebvorrichtungen von der Spreu getrennt und separat in einem Behälter aufgefangen werden; der Wildkrautsamen gelangt somit nicht wieder auf den Acker, wie es unter konventionellen Ernteverfahren der Fall ist.        
Die somit wieder erneut keimenden Wildkräuter werden nach der gängigen konventionellen Praxis mit Herbiziden bekämpft – neben dem Arbeits- bzw. Kostenfaktor für das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln stellt eine solche Behandlung auf Dauer eine erhebliche chemische Belastung für die Böden, das Grundwasser, die angebauten Nahrungsmittel sowie eine Gefährdung für die Biodiversität dar. Vor dem Hintergrund des Schutzes der natürlichen Ressourcen und des Erhalts der Artenvielfalt sind alternative Maßnahmen zur Regulierung der Wildkräuter erforderlich.               

Durch das sukzessive Abschöpfen des Wildkrautsamens mithilfe des neuen Mähdreschers wird eine Senkung des Wildkrautdrucks auf die Kulturpflanze erwartet; folglich könnte der Herbizideinsatz auf den konventionell bewirtschafteten Äckern reduziert oder sogar eingestellt werden – mit positiven Effekten für die Biodiversität, die Böden und das Grundwasser.
Neben den ökologischen Aspekten wird in Zusammenarbeit mit der Professur für Landwirtschaftliche Produktionsökonomik der JLU die ökonomische Komponente des neuen Mähdrusch-Verfahrens untersucht und bewertet. Die Wirtschaftlichkeit der neuen Technik ist ein wichtiger Faktor und wird u.a. darüber entscheiden, ob sich das neue Verfahren gegenüber den konventionellen Methoden in der Landwirtschaft behaupten kann.