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Hartholz-Auenwald

Keimung, Etablierung und Verbreitung von Hartholz-Auenwaldarten -  Grundlagen für eine prozessorientierte Modellierung der Auenwaldsukzession

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Koordinatorin: Dr. Kristin Ludewig

Laufzeit: 2016-2019

Projektträger: Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)

 


Kurzbeschreibung:

Lebensräume der Auen gehören aufgrund tiefgreifender Eingriffe in die Hydrologie der Flüsse und Auen sowie einer deutlichen Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen in Deutschland und in Europa. Dem Auenzustandsbericht für Deutschland zufolge beträgt der Anteil naturnaher Auenwälder sogar nur ca. 1 % der rezenten Flussauen. In der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt wird die „Wiederherstellung, Redynamisierung und Neuanlage“ von Auwäldern als eines der Ziele im Bereich „Flüsse und Auen“ genannt.

Rückdeichungen sind die wirksamste Methode ehemals hydrologisch dynamische Auenbereiche zu reaktivieren. Einzelne Rückdeichungen wurden bereits durchgeführt, z. B. an der Mittelelbe bei Lenzen, weitere Rückdeichungen sind in der Umsetzung oder in der Planung. Zum Zeitpunkt der Rückdeichung weisen die Gebiete zumeist Äcker oder Grünland und somit Pflanzenartengemeinschaften, die lange keinem naturnahen Überflutungsregime ausgesetzt waren, auf. Nach einer Rückdeichung vollzieht sich daher eine Sekundärsukzession. Wie diese unter den nicht mehr natürlichen hydrodynamischen Bedingungen abläuft ist in Bezug auf Rückdeichungsgebiete unklar und Vorhersagen hierzu daher schwierig.

Auenwälder stellen natürlicherweise die Klimaxpflanzengemeinschaften der Auenlebensräume Mitteleuropas dar. Das bedeutet, bei fehlender Nutzung durch den Menschen, würden sich in den aktiven Auenbereichen Weichholz- und Hartholz-Auenwälder etablieren. Welcher dieser beiden Auenwaldtypen sich ausprägt, hängt von der vorherrschenden Hydrodynamik ab. Danach nehmen die Weichholzauenwälder die tiefer gelegenen und länger überfluteten Bereiche ein, während die Hartholzauenwälder eher die höher gelegenen und kürzer überfluteten Bereiche besiedeln. Somit findet eine Selektion des Artenbestandes nach der jeweiligen Überflutungstoleranz statt. Dieses Schema ist allerdings stark vereinfacht, da das Vorkommen der Auenwälder zusätzlich von stochastischen Ereignissen, wie der Besiedlung von der Verfügbarkeit von Offenboden abhängt.  

Vor diesem Hintergrund wird i) die aktuelle Verbreitung typischer Gehölzarten des Auenwaldes bestimmt, ii) die Regeneration dieser Arten entlang der vorherrschenden hydrologischen Gradienten untersucht und iii) der Einfluss von Überflutungsdauer und -zeitpunkt auf die Etablierung von Gehölzarten des Auenwaldes erfasst.

 

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Professur für Landschaftsökologie und -planung (Justus-Liebig-Universität Gießen)

Prof. Dr. Dr. Annette Otte

Dr. Kristin Ludewig

M.Sc. Melanie Schindler

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel:

Dr. Tobias Donath