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Ernährungsökologie

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile.
(Laotse)

 

Ernährung ist mehr als Essen und Trinken. Jeder Mensch lebt in einem Netzwerk von natürlichen und sozialen Systemen, die sich gegenseitig beeinflussen und ergänzen. Ein Lebensmittel hat, bis es bei uns auf dem Teller landet, meistens einen weiten Weg hinter sich. Nach der landwirtschaftlichen Erzeugung folgt in der Regel die Verarbeitung in Industrie oder Handwerk. Das Produkt muss verpackt, vermarktet und transportiert werden. Im Haushalt schließt sich die Zubereitung, der Verzehr und die Entsorgung an.

Aus dieser "Wegbeschreibung" eines Lebensmittels wird ersichtlich, dass der Mensch durch sein Ernährungsverhalten nicht nur Einfluss auf seine persönliche Gesundheit, sondern auch auf die Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft hat.

Die Aufgabe der Ernährungsökologie ist es die komplexen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bereichen aufzuzeigen, nach Problemlösungen zu forschen und die Ergebnisse z.B. bei der Konzeption von Ernährungsempfehlungen einzubeziehen. Dabei geht es bei diesem Forschungsansatz darum, die physiologischen Abläufe bei einem Krankheitsgeschehen (z.B. Arteriosklerose) genauso zu berücksichtigen wie die Vielschichtigkeit von Umweltwirkungen, von individuellen Lebensstilen, gesellschaftlichen Interaktionen, wirtschaftlichen Abläufen oder Abhängigkeiten (Hoffmann 2004).

Der Begriff "Ernährungsökologie" wurde 1986 von Prof. Dr. Claus Leitzmann geprägt. Die am Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Gießen angesiedelte Arbeitsgruppe "Ernährungsökologie" erarbeitete zusammen mit dem studentischen Arbeitskreis 1988 eine erste Definition:

 

"Ernährungsökologie", eine interdisziplinäre Wissenschaft, beinhaltet die Wechselwirkungen der Ernährung mit dem einzelnen Menschen, der Umwelt und der Gesellschaft. Anliegen der Ernährungsökologie ist es, realisierbare, zukunftsweisende Ernährungskonzepte zu entwickeln, die sich durch hohe Gesundheitsverträglichkeit, Umweltverträglichkeit und Sozialverträglichkeit auszeichnen (Spitzmüller et al 1993).

 

Die Definition wurde 1997 um den Aspekt der Wirtschaft als Rahmenbedingung erweitert.

Die oben genannte Definition wurde 2004 von der Arbeitsgruppe Ernährungsökologie neu bearbeitet. Danach ist Ziel der Ernährungsökologie Lösungsansätze für Probleme zu finden, die mit Ernährung im Zusammenhang stehen, die aber nicht oder nicht ausreichend durch Betrachtung eines Einzelaspektes gelöst werden können. Vielmehr gilt es dabei die Probleme in ihrer Vernetzung, Intransparenz und Dynamik zu erfassen (Hoffmann 2004).


Die konkreten Aufgaben der Ernährungsökologie sind:

  • Untersuchungen und Bewertung von komplexen Zusammenhängen des Ernährungssystems anhand interdisziplinärer Forschung
  • Einschätzung der Wirkungen/Nebenwirkungen (z.B. soziale, ökologische Folgen und Folgekosten) von Ernährungsproblemen und Entwicklung von Maßnahmen zu ihrer Lösung
  • Erarbeitung von Lösungsansätzen für existierende Ernährungsprobleme, einschließlich vorhersehbarer und unvorhersehbarer Probleme in Industrie und Entwicklungsländern
  • Konzeption von realisierbaren, zukunftsweisenden Ernährungsformen, die sich durch Gesundheits-, Umwelt- und Sozialverträglichkeit auszeichnen, um damit existierende Probleme bewältigen zu helfen.


Literatur

  • Hoffmann I: Ernährungsökologie. In: Leitzmann, Beck, Hamm, Hermanowski: Praxishandbuch Biolebensmittel. Behr´s Verlag, 2004
  • Spitzmüller et al: Ernährungsökologie: Essen zwischen Genuss und Verantwortung. Karl V. Haug Verlag, Heidelberg, 1993