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Geschichte des Instituts für Veterinär-Pathologie

 

Das Fachgebiet Pathologie wurde in der veterinärmedizinischen Ausbildung in Gießen bis 1901 durch Professoren der Medizinischen Fakultät vertreten. Nicht zuletzt aufgrund des tatkräftigen Einsatzes des damaligen Direktors des Pathologischen Institutes, Prof. Dr. Eugen Bostroem, wurde im November 1899 ein eigener Lehrstuhl für spezielle Tierpathologie -einschließlich Hygiene und Fleischbeschau- eingerichtet.

Prof. Adam Olt (1866-1955)
Prof. Adam Olt

Im Jahr 1902 wurde Prof. Dr. Adam Olt als Ordinarius für Pathologische Anatomie, Tierhygiene, Bakteriologie und Fleischbeschau berufen und zum Direktor des Veterinär-Pathologischen Institutes ernannt. Das Institut war damals in der Pflugschen Veterinäranstalt auf dem Gelände des heutigen Institutes für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere in einigen wenigen, unzureichend ausgestatteten Räumen untergebracht. Olts Bemühen ist es zu verdanken, daß ein neues, für die damaligen Verhältnisse großzügig angelegtes Institutsgebäude am jetzigen Standort errichtet und bereits im Herbst 1905 bezogen werden konnte. Die von Olt, der als Begründer der Wildpathologie gilt, aufgebaute reichhaltige Sammlung wildpathologischer Präparate hat die Wirren des Kriegs- und Nachkriegszeit in den wesentlichen Teilen überdauert und ist heute der Öffentlichkeit zugängig.

Als Nachfolger von Olt wurde 1934 Prof. Dr. Dr. h. c. Curt Krause (1884-1969) berufen. Krause übernahm auch die Allgemeine Pathologie, die bislang vom jeweiligen Ordinarius für Pathologie der Medizinischen Fakultät (zuletzt von Prof. Dr. G. Herzog) gelesen und geprüft wurde. 1935 erfolgte die Abtrennung der Nahrungsmittelkunde, nachdem schon 1924 Tierhygiene, Bakteriologie und Tierseuchenlehre in einem eigenen Institut unter Prof. Dr. Dr. h.c. Wilhelm Zwick zusammengefaßt wurden. Krauses spezielle Arbeits- und Forschungsgebiete waren Gefäßpathologie, Maul- und Klauenseuche, Tuberkulose, Altersbestimmung von Organveränderungen und Wildkrankheiten. Krause gründete1937 die "Veterinärmedizinische Gesellschaft Gießen" als 2. Abteilung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde Gießen. Aus Gesundheitsgründen mußte Krause 1940 seinen Aufenthaltort in die Schweiz verlegen und am 1. April 1951 in den Ruhestand treten. Seine umfangreiche Bibliothek sowie einen Teil seines Vermögens brachte er in die "Krause-Stodola-Stiftung" ein, deren Erträge nach Willen des Stifters insbesondere zur Förderung der Arbeiten auf dem Gebiet der Allgemeinen Pathologie und Virologie zur Verfügung stehen. Die Vertretung von Krause wurde 1940 von Prof. Dr. Olt, später von Prof. Dr. Hugo Keller übernommen, die Allgemeine Pathologie las wieder Prof. Dr. Herzog. Am 14. März 1945 wurde das Institutsgebäude durch Luftangriffe teilweise zerstört. Dank des Einsatzes von Institutsangehörigen, insbesondere des 1952 auf den Lehrstuhl für Veterinärpathologie der Freien Universität Berlin berufenen Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Renk, konnte wertvolles Material gerettet und das Gebäude wieder provisorisch instand gesetzt werden.

Prof. Curt Krause (1884-1969)
Prof. Curt Krause
Prof. Alfred Hemmert-Halswick (1898-1956)
Prof. Alfred Hemmert-Halswick

Am 01. Oktober 1950 wurde Prof. Dr. Alfred Hemmert-Halswick nach Gießen berufen. Zu Beginn seiner Amtszeit wurde die zerstörte Sektionshalle wieder aufgebaut. Hauptarbeitsgebiete von Hemmert-Halswick waren Tuberkulose, Allergie und Schlachthofbetriebslehre. Nach seinem frühen Tod wurden Institut und Fachgebiet von Prof. Dr. Rudolf Wetzel und Prof. Dr. Hugo Keller vertreten, denen der 1970 auf den Lehrstuhl für Tierpathologie der Universität München berufene Prof. Dr. Joachim von Sandersleben tatkräftig und in uneigennütziger Weise zur Seite stand.

Prof. Dr. Dr. h. c. Georg Pallaske (1898-1970) wurde 1958 nach Gießen berufen. Pallaske war ein begeisterter akademischer Lehrer und Forscher. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, besonders über Tuberkulose und andere infektiöse Granulome, Beiträge zu Hand- und Lehrbüchern sowie seine eigenen Lehrbücher zeugen von den reichen Erfahrungen und Kenntnissen dieses Gelehrten. Unter Pallaske ist das Institut wieder zu einer international anerkannten Forschungs- und Ausbildungsstätte geworden. Auch der räumliche Ausbau des Institutes wurde unter Pallaske vorangetrieben, wobei besonders die 1961 fertiggestellten Versuchstierställe zu erwähnen sind.

Prof. Georg Pallaske (1898-1970)
Prof. Georg Pallaske

Die Nachfolge Pallaskes trat 1968 Prof. Dr. Dr. h. c. Eugen Weiss an. Nach zweijähriger Bauzeit konnte im Sommer 1974 das völlig umgestaltete, hinsichtlich Räumlichkeiten und Ausstattung modernen Anforderungen angepaßte Institutsgebäude bezogen werden. Die Forschungsschwerpunkte lagen nun in den Bereichen der Pathogenese von Viruskrankheiten und der Leukose. Bis zu seinem Ausscheiden 1998 ist die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein weiterer Schwerpunkt und äußerst erfolgreiches Gebiet der Tätigkeit von Prof. Dr. Dr. h. c. Eugen Weiss gewesen. Hauttumoren wurde insbesondere auch von dem 1972 zum C2-Professor ernannten Prof. Dr. Roland Rudolph bearbeitet, der 1981 einem Ruf auf eine C4-Professur an die FU Berlin folgte. Ebenfalls 1972 wurde Prof. Dr. Knut Frese als C3-Professor am Institut ernannt, dessen hauptsächliche Forschungsaktivitäten im Bereich der Melanome und der Neuropathologie - hier insbesondere der Pathogenese der Bornaschen Krankheit - liegen. Im Jahr 1989 wurde Prof. Dr. Manfred Reinacher auf eine C3-Professur mit dem Schwerpunkt Immunpathologie berufen, der 1993 einem Ruf an die Universität Leipzig folgte. Seine wissenschaftlichen Interessen lagen vorwiegend im Bereich der Pathogenese und Diagnostik viraler Erkrankungen - mit einem Schwerpunkt bei der Katze - sowie in der Früherkennung kanzerogener Wirkungen. Schließlich folgte 1996 Prof. Dr. Wolfgang Baumgärtner, Ph.D., einem Ruf auf die vakante C3-Professur für Veterinär-Pathologie, der insbesondere die Pathogenese der Staupevirusinfektion untersucht.

Im Jahr 1998 trat Prof. Dr. Manfred Reinacher als C4-Professor die Nachfolge von Prof. Dr. Dr. h. c. Eugen Weiss an, wodurch die Pathogenese viraler feliner Erkrankungen sowie Untersuchungen zur Früherkennung kanzerogener Wirkungen wieder als Forschungsschwerpunkte an das Institut zurückkehrten. Mit dieser Berufung wurde auch die Arbeitsgruppe Veterinärmedizinische Genetik und Zytogenetik (Leiter: Prof. Dr. Alexander Herzog) in das Institut eingegliedert und bearbeitet den Bereich molekulare Pathologie.

Im Jahr 1999 trat Herr Prof. Dr. Knut Frese in den Ruhestand. Er nahm noch bis zum Wintersemester 2007/2008 Lehraufgaben im Seminar Allgemeine Pathologie und Spezielle Pathologie wahr. Im Jahr 2000 trat Herr Prof. Dr. Alexander Herzog in den Ruhestand. Einem Ruf auf die C4-Professur für Pathologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover folgte Prof. Dr. Wolfgang Baumgärtner im Jahr 2002.

Zum 01.02.2010 wurde Frau PD Dr. Christiane Herden zur Universitätsprofessorin (W2) für Allgemeine und Spezielle Pathologie ernannt. Sie wurde im September 2014 als kommissarische Institutsleiterin eingesetzt, nachdem Prof. Manfred Reinacher in den Ruhestand ging.