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Neue Waffe im Kampf gegen Makuladegeneration?

Dr. Frank Weinand berichtete über Neuheiten bei Diagnose und Behandlung drohender Alterserblindung

Gießen (if). Frage: Was ist das? Es misst zehn auf zehn Zentimeter im Quadrat, ist von einem engen Liniennetz überzogen und trägt in der Mitte der so gebildeten 400 Quadrate einen kleinen Punkt. Es handelt sich um das »Amsler-Gitter«, ersonnen vom Schweizer Augenarzt Marc Amsler, das Hinweise auf Erkrankungen der Netzhaut geben kann. Die derzeit wohl neueste »Alternative« zu diesem Früherkennungsverfahren mithilfe eines Blattes Papier steht seit einiger Zeit in der Gießener Augenklinik in der Friedrichstraße: Ein 150 000 Euro teures Gerät, das »multimodal« die Beurteilung der Makula und die Entscheidung über die besten Behandlungsmethode ermöglich. Die Makula ist jene kaum zwei Millimeter große Stelle in der Mitte der Netzhaut, die uns befähigt, »gestochen scharf« zu sehen. 

Zeigen sich bei der Fixierung durch jeweils ein Auge – Abstand rund 30 Zentimeter – die Linien des Amsler-Gitters verzerrt oder sieht man leere oder verschwommene Stellen, wird es Zeit, einen Termin beim Augenarzt zu vereinbaren. Mit einer eventuell drohenden »Makuladegeneration« ist nicht zu spaßen. Die häufigste Erblindungsursache von über Sechzigjährigen in den Industrieländern nimmt angesichts der gestiegenen Lebenserwartung noch immer zu.

Heute weiß man, dass für das Zustandekommen verschiedene Ursachen verantwortlich sind: Zu viel Sonnenlicht und Rauchen beispielsweise, aber auch familiäre Veranlagungen können dazu beitragen, dass die empfindlichsten Sinneszellen der Netzhaut ihre Fähigkeiten einbüßen, Lichtreize in Signale umzuwandeln, die im Gehirn zu Bildern verarbeitet werden können. »Wir haben einige Waffen, um dieser Erkrankung zu begegnen«, versicherte dieser Tage Dr. Frank Weinand im Hörsaal der Augenklinik, als der leitende Oberarzt über neue Entwicklungen berichtete – sowohl was die Diagnose als auch was die Behandlungsmöglickeiten angeht. 

 

Trocken oder feucht?

Ehe Prof. Birgit Lorenz, die Direktorin der Augenklinik, eine Ausstellung mit Werken einer Wetzlarer Künstlerin eröffnete, beschrieb Weinand mit informativen Dias die Verfahren, mit denen man heute den Zustand der Makula beurteilen und beispielsweise die für die Behandlung so entscheidende Frage klären kann: Handelt es sich um eine »trockene AMD«, bei der Stoffwechselschlacken als Fettablagerungen in sogenannten »Drusen« deponiert sind – oder ist es die gefürchtete »feuchte« Form, bei der neue, vielfach undichte Gefäße aus der Aderhaut in die Netzhaut einsprießen und die Sinneszellen beschädigen? Die schonende, schmerzlose und ungefährliche Messung der Netzhautdicke beispielsweise, die das Verfahren der Optische Kohärenz-Tomographie OCT eröffnet, ist nicht nur die Beurteilung von Art und Ausmaß des Schadens möglich, auch Ergebnis und Verlauf der Therapie lassen sich sehr gut beurteilen.

Der Wachstumsfaktor VEGF spielt bei der Entwicklung der feuchten Makuladegeneration eine Schlüsselrolle; mit dem Einsatz zweier Wirkstoffe lässt sich dieser Wachstumsfaktor bremsen. Die Augenheilkunde verfügt mittlerweile über Möglichkeiten, die unerwünschte Bildung neuer, durchlässiger Blutgefäße mit Spritzen direkt ins Auge in bestimmten Abständen zu drosseln und damit die Bildung von Ödemen zu bremsen. 

Erwartungen auf eine weitere medikamentöse Behandlungsmöglichkeit verbinden sich neuerdings mit der bevorstehenden Einführung einer von einem großen deutschen Pharmaunternehmen maßgeblich entwickelten Stoffklasse, die vor wenigen Wochen beim Weltkongress der Augenärzte in Abu Dhabi vorgestellt wurde. In Australien ist »VEGF Trap-Eye« bereits zugelassen, in USA entscheidet die Zulassungsbehörde demnächst darüber, nachdem in einer Phase-III-Studie über die Hälfte der Patienten nach einer Behandlungsdauer von einem Jahr eine bemerkenswerte Besserung der Sehkraft erlebte.