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Research Area 1: Cultural Memory Studies - kulturwissenschaftliche Erinnerungsforschung

Die RA1 „Cultural Memory Studies“ widmet sich den konzeptuellen, theoretischen, methodologischen und praktischen Fragen, welche das wachsende interdisziplinäre Feld der kulturwissenschaftlichen Erinnerungsforschung aufwirft.


Ein Ziel der Research Area ist es, die globale Vielfalt der Ansätze zu erkunden, die sich mit Gedächtnis und Erinnerung beschäftigen. Aus theoretischer und praktischer Perspektive umfasst dies auch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Schulen der kulturwissenschaftlichen Erinnerungsforschung (Memory Studies). Maurice Halbwachs mit seinem Konzept des ‚kollektiven Gedächtnis‘ wird dabei als eine zentrale Inspiration für den „Memory Boom“ des späten 20. Jahrhunderts angesehen, welcher bis heute anhält.
Ein Forschungszweig dieses Feldes folgt dem Weg von Pierre Nora’s Studien der ‚lieux und milieux de mémoire‘,  welcher mitunter zu einem problematischen Verhältnis von Nostalgie und Konstruktionen der Nation führt. Jedoch hat die neuere Forschung diese ‚sites of memory‘ auf den transnationalen Bereich bezogen, wie zum Beispiel im Fall Deutsch-polnische Erinnerungsorte (Hahn & Traba, eds; F. Schöningh, 2013-14).


Ein anderer Zweig der Erinnerungsforschung folgt der Arbeit von Forscher_innen die durch das Birmingham Centre for Contemporary Cultural Studies inspiriert wurden. Dabei motiviert dieser Ansatz Auseinandersetzungen mit ‚populärer Erinnerung‘  (s. Popular Memory Group in Making Histories, Centre for Contemporary Cultural Studies (London: 1982), 205-252), sowie praktische Anwendungen im Bereich der Oral History Forschung.


‚Vernacular Memory‘, ein Konzept welches durch die Arbeit von John Bodnar in den USA inspiriert wurde, stellt einen damit zusammenhängenden Ansatz dar, der hegemoniale Erinnerungsnarrative in Frage stellt, die von der Nation als Basis für Erinnerungsnarrative ausgehen. Stattdessen nimmt Bodnar die Erinnerungskultur(en) subalterner oder untergeordneter gesellschaftlicher Gruppen in den Blick.


In größter geographischer Nähe zu Gießen ist jedoch der Zweig der sich der Erforschung des ‚kulturellen Gedächtnisses‘ widmet, welcher insbesondere von Aleida und Jan Assmann und Astrid Erll vertreten wird. Die Publikationsreihe Media and Cultural Memory/ Medien und kulturelle Erinnerung stellt diesen wichtigen Zweig der  ‘cultural memory studies’ vor. Er ist wiederum aus dem DFG Sonderforschungsbereich 434 an der Universität Gießen hervorgegangen, wo unter anderem das Konzept der „Erinnerungskulturen“ entwickelt wurde.


All diese Forschungszweige und Strömungen im weiten Feld der Memory Studies sind Teil der theoretischen, methodologischen und konzeptuellen Konstellation, welche die Forschungen und Projekte der Research Area 1 „Cultural Memory Studies“ derzeit versammeln. Ausgehend von der interdisziplinären und multinationalen Zusammensetzung von GCSC Postgraduiert_innen geht es in der Arbeit der Research Area 1 zudem darum, die praktischen Anwendungen von Memory Studies weltweit zu erkunden und so aufmerksam zu bleiben für globale Übersetzungen des Ansatzes.


Allen erforschten Ansätzen gemein ist die Verschränkung des Kulturellen mit Gedächtnis und Erinnern sowohl auf der gesellschaftlichen als auch der individuellen Ebene. Erinnern wird folglich in Hinblick auf die Konstruiertheit und Vermittlung durch kulturelle, soziale, politische und mediale Strukturen und Narrative gesehen. Gedächtnis und Erinnerung werden zudem als kollektiv hervorgebracht verstanden, wobei diese Gruppen auf vielfältigen und oftmals wettstreitenden Ebenen existieren und von der trans/nationalen über die regionale zur lokalen und familiären Ebene reichen. 


In der Vergangenheit hat die Research Area 1 GCSC Keynote Lectures organisiert – unter anderem mit Aleida Assmann, Claudia Öhlschläger und Alfred Bodenheimer - und war an verschiedenen kollaborativen Forschungsprojekten beteiligt. Die Research Area ist ebenfalls daran interessiert, Forscher_innen einzuladen, die den aktuellen Stand ihrer Forschung präsentieren. 

 

Darüber hinaus besteht innerhalb der Research Area gegenwärtig Interesse daran, im weiteren Kontext von Erinnerung, Gedächtnis und Kultur folgende Themen- und Problemfelder zu diskutieren:

 

  • Künstliche Trennungen – inklusive Zusammenhänge mit Migration, Nationalismus und Nationenbildung
  • Legitimation(en) und Politiken der Erinnerung – Beziehungen zwischen offizieller Erinnerung, dem Um-/neu-Schreiben von Erinnerung und Kämpfen um Anerkennung
  • Erinnerung/Gedächtnis und Technologie, inklusive juristische Aspekte, soziale Medien, selbst-konstruiertes Gedächtnis, Zensur und Überwachung


Unsere Research Area ist offen für die Zusammenarbeit mit anderen RA’s und Working Groups innerhalb des GGK/GCSC sowie mit Forscher_innen und nicht-akademischen Organisationen außerhalb der Universität Gießen (JLU). Bitte kontaktieren Sie unsere Sprecher_innen
wenn Sie Interesse an unserer Arbeit haben.

 

Kooperation


Kontakt

Iryna Tarku ()

Zahra Vojgani ()

Zoran Vuckovac ()


Aktive Mitglieder

Antweiler, Katrin

Arias-Arostegui, Enrique Alfredo

Brigard, Juan

Stendebach, Annika

Vargas-Lopez, Richard Damian