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Artikelaktionen

Politische Bildung

Die Sektion Politische Bildung freut sich über Interesse an einer Mitarbeit. Senden Sie dazu bitte eine E-Mail an die Sektionsleitung unter Angabe Ihrer inhaltlichen Interessenschwerpunkte.

 

Mission Statement

Politische Bildung im erweiterten Sinne der civic education gewinnt ihr Profil aus allen Angeboten für politisches Lernen und Lehren und bezieht ökonomische, gesellschafts- und sozialwissenschaftliche sowie rechtliche Fragen ein. Politische Bildung wird so als transdisziplinäre Aufgabe verstanden, die schulisch und außerschulisch organisiert sein kann. Es geht mithin auch um Prozesse und Strukturen politischer Sozialisation, in und außerhalb von Bildungsinstitutionen, sowie um Optionen und Möglichkeiten des professionellen Lernens und des Lehrens von Politik, um gesellschaftliche Teilhabe zu unterstützen und Mündigkeit zu fördern. Civic education umfasst in institutionellen Bildungsangeboten (Kindergarten, Schule, Hochschule) sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende Aspekte. In außerschulischen Kontexten sind zivilgesellschaftliche Bildungsangebote an unterschiedliche Träger (Kirchen, Gewerkschaften, freie Träger etc.) gebunden, die zwischen Dienstleistungs- und professionellem Lernangebot changieren. In allen Angeboten Politischer Bildung sind spezifische Standards (Beutelsbacher Konsens), Fach- und Methodenkenntnisse nötig.

 

Zielgruppe

Die Sektion wendet sich an jene Forschende und Nachwuchsforschende, die sich mit Fragen der politischen Bildung im genannten Sinn befassen.

 

Aktuelle Veranstaltungen

19.07.2019:

Workshop

Einführung und Vertiefung der Grounded-Theory-Methodologie

Dr. Susann Gessner, Philipps-Universität Marburg

 

Ort und Zeit:

Philosophikum II, Haus E, Raum E207

19.07.2019, 10.00 - 18.00 Uhr

 

Die Grounded-Theory-Methodologie (GTM) ist eines der meist- verwendeten Verfahren der qualitativen Forschung. Ihr Anliegen ist eine gegenstandsnahe und sensitive Analyse von vor allem alltagsweltlichen Problemen und Forschungsthemen.

 

Im Workshop soll es um eine grundlagentheoretische und praxisnahe Einführung in die komplexe Methodologie der Grounded Theory gehen. Folgende Fragen spielen dabei bspw. eine Rolle:

 

  • Für welche Forschungsvorhaben und Fragestellungen eignet sich die GTM?
  • Welche forschungspraktischen Verfahrensweisen, z. B. Kodierprozeduren, sind ihr eingeschrieben?

 

Im ersten Block sollen dazu die theoretischen und forschungsmethodologischen Grundannahmen vorgestellt und diskutiert werden. Im zweiten Block geht es um die praxisnahe Einführung am Material. Hier sollen vor allem Fragen des Samplings, des Konzept-Indikator-Modells und der Kodierprozeduren (offenes, axiales und selektives Kodieren) thematisiert und in Übungen erprobt werden.

 

Der Workshop richtet sich an Doktorandinnen und Doktoranden, sowie an Studentinnen und Studenten, die in ihren wissenschaftlichen Arbeiten qualitativ forschen möchten.

 

Anmeldung zum Workshop bitte per Mail an: maria.meixner@sowi.uni-giessen.de 

 

Terminliche Änderung

10.07.2019

Probevortrag

Wie aktuell ist der Beutelsbacher Konsens?
Traditionslinien, Konflikte und Herausforderungen

Dr. Stefan Müller

 

Ort und Uhrzeit:

Philosophikum II, Haus B, Raum 013

10.07.2019 ab 17 Uhr s.t.

 

Der Beutelsbacher Konsens, das „Markenzeichen politischer Bildung“ (Reinhardt 2018, S. 15), stellt seit jeher eine Herausforderung in der sozialwissenschaftlichen Fachdidaktik dar. Aktuell zeichnen sich insbesondere drei Konfliktlinien ab. Innerhalb der Politikdidaktik wird erstens die ‚Inhaltsindifferenz‘ problematisiert (Weißeno 2017, S. 50). Eine zweite Konfliktlinie verweist auf einen affirmativen, möglicherweise herrschaftslegitimierenden Effekt des Beutelsbacher Konsens (vgl. die Beiträge in Widmaier/Zorn 2016). Eine dritte Konfliktlinie weist über die fachdidaktische Diskussion in der Politischen Bildung hinaus und bestimmt aktuell gesellschaftspolitische Diskussionen um Schule, Bildung und Unterricht allgemein: Die von der AfD eingerichteten Lehrerportale nehmen für sich den Beutelsbacher Konsens in Anspruch, um ein ‚Neutralitätsgebot‘ einzufordern (kritisch Reinhardt 2019).

Im Vortrag werden zunächst diese drei Konflikte skizziert und ihre Bezugnahmen auf den Beutelsbacher Konsens diskutiert. Anschließend wird eine Lesart gestärkt und weiterentwickelt, die den Konsens als ‚komplexe Theoriefrage‘ (Sander 2017) rekonstruiert. In dieser Traditionslinie werden Lösungsmöglichkeiten der drei Konfliktlinien herausgearbeitet, die die theoretischen Grundlagenfragen der Politischen Bildung sichtbar machen und damit auch Wege für eine moderne reflexive sozialwissenschaftliche Fachdidaktik öffnen.

 

Literatur:

Reinhardt, Sibylle (2019): Jagd auf Lehrer statt Beutelsbacher Konsens. Kommentar zum Portal „Neutrale Schulen“ der AfD in Hamburg. In: Gesellschaft – Wirtschaft – Politik (GWP). Sozialwissenschaften für politische Bildung, 1/2019, S. 13–19.

Sander, Wolfgang (2017): Der Beutelsbacher Konsens zwischen Theorie und Praxis der politischen Bildung. In: Frech, Siegfried/Richter, Dagmar (Hrsg.): Der Beutelsbacher Konsens. Bedeutung, Wirkung, Kontroversen. Schwalbach/Ts., S. 57–68.

Weißeno, Georg (2017): Zur Historisierung des Beutelsbacher Konsenses. In: Frech, Siegfried/Richter, Dagmar (Hrsg.): Der Beutelsbacher Konsens. Bedeutung, Wirkung, Kontroversen. Schwalbach/Ts., S. 35–56.

Widmaier, Benedikt/Zorn, Peter (Hrsg.): Brauchen wir den Beutelsbacher Konsens? Eine Debatte der politischen Bildung. Bonn.

28.06.2019:

Podiumsdiskussion

Das Fach Gesellschaftslehre

Über (Un-)Möglichkeiten der Zusammenarbeit gesellschaftswissenschaftlicher Fächer

 

Ort und Uhrzeit:

Philosophikum II, Hörsaal C028, 16:00 Uhr s.t. bis 18:00 Uhr s.t.

 

Seit einiger Zeit ist das Thema der fächerübergreifenden Kooperation in aller Munde. Das Integrationsfach Gesellschaftslehre sieht eine solche interdisziplinäre Zusammenarbeit in Form des Zusammenschlusses der drei gesellschaftswissenschaftlichen Fächer vor, die Umsetzung wird diesem Anspruch jedoch zumeist nicht gerecht: Das mit der Fächerintegration verfolgte Ziel einer ganzheitlichen Themenbehandlung wird oftmals dadurch unterlaufen, dass in der Praxis unter dem Deckmantel des Faches Gesellschaftslehre im Halbjahreswechsel weiterhin die einzelnen Fächer unterrichtet werden und zudem der Unterricht an vielen Schulen ganz oder zumindest in Teilen fachfremd erteilt wird.

 

In der Podiumsdiskussion sollen Potentiale und Herausforderungen eines solchen Integrationsfachs wie generell einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern mit Vertretern aus Theorie und Praxis diskutiert werden. Einen in die Thematik einführenden Vortrag hält Prof. Dr. Wolfgang Sander.

 

 Auf dem Podium sitzen unter anderem:

  • Prof. Dr. Rainer Mehren (Geographiedidaktik),
  • Prof. Dr. Vadim Oswalt (Geschichtsdidaktik)
  • Prof. Dr. Wolfgang Sander (Didaktik der Sozialwissenschaften)

 

Zur Eröffnung der Veranstaltung wird der Präsident der Justus-Liebig-Universität, Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, ein Grußwort sprechen.

 

Das Fach Gesellschaftslehre:Über (Un-)Möglichkeiten der Zusammenarbeit gesellschaftswissenschaftlicher Fächer

28.06.2019 - 

30.06.2019:

Tagung

Voneinander profitieren?!

Herausforderungen und Lösungsansätze für die unterrichtliche Praxis der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer

 

Zwischen den gesellschaftswissenschaftlichen Schulfächern – in Hessen sind dies Geschichte, Politik & Wirtschaft und Geographie – gibt es zahlreiche inhaltliche Überschneidungen. Ein Grund also, miteinander in Kooperation zu treten! Doch wie kann man dabei sinnvoll voneinander profitieren? Durch den Austausch fachspezifischer Methoden und didaktischer Prinzipien und deren Übertragung auf andere gesellschaftswissenschaftliche Fächer? Durch fächerübergreifendes Unterrichten, wie es in den Kerncurricula einiger Bundesländer gefordert wird? Oder durch das Unterrichten mehrerer Fächer in einem sogenannten Integrationsfach? Diesen und mehr Fragen widmet sich diese Tagung.

 

Anmeldungen zur Tagung bitte per Mail an: luana.sommer@lehramt.uni-giessen.de.

 

Die Teilnehmerplätze sind begrenzt, eine Anmeldung ist bis zum 28.05.2019 möglich. Es gilt das Prinzip „first come, first serve“. Die Tagungsgebühr beträgt 20 Euro, GGS-Mitglieder können an der Veranstaltung kostenfrei teilnehmen. In der Tagungsgebühr sind Snacks und Getränke sowie zwei Mittag- und Abendessen inbegriffen.

 

Tagung: Voneinander profitieren?!Herausforderungen und Lösungsansätze für die unterrichtliche Praxis der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer

23.10.2018:

Philipp McLean (Goethe-Universität Frankfurt): Historisch-politische Bildung und die (Un-)Möglichkeiten von Mündigkeit?

Ort und Uhrzeit: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 303, 16-18 Uhr

Bildung gilt als conditio sine qua non der Mündigkeit. Besonders den sozialwissenschaftlich-historischen Fächern wird in der Schule die Aufgabe zugedacht, die Schüler*innen zu einem mündigen Verhalten in der Gesellschaft zu befähigen. Doch welchen Beitrag kann und soll die historische Bildung zur Mündigkeit leisten?

Aus geschichtstheoretischer Sicht kann begründet argumentiert werden, dass sich historische Urteile und Erkenntnisse nicht ohne Weiteres auf aktuelle Sachverhalte übertragen lassen, sind sie doch in ihrem spezifischen, historischen Sachverhalt verhaftet. Die Aufgabe der Geschichtswissenschaft in der Geschichtskultur sei es vielmehr „Macht mit Wahrheit zu konfrontieren“, so der Geschichtstheoretiker Jörn Rüsen.

Damit sind historische Erkenntnisse möglicherweise ohne jeden praktischen politischen Nutzen, da sie dezidiert nicht politisch sind, sondern alleine der regulativen Idee der (historischen) Wahrheit verpflichtet bleiben.

In dem Vortrag soll der Frage nachgegangen werden, welchen Beitrag die historische Bildung trotz dieser Einwände zur Mündigkeit leisten kann: Wo, wie und wann sind persönliche Einsichten in Kontinuität und Wandel auszumachen, die es Schüler*innen ermöglicht eine Distanz zu gegenwärtigen Verhältnissen einzunehmen, naturalisierte Begriffe zu denaturalisieren und kritisch über sie nachzudenken? Bei der Beantwortung dieser Frage sollen zusätzlich die schulischen Rahmenbedingungen, in dem Unterricht stattfindet, Berücksichtigung finden, deren institutionellen Effekte eine Hinführung zur Mündigkeit im Allgemeinen und historische Werturteile im Speziellen entscheidend prägen.

05.7.2018:

PD Dr. Stefan Applis (Universität Erlangen-Nürnberg): Fragen globaler Gerechtigkeit – Eine interdisziplinäre Dateninterpretation (Workshop)

Ort und Uhrzeit: Geoatelier in der Geographiedidaktik (Raum 06), Karl-Glöckner-Str. 21G, Justus-Liebig-Universität Gießen,  14-18 Uhr

Die Grundlage des Workshops bildet das DFG-Projekt „Glokalisierte Lebenswelten: Rekonstruktion von Modi ethischen Urteilens“ aus der Geographiedidaktik (Förderzeitraum 07/2015-06/2018). Gegenstand dieser Studie ist eine Unterrichtseinheit zur Förderung der ethischen Urteilskompetenz im Rahmen globaler Herausforderungen. Das empirische Datenmaterial besteht aus der Videographie der Interventionen sowie Prä- und Post-Gruppendiskussionen, das gegenwärtig mittels dokumentarischer Methode von Seiten der Antragssteller analysiert wird.

Der Workshop besteht aus zwei Teilen: Im ersten Part wird die Zielsetzung und Konzeption der Studie im Rahmen eines Vortrags präsentiert und eine Einführung in die dokumentarische Methode gegeben (ohne jedoch Ergebnisse der vorliegenden Interpretationen darzulegen). Im zweiten Abschnitt werden ausgewählte Videosequenzen und Transkripte in interdisziplinären Kleingruppen interpretiert. Diese Interpretationen werden mittels Audiogerät aufgezeichnet. Im Nachgang des Workshops soll daraus eine gemeinsame Publikation entstehen.

Der Workshop wird unterstützt durch PD Dr. Stefan Applis (Universität Erlangen-Nürnberg), der ausgewiesener Experte sowohl im Bereich Ethik als auch im Bereich der dokumentarischen Methode ist.

20.6.2018:

Prof. Dr. Tim Engartner (Goethe-Universität Frankfurt): Pluralismus in der sozialwissenschaftlichen Bildung

Ort und Uhrzeit: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 101, 18.00 - 19.30 Uhr

Pluralismus kann im Kontext sozialwissenschaftlicher Bildung nur im Zusammenspiel der verschiedenen sozialwissenschaftlichen Teildisziplinen gewahrt werden, d. h. die Legitimität konkurrierender Ideen, alternativer methodologischer Zugänge und unterschiedlicher disziplinärer Interpretationen muss anerkannt werden. Welches aber sind die Vorzüge einer von Pluralismus geprägten sozialwissenschaftlichen Bildung? Worin liegen die Risiken monistischer Deutungsmuster? Weshalb droht der pluralistische Charakter sozialwissenschaftlicher Bildung verloren zu gehen, wenn die Trias der vormals gleichberechtigten Disziplinen Politik, Ökonomie und Soziologie innerhalb der sozialwissenschaftlichen Integrationsfächer »Politik und Wirtschaft«, »Gemeinschaftskunde«, »Sozialwissenschaften« etc. in Richtung eine Partikularfachs »Wirtschaft« verschoben wird? Und warum birgt die ausschließlich wirtschaftswissenschaftliche Fundierung ökonomischer Bildung die Gefahr von Monoperspektivität – und damit von Monismus?

Diese und benachbarte Fragen sollen hier Antworten erfahren. Denn die Prinzipien des Pluralismus zu verkennen, hieße nicht nur, die Berufsethik sozialwissenschaftlicher Bildner/innen zu missachten, sondern auch, der sozialwissenschaftlichen Theorien-, Paradigmen- und Wertevielfalt den Boden zu entziehen.

16.5.2018:

Elia Scaramuzza (Universität Mainz): Normativität als Problem und als Lösung. Zur Dialektik Politischer Bildung

Ort und Uhrzeit: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 101, 16.00 - 18.00 Uhr

Politische Bildung ist auch mit Fragen nach ihren Normen und Maßstäben verbunden. Damit verknüpft ist das Problem, dass normative Setzungen indoktrinierend wirken können und damit nicht nur dem Überwältigungsverbot des Beutelsbacher Konsens widersprechen. Dies zeigt sich beispielhaft an der gegenwärtigen Diskussion um die Kritische Politische Bildung – auch einseitig als „Heppenheimer Dissens“ bezeichnet –, in dessen Zentrum u.a. die Frage nach den normativen Voraussetzungen und Ansprüchen von Politischer Bildung steht. Der Vortrag rekonstruiert und diskutiert ausgewählte Bezugnahmen auf Normativität in der Politischen Bildung. Sichtbar werden so Bedingungen und Möglichkeiten von Normativität in einer (kritischen) Politischen Bildung.

02.5.2018:

Prof. Dr. Wolfgang Sander (Justus-Liebig-Universität Gießen): Bildung. Ein kulturelles Erbe für die Weltgesellschaft. Buchvorstellung und Diskussion

Ort und Uhrzeit: Evangelische Studierendengemeinde (ESG) Gießen, Henselstraße 7, 35390 Gießen, 19:00 Uhr

Vor mehr als 200 Jahren machte Wilhelm von Humboldt mit seiner Theorie der Bildung Furore. Ist Bildung deshalb ein aus der Mode gekommenes Relikt der deutschen Geistesgeschichte? Ganz im Gegenteil: Wolfgang Sander zeigt, dass die Idee der Bildung ein kulturelles Erbe der Menschheit ist, dessen Wurzeln weit hinter Humboldt zurückreichen, in Europa wie auch in anderen kulturellen Kontexten. Eben deshalb ist Bildung als Leitidee für Erziehung und Schule heute, in Zeiten einer sich entwickelnden Weltgesellschaft mit ihrer Vielfalt und ihren Konflikten, von größter Aktualität. Was heißt das heute, in Zeiten der Globalisierung und der Entwicklung zu einer Weltgesellschaft mit ihrer kulturellen Vielfalt, ihren Konflikten und Problemen? Kann Bildung angesichts der unterschiedlichen Kulturen und Religionen sowie der Spannungen zwischen ihnen ein verbindendes Element sein? Sander zeigt an Beispielen aus der europäischen Geschichte und aus anderen Kulturkreisen, wie dem Islam, dem Konfuzianismus und den indischen Religionen, dass die Idee der Bildung keine deutsche oder europäische Besonderheit ist. Bildung ist ein kulturelles Erbe der Menschheit. Als universales Konzept bleibt Bildung aber in einer kulturell und religiös vielfältigen Welt nur dann keine abstrakte Leerformel, wenn sie aus der Sicht des kulturell je Eigenen verstanden wird. Aus europäischer Sicht bezieht sich Sander auf die christliche Tradition, um Bildung für unsere Zeit neu zu begründen. Von dieser Perspektive aus diskutiert er, wie Bildung in Spannungen zwischen Zweckfreiheit und Nützlichkeit oder zwischen gesellschaftlicher Integration des Einzelnen und Ermutigung zur Freiheit zu verstehen ist und was es bedeuten kann, gebildet zu sein.

Die Veranstaltung findet als Kooperation der GGS-AG Politische Bildung (Justus-Liebig-Universität Gießen) und der Evangelischen Studierendengemeinde Gießen statt, unterstützt von der Thalia Universitätsbuchhandlung Gießen.

 

25.1.2018:

Kick-Off-Veranstaltung der GGS-Arbeitsgruppe Politische Bildung (Forschungskolloquium) 

Ort und Uhrzeit: Alexander-von-Humboldt-Haus, 14.00 - 19.00 Uhr

Im Rahmen dieses Forschungskolloquiums stellen die Mitglieder der Arbeitsgruppe ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte zur Diskussion. Interessierte sind herzlich willkommen und melden sich bitte vorab mit einer E-Mail an die Arbeitsgruppenleitung an.

 

Forschungskolloquium Poster

16.1.2018: 

 

 

May Jehle (Goethe-Universität Frankfurt):  Dimensionen der Bildung und Erziehung im politischen Unterricht. Fallstudien anhand von Videoaufzeichnungen aus Ost- und West-Berlin 1978-1985.

Ort und Uhrzeit: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 102, 14.00-16.00 Uhr

Im Mittelpunkt des Vortrags stehen Fallstudien aus einem Dissertationsprojekt zur Analyse und Interpretation historischer Videoaufzeichnungen aus dem Staatsbürgerkunde- und Politikunterricht in der DDR und der Bundesrepublik. Begriffliche Unterscheidungen zwischen erzieherischen Intentionen und bildenden Ansprüchen bilden dabei den heuristischen Rahmen der Analysen der jeweiligen Intentionen dieser Unterrichtsfächer sowie der dokumentierten Unterrichtspraxis. Illustriert wird dieses Vorgehen vor allem anhand von Unterrichtsausschnitten aus dem Staatsbürgerkundeunterricht der DDR, um schließlich in einem Vergleich mit Beispielen aus dem West-Berliner Politikunterricht Möglichkeiten und Grenzen der Ansprüche an politischen Unterricht zu diskutieren.