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"Krisen" und Routinen: Regulierende Aushandlungen und medizinischer Alltag rund um (Körper-)Politiken der Geburt

Allgemeine Informationen
  • Bearbeiterin: Marie Fröhlich
  • Institut / Universität: Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, Universität Göttingen
  • Erst- und Zweitbetreuer*innen: 

  • Art des Qualifikationsprojekts: Dissertationsprojekt
Abstract

Verschiedene gesundheitspolitische Maßnahmen, infrastrukturelle Veränderungen und berufspolitische Weichenstellungen haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass grundlegende Verschiebungen im Bereich der Betreuungs- und Versorgungssituation schwangerer Frauen, Gebärender und junger Mütter in Richtung einer Unterversorgung festgestellt werden können. Auf Bundes-, Länder und Kommunalebene wurden diesbezüglich in den vergangenen Jahren zahllose Maßnahmen in dem Feld ergriffen und lässt sich nicht leugnen, dass durchaus 'viel' getan wird. Wie kommt es jedoch, so frage ich in meinem Projekt ausgehend von beispielhaften Ansätzen und Programmen, dass Maßnahmen, die zur Problemlösung eingeführt werden, nicht wahrgenommen, oder von den involvierten Akteur_innen als ineffektiv, wenn nicht gar als weitere Verschlechterungen der Arbeits- und klinischen Bedingungen erfahren werden? Auf Basis ethnographischen Materials möchte ich Antworten unter anderem auf folgende Fragen finden:

Welche Akteur_innen sehen auf Basis welcher Informationen und Perspektivierungen welche Handlungsbedarfe? Welche Verantwortlichkeiten werden in dem Sinne zugeschrieben und/oder (nicht) angenommen? In welchen Prozessen werden unter Bezug auf welche Referenzwerte Rahmenbedingungen ‚gemacht‘?

Meine zweite zentrale Achse ist die der Umsetzung von Programmatik in Praxis. Hier frage ich danach, welche Implikationen die politisch geschaffenen Rahmenbedingungen und neueren Entwicklungen für die Tätigkeiten geburtshilflicher und -medizinischer Professionen mit sich bringen. Denn auch „Krise“ wird in der Praxis Alltag: Vor Ort entwickeln sich Umgangsweisen, zeitigen sich Effekte, entwickeln sich Lösungen. Wie werden (neue) Rahmenvorgaben, Leitlinien etc veralltäglicht im medizinisch-professionellen Handeln? Welche (neuen) Routinen bilden sich heraus, orientiert an welchen Maßstäben? Um diese Fragestellungen klären zu können, führe ich eine mehrörtige ethnographische Regimeanalyse durch, und führe in diesem Sinne Interviews, nehme teilnehmend beobachtend an Ausschüssen, Workspaces, feldspezifischen Tagungen und Kongressen sowie auch im Rahmen mehrwöchiger Forschungshospitationen am Arbeitsalltag von Hebammen und Ärzt_innen teil.

Ergänzt um eine symptomatische Diskursanalyse soll mein Vorhaben einen empirisch gesättigten Beitrag zu interdisziplinären Debatten nach Körperpolitiken zu leisten: Wie lassen sich die aktuellen Entwicklungen vor dem Hintergrund auch historischer (frauen-) gesundheitspolitischer Regulationsversuche verstehen? Welche Effekte haben politisch (nicht) betriebene De-/Regulierungsmaßnahmen letztlich auf ein Recht am eigenen Körper? Welche Zugriffe auf weibliche Reproduktivität zeitigen sich in der intersektionalen Betrachtung – und welche Verwerfungen, Widerständigkeiten, Schlupflöcher finden sich?