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Gerhard Merz

 

Welchen Berufswunsch hatten Sie, als Sie das Studium in Gießen begonnen haben?

Ich habe 1971 ein Lehramtsstudium in Anglistik und Politikwissenschaft begonnen – und ich wollte auch tatsächlich Lehrer werden, bin’s aber nie geworden.


Was hat Sie bewogen, sich für Gießen zu entscheiden?

Zwei meiner Brüder hatten schon in Gießen studiert, so dass ich die Verhältnisse aus der Ferne schon ein wenig kannte. Außerdem war die Ferne nicht zu groß, um zu weit von zuhause weg zu sein, aber groß genug, um von zuhause weg zu sein.


Was ist Ihre erste Erinnerung an die JLU?

Das Phil. II – wir sagten damals noch AfE, Abkürzung für: Abteilung für Erziehungswissenschaften, obwohl die Lehrerausbildung damals schon in die einzelnen Fächer integriert war – hat mir auf Anhieb gut gefallen, eher im Gegensatz zum Phil. I.
An meinem ersten Studientag sollten wir uns in der Anglistik in Seminarlisten eintragen, bei 25 Teilnehmer/inn/en sollte dann Schluss sein. Das hat die damalige Fachschaft durch eine Besetzungsaktion verhindert. Das war gleichzeitig der Beginn meiner hochschulpolitischen Aktivität.

 

Was war die prägendste Erfahrung, die Sie im Studium gemacht haben?

Wissenschaftlich betrachtet sicher die intensive Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Faschismus. Menschlich die vielfältigen hochschulpolitischen Aktionen, Tätigkeiten und Funktionen. Es war ja auch in der Nach-68er-Zeit immer etwas los. Ich habe dabei viel gelernt, vor allem habe ich verlieren gelernt. Und Menschenkenntnis, zum Guten wie zum Schlechten. 
Am nachhaltigsten hat mich aber ein 15monatiger USA-Aufenthalt geprägt, für den ich das Studium unterbrochen habe. Ich habe in den USA als Freiwilliger der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste für die dortige, sehr kleine, sehr arme Landarbeitergewerkschaft gearbeitet. Das war eine unglaublich intensive Zeit, die mich bis heute prägt.


Eine Frage, die Sie während Ihres Studiums vergessen haben zu stellen:

Wahrscheinlich ganz viele. Nie vergessen habe ich die Frage nach dem Sinn des Ganzen. Und gelernt habe ich, dass das Schwierigste an der Wissenschaft (und übrigens auch an der Politik!) ist, überhaupt erst einmal herauszufinden, wie die Frage eigentlich lautet.


Wo waren Sie in Gießen, wenn Sie nicht an der Uni waren?

Meistens in der Kneipe, am meisten im „Bahndamm“ im Riegelpfad.


Was würden Sie heute in Ihrem Studium anders machen?

Nicht mehr so oft in die Kneipe gehen. Und ich würde wahrscheinlich noch Geschichte studieren.

 

Was würden Sie genauso machen?

Ich würde mir Zeit lassen – für Politik und andere Dinge, die anderen nebensächlich erscheinen.


Alles in allem: Welche Erinnerung verbinden Sie mit Ihrer Studienzeit in Gießen?

Ich war gerne Student, ich war gerne an der Uni und wäre auch gerne dort geblieben. Es war dann aber wie bei meinem ursprünglichen Wunsch, Lehrer zu werden: Es ist alles ganz anders gekommen. Aber irgendwie auch nicht schlecht.


Von Alumnus zu Student/in: Was raten Sie angehenden Akademikerinnen und Akademikern?

Nehmen Sie sich Zeit und schauen Sie auch mal nach rechts und links. Der schnelle, kerzengerade Weg muss nicht der richtige sein. Und fragen Sie immer nach dem Nutzen der Wissenschaft im Brecht’schen Sinne: „Ich halte dafür, dass das einzige Ziel der Wissenschaft ist, die Mühseligkeit der menschlichen Existenz zu erleichtern.“

 

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