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Karin Dittrich-Brauner

 

Frau Dittrich-Brauner, Sie haben an der JLU Psychologie studiert. Wie kam es dazu, dass Sie sich für diesen Studiengang und auch für diese Universität entschieden haben?

Ich engagierte mich in meiner Jugend in der Pfadfinderbewegung. Dabei leitete ich die lokale Gruppe in meinem Heimatort Wetzlar. Immer wieder war ich mit spannenden Herausforderungen konfrontiert: Wie motiviere ich andere zum Mitmachen? Wie löse ich Konflikte zwischen Gruppenmitgliedern? Wie organisiere ich eine Wochenendfahrt oder ein Sommerlager? Wie gehe ich mit schwierigen Kindern und Jugendlichen um? Bestandteil der Gruppenleiterausbildung waren Entwicklungspsychologie, Gruppendynamik, Kommunikation und Kooperation. Diese Themen fand ich so spannend, dass für mich kein anderes Studienfach in Frage kam.


Wenn Sie zurückblicken: Was haben Sie für sich persönlich aus dem Studium mitgenommen?

Vor allem Beziehungen - es gibt noch Freundschaften aus Studienzeiten, die bis heute anhalten und wertvoll sind. Dann natürlich Fachwissen! Das war zum Berufseinstieg total wichtig, wurde aber natürlich in der Zwischenzeit durch viele neue Erkenntnisse überlagert.

Die Fähigkeiten, die ich in der Uni erworben hatte, konnte ich dann im Laufe meines Berufslebens weiter ausbauen.

 

Und als letztes Know How - die Fähigkeiten, die ich in der Uni erworben hatte, konnte ich dann im Laufe meines Berufslebens weiter ausbauen. Strukturiertes Arbeiten - Moderation - Selbstreflexion - Konfliktlösung - wissenschaftliche Methodik. Alles wichtige Kompetenzen, um im Berufsalltag Fuß zu fassen und weiterzukommen.


Gab es während Ihrer Zeit an der JLU eine Veranstaltung, die Sie - im Nachhinein betrachtet - als besonders wertvoll für Ihren Werdegang erachten?

Eine einzelne Veranstaltung kann ich nicht hervorheben. Es waren viele Seminare und Workshops, in denen wir als Studenten selbst aktiv waren und teilweise auch die Gestaltung übernahmen. Ich finde es wichtig, als Student Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen und die sozialen Prozesse zu gestalten.

 

Welchen Berufswunsch hatten Sie, als Sie das Studium in Gießen begonnen haben? Hat sich dieser im Laufe des Studiums verändert?

Ich hatte zunächst die Idee, in der Jugendarbeit tätig zu werden. Im Laufe des Hauptstudiums und durch Praktika in Unternehmen hat sich der Schwerpunkt Arbeits- und Betriebspsychologie immer mehr herauskristallisiert. Führungskräfte in ihrem Handeln zu unterstützen, Mitarbeitende in Unternehmen in Veränderungsprozesse einzubeziehen, Personalentwicklung zu fördern und Change zu begleiten hat mich fasziniert. In den 70er-Jahren war es noch nicht selbstverständlich, Psychologen in der Wirtschaft einzustellen. Auch deshalb fand ich dieses Arbeitsgebiet reizvoll und verlockend.

 

Inzwischen arbeiten Sie als Unternehmensberaterin und Geschäftsführerin der PfO mbH. Was raten Sie Studierenden, die ebenfalls in der Beratung tätig werden wollen?

Beratung ist aus meiner Sicht kein gutes Ziel für den Berufsstart. Zunächst sollten Studierende sich in dem Bereich tummeln, in dem sie beraten möchten. In der Aus- und Weiterbildung von Unternehmen, in Finanzen oder Controlling, in der Produktion, im Personalbereich - je nach Studium und persönlicher Leidenschaft. Mit den ersten praktischen Erfahrungen lässt sich dann besser entscheiden, ob Beratung das richtige Arbeitsfeld ist. Mit einigen Jahren Berufserfahrung ist es viel leichter möglich, mit Substanz zu beraten. Das gibt den nötigen Überblick, um effizient und souverän weiterzuhelfen.

 

2017 sind Sie für Ihr ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet worden. Was würden Sie sagen, welchen Stellenwert nimmt Ihr Ehrenamt in Ihrem Alltag ein?

Ehrenamtliches Engagement hat für mich einen großen Stellenwert. Es erfüllt mich und macht mir Freude, mich gemeinsam mit anderen für unsere Gesellschaft und das Miteinander einzusetzen. Ich wurde für mein Engagement in der Stiftung Pfadfinden ausgezeichnet, die deutschlandweit tätig ist. Für diese Stiftung investiere ich etwa ein Viertel meiner Arbeitszeit. Daneben ist mir aber auch die Unterstützung vieler Initiativen auf der lokalen Ebene rund um meinen Wohnort Hüttenberg wichtig. Geflüchtete willkommen heißen, Jugendliche fördern, Nachbarn unterstützen, Lokalpolitik begleiten.

 

Sie sind nun seit längerem Vorstandsvorsitzende einer Stiftung zur Förderung von Jugendarbeit. Warum engagieren Sie sich besonders für die Förderung und Entwicklung junger Menschen?

Dieses Engagement ist aus meiner persönlichen Lebensgeschichte und meinen eigenen großartigen Erfahrungen in Pfadfindergruppen entstanden. Hier können Kinder und Jugendliche vielfältige Erfahrungen sammeln, sich in der Natur bewegen, Neues probieren, sich mit Gleichaltrigen auseinander setzen und außerhalb von Schule und Elternhaus agieren. Das prägt enorm. Alle sozialen Fertigkeiten, auf die wir heute auch im Beruf so viel Wert legen, entwickeln sich in dieser Zeit. Das möchte ich unterstützen. Junge GruppenleiterInnen können ihre Aktivitäten und kreativen Ideen leichter umsetzen, wenn sie ideell und finanziell durch die Stiftung Pfadfinden gefördert werden.

 

Zum Abschluss: Von Alumna zu Student/in: Was raten Sie angehenden Akademikerinnen und Akademikern?

Leidenschaft entwickeln. Wirklich eintauchen in ein Fach, ein Themengebiet.

Andererseits aber auch über den Tellerrand hinaus blicken und andere Perspektiven einnehmen. Einen Philosophiekurs belegen, andere Disziplinen und Arbeitsweisen kennenlernen. Diese vielfältigen Möglichkeiten bestehen an der Universität. Im späteren Berufsleben ist das nicht mehr so einfach.

Außerdem: Sich ehrenamtlich engagieren. Reisen. Soziale Beziehungen pflegen. Glücklich sein.

 

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

 

Das Interview wurde im Juni 2019 geführt.

 

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