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Karin Uphoff

 

Sie haben einige Jahre Ihres Lebens an der JLU verbracht. Was haben Sie für sich persönlich mitgenommen?

Ich kam von einem gesellschaftswissenschaftlich ausgerichteten Gymnasium, hatte mich mit Naturwissenschaften daher noch nicht viel befasst. Stand dann im Chemiehörsaal mit ca. 400 anderen Studierenden. Schock! Wie sollte ich diese Wissenslücken jemals auffüllen? :-)
Dass es im Uni-Betrieb möglich ist, Dinge wirklich von der Pike auf zu lernen, dieses Wissen zu intensivieren, sich schließlich mit den verschiedensten Aspekten ausführlich und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beschäftigen: Das finde ich großartig und habe es sehr genossen.


Was hat Sie damals bewogen, sich für die JLU zu entscheiden?

Mein Berufsziel war ursprünglich Fachjournalismus. Daher suchte ich ein Studium, das mir Einblick in verschiedene Themenbereiche bieten könnte. So kam ich auf Oecotrophologie: Die Kombination von naturwissenschaftlichen, medizinischen, soziologischen und wirtschaftlichen Fächern fand ich sehr attraktiv. Im zweiten Schritt beschäftigte ich mich näher mit den Universitäten, die diesen Studiengang anboten, und entschied mich dann für die JLU – wegen ihres guten Rufes in diesem Fach.


Was verbindet Sie heute mit der JLU? Stehen Sie noch in Kontakt zu ehemaligen Kommilitonen?

Lange Zeit hatte ich keinen Kontakt zur JLU oder zu Kommilitonen – im Rückblick muss ich sagen: leider. Alumni-Konzepte und Netzwerkbildung waren zur Zeit meines Abschlusses noch nicht so verbreitet - das Internet mit all seinen großartigen Möglichkeiten, Kontakte aufzubauen und zu halten, steckte ja noch in den Kinderschuhen. Nun bin ich auch nie als Ernährungswissenschaftlerin tätig gewesen, sondern direkt in den Journalismus gegangen und dann in die PR. Daher gab es auch wenig Berührungspunkte mit anderen Ehemaligen.
Die Aufgabe als Dozentin hat mich wieder zurückgebracht zur JLU – und ich freue mich, nun an meiner Heimatuniversität Studierenden den „Erfolgsfaktor PR“ näher bringen und ihnen einen Einblick in die Berufswelt vermitteln zu können. Das Angebot der „Außerfachlichen Kompetenz“ finde ich ausgesprochen wichtig und gut.

 

Gibt es aus Ihrer Studienzeit eine interessante Geschichte, die Ihnen einfällt, wenn Sie an Ihre Zeit an der JLU zurückdenken?

Ja, da gibt es tatsächlich eine bestimmte Geschichte, an die ich mich noch gut erinnern kann – der Schreck sitzt mir offensichtlich immer noch in den Knochen: Es war bei einer Zwischenprüfung, den Namen des Professors weiß ich gar nicht mehr. Jedenfalls wollte er zu Beginn der Prüfung meinen Personalausweis sehen. Den hatte vorher noch kein Prüfer gefordert. Auf mein fragendes Gesicht hin erklärte er, er müsse überprüfen, ob ich überhaupt die sei, die sich angemeldet habe. Ich wollte sagen: Wer macht denn schon freiwillig Prüfungen? Sagte aber tatsächlich: „Wer würde denn schon BEI IHNEN freiwillig Prüfung machen?“ Die zwei Wörter mehr ließen den Professor zu Eis erstarren – die Prüfung verlief entsprechend „erfolgreich“…
Diese kleine Begebenheit hat mir sehr deutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, sich in jeder beruflichen Situation richtig und vorteilhaft präsentieren zu können – vielleicht war das eine der Erfahrungen, die mich Richtung PR geführt haben :-).

 

Vermissen Sie manchmal den Wissenschaftsbetrieb?

In den ersten Jahren der Berufstätigkeit habe ich ihn nicht vermisst – ich habe es genossen, Geld zu verdienen, Projekte zu betreuen, bundesweit unterwegs zu sein. Im Laufe der Zeit und mit wachsender Erfahrung ist dann die strategische Begleitung von Unternehmen in den Vordergrund gerückt. Und so habe ich wieder stärker der Wissenschaft zugewandt, was ich als große Bereicherung in meinem Arbeitsalltag empfinde. Ich habe mich in diesem Zusammenhang viel mit Wirtschaftsabläufen, Unternehmensführung, Gestaltung von Arbeit, Verkaufspsychologie beschäftigt. Und bin nun gerade dabei, ein „Institut für angewandte PR“ zu gründen mit dem Ziel, PR für den Mittelstand besser nutzbar zu machen, PR also stärker als Erfolgsmotor für Unternehmen und Verbände zu implementieren.

 

Gab es während Ihrer Zeit an der JLU eine Veranstaltung, die Sie - im Nachhinein betrachtet - als besonders wertvoll für Ihren Werdegang erachten?

An eine einzelne prägende Veranstaltung kann ich mich spontan nicht erinnern. Sehr wertvoll für meinen Werdegang waren jedoch die großartige Unterstützung und Kooperationsbereitschaft der Professoren Leitzmann und Oltersdorf bei meiner Doktorarbeit. Ich war bereits seit zwei Jahren fest im Job, als ich entschied, doch noch zu promovieren, als Externe. Ich arbeitete damals mit der WHO zusammen und sie boten mir an, eine Studie auszuwerten und die Ergebnisse als Grundlage für eine Promotion zu nehmen. Da habe ich natürlich gleich zugesagt.
Beim Start hatte ich schon ein kleines Kind daheim, im Laufe der Promotionszeit kam ein zweites hinzu und „nebenher“ war ich noch berufstätig. Als ich den ersten Entwurf meiner Arbeit einreichte, waren noch knapp drei Monate bis zur Geburt des dritten Kindes. Die Professoren haben sich dann sehr dafür eingesetzt, damit ich noch vorher fertig werden konnte. Zwei Wochen vor der Geburt hatte ich tatsächlich alles durch – Überarbeitung, Abgabe, Prüfung, Drucklegung der Arbeit. Das war einfach großartig!

 

Was würden Sie heute in Ihrem Studium anders machen?

Mit dem heutigen Wissen, wie Wirtschaft funktioniert, was Unternehmen brauchen und wie viel die richtige persönliche, authentische, mutige Eigenpräsentation bewirken kann, würde ich mich schon während des Studiums stärker vernetzen – mit Wissenschaftlern, Unternehmen, in Verbänden. Und noch mehr über den Tellerrand schauen. Und vielleicht auch noch stärker „dem Herzen folgen“ – also mich intensiver mit den Dingen beschäftigen, die mich wirklich interessieren. Und nicht das Sinnvolle so in den Vordergrund stellen.

 

Hat Sie das Studium an der JLU auf Ihr Berufsleben vorbereitet?

Auf das Berufsleben vorbereitet… eher nicht, da das Studium mir vielmehr Theorien vermittelt hat. Ich habe jedoch aufgrund der Themenvielfalt des Studienganges ein umfangreiches Grundwissen erworben, das mir während meiner beruflichen Entwicklung von großem Nutzen war und ist.

 

Besitzen Sie noch Erinnerungsstücke aus Ihrer Studienzeit?

Das Übliche: Fotos, Zeugnisse, Bücher. Ja, die Bücher habe ich alle noch, obwohl ich sie beruflich nicht brauche und sie bestimmt alle veraltet sind. Egal – sie sind für mich ein „Schatz“ aus der früheren Zeit.

 

Von Alumnus zu Student/in: Was raten Sie angehenden Akademikerinnen und Akademikern?

Offen und neugierig sein. Den Markt beobachten – was zeichnet sich da an Themen, Entwicklungen, Strömungen ab? Wie kann man selbst Neues dazu beitragen oder sich dort einbringen, so dass man interessant wird für andere?
Und: Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen sammeln. Die Arbeitswelt ist im Umbruch. Es wird nicht mehr die klassischen Karrieren geben – gefragt sind Wissensmanager, Mitdenker, motivierte Mitmacher. Wer sich schon während seiner Schul- und Studienzeit politisch, sozial, freiberuflich engagiert, Hobbies hat, begleitende Kurse und Bildungsangebote besucht, zeigt Lust am Lernen und Tun. Das wirkt sich bei Bewerbungen vorteilhaft aus. Und es erweitert den eigenen Horizont.
Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann als Option erwogen werden. Brennt man für ein spezielles Thema? Gibt es Ideen, die mit anderen diskutiert und ausgearbeitet werden könnten? Heute wird viel für junge Gründer getan, Selbstständigkeit gefördert. Eine wunderbare Arbeitsform übrigens, die ich jedem/ jeder nur wärmstens empfehlen kann. :-)
Für ganz wichtig halte ich es außerdem, sich seiner Bedürfnisse, Werte, Wünsche bewusst werden. Eine Vision für die weitere Zukunft aufbauen: Was wäre mein Traumjob, wie und wo würde ich am liebsten leben und arbeiten? Und dann Ziele definieren für die berufliche Entwicklung: Wo will ich in 1, 2, 5, 10 Jahren stehen? Vision und Ziele liefern Motivation und Orientierung. Das kann gerade in der häufig etwas schwierigen Bewerbungs- und Berufsstartphase Kraft geben.
Und natürlich: netzwerken, netzwerken, netzwerken… Kontakte – virtuelle wie reale – sind heute das A und O. Sie strategisch aufzubauen und zu pflegen kostet Zeit. Die ist jedoch gut investiert.

 

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