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Christina Bannier

 

Sie haben einige Jahre Ihres Lebens an der JLU verbracht. Was haben Sie für sich persönlich mitgenommen?

Ich bin während meiner Studienzeit an der JLU regelrecht in den Wissenschaftsbetrieb „hineingewachsen“. Dieser Prozess wurde einerseits durch das gut abgestimmte Studienprogramm ausgelöst, wurde andererseits aber vor allem nachhaltig gefördert durch die nahezu familiäre Atmosphäre am Campus – kurze Wege, enge Vernetzung der Lehrstühle und Kooperationsfähig- und – willigkeit der Studenten. Ich habe die Zeit als Studentin sehr genossen und mich während dieser Zeit bereits aktiv für eine Tätigkeit im Wissenschaftsbetrieb entschlossen.

 

Was hat Sie damals bewogen, sich für die JLU zu entscheiden?

Ich hatte nach meinem Abitur sehr aktiv nach guten Studienmöglichkeiten gesucht und mir auch einige Universitäten genauer angesehen. Nachdem ich eine erste Vorauswahl getroffen hatte, habe ich mich dann schlussendlich auf mein Bauchgefühl verlassen und die JLU ausgewählt. Hier schien mir eine ausgewogene Breite von Vertiefungen in meinem präferierten Fach angeboten zu werden, auch ohne die hohen Studiengebühren einer privaten Hochschule investieren zu müssen. Allerdings ist mir die Wahl des Studienfachs sehr schwer gefallen und ich habe lange zwischen Physik und Volkswirtschaftslehre geschwankt, bis ich mich für letzteres entschied.

 

Was verbindet Sie heute mit der JLU? Stehen Sie noch in Kontakt zu ehemaligen Kommilitonen?

Leider habe ich nur noch zu sehr wenigen ehemaligen Kommilitonen Kontakt. Dafür freue ich mich umso mehr, wenn sich neue Bekannte als Alumni der JLU herausstellen. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wohin das Leben einen – ausgehend von einem gemeinsamen Studienort – führt. Mit der JLU verbinde ich profunde Studieninhalte, die ihre Alumni mit einem umfassenden Blick auf ihre Umwelt und Mitmenschen ausstatten.

 

Gibt es aus Ihrer Studienzeit eine interessante Geschichte, die Ihnen einfällt, wenn Sie an Ihre Zeit an der JLU zurückdenken?

Während meiner Studienzeit an der JLU war ich als studentische Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Professor Bohnet beschäftigt. Er hatte ein besonderes Forschungsinteresse am ökonomischen Wandel in China und pflegte daher Kontakt und Austausch mit chinesischen Studenten und Forschern. Insbesondere gemeinsame Feiern der Lehrstuhlmitarbeiter mit chinesischen Gästen waren sehr spannend, v.a. wenn chinesische Lieder gesungen wurden, die für „europäische Ohren“ doch recht ungewöhnlich klingen. Einmal wurde ich auch zu einer privaten Feier eingeladen mit wunderbarem chinesischem Essen und interessanten Eindrücken von der Unterschiedlichkeit unserer Kulturen – die aber dennoch bei beiderseitigem Interesse leicht überbrückbar ist!

 

Welchen Berufswunsch hatten Sie, als Sie das Studium in Gießen begonnen haben?

Zu Studienbeginn war ich schon recht froh, dass ich es überhaupt geschafft hatte, mich auf ein Studienfach festzulegen. Einen konkreten Berufswunsch hatte ich noch nicht.

 

Gab es während Ihrer Zeit an der JLU eine Veranstaltung, die Sie - im Nachhinein betrachtet - als besonders wertvoll für Ihren Werdegang erachten?

Es gab viele Vorlesungen, die mich in unterschiedlicher Hinsicht stark geprägt haben. Da ich nun selber Professorin geworden bin, habe ich natürlich viel gelernt über die Herangehensweise an wissenschaftliche Fragestellungen, aber auch über die Art und Weise wie man Fragen, Prozesse und Resultate präsentieren kann. Besonders fasziniert war ich von dem sehr breiten Wissen – weit über die engen Grenzen des eigenen Forschungsgebiets hinausgehend – einiger Professoren, das auch in ihre Vorlesungen ausgestrahlt hat. Schließlich hat mich auch persönlich geprägt, von einer Professorin und mehreren Habilitandinnen unterrichtet worden zu sein. Während meiner wissenschaftlichen Karriere habe ich immer wieder feststellen können, wie wertvoll Rollenvorbilder sein können – ich hatte das Glück, einige davon bereits während meines Studiums kennenzulernen.

 

Was würden Sie heute in Ihrem Studium anders machen?

Im Nachhinein würde ich noch stärker versuchen, auch „fachfremde“ Vorlesungen und Veranstaltungen zu besuchen. Als Studentin bin ich häufig dem Zeitdruck erlegen, den der Studienplan einem scheinbar auferlegt und es kaum erlaubt, auch Vorlesungen außerhalb dieses Plans zu besuchen. Tatsächlich ist die Studienzeit jedoch die Phase, in der man die meisten Freiheiten hat, diesen weiteren Interessen nachzugehen. Leider erkennt man meist erst (zu) spät im Leben, wie wertvoll „Zeit“ ist und wie gut man sie nutzen sollte. Ich bedaure zutiefst, dass Bachelor- und Masterstudiengänge häufig zuviel Schulcharakter annehmen und viele Studenten einen unnötig hohen Leistungsdruck verspüren. Ich würde allen Studenten mehr Selbstbewusstsein wünschen, in dieser wunderbaren Lebensphase mehr ihren Neigungen und Interessen nachzugehen – ohne Angst vor negativen Konsequenzen auf dem Arbeitsmarkt. Es sollte unserer Gesellschaft vielmehr ein Anliegen sein, junge Menschen mit einer umfassenden Bildung, Weitblick und dem Mut für soziales Engagement auszustatten, statt auf starre Studienpläne zu pochen.

 

Sehen Sie einen Unterschied zwischen Ihrer Studentengeneration und der heutigen?

Als Wissenschaftlerin möchte ich aus meiner lediglich auf anekdotischer Evidenz beruhender Beobachtung nicht auf generelle Phänomene schließen.

 

Besitzen Sie noch Erinnerungsstücke aus Ihrer Studienzeit?

Ich besitze noch den Kugelschreiber, mit dem ich meine Diplomklausuren geschrieben habe. Dieser Stift ist ein echter Talisman für mich geworden.

 

Von Alumna zu Student/in: Was raten Sie angehenden Akademikerinnen und Akademikern?

Dasselbe, was ich auch meinen Kindern rate: bleibt neugierig!

 

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