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Artikelaktionen

Qualifizierungsprogramm "Schreiben anleiten im Studium"

In Zusammenarbeit mit der Abteilung Hochschuldidaktik und dem Tutorenprogramm der JLU bietet das Schreibzentrum am Zentrum für fremdsprachliche und berufsfeldorientierte Kompetenzen (ZfbK) Lehrenden sowie Masterstudierenden und Doktorand/innen die Möglichkeit, das Zertifikat "Schreiben anleiten im Studium" zu erwerben.
Qualifizierungsprogramm "Schreiben anleiten im Studium"

Qualifizierungsprogramm "Schreiben anleiten im Studium"

für Lehrende

für Masterstudierende und Doktorand/-innen

Schreibintensive Seminare konzipieren – literale Kompetenzen fördern

Schreibberatungskompetenzen erwerben, als Schreibberater/in an der Universität tätig werden

Modul I „Schreibintensive Lehre“

Modul II „Schreibberatung“

Modul III "Praxismodul"

Termine und Anmeldung

Zertifikat "Schreiben anleiten im Studium" oder Anrechnung für das Zertifikat "Kompetenz für professionelle Hochschullehre" 

Zertifikat "Schreiben anleiten im Studium",

mögliche Einstellung als Schreibberater/in im Schreibzentrum des ZfbK

„Schreiben anleiten im Studium"

Informationen zum hochschuldidaktischen Zertifikat „Schreiben anleiten im Studium"


Die Ausgangslage:


Viele Lehrende sind unzufrieden mit der Qualität der schriftlichen Arbeiten, die ihnen ihre Studierenden vorlegen. Mit der vielfach beklagten angeblichen Abnahme der Qualität der Arbeiten brauchen sie sich jedoch nicht abzufinden; sie können durch den Einsatz von Schreibaufgaben mit begleitender Reflexion in ihren Lehrveranstaltungen aktiv etwas dagegen tun. Wie Lehrende studentische Schreibprojekte didaktisch betreuen und den Prozess gestalten können, ist Gegenstand der hochschuldidaktischen Angebote im Rahmen des Zertifikats „Schreiben anleiten im Studium“. In dessen Mittelpunkt stehen schreibintensive Lehrveranstaltungen, die – in entsprechender Anpassung und Ausgestaltung – in allen Fächern möglich und sinnvoll sind.

Zum Hintergrund:


Schreibintensive Seminare nutzen die Erkenntnis, dass Schreiben nicht nur eine Dokumentationsfunktion hat, sondern auch den Wissenserwerb und die fachliche Erkenntnis fördert. Sie nutzen das Writing-is-Rewriting-Prinzip, das Studierenden die Chance gibt, ein Thema durch die intensive Auseinandersetzung damit tiefer zu durchdringen und dabei ihre Schreibkompetenz und ihre Erkenntnisse im Fach stufenweise auszubauen. Der Prozess des Schreibens selbst, des Revidierens und Optimierens wird mit in den Blick genommen.

Der Nutzen für die Fachlehre:


Schreiben im Fach anzuleiten führt keineswegs, wie oft angenommen, zu einem Verlust an Zeit für die Vermittlung von Fachwissen, sondern fördert sogar den Erwerb von Fachkompetenz. Wie sich Schreibaufgaben in „schreibintensiven“ Seminaren sinnvoll in die Fachlehre integrieren lassen, ist Gegenstand des Moduls I „Schreibintensive Lehre“. Zusammen mit dem Modul II „Schreibberatung“, in dem das schriftliche und mündliche Feedbackgeben auf studentische Texte im Mittelpunkt steht, und einem Praxismodul (Modul III) führt seine erfolgreiche Absolvierung zum Zertifikat „Schreiben anleiten im Studium“.

Portfolioarbeit:


In den schreibintensiven Lehrveranstaltungen, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Modul I entwickelt und, wo möglich, im darauf folgenden Semester umgesetzt werden sollen, führen die Studierenden Lernentwicklungsportfolios. In diese fließen alle Texte (auch Planungsdokumente) mit Feedback ein, die die Studierenden im Rahmen der schreibintensiven Lehrveranstaltung anfertigen, sowie alle Texte (bzw. deren Quellenangaben), die sie zur Bewältigung ihrer Aufgaben heranziehen. Darüber hinaus reflektieren sie in diesen Portfolios ihren Erkenntniszuwachs im Seminar, Probleme, Fragen. Hierzu werden Leitfragen vorgegeben, die durch Reflexionen zu ergänzen sind, die den Studierenden wichtig erscheinen. Die Lernentwicklungsportfolios der Studierenden ermöglichen den Lehrenden einen profunden Einblick in die Wirkung, die ihre Lehrkonzeption auf die Studierenden entfaltet im Sinne einer Lernerzentrierung und ermöglichen dadurch ggf. notwendige Kurskorrekturen.
Die Einwilligung der Lehrenden und ihrer Studierenden vorausgesetzt, werden die Portfolios sowie flankierende Fragebogenbefragungen und Interviews für die Erforschung der Wirkung von Portfolioarbeit genutzt. Für evtl. hieraus entstehende Publikationen werden alle Dokumente anonymisiert.

Schreibtutor/-innen zur Entlastung:


Lehrenden im Zertifikatsprogramm „Schreiben anleiten im Studium“, die schreibintensive Seminare anbieten, stellen wir einen Schreibtutor/eine Schreibtutorin (insgesamt 80 Stunden) zur Verfügung, der/die sie im Seminar beim Feedbackgeben auf studentische Arbeiten entlastet und bei der Beratung unterstützt. Diese Schreibtutorinnen und Schreibtutoren erhalten hierfür eigens eine Ausbildung im Tutorenprogramm des ZfbK. Lehrende können Studierende, die diese Aufgabe wahrnehmen sollen, selbst auswählen. Gerne vermittelt unser Team aber auch geeignete Studierende. Carmen Neis () hilft Ihnen hier gerne weiter.

Adressatenkreis:


Lehrende und Doktorand/-innen der JLU mit Lehraufgaben, Doktorand/-innen und Studierende mit Interesse an einer Tätigkeit als Schreibberater/-innen im ZfbK im Rahmen von Verträgen als Wissenschaftliche bzw. Studentische Hilfskräfte. Je nach Nachfrage werden für beide Gruppen von Interessenten separate Module angeboten. Doktorand/-innen und Master-Studierende, die das Zertifikat „Schreiben anleiten in der Lehre“ erworben haben, können im Rahmen von Hilfskraftverträgen und Lehraufträgen in der Schreibberatung bzw. als Lehrkräfte in Study-Skills-Schreib-Workshops am ZfbK sowie als Schreibtutor/-innen tätig werden.

Zu den Inhalten der Module:

 

Ausfürliche Beschreibung der Module, sowie aktuelle Termine und Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

Empirische Evidenz für den Nutzen:


Die vorgeschlagenen hochschuldidaktischen Maßnahmen beruhen auf der zentralen Erkenntnis der Schreibforschung, dass der Erwerb literaler Kompetenzen, verstanden als Textrezeptions-, Textproduktions- und Reflexionskompetenz, der mit dem Eintritt in die Hochschule keineswegs abgeschlossen ist, sich disziplinen- und anforderungsspezifisch fortsetzt und daher auch einer Förderung in enger Anbindung an das jeweilige Fach bedarf, konkret also in fachspezifischen Seminaren mit gefördert werden muss (Beaufort 2007; Steinhoff 2007). Fachübergreifende Schreibkurse sowie studentische Schreibberatung können einen wichtigen Beitrag zur Förderung bestimmter Aspekte literaler Kompetenzen leisten, die Förderung im Fach jedoch nicht ersetzen. Schreibkompetenzmodelle, die Schreibkompetenz auf eine Bündelung sprachlicher Kompetenzen reduzieren, greifen damit zu kurz. Daher fußen die Module des Zertifikats „Schreiben anleiten im Studium“ auf den Modellen von Beaufort (2007: 18) und Kruse/Chitez (2012), für die die Entwicklung von literaler Kompetenz mit einer Akkulturation in die fachliche Diskursgemeinschaft einhergeht.

Kollaboratives Lernen:


Die Förderung literaler Kompetenzen im Fach erfordert unter anderem ein Umdenken der Lehrenden im Sinne eines „shift from teaching to learning“ mit einer entsprechenden Adaptation des persönlichen Lehrstils und der individuellen Lehrpraxis (Kember 1997; Kröber 2010). An die Stelle einer Defizitperspektive auf das studentische Schreiben muss eine Entwicklungsperspektive treten mit Lern- und Aufgabenarrangements, die Studierende auf ihrem jeweiligen Entwicklungsstand ‚abholen’ und bestmöglich fördern. Entsprechend ist eine schreibintensive Lehre erst dann bestmöglich in die jeweilige Fachlehre integriert, wenn die jeweilige Lehrkonzeption sich zum einen auf dem von Kember (1997: 264) in fünf Bereiche gegliederten Kontinuum von Lehrer-/Inhaltszentrierung zu Lerner-/Lernprozesszentrierung in Richtung „Lerner-/Lernprozesszentrierung“ bewegt. Zum anderen muss die Lehrperson dazu qualifiziert und auch davon überzeugt sein, durch eigene Lehre einen Beitrag zur Entwicklung der literalen Kompetenz ihrer Studierenden leisten sowie die begleitende und beratende Rolle, die dies erfordert, professionell ausfüllen zu können. Aus der Forschung zur reflexiven Praxis ist bekannt, dass sich die o. g. Ziele auf den Ebenen des Fachwissens (Studierende) und des beruflichen Könnens (Lehrende) bzw. die damit verknüpften Einstellungen und Überzeugungen besonders gut durch Portfolioarbeit erreichen lassen (Hillocks 1995; Sczycrba/Gotzen 2012, Bräuer 2014). Daher werden auch begleitend zu der Qualifizierung in den Modulen des Zertifikats „Schreiben anleiten im Studium“ Portfolios genutzt. In ihnen reflektieren die Lehrenden ihre Lehrkonzeption und Fragen wie die folgenden: die Art ihres Feedback-Gebens, die von ihnen wahrgenommenen Herausforderungen bei der Förderung literaler Kompetenzen ihrer Studierenden, Schreibarrangements, erfolgreiche und gescheiterte Lösungsansätze für wahrgenommene Probleme (s. Gläser-Zikuda/Hascher 2007 und Trautwein/Merkt 2012). Für die Portfolios werden Leitfragen vorgegeben, die durch Reflexionen zu ergänzen sind, die den Lehrenden über die Leitfragen hinaus wichtig erscheinen. Diese Lehrentwicklungsportfolios werden fortgeführt während der Umsetzung und abschließenden Reflexion mindestens eines schreibintensiven Seminars, dessen Konzeption während der hochschuldidaktischen Schulung (Modul I, Teil II) entwickelt wurde.

Nähere Informationen:

Carmen Neis, ZfbK, Karl-Glöckner-Str. 5A, 35394 Gießen, Tel. 0641 / 98442-152, E-Mail: carmen.neis@zfbk.uni-giessen.de

Bibliographie:


Bean, John (2001): Engaging Ideas. The Professsor’s Guide to Integrating Writing, Critical Thinking, an Active Learning in the Classroom. San Francisco: Josey Bass Publishers
Beaufort, Anne (2007): College Writing and Beyond. A New Framework for University Writing In-struction. Logan (UT): Utah Univ. Press.
Bräuer, Gerd (2014): Das Portfolio als Reflexionsmedium für Lehrende und Studierende. Wien, Köln: UTB.
Bräuer, Gerd/Schindler, Kirsten (2011): Schreibarrangements für Schule, Hochschule, Beruf. Fillibach Verlag.
Galbraith, David (1999): Writing as a knowledge-constituting process. In: Torrance, Mark/Galbraith, David (eds.): Knowing What to Write: Conceptual Processes in Text Production Amsterdam: Amsterdam University Press, 139-160.
Gläser-Zikuda, M./Hascher, T. (Hrsg.) (2007): Lernprozesse dokumentieren, reflektieren und beurteilen. Lerntagebuch & Portfolio in Bildungsforschung und Bildungspraxis. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
Gottschalk, Kathrine/Hjortshoj, Keith (2004): The Elements of Teaching Writing. A Resource for Instructors in All Disciplines. Boston: Bedford/St. Martine’s.
Hillocks, George. Jr. (1995): Teaching Writing as Reflective Practice. New York & London: Teachers College Press.
Kember, David (1997): „A reconceptualisation of the research into university academics’ conceptions of teaching.“ Learning and Instruction 7.3 (1997): 255-275.
Kröber, Edith (2010): Wirksamkeit hochschuldidaktischer Weiterbildung am Beispiel der Veränderung von Lehrkonzeptionen. Eine Evaluationsstudie. Dissertation an der Fakultät Humanwissenschaften und Theologie der TU Dortmund.
Kruse, Otto/Chitez, Madalina (2012): “Schreibkompetenz im Studium: Komponenten, Modelle und Assessment.” In: Preußer, Ulrike/Sennewald, Nadja, Hrsg. (2012): Literale Kompetenzentwicklung an der Hochschule. Frankfurt: Lang, 57-83.
The New London Group (Cazden, Courtney/Cope Bill/Faircluogh Norman/Gee Jim et al.) (1996): A pedagogy of multiliteracies: Designing social futures. In: Harvard Educational Review 66 (1), S. 60–92.
NSSE (2013): National Survey of Student Engagement. http://nsse.iub.edu/html/about.cfm (letzter Zugriff am 02.12.2013).
Sczycrba, Birgit/Gotzen, Susanne: Das Lehrportfolio: Entwicklung, Dokumentation und Nachweis von Lehrkompetenz an Hochschulen. Berlin: LIT Verlag.
Steinhoff, Torsten (2007): Wissenschaftliche Textkompetenz: Sprachgebrauch und Schreibentwicklung in wissenschaftlichen Texten von Studierenden und Experten. (Reihe Germanistische Linguistik 280). Tübingen: Niemeyer.
Robertson, Liane/Taczak, Kara/Yancey, Kathleen Blake (2014):Writing Across Contexts: Transfer, Composition, and Cultures of Writing. Utah State University Press.
Trautwein, Caroline/Merkt, Marianne (2012): „Lehrportfolios für die Darstellung und Entwicklung akademischer Lehrkompetenz.“ In: Szczyrba, Birgit/Gotzen, Susanne, Hrsg. (2012): Das Lehrportfolio: Entwicklung, Dokumentation und Nachweis von Lehrkompetenz an Hochschulen. Münster: Lit, 75-97.