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Zukunft jetzt kompetent gestalten: Querschnittsthemen in der Lehrkräftebildung (Kommentar) [4. Mai 2022]

Gesellschaftliche Herausforderungen wie Heterogenität, Inklusion, Demokratiebildung oder Digitalisierung werden im Diskurs zur Lehrkräftebildung als Querschnittsthemen verhandelt. Sie sind zugleich Reflexionsgegenstand wie Aufgabe der Lehrkräftebildung. Die Projekte ProPraxis in Marburg und die Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL) bearbeiten Querschnittsthemen in dieser Doppelperspektive von praktischen Fragen der Studienkonzeption und -organisation sowie grundlagentheoretischen Überlegungen.

Ein Kommentar von Marie Reinhardt, Marcell Saß, Johanna Brüggemann, Martin Reinert und Manuel Hermes 

Große gesellschaftliche Herausforderungen betreffen die Lehrkräftebildung unmittelbar, denn sie ist selbst in diesen gesellschaftlichen Kontext verwoben und soll gleichzeitig auf diesen vorbereiten. Monodisziplinär ist dies weder möglich noch sinnvoll. Vielmehr geht es darum, die Logiken der Fächer bei der Bearbeitung so zu nutzen, dass interdisziplinäre Zugänge entwickelt werden. Es ist für die Lehrkräftebildung zu klären, ob und wie es gelingen kann, im Modus wissenschaftlicher Bildung und bildungstheoretisch fundierter Professionalisierung mittels interdisziplinärer Zugänge gesellschaftliche Herausforderungen im Studium so zu bearbeiten, dass Studierende zum Verstehen und zur kompetenten Gestaltung ihrer privaten wie beruflichen Zukunft befähigt werden.

Querschnittsthemen: Wer bestimmt die Themen und deren Verankerung?

Die (schul-)politisch forcierte Überführung der Querschnittsthemen in gesetzliche Normen wirft jedoch zugleich grundsätzliche Fragen auf: Zunächst geht es um praktische Fragen der Studienkonzeption und -organisation. Hier könnten einzelne Fachdisziplinen um ihre Anteile fürchten, wenn gleichsam "von außen" herangetragene Querschnittsthemen bearbeitet werden sollen. Offensichtlich ist aber auch, dass gerade fachliche Perspektiven, etwa beim Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels, unerlässlich sind. Das führt zu grundlagentheoretischen Fragen: Was eigentlich ein Querschnittsthema ist und – vermutlich noch wichtiger – wer darüber befindet, dass dies verankert werden soll, ist durchaus strittig. Machttheoretisch fundierte Analysen dürften hier erhellend sein. Ebenso wären bildungstheoretisch-systematische, fachwissenschaftlich-epistemische und empirische Forschungen geboten.

Querschnittsthemen in der Gießener Offensive Lehrerbildung

An der Justus-Liebig-Universität Gießen geht es um eine Verbesserung der Studienbedingungen und -angebote, der Lehr- und Lernkultur sowie der Kooperation mit (außer-)universitären Akteuren und Akteurinnen durch die Thematisierung beziehungsweise Bearbeitung großer gesellschaftlicher Herausforderungen. Das Arbeiten in multiprofessionellen Teams greift Fragen der Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure und Akteurinnen im schulischen Kontext auf und nimmt damit Bezug zu aktuellen Themen, etwa Ganztagsschule, sexualisierte Gewalt, Interkulturalität und Inklusion. Im Rahmen des Campusschulprojekts werden Fragen zur Entwicklung der Qualität von Schule sowie Unterricht und Lernen als gemeinsame Herausforderung für Schule, Wissenschaft und Lehrkräftebildung multiperspektivisch bearbeitet. In der regelmäßig tagenden AG  Digitalisierung stehen die Campusschulen auch zur Erprobung und Evaluierung neuer digital gestützter Lehr- und Lernansätze zur Verfügung. Die AG wurde inzwischen um Mitglieder der Studienseminare ergänzt, womit alle drei Phasen der Lehrkräftebildung vertreten sind. Im Forum Lehrentwicklung schließlich werden auf einer inhaltlichen Ebene unter anderem Digitalisierungsansätze und -konzepte in den Fokus gerückt.

Bearbeitung gesellschaftlicher Herausforderungen im Marburger Projekt "ProPraxis"

Die Philipps-Universität Marburg ermöglicht den Studierenden den Erwerb von Kompetenzen zur Bearbeitung großer gesellschaftlicher Herausforderungen anhand der fächerübergreifenden Implementierung von zunächst zwei Querschnittsthemen: Digitalisierung und Heterogenität/Inklusion. Die Arbeitsgruppen Digitalisierung und Heterogenität/Inklusion haben dazu entsprechende erste Kompetenzraster erstellt. Anhand dieser hat das Zentrum für Lehrerbildung den Stand der Implementierung in der Breite der Lehre bereits anfänglich evaluiert. Ferner wird derzeit im hessischen Förderungsformat zur Qualität in Studium und Lehre (QuiS) der Umgang mit Heterogenität im Studieneingang und -verlauf im Projekt UMRdivers neu justiert.

Parallel zur organisatorischen Ausweitung der Querschnittsthemen wird in einer Art "Think Tank" an einer grundlegenden theoretischen Erschließung gearbeitet, die in Publikationen, einen Workshop sowie eine Tagung im Jahr 2023 münden soll. 

Was garantiert ein Gelingen?

Der Austausch mit anderen Standorten der Lehrkräftebildung über Querschnittsthemen während des letzten Programmkongresses hat uns gezeigt: Es braucht solche vertiefenden Formate für den wissenschaftlichen Diskurs über Fachgrenzen hinweg sowie die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

Der Kommentar ist im QLB-Newsletter erschienen.