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Artikelaktionen

Tagungen/Events

Digitaler Habitus (webflyer)Digitaler Habitus: Tagung zu Bourdieus Habitusbegriff in Zeiten der Digitalisierung

In Anlehnung an den Ansatz von Bourdieu liefert das Konzept eines digitalen Habitus ein erweitertes Verständnis des grundlegenden Wandels literaler Praktiken und Bildungsprozesse, wie er mit der umfassenden und fortscheitenden Digitalisierung nahezu aller Lebensbereiche zu beobachten ist. Ein solches Konzept des Digitalen Habitus birgt das Potential, digitalisierungsbedingte Transformationen des Habitus im Sinne durch die Sozialisation erworbener Wahrnehmungs-, Bewertungs- und Handlungsschemata heuristisch fassen zu können.

Am 14.-15. November 2019 veranstaltet der Forschungsschwerpunkt Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft eine von der Thyssen Stiftung geförderten Tagung zu dem Thema. Es soll erkundet werden, inwiefern das Konzept des Digitalen Habitus als explanatorische Kategorie für die Theoriebildung wie auch empirische Ansätze fruchtbar gemacht werden kann und interdisziplinär anschlussfähig ist. Dazu zählen beispielsweise Formen und Fähigkeiten der Selbstpräsentation in digitalen Medien oder Wechselwirkungen verschiedener Konfigurationen des Digitalen Habitus mit bestimmten literalen Praktiken im Zuge von Digitalisierungsschüben.

 

(22.10.2019, Rahel Schmitz)

 

 

Deutsch-französisches Projekt „Geschlechtergerechte Sprache in Schulbüchern in Deutschland und Frankreich“

In einem gemeinsamen Projekt arbeiten Wissenschaftler*innen der Universitäten Gießen, Marburg, Paris 13 – Sorbonne Paris Cité und Paris Est Créteil an der Erstellung eines Forschungsantrags mit dem Thema „Geschlechtergerechte Sprache in Schulbüchern in Deutschland und Frankreich“. Er soll im Rahmen der DFG/ANR-Förderlinie für deutsch-französische Projekte in den Geistes- und Sozialwissenschaften eingereicht werden.

Das Projekt wird vom Forschungscampus Mittelhessen gefördert und findet in Kooperation mit dem Leibniz-Institut Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung statt. Drei Säulen sollen den Fokus des Projekts bilden:

  1. Die Analyse von Praktiken und Thematisierungen geschlechtergerechter Sprache in schulischem Lehrmaterial sowie in Schule und Unterricht.
  2. Die Untersuchung von normprägenden Institutionen (z.B. Ministerien) und Einrichtungen (z.B. Verlage), die diese Materialien und Praktiken maßgeblich gestalten.
  3. Die Betrachtung des gesellschaftlichen Diskurses, der sich um den geschlechtergerechten Sprachgebrauch im schulischen Kontext in sowohl Frankreich als auch Deutschland bildet.

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Prof. Katrin Lehnen
Am 11. und 12. September 2019 fand am ZMI der Auftaktworkshop zu dem Projekt statt. Die Forscher*innen nutzten das zweitägige Arbeitstreffen, um ländervergleichend Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Hinblick auf geschlechtergerechte Sprache zu diskutieren sowie interdisziplinäre Herangehensweisen und Forschungsfragestellungen zu entwickeln.

Das interdisziplinäre Projekt wird von Dr. Jutta Hergenhan geleitet und von Dr. Dorothee Beck (beide Politikwissenschaft, ZMI) koordiniert. Darüber hinaus sind Prof. Susanne Maurer (Erziehungswissenschaft, Uni Marburg, stellv. Projektleitung), Prof. Katrin Lehnen (Geschäftsführende Direktorin des ZMI, Germanistik und Mediendidaktik), Prof. Hélène Martinez (Romanistik), Dr. Susann Gessner (Politikdidaktik, Uni Marburg), Dr. Gaël Pasquier (Soziologie, Paris Est Créteil), Dr. Marie Loison-Leruste (Soziologie, Paris 13) und Dr. Gwenaëlle Perrier (Politikwissenschaft, Paris 13) am Projekt beteiligt.

 

(22.10.2019, Rahel Schmitz)


Workshop zum Thema: "Sprachlich-kommunikative Praktiken im Umfeld von Kunstinstitutionen. Multimodale und -mediale Perspektiven auf öffentliche Kommunikation"

Workshop Sprachlich-kommunikative Praktiken im Umfeld von Kunstinstitutionen. Multimodale und -mediale Perspektiven auf öffentliche KommunikationNach zwei Veranstaltungen im Rahmen der LBM-Workshopreihe Wissens- und Bildungsmedien (Zeitschriften als Wissens- und Bildungsmedien und Lehrbücher als Wissens- und Bildungsmedien) wird es diesmal um Kunstkommunikation gehen. Der Workshop mit dem Titel Sprachlich-kommunikative Praktiken im Umfeld von Kunstinstitutionen. Multimodale und -mediale Perspektiven auf öffentliche Kommunikation, organisiert von Tanja Škerlavaj (JLU Gießen) und Paul Reszke (Uni Kassel), findet am 12. April 2019 von 11.00 bis 17.00 Uhr im Seminargebäude 2 im Alten Steinbacher Weg 44, Raum 103 statt.

Der Workshop wird eröffnet von Tanja Škerlavaj (JLU) mit einem Vortrag über Funktionen und die multimodale Machart von Texten und Kommunikationsangeboten in der Außenkommunikation von Theatern. Anschließend gehen Maximilian Krug (Universität Duisburg Essen) und Anna Wessel (MLU Halle-Wittenberg) in ihrem Vortrag Praktiken des Wiederholens in Theaterproben der Frage nach, wie, wann, was und mit welcher kommunikativen Funktion Teilnehmende in Theaterproben wiederholen.

Der zweite Teil des Workshops wird von Stephan Habscheid (Universität Siegen) eingeleitet – er spricht zum Thema Konversation in Pausengesprächen im TheaterChristine Hrncal (Universität Siegen) erweitert die Perspektive um Bewertungsinteraktionen in Pausengesprächen im Theater. Mit einem ähnlichen Thema, allerdings nicht im Bereich der prozessual-performativen, sondern der bildenden Kunst, setzt sich Sandra Winiger in ihrem Vortrag Konfigurationen der Bezugnahme auf Installationskunst auseinander. 

In der dritten und letzten Session des Workshops geht es um die documentaAndreas Gardt (Universität Kassel) referiert zu dem Kasseler documenta Institut in der Gründung und Paul Reszke (Universität Kassel) schließt den Workshop mit dem Vortrag 5 Jahre Sprachmaterial, 100 Tage Ausstellung, 1 Million Gäste – Inwieweit ist eine documenta linguistisch erforschbar? 

Das Booklet of Abstracts mit dem vollständigen Programm steht hier zum Download bereit.  


Digitaler Habitus: Internationale und interdisziplinäre Fachkonferenz des Forschungsschwerpunkts LBM in Planung für 2019

Die Mitglieder des Forschungsschwerpunkts Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft (LBM) planen derzeit eine internationale und interdisziplinäre Fachkonferenz zur Frage ob und inwiefern sich durch Prozesse der Digitalisierung ein digitaler Habitus herausgebildet hat. Angelehnt an Bourdieus Habitusbegriff soll die Konferenz theoretische und methodische Ansätze entfalten, die eine Untersuchung der durch die fortschreitende Digitalisierung neu aufgeworfenen Fragen der Inkorporierung ermöglichen. 


Lehrbücher als Wissens- und Bildungsmedien: Zweiter Workshop der LBM-Workshopreihe am 9. November 2018

Unter der Federführung von Prof. Thomas Gloning und Melanie Grumt Suárez findet am 9. November 2018 im MFR des GCSC von 11 bis 17 Uhr der zweite Workshop der LBM-Workshopreihe Wissens- und Bildungsmedien statt.
Der Workshop wird eröffnet von Thomas Gloning (JLU/ZMI) mit einem Panorama über Lehrbücher als Medien der Wissensorganisation. Im Anschluss referiert Vadim Oswald (ebenfalls JLU/ZMI) unter dem Titel Nicht nur ein Mittel der Lokalisation! über Geschichtskarten im Kompaktmedium Schulbuch; Maret Nieländer und Sedef Karakan (Braunschweig) sprechen zu Digitalen Infrastrukturen für die Bildungsmedienforschung.
Die zweite Session des Workshops wird durch Melanie Grumt Suárez (auch JLU/ZMI) ebenfalls mit einem Panorama eingeleitet; thematisch geht es dabei um Digitale Begleitangebote zu Lehrbüchern. Mit Mittelständischen europäischen Bildungsmedien-Verlagen im Wandel setzen sich Christoph Bläsi (Mainz) und Steffen Sammler (Braunschweig) auseinander. Pavla Schäfer (Greifswald) erweitert die Perspektive um Lehrbücher der Schulmedizin und Homöopathie und deren Funktion zur Hineinführung in Denkstile.
Thematisch schließt der Workshop mit zwei Videokonferenzen: Per Skype referiert zum einen Mariana Hebborn (Seoul) über Textgliederungsstrukturen in wissenschaftlichen Einführungsbüchern als Quellen semantischer Netze bzw. Ontologien und zum anderen Jana Kiesendahl (Greifswald) über Das Deutschschulbuch im Fokus linguistischer Analysen.
Das vollständige Programm des Workshops finden Sie hier; das Booklet of Abstracts zu den genannten Vorträgen steht hier zum Download bereit.


Veranstaltungsplakat Lehrbücher als Wissens- und Bildungsmedien


Zeitschriften als Wissens- und Bildungsmedien: Auftaktveranstaltung der LBM-Workshopreihe am 16. März 2018

Zur Auftaktveranstaltung Zeitschriften als Wissens- und Bildungsmedien der Workshopreihe des ZMI-Forschungsschwerpunkts Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft (LBM) hatten Prof. Thomas Gloning und Melanie Grumt Suárez am 16. März 2018 an die JLU eingeladen. Die Veranstaltung wurde von Melanie Grumt Suárez (JLU Gießen) moderiert.

Thomas Gloning (JLU/ZMI Gießen) eröffnete mit seinem Vortrag den Vormittag und stellte zunächst Grundlagen einer multimodal ausgebauten Textlinguistik vor. Anschließend erläuterte er den Zusammenhang zwischen unterschiedlich komplexen Wissensräumen und multimodalen Gestaltungsformen und Konfigurationsparametern von Zeitschriftenbeiträgen, -heften und -heftserien anhand verschiedener Zeitschriften. Im Anschluss präsentierte Dr. Daniel Pfurtscheller (Universität Innsbruck) empirische Befunde zu Gestaltungsprinzipien in populären Wissenszeitschriften. Er konstatierte zunächst, dass die Zeitschriftenforschung zurzeit noch unsystematisch sei und bislang nicht sehr intensiv betrieben werde, stellte dann seine empirisch erhobenen Zwischenergebnisse für „Heftprofile“ vor.

Prof. Hans-Jürgen Bucher
Prof. Hans-Jürgen Bucher

Mit dem Medienwissenschaftler und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des ZMI, Prof. Hans-Jürgen Bucher (Universität Trier) konnte ein Experte gewonnen werden, der in seinem Beitrag einen anschaulichen medienhistorischen Rückblick auf die Entwicklung vom 19. Jahrhundert bis heute nachzeichnete und Visualisieren als Strategie der Wissenspräsentation in Zeitschriften erörterte.

Im zweiten Block wurden am Nachmittag literatur-, kultur- und editionsphilologische Fragestellungen bearbeitet. Prof. Kirsten von Hagen (JLU/ZMI Gießen) stellte in einer literatur- und kulturwissenschaftlichen Perspektive Jules Vernes Abenteuerreisen, die zunächst in der von Jean-Pierre Hetzel herausgegebenen Zeitschrift Magasin d‘éducation et de récréation erschienen sind, in den Mittelpunkt. Die Romanistikprofessorin arbeitete unter anderem eine Typologie von Figuren als Wissensquellen heraus und wies nach, dass die Reisetexte neben der Wissensvermittlung auch unterhaltende Funktion hatten.

In einen anderen Bereich der Zeitschriftenlandschaft führte Dr. Norman Ächtler (JLU/ZMI Gießen) mit philologisch-pädagogischen Zeitschriften im 19. Jahrhundert ein: Er konstatierte, dass die „Macher“ solcher Zeitschriften Schulmänner und engagierte Lehrer waren, die philologisch-pädagogische Zeitschriften benutzten, um die Ergebnisse universitärer Forschung mit den Anforderungen des Lehrens in der Schule zu vermitteln und strukturell zu koppeln.

Der virtuelle Abschluss des Tagesworkshops wurde von der Anglistin Jana Pflaeging (Universität Salzburg) mit dem Titel Science for the Masses: Intra- und intermediale Vergleiche akademischer Magazine auf dem Weg zur Populärwissenschaftlichkeit um 1900 und um 2000 gemacht. Per Skype berichtete sie über aktuelle Zwischenergebnisse aus ihrem Promotionsprojekt und erläuterte „Textsortenprofile“ in National Geographic und MIT Technology Review. Pflaeging konnte in einer anschaulichen Präsentation Textsortenemergenzen (Feature Articles) und interessante Standardisierungsprozesse nachweisen.

Frank Waldschmidt-Dietz und Marcel Wrzesinski
Frank Waldschmidt-Dietz und Marcel Wrzesinski
Frank Waldschmidt-Dietz, Florian Ruckelshausen (jeweils UB Gießen) und Marcel Wrzesinski (KULT_online) informierten mit ihrem Posterbeitrag über das digitale Open Access Journal KULT_online und die dafür verwendete Software Open Journal Systems (OJS).

Insgesamt stellte die Auftaktveranstaltung eine erfolgreiche Premiere dar, die einerseits das Desiderat von Zeitschriftenforschung in den verschiedenen Disziplinen offenlegte und andererseits zeigte, dass damit aber auch gute Grundlagen für eine Weiterführung der Forschung gelegt worden sind.

Im Laufe des Jahres ist die Publikation der vorgetragenen Beiträge und weiterer Einreichungen in der Reihe Sprache, Literatur, Kommunikation – Geschichte und Gegenwart geplant.


Literalität – interdisziplinär: Workshop des Forschungsschwerpunkts Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft (LBM) am 18. und 19. Mai 2017

Mit der weitreichenden Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche und dem Aufkommen interaktiver Schreib-, Kommunikations- und Darstellungsformate haben sich Praktiken des Zugriffs auf Wissen und Informationen wie auch Formen der Teilhabe teils grundlegend verändert. Mit ihnen ändern sich auch Vorstellungen von Literalität. Mit Konzepten wie ‚digitale Literalität(en)’ bzw. ‚digital literacies’ wird zum Ausdruck gebracht, dass literale Praktiken weit über die Aneignung basaler Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Verstehen hinausgehen und weitere oder erweiterte, vielleicht auch ganz andere Fähigkeiten verlangen. Unter dem Titel Literalität – interdisziplinär wurde am 18. und 19. Mai 2017 auf dem internen Workshop des Forschungsschwerpunkts LBM diskutiert, welches Verständnis von Literalität in unterschiedlichen Disziplinen vorherrscht, in welcher Weise der Literalitätsbegriff überhaupt für unterschiedliche Disziplinen anschlussfähig ist und wie er als theoretische Perspektive produktiv für die Analyse von Medien gemacht werden kann.

Über vier Impulsreferate in überwiegend interdisziplinärer Zusammensetzung wurden intensiv Fragen medien- und gegenstandsbezogener Literacy diskutiert und in ihrem fachlichen Kontext verortet. Das Programm des Workshops finden Sie hier.

In ihrem Vortrag Medien der ökonomischen Bildung/Bildbarkeit stellten Prof. Kirsten von Hagen (Romanisitk / Literaturwissenschaft) und Prof. Andreas Langenohl (Soziologie) in teils historischer Perspektive die Frage nach den Grenzen ökonomischen Wissens, ihren Transformationen und der ökonomischen Bildbarkeit. Anhand verschiedener Beispiele aus der Literatur der Ökonomie zeigte

Prof. Dr. Andreas Langenohl
Prof. Andreas Langenohl

Andreas Langenohl, wie insbesondere die Darstellung von und der Umgang mit Formeln und Grafiken zu Medien ökonomischer Bildung und Bildbarkeit, aber auch zu Medien des Ausschlusses werden. An Beispielen aus der Literatur (Flaubert, Mme Bovary / Houellebecq) und des Films (Cédric Klapisch, Ma part du gâteau), zeigte Kirsten von Hagen auf, wie ökonomische Bildung und (Nicht-)Wissen verarbeitet, visualisiert, porträtiert sowie adressiert werden und dabei etwa ein spezifisches Frauenbild fehlender ökonomischer Literacy prägen. Der Begriff der ökonomischen Literalität verweist hier vor allem auch auf die Tatsache, dass der Zugang zu Literalität von der Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppen abhängt und in einer Ungleichverteilung ökonomischen Wissens resultiert.

Prof. Dorothée de Nève (Politikwissenschaft) stellte in ihrem Vortrag Medien und Partizipation Ergebnisse des Projekts Einstellungen-Medien-Engagement-Lehren (EMEL) vor. Darin wurden politische Einstellungen zu demokratischen Grundwerten, gesellschaftspolitisch relevanten Fragen, verbreiteten Stereotypen, sowie eigenes gesellschaftspolitisches Engagement von Lehramtsstudierenden des Unterrichtsfaches Politik und Wirtschaft untersucht. Eine zentrale Rolle spielte in diesem Zusammenhang auch die Frage nach Medienpartizipation als Grundlage für politische Partizipation. Die Ergebnisse deuten eine große Kluft zwischen eigener Mediennutzung und politischem Engagement an. Die Studierenden sind intensiv mit der Nutzung und Rezeption von Informationen im Netz beschäftigt, haben aber eine große Distanz und Skepsis gegenüber Institutionen und etablierten Medien. Dies kann als besondere Herausforderung für politische Bildung begriffen werden: Literalität ohne Partizipation?

Prof. Katrin Lehnen und Prof. Dietmar Rösler
Prof. Dietmar Rösler und Prof. Katrin Lehnen
Prof. Katrin Lehnen (Germanistik / Sprach- und Mediendidaktik) und Prof. Dietmar Rösler (Germanistik / Deutsch als Fremdsprache, DaF) thematisierten die Bedeutung und Auswirkung digitaler Praktiken für gesteuertes und ungesteuertes Lernen am Beispiel von DaF und Germanistik. Dabei ging es ihnen vor allem um die Frage, ob und in welcher Weise Praktiken informellen Lernens fachgebunden sind. Auf der Grundlage einer explorativen empirischen Studie zur Sicht von Studierenden auf ihr eigenes Studienfach und zu den von ihnen privat und studienbezogen genutzten (Bildungs-)Medien, Tools und Programmen wie auch eigenen Reflexionen zum Medienalltag wurde zu ermitteln versucht, welche Unterschiede sich für das Lernen im Fach (Germanistik, Fremdsprachenlernen) ergeben. Das Interesse richtete sich dabei allgemeiner auf Fragen des Zusammenhangs von Digitalisierung, Lernen und Fachkultur, somit auf Fragen einer digitalen fachlichen Literacy: Inwiefern stützen, begünstigen, beschleunigen oder beeinträchtigen und behindern Umbrüche und Veränderungen, die aus der Digitalisierung von heterogenen Lebens-, Lern- und Arbeitswelten resultieren, Prozesse der Bildung in Abhängigkeit vom Fach, der Fachkultur und dem Gegenstand des Lernens?

In ihrem Vortrag Das disziplinäre Tacit Knowledge von Geschichte und Philologie fragten Prof. Uwe Wirth (Germanistik / Neuere deutsche Literatur und Kulturwissenschaft) und Dr. Christina Benninghaus (Fachjournalistik Geschichte) nach dem Einfluss digitaler Literalität auf die Form des tacit knowledge in ihren jeweiligen Disziplinen. Insbesondere wurde dabei auf neue Praktiken und Fähigkeiten verwiesen, die aus einer zunehmenden Digitalisierung resultieren, sowie Probleme aufgezeigt, welche sich langfristig aus einer mangelnden Vermittlung wissenschaftlicher Methoden ergeben können.

Der Workshop setzte damit die inhaltlichen Debatten des Forschungsschwerpunkts fort, die sich zuletzt vor allem um die Frage drehten, wie Prozesse der Informalisierung von Medien die Interdependenz von Medien, Literalität und Bildung verändern und wie sich das Verhältnis von institutionalisierten, formellen Bildungs- und Literalitätspraktiken einerseits und außer-institutionellen, informellen Bildungs- und Literalitätspraktiken andererseits entwickelt.

 

 Treffen der Mitglieder des FSP und Vorstellung des Projekts zu wissenschaftlichen Blogs der Arbeitsgruppe von Henning Lobin am 09. Februar 2017

Am 9. Februar 2017 fand ein Treffen der Mitwirkenden des Forschungsschwerpunkts „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“ im Philosophikum 1 der JLU Giessen statt. Die Arbeitsgruppe Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik (ASCL, Prof. Lobin) stellte ihre Überlegungen und methodischen Konzepte zur "Kompilation der Diskursstruktur eines annotierten deutschsprachigen Blogkorpus" vor. 

Zeit: 09.02.2017 von 16:30 bis 18:00

Ort: B029 im Philisophikum 1, Otto-Behaghel-Straße 10 G, 35394 Gießen

 

 Interner Workshop des ZMI-Forschungsschwerpunktes, Schloss Rauischholzhausen am 10. und 11. November 2016

LBM-Tagung Rauischholzhausen
LBM-Tagung im Schloss Rauischholzhausen

Am 10. Und 11. November trafen sich die Mitglieder des Gießener Forschungsschwerpunkts „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“ auf Schloss Rauischholzhausen. Das Ziel des zweitägigen, internen Workshops war die Weiterentwicklung von Ideen, Leitvorstellungen und programmatischen Inhalten. Thematisch stand der Workshop unter dem Begriff Informalität und Fragen danach, ob und wie Prozesse der Informalisierung von Medien literale Praktiken und das Verständnis von Bildung verändern.

Den Auftakt des Workshops bildete ein Impulsreferat von Alexander Sander, Geschäftsführer bei Digitale Gesellschaft e.V. in Berlin (https://digitalegesellschaft.de). Zuvor war er drei Jahre in Brüssel Mitarbeiter eines Mitglieds des Europäischen Parlaments. Er ist zudem Gründer von NoPNR!, einer Kampagne gegen die Vorratsdatenspeicherung von Reisedaten, und Observer bei European Digital Rights (EDRi), einer internationalen Vereinigung von Bürgerrechtsorganisationen, die für den Schutz der Privatsphäre und die Freiheit der Bürger in der Informationsgesellschaft steht. Anhand mehrerer Beispiele aus der Praxis, z.B. Edit wars bei Wikipedia, Assilobby und shit storms, bots – Computerprogrammen, die im Netz Werbung für Unternehmen verteilen oder in politischen Kontenten im Interesse bestimmte Akteure agieren, zeigte er, wie

Tagungsteilnehmer Rauischholzhausen
TagungsteilnehmerInnen der LBM-Tagung im Schloss Rauischholzhausen
die Inhalte bzw. das Wissen über digitale Medien informell verteilt wird und wie schnell sich Filterblasen und Parallelgesellschaften bilden können. Am Ende bleiben viele Fragen offen. Eine davon ist, was man dem Populismus entgegen setzen kann. In der darauffolgenden regen Diskussion bis spät in die Nacht ging es u.a. um die Grenzen und unterschiedliche Wertvorstellungen digitaler und realer Welt, um Kompetenzen und den Umgang mit Ressourcen sowie Verbreitung und Erwerb von Wissen in der digitalen Gesellschaft. Am zweiten Tag des Workshops wurden Ideen konkretisiert und die weiteren Arbeitsschritte festgehalten. 

Einen Bericht zur Tagung finden Sie hier.

 

 Digitale Literalität? – Tagesworkshop des Forschungsverbundes Educational Linguistics am 15. Januar 2016

Am 15. Januar 2016 hatte der Forschungsverbund Educational Linguistics alle Interessierten zum Workshop „Digitale Literalität?“ in das Gästehaus der JLU eingeladen.

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Prof. Henning Lobin
An diesem Tag wurde, der Tradition des Forschungsverbundes Educational Linguistics folgend, ein interdisziplinärer Blick auf das Thema „Digitale Literalität“ geworfen. So hielt Prof. Christoph Bläsi (Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Buchwissenschaft) einen Vortrag mit dem Titel „Gänzlich neue Weisen, Bücher zu schreiben, zu verbreiten und zu lesen. Chancen und Herausforderungen in der digitalen Buchwelt“. Prof. Andreas Langenohl (JLU Gießen, Soziologie) widmete sich dem Thema „Bildungserwartungen an financial literacy: Subjektivierung, Mediatisierung, Responsibilisierung“. Prof. Henning Lobin (JLU Gießen, Germanistik, ZMI) beleuchtete das Thema mit seinem Beitrag „Von der hybriden Literalität zur Postliteralität“. Prof. Greta Olson (JLU Gießen, Anglistik) widmete sich dem Thema „Kompetenz or Literacy: What does media pedagogy want?“ und Prof. Vadim Oswalt und Prof. Dietmar Rösler (JLU Gießen, Geschichte & Germanistik) widmeten sich dem Thema „Digitale Medien als Motor der Veränderung formeller und informeller Bildungskontexte?“
Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Helmuth Feilke und Prof. Katrin Lehnen (JLU Gießen, Germanistik).

Einen Bericht zur Tagung finden Sie hier.