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Artikelaktionen

Newsletter 1/2022

 

Newsletter Header 1/2022Newsletter abonnieren   |   Newsletter abbestellen   |   Newsletter-Archiv



 

Editorial

 

Liebe Kolleg*innen, Mitglieder und Freund*innen des ZMI,

 

Prof. Katrin Lehnen
Katrin Lehnen

die Gefühle in diesen Wochen sind zwiespältig: die Pandemie tritt in den Hintergrund, der Campus brummt und wir dürfen wieder üben, wie es ist, am Tag mit 50 bis 100 Studierenden und Kolleg*innen zu interagieren. Ungewohnt, aber toll. Gleichzeitig beherrscht der Krieg in der Ukraine die Bilder und Gespräche der letzten und vermutlich auch nächsten Wochen (und Monate) und es ist kaum zu verkraften, dass mitten in Europa ein Land zerlegt und Ukrainer*innen massenhaft umgebracht werden. Die JLU hat zusammen mit anderen Universitäten über den Campus Mittelhessen einen eigenen Hilfsfonds aufgelegt, um insbesondere ukrainische Wissenschaftler*innen zu unterstützen.

Der Krieg in der Ukraine ist medial auf sehr unterschiedliche Weise präsent, auch durch Nicht-Präsenz: in Russland durch das Abschalten aller Kanäle, die Zugang zu freien, unzensierten Nachrichten erlauben, in der Ukraine durch die systematische Nutzung aller verfügbaren sozialen Medien – insbesondere durch Präsident Selenskyj selbst. Die Bilder, die dabei auf allen Seiten erzeugt werden, sind längst zur Reflexionsfläche unterschiedlicher Diskurse geworden. Das ZMI nimmt das zum Anlass, eine offene Gesprächs- und Diskussionsrunde zur medialen Präsenz des Kriegs zu organisieren, die wir aktuell planen und zu der wir Sie im laufenden Semester herzlich und gesondert einladen.

Dass sich die Welt in den letzten Monaten weiter gedreht hat, zeigt Ihnen der Newsletter, der über eine Reihe interessanter Vorträge, Events und Publikationen berichtet und ebensolche für die nächsten Wochen ankündigt. Wir hatten im letzten Semester bereits eine große Feier für den 28. April 2022 zum ZMI-Jubiläum geplant. Weil wir berechtigterweise noch eine Maskenpflicht an der JLU haben, haben wir uns für eine Verschiebung entschieden, weil sich mit Masken bekanntermaßen schlecht essen, trinken, tanzen und feiern lässt!

 

Ich wünsche Ihnen ein friedliches Semester.

Herzlich,

Katrin Lehnen

 

 

Inhalt ZMI-NEWSLETTER 1/2022

 

Editorial


News

„En-Gendering Borders: Media and Migration Reframed“: Diskussionsveranstaltung der Sektion „Medien und Gender“ am 29. April 2022

Ringvorlesung des Forschungsnetzwerks „Geschlecht – Macht – Staat“ im Sommersemester 2022

DFG-Förderung für Forschungsgruppe „Menschenrechtsdiskurse in der Migrationsgesellschaft (MeDiMi)“

 

Veranstaltungsankündigungen

Konferenzbeitrag von Greta Olson zu „Towards Decolonial Trans Feminist Womxn“ am 22. April 2022

VHH-Konferenz „Moving Images from the Archives: Historical Footage of Nazi Crimes in Documentaries“ vom 8. bis 10. Mai 2022

Summerschool der Forschungsgruppe „didaktisch-empirische Schreibforschung (dieS)“ vom 30. Juni bis 2. Juli 2022


Aktivitäten und Events der letzten Monate

„Social Media für Wissenschaftler*innen“ – Praxis-Workshops und Podiumsdiskussion

Zwei Veranstaltungen aus der Reihe „Stimmen aus der Praxis“ zum „Archiv der Flucht“ und Geschichtsdokus

Veranstaltungsreihe des Forschungsverbunds Educational Linguistics zu Normensetzungen in Sprache und Schule am 25. Januar 2022

Workshop im Rahmen der Reihe „Schreiben für den Film: Autorinnen, Themen und Formate im zeit- und mediengeschichtlichen Kontext“ am 26. Januar 2022

Vortrag von Greta Olson zu „Narrative Authority, Affective Unreliability, and Transing Law“ am 10. Februar 2022 an der WWU Münster
Vortrag von Greta Olson zu „Law and the Material Turn“ am Minerva Center for Human Rights, 18. Februar 2022 an der Universität Tel Aviv

Journée franco-allemande zu geschlechtergerechter Sprache am Französischen Gymnasium in Lissabon

„Short Forms Beyond Borders“ – GCSC Workshop vom 28. März bis 1. April 2022

 

Neues aus dem DaF-/DaZ-Bereich

Publikation zum HMWK-Projekt „Digitale Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten“
Angelique Hertzel und Tamara Zeyer im neuen InfoDaF-Heft

 

Neues aus den Seniorprofessuren

 

Neues aus der Ludwig Börne-Professur

 

Neues aus der Georg Büchner-Professur

Heiner Goebbels in Oktoberausgabe 2021 „Alternatives Théâtrales“
Heiner Goebbels in Luxemburg: Interview mit Olivier Ortolani
„Ich mache, was übrig bleibt“: Heiner Goebbels im VAN Musikmagazin
Heiner Goebbels im SWR und Teodor Currentzis‘ Midnight Lounge
Heiner Goebbels mit „The Mayfield“ im Pariser Studio La Muse en Circuit
„PROTI Gesamtkunstwerk“: Heiner Goebbels‘ Anthologie in tschechischer Übersetzung
„Gegenwärtig lebe ich allein“: Heiner Goebbels‘ Hörstück im Deutschlandfunk
Heiner Goebbels Interview‘ in Tageszeitung junge Welt und bei SWR2: „Von der Seite hineinschauen, wie in ein Labor“
„Bühnenräume sprengen“ – Gesprächsrunde mit Heiner Goebbels im Künstlerhaus Mousonturm am 24. April 2022
„A House of Call“ in Amsterdam und in Frankfurt
Heiner Goebbels mit Eröffnungsvortrag und Konzert in der Alten Oper zum Herbstfestival Fratopia
„Liberté d’action“ in Rom und Paris
Heiner Goebbels im Studio des Bayrischen Rundfunks

 

In den Medien

„Ich habe keinen Schutzauftrag gegenüber meinen Studierenden“: Elif Özmen über Wissenschaftsfreiheit im FAZ-Interview vom 11. Januar 2022

 

Publikationen

Podcast-Interview mit Greta Olson zu Fächer- und Landesgrenzen in Forschungsdisziplinen

„(Re-)Negotiating Ambiguity’s (Added) Value(lessness)“: Beitrag von Oliver Klaassen und Tillmann Schorstein in der aktuellen Journal-Ausgabe von On_Culture

Wolfgang Sander und Kerstin Pohl (Hg.): „Handbuch Politische Bildung“

Zweiter Band der Reihe „Bibliothek der polnischen Holocaustliteratur“: Neuausgabe von Bogdan Wojdowskis Erzählungen „Ein kleines Menschlein, ein stummes Vögelchen, ein Käfig und die Welt“

 

Personalia

Kai-Uwe Schmehl Projektkoordinator am ZMI für den Forschungsschwerpunkt „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“

Selmin Hayircil wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZMI mit Schwerpunkt soziale Medien

DAAD-Preis an Sektionshilfskraft Manar Mulhem

Direktoriumsmitglied Thomas Gloning ist Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung

 

 

 

News


 

„En-Gendering Borders: Media and Migration Reframed“: Diskussionsveranstaltung der Sektion „Medien und Gender“ am 29. April 2022

 

"En-Gendering Borders" neu, 29.4.2022Am Freitag, den 29. April 2022, laden die ZMI-Sektion „Medien und Gender“, das Gießener Graduiertenzentrum für Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS) und die Professur für Gender Studies am Institut für Politikwissenschaft der JLU zu der digitalen Diskussionsveranstaltung „En-Gendering Borders: Media and Migration Reframed“. Zu Gast sind hierbei Krista Lynes, PhD (Canada Research Chair in Feminist Media Studies und Associate Professor in Communication Studies an der Concordia University, Montréal), Prof. Greta Olson (JLU Gießen) und Jennifer Kamau von International Women* Space (Berlin), während Prof. Veronika Zablotsky (JLU Gießen) moderiert.

Die Diskussion findet im Rahmen der virtuellen Veranstaltungsreihe zur Neuausrichtung der GGS-Sektion „Transnationale und intersektionale Herrschaftskritik“ (TIHK) statt, die bisher unter dem Namen „Soziale Ungleichheit und Geschlecht“ geführt wurde.

Informationen zu International Women* Space finden Sie in den Dokumentationen „In Our Own Words“ (2015) und „We Are Here, We Exist“ sowie in einem Video von Denise Garcia Bergt zum Besuch von Angela Y. Davis am „Refugee Strike House“ in Berlin in 2015.

Der Link wird nach Anmeldung unter verschickt.



Ringvorlesung des Forschungsnetzwerks „Geschlecht – Macht – Staat“ im Sommersemester 2022

 

Poster Ringvorlesung GMS, SoSe 2022 – zugeschnittenIm Sommersemester 2022 findet an der Universität Marburg die Ringvorlesung des Forschungsnetzwerkes „Geschlecht – Macht – Staat statt. Die Vorlesungen werden immer donnerstags von 18 bis 20 Uhr in Präsenz und mit Livestream gehalten. Aus der Sektion „Medien und Gender“ des ZMI sind Prof. Sigrid Ruby und Dr. Jutta Hergenhan im Forschungsnetzwerk vertreten und mit Veranstaltungen an der Vorlesungsreihe beteiligt. Den Auftakt zur Reihe bildet ein Roundtable-Event Ende April.

Das Forschungsnetzwerk untersucht das Spannungsgefüge zwischen den Leitbegriffen „Geschlecht – Macht – Staat“, das sich in den Dynamiken der formellen und informellen Praxis von Macht und Herrschaft manifestiert. Erfasst werden Wechselwirkungen zwischen Medialisierungen, sozialen Praktiken und normativen Rahmungen in der Zuschreibung und Aushandlung vergeschlechtlichter (staatlicher) Macht im historischen Wandel von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Der interdisziplinäre Verbund aus Literatur-, Kultur-, Medien-, Geschichts- und Politikwissenschaft sowie Kunstgeschichte und Psychologie ist federführend am Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Universität Marburg angesiedelt und umfasst zusätzlich Wissenschaftler*innen des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft, der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

 

21. April 2022: Jutta Hergenhan, Sigrid Ruby, Inken Schmidt-Voges und Hania Siebenpfeiffer

Roundtable „Geschlecht – Macht – Staat“. Vorstellung des gleichnamigen Forschungsnetzwerkes an den Universitäten Marburg, Gießen, Münster und am Herder-Institut Marburg


19. Mai 2022: Jutta Hergenhan und Carmen Birkle

Vortrag: „Präsidentinnen in französischen und U.S.-amerikanischen TV-Serien“

 

2. Juni 2022: Sigrid Ruby und Inken Schmidt-Voges

Vortrag: „Fürstliche Paare in der frühen Neuzeit. Bildliche und politische Anordnungen.“


Die Präsenzveranstaltungen finden im Hörsaalgebäude der Philipps-Universität Marburg (Audimax, 2. OG, Raum +2/0010) in der Biegenstraße 14 in Marburg statt. Den Veranstaltungen kann man hier online beitreten. Für Fragen zu den Veranstaltungen:  (eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig).

 


DFG-Förderung für Forschungsgruppe „Menschenrechtsdiskurse in der Migrationsgesellschaft (MeDiMi)“


In modernen Migrationsgesellschaften formulieren die einzelnen Gruppierungen ihr Selbstverständnis und ihre Interessen vielfach mit Verweis auf die Menschenrechte. Ausgehend von dieser Annahme will die neue Forschungsgruppe „Menschenrechtsdiskurse in der Migrationsgesellschaft (MeDiMi)“, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in den kommenden vier Jahren zunächst mit rund 4,5 Millionen Euro gefördert wird, die rechtlichen, politischen und alltäglichen Diskurse über Migration und Menschenrechte genauer untersuchen. Das Ziel der Forschenden ist ein neues Verständnis für die Rolle der Menschenrechte in zeitgenössischen Gesellschaften. Sprecher der Forschungsgruppe ist Prof. Jürgen Bast vom Fachbereich Rechtswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), seine Stellvertreterin ist Prof. Susanne Buckley-Zistel vom Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg.

Die Wissenschaftler*innen in den zehn Teilprojekten – sieben in Gießen und Marburg, drei weitere in Amsterdam, Frankfurt am Main und Jena – bezeichnen das beschriebene Phänomen als „Vermenschenrechtlichung“ und untersuchen es sowohl im juristischen wie auch im politischen und soziokulturellen Handlungskontext. Die Analyse von zehn ausgewählten Untersuchungsfeldern soll ein neues Verständnis der Rolle der Menschenrechte in zeitgenössischen – insbesondere europäischen – Gesellschaften liefern. Zu den beteiligten Disziplinen gehören die Rechtswissenschaft, die Konfliktforschung, die Soziologie, die Kulturwissenschaft, die Erziehungswissenschaft und die Medizin.

Die wachsende Bedeutung der Menschenrechte beim Thema Migration ist im rechtlichen Diskurs besonders augenfällig – insbesondere in der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Das Interesse von MeDiMi gilt aber über das Rechtssystem hinaus ausdrücklich auch anderen professionellen und alltagsweltlichen Kontexten, in denen Angehörige verschiedener Gruppen ihre Erfahrungen als Verletzung von Menschenrechten deuten, ihre Rollenverständnisse und Handlungen an einer Ethik der Menschenrechte ausrichten und ihre moralischen und politischen Forderungen als Ausdruck von universell verbürgten Rechtsansprüchen präsentieren.

Die vollständige Pressemitteilung des Forschungscampus Mittelhessen können Sie hier nachlesen.


 

 

Veranstaltungsankündigungen

 

Konferenzbeitrag von Greta Olson zu „Towards Decolonial Trans Feminist Womxn“ am 22. April 2022

Olson Konferenzbeitrag April 2022

 

Das vom European Research Council geförderte Projekt Homo Mimeticus: Theory and Criticism“ (HOM), welches vom Institut für Philosophie und der Philosophischen Fakultät der KU Leuven, Belgien, veranstaltet wird, freut sich, seine finale internationale Konferenz für den 20. bis 22. April 2022 anzukündigen. In Fortsetzung der mimetischen Wende, die HOM in den letzten fünf Jahren gefördert hat, besteht das allgemeine Ziel dieser transdisziplinären Konferenz darin, die vielfältigen Erscheinungsformen der Mimesis (Nachahmung, aber auch Identifikation, Ansteckung, Performativität, Simulation, Spiegelneuronen usw.) aus einer janusköpfigen Perspektive zu kartieren, die auf die Genealogie dieses Konzepts zurückblickt, um besser auf die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft blicken zu können. HOMs übergreifende Hypothese ist, dass es von der linguistischen Wende zur ethischen Wende, von der affektiven Wende zur neuen materialistischen Wende, von der Neuro-Wende zur posthumanen Wende zur ökologischen Wende eine wachsende Rückbesinnung auf die alte und doch immer wieder neue Erkenntnis gibt, dass der Mensch eine allzu mimetische Spezies ist – oder homo mimeticus.

Prof. Greta Olson ist eine der eingeladenen Sprecher*innen und spricht in ihrem Konferenzbeitrag am 22. April 2022 über „Towards Decolonial Trans Feminist Womxn“.

 


VHH-Konferenz „Moving Images from the Archives: Historical Footage of Nazi Crimes in Documentaries“ vom 8. bis 10. Mai 2022

 

Vom 8. bis 10. Mai 2022 findet die Konferenz Moving Images from the Archives. Historical Footage of Nazi Crimes in Documentaries statt. Diese wurde von dem Deutschen Filminstitut & Filmmuseum (DFF) und der Fachjournalistik Geschichte und dem Zentrum für Medien und Interaktivität der Justus-Liebig-Universität organisiert und ist Teil des Projekts Visual History of the Holocaust: Rethinking Curation in the Digital Age“ (VHH). Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Filmdokumente, die von den alliierten Streitkräften in befreiten Konzentrationslagern sowie an anderen Schauplätzen nationalsozialistischer Verbrechen hergestellt wurden. Obwohl sie nur einen bestimmten Aspekt des Holocausts zeigen, sind einige ihrer Bilder kanonisch geworden. Da es insgesamt nur wenige visuelle Aufzeichnungen gibt, von denen viele nicht oder nur eingeschränkt veröffentlicht wurden, haben einige wenige – oft aus dem Zusammenhang gerissene – Bilder unsere kollektive Vorstellung vom Holocaust geprägt. Im Rahmen des Projekts werden diese Filmaufnahmen, die derzeit auf Archive in den USA, Großbritannien, Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken verstreut sind, erstmals zentral zu einer digitalen Sammlung zusammengeführt: Sie werden digitalisiert, analysiert und erschlossen und mit historischen Fotografien und Textdokumenten, Oral History Interviews sowie mit späteren visuellen Darstellungen des Holocausts verknüpft.

Koordiniert wird das Projekt vom Ludwig Boltzmann Institute for Digital History gemeinsam mit dem Österreichischen Filmmuseum. Das Projektkonsortium umfasst zwölf österreichische, deutsche, israelische und französische Forschungseinrichtungen, Museen, Gedenkstätten und Technologieentwickler und wird von assoziierten Partnern in Europa und den USA unterstützt. Die Vision des Projekts ist es, neugierigen Menschen die Mittel in die Hand zu geben, die Medialität von Geschichte und Erinnerung mithilfe digitaler Technologien selbst zu erforschen.

Die Konferenz findet im Deutschen Filminstitut und Filmmuseum (Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt) statt. Um Voranmeldung zur Konferenzteilnahme bis 1. Mai 2022 unter  wird gebeten.

Konferenz "Moving Images" 8.-10. Mai 2022

 

Summerschool der Forschungsgruppe „didaktisch-empirische Schreibforschung (dieS)“ vom 30. Juni bis 2. Juli 2022

 

Vom 30. Juni bis 2. Juli 2022 findet die diesjährige Summerschool der Forschungsgruppe „didaktisch-empirische Schreibforschung (dieS)“ auf Schloss Rauischholzhausen statt. Das diesjährige Treffen dient nach zwei Jahren Pandemie vor allem der Entwicklung von Forschungsperspektiven für Fragen der digitalen Transformation von Lese- und Schreibpraktiken, die insbesondere im schulischen und hochschulischen Kontext mit der Pandemie an Fahrt aufgenommen haben. Wir laden Sie hiermit herzlich zu den öffentlichen Vorträgen des internationalen Treffens ein:

Zum Auftakt sprechen apl. Prof. Dr. Kirsten Schindler und Dr. Matthias Knopp von der Universität zu Köln über das Potential von Erklärvideos für das sprach- und mediendidaktische Lernen in Schule und Hochschule. Der Vortrag mit dem Titel „Erklären in multimodalen Kontexten – (digitales) Schreiben für Erklärvideos“ findet am Donnerstag, den 30. Juni 2022, um 16 Uhr im Spiegelsaal des Schlosses statt.

Am Freitag, 1. Juli 2022, 15:30 bis 18 Uhr berichten vier Early Stage Researcher*innen aus ihren laufenden Projekten, die sich auf unterschiedliche Weise mit Erwerbs- und Lernaspekten des Lesens und Schreibens beschäftigen. Auch hierzu laden wir Sie ganz herzlich ein.

Am Samstag, 2. Juli 2022, steht in Zeichen der internen Planungen und Perspektivenentwicklung für die nächsten Aktivitäten der Forschungsgruppe.

Melden Sie sich formlos per Email an bei




Aktivitäten und Events der letzten Monate


„Social Media für Wissenschaftler*innen“ – Praxis-Workshops und Podiumsdiskussion

 

Soziale Medien bringen Diskurse ins Rollen, wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre Bewertungen werden in ihnen neu verhandelt und der Austausch von Wissenschaftler*innen untereinander sowie mit Nicht-Wissenschaftler*innen erscheint dort oft niederschwelliger als an anderen Orten wissenschaftlicher Auseinandersetzung. Wie genau dies geschieht, ist nunmehr selber Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und Debatten. Das ZMI hat daher in Kooperation mit dem GCSC (Graduate Centre for the Study of Culture), dem GGS (Gießener Graduiertenzentrum), dem GGK (Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften), der Max-Weber-Stiftung und dem PCMO (Postdoc Career and Mentoring Office) die Workshopreihe „Social Media für Wissenschaftler*innen“ gewidmet. Ziel war es zum einen, notwendige Techniken und Kenntnisse zur Verwendung sozialer Medien in der Wissenschaft zu vermitteln; zum anderen aber auch, deren Sinn und Nutzen zu diskutieren.

Social Media Workshop 1

 

Die Veranstaltung „Wissenschaftlich Bloggen“ am 19. Januar 2022 mit Britta Hermans und Célia Burgdorff gab einen gebündelten Überblick über alle relevanten Aspekte eines akademischen Blogs, veranschaulicht am Beispiel der Plattform „hypotheses“. Dr. Christian Nawroth vermittelte am 3. Februar 2022 alles zum Thema „Twitter for Young Researchers“, zugeschnitten vor allem auf die Zielgruppe Doktorand*innen/Postdocs. „Instagram für Anfänger*innen“ mit Maraike Büst am 18. Februar 2022 stellte Instagram als Plattform in den Mittelpunkt und beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Einsatz dieser in einem akademischen Umfeld. Mit der Online-Podiumsdiskussion „Chancen und Grenzen von Social Media für die Wissenschaft“ am 24. Februar 2022 wurden zum Abschluss der Veranstaltungsreihe auch die Vor- und Nachteile der Nutzung sozialer Medien in der Wissenschaft zur Debatte gestellt.

Social Media Workshop Screenshot 1
Jutta Hergenhan stellt die Diskutant*innen vor: Mia Berg, Enno Park, Kristin Eichhorn (v. l. n. r.)

Für die Diskussion via Webex waren interessante Gäste geladen: Historikerin Mia Berg, deren Untersuchungsgebiet die Vermittlung historischen Wissens über Instagram und TikTok ist; PD Dr. Kristin Eichhorn, Professurvertreterin für Neuere Deutsche Literatur I an der Universität Stuttgart und Mitinitiatorin des Hashtags #IchBinHanna; außerdem Enno Park, der durch Implantate sein Gehör wiedererlangte und sich in seinen Texten dem Verhältnis von Mensch und Technik widmet. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Wissenschaftlichen Geschäftsführerin des ZMI, Dr. Jutta Hergenhan, die in ihrer Einführung darauf hinwies, dass Möglichkeiten des Transfers von wissenschaftlichen Inhalten über soziale Medien neben Chancen eben auch  Grenzen und ethische Problematiken gegenüberstehen, etwa wenn Shitstorms oder Hatespeech stattfinden. Daraus ergäben sich naturgemäß auch die Fragen nach dem Umgang mit diesen kontraproduktiven Aspekten der wissenschaftlichen Social-Media-Nutzung respektive der Verantwortlichkeit für diese.

Social Media Workshop Screenshot 2 Mia Berg
Mia Berg

Mia Berg antworte zum Einstieg auf die Frage, wie genau Geschichte auf Social Media erzählt würde. Sie warf zunächst ein Schlaglicht auf veränderte Erzählweisen aufgrund medialer Anpassung, die bei für Social Media aufbereiteten geschichtlichen Inhalten entstünden – beispielsweise bestimmte ästhetische oder narrative Spezifika. Die höhere Erzählgeschwindigkeit führe zudem zu einer größeren Prägnanz der Inhalte, dies sei ebenso auch der Begrenzung von Inhalten geschuldet, beispielsweise bei Twitter durch vorhandene Zeichenbegrenzung. Berg hob zusätzlich die größere Nahbarkeit wissenschaftlicher Inhalte auf Social Media hervor; dazu zähle auch der tendenziell eher weniger akademische sprachliche Duktus. Außerdem führe die Vielfalt an Akteur*innen – Institutionen, Privatpersonen, geschichtsbezogene Projekte – auch zu einer großen Bandbreite an unterschiedlich gearteten Formaten, die mehr Möglichkeiten für Vernetzung bedeuteten. Die niedrigere Partizipationsschranke sozialer Medien wurde von Berg in diesem Zuge als durchaus positiv bewertet. Im gleichen Atemzug erwähnte sie jedoch auch die Forschung von etwa Dr. Hannes Burkhardt zur Darstellung des Holocaust in sozialen Medien, die belege: So diskursiv neuartig wie oftmals angenommen seien Social Media nicht, da oftmals bereits etablierte Narrative reproduziert würden.

Social Media Workshop Screenshot 3 Kerstin Eichhorn
Kerstin Eichhorn

In Ergänzung zur Projektperspektive nahm im Folgenden PD Dr. Kristin Eichhorn eine etwas individuellere Wissenschaftlerinnenperspektive ein. Sie berichtete, dass sie ursprünglich begann, auf Twitter aktiv zu werden, weil die Strukturen der Öffentlichkeitsarbeit ihrer Universität nicht die notwendigen Möglichkeiten bot, ihre wissenschaftliche Arbeit publik zu machen. Sie habe jedoch schnell gemerkt, welchen Mehrwert die Plattform für den Austausch zwischen Mitgliedern ihrer wissenschaftlichen Community habe. Ihr Account beschäftige sich mittlerweile mehrheitlich mit hochschulpolitischen Inhalten – #IchBinHanna als Initiative gegen die oftmals prekären Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft dient hier als prominentestes Beispiel. Das Viralgehen ihres Hashtags stellte Eichhorn als äußerst positiv heraus, denn dadurch seien gleichzeitig Türen aufgestoßen worden: Der Hashtag trendete, erreichte die Politik, fand gar Erwähnung in den „Tagesthemen“ und führte zu einer Plenardebatte im Bundestag über die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft. Für betroffene Wissenschaftler*innen entstand so eine neue Zusammengehörigkeit, da sie feststellten, dass ihre Probleme nicht individuell, sondern strukturell waren. Gleichermaßen sei Twitter aber auch ein Erregungsmedium – und Negativbeispiele entwickelten besonders schnell einen gewissen Selbstlauf.

Social Media Workshop Screenshot 4 Enno Park
Enno Park

Enno Park wurde von Jutta Hergenhan nun mit seiner aus ihrer Sicht bekanntesten Stellungnahme anmoderiert: „Technik ist die Natur des Menschen“. Er betonte jedoch sogleich, es sei ihm kein Anliegen, jeden, insbesondere Wissenschaftler*innen, zur Teilnahme an sozialen Medien zu drängen. Nichtsdestoweniger gewänne Wissenschaftskommunikation stetig an Bedeutung. Selber benutze er keine zu Facebook gehörenden Anwendungen mehr, da er diesen aus ethischen Gründen keine zusätzliche Relevanz verleihen wolle. Auch verordne er sich regelmäßig Twitterpausen. Für seine eigenen Themen einzustehen, ordnete Park im Kontext von Twitter als essenzieller ein, als „die Welt retten zu wollen“. Die in kleineren Communitygruppen entstehenden Diskussionen wurden von ihm als positive Beispiele für angenehme Kommunikation über Social Media hervorgehoben, jedoch seien auch die teilweise etwas „schrägen“, gar propagandistisch anmutenden Vorstellungen von Themen wie dem Holocaust oder Gender Studies, verbreitet von Einzelpersonen, Teil der Erfahrung auf Twitter. Zeitgleich biete Twitter die Möglichkeit, wissenschaftlich fundierte, verständlich aufbereitete Erklärungen (verpackt in sogenannte Threads) an diese Personen weiterzuleiten – ohne Gegner*innen überzeugen oder bekehren zu wollen. Die Differenzierung zwischen der Absicht, reine Propaganda zu verbreiten, und der ehrlichen Bereitschaft zur Diskussion sei hier wichtig. Wertschätzende, freundliche Kommunikation stünde bei Diskussionen über Social Media für ihn an oberster Stelle. Ebenso verwies Park auf den hohen Stellenwert der „Verlinkbarkeit“ von Inhalten, die gleichzeitig auch eine gewisse Nachprüfbarkeit bedeuteten.

Social Media Workshop Screenshot 5
Die Diskutant*innen bei der abschließenden Fragerunde, unten Diana Hitzke, die die Fragen aus dem Publikum weiterleitete

Den Zuschauer*innen war im Nachgang der Diskussion noch freigestellt, Fragen und eigene Diskussionsbeiträge anzubringen. Dies war – passend zur Thematik der Veranstaltung – auch bei Twitter über den Hashtag #SoMeWiss22 möglich. Im Zuge der Beantwortung kamen noch einmal alle Diskutant*innen zu Wort. Hier schien vor allem die Frage danach, wie wichtig es für Nachwuchswissenschaftler*innen sei, sich „fit“ für Social Media zu machen, von großer Bedeutung. Mia Berg plädierte hier für die Antwort „sehr wichtig“: Menschen anzusprechen, würde enorm vereinfacht, Hierarchien würden abgebaut, Informationen zu akademischen Veranstaltungen wären zugänglicher. Hiermit wurde der Bogen thematisch passend zurückgeschlagen zur Workshopreihe, deren Thema dadurch noch einmal essentieller erschien.


(Isabelle Otto)

 

 

Zwei Veranstaltungen aus der Reihe „Stimmen aus der Praxis“ zum „Archiv der Flucht“ und Geschichtsdokus

 

FaJo "Stimmen aus der Praxis": Archiv der Flucht 20.1.2022Am Donnerstag, den 20. Januar 2022, luden die Sektion „Medien und Geschichte“ und die Fachjournalistik Geschichte zu einer Veranstaltung aus der Reihe „Stimmen aus der Praxis“. Im Herbst 2017 begannen auf Initiative der Publizistin Carolin Emcke am Haus der Kulturen der Welt in Berlin die Arbeiten an einem Oral-History-Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, einen digitalen Gedächtnisort zu schaffen für die Geschichte(n) zu Flucht und Migration nach Deutschland. Ende September 2021 wurde das Projekt Archiv der Flucht abgeschlossen und der Öffentlichkeit vorgestellt. Die gleichnamige Online-Plattform enthält 41 Videointerviews mit Menschen, die seit 1945 nach Deutschland geflohen und migriert sind. Das Archiv der Flucht „betrachtet die Erinnerungen nach Deutschland migrierter Menschen“, wie es auf der Startseite der Website heißt, „als integralen Bestandteil deutscher Nachkriegsgeschichte und bewahrt sie vor dem Vergessen und Verdrängen“.

Dr. Mohammad Sarhangi ist Historiker und arbeitet als Bildungsreferent bei ufuq.de, einem anerkannten Träger der politischen Bildung, im Projekt „DDD – Gegen Diskriminierung, für Demokratie und Diversität in Berliner Betrieben“. Er hat Geschichte und Germanistik in Hamburg studiert und am Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien sowie am Zentrum für Antisemitismusforschung (TU Berlin) promoviert mit einer Arbeit über die Darstellung bewaffneten jüdischen Widerstands in Hollywoodfilmen über die Shoah.

Teilnehmer*innen wurden gebeten, sich vor der Veranstaltung die Interviews mit Lucía Muriel, Samra Habta, Fatuma Musa, Regina Webert-Lehmann und Mouna Aleek auf der Webseite des Projekts zumindest in Ausschnitten anzuschauen.

 

FaJo "Stimmen aus der Praxis": Geschichtsdoku 10.2.2022Am Donnerstag, den 10. Februar 2022, luden die Sektion „Medien und Geschichte“ und die Fachjournalistik Geschichte zu einer Veranstaltung aus der Reihe „Stimmen aus der Praxis“.

Wir kennen es alle: Zu runden Jubiläen werden Artikel geschrieben, Features erarbeitet, Dokumentationen gedreht. Der Erkenntnisgewinn ist meist nicht viel größer als vor fünf oder zehn Jahren, als das jeweilige Jubiläum zuletzt medial ausgeweidet wurde. Doch wie lässt sich unter diesen Umständen eine weitere Geschichtsdokumentation drehen, wenn das Archivmaterial noch immer das gleiche ist und keine Zeitzeugen nachgewachsen sind, die einen Erkenntnisgewinn versprechen? Anhand seines 90-minütigen NDR-Dokumentarfilms „Happy Birthday Niedersachsen“ zum 75. Geburtstag des Bundeslands gibt Autor und Regisseur Sascha Schmidt einen Einblick in die Entstehung einer „weiteren“ Geschichtsdoku und berichtet von der Suche nach neuen Perspektiven und Blickwinkeln.

Sascha Schmidt hat in den letzten zwei Jahrzehnten als Autor und Regisseur zahlreiche Dokumentation für die öffentlich-rechtlichen Sender realisiert. Darüber hinaus schreibt und inszeniert er Theaterstücke, die bundesweit laufen. Für den Studiengang Fachjournalistik Geschichte betreut er seit einigen Jahren die Masterfilmprojekte mit.

 

 

Veranstaltungsreihe des Forschungsverbunds Educational Linguistics zu Normensetzungen in Sprache und Schule am 25. Januar 2022

 

EduLing Poster WiSe 2021/2022Am Dienstag, den 25. Januar 2022, um 18:15 Uhr hielt Prof. Magnus Huber einen Online-Vortrag zum Thema „Der postkoloniale Normendiskurs am Beispiel des Englischen in Ghana“. Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe im Wintersemester 2021/2022 des Forschungsverbunds Educational Linguistics zu Normensetzungen in Sprache und Schule, bei der am 30. November 2021 bereits Dr. Amina Kropp (Mannheim) zu Gast war, die zum Thema „Zwischen language anxiety und ‚Konfliktmehrsprachigkeit‘: Normvorstellungen und diskurse zu herkunftsbedingter Mehrsprachigkeit im schulischen Kontext“ sprach. Beide Vorträge fanden online statt.

 

Ghana eignet sich als Beispielland eines Normendiskurs insofern, als dass es zu den sogenannten Outer Circle Countries nach Kachru (1985) gehört – dies sind ehemalige Kolonien Großbritanniens und der Vereinigten Staaten, in denen Englisch heute noch die offizielle Sprache ist. In der Realität jedoch fungiert Englisch in der Bevölkerung jener Länder hauptsächlich als Zweitsprache. In Ghana konkurriert beziehungsweise koexistiert Englisch als Sprache des Parlaments, der höheren Gerichtshöfe oder vieler Medien mit afrikanischen Sprachen, die in anderen Lebensbereichen dominieren. Der Wandel von Exonormativität zu Endonormativität des Englischen in Ghana, also von Englisch als Sprache der Kolonisatoren zu Englisch als Sprache der Kolonisierten, stand im Mittelpunkt des Vortrags, der anhand dessen den Normendiskurs in Ghana illustrierte.

 

 

 

Workshop im Rahmen der Reihe „Schreiben für den Film: Autorinnen, Themen und Formate im zeit- und mediengeschichtlichen Kontext“ am 26. Januar 2022

 

Workshop Drehbuchschreiben, Bild 1
Katrin Lehnen und Norman Ächtler

Am Mittwoch, den 26. Januar 2022, 18:30 Uhr gab es Neues aus der Reihe „Schreiben für den Film: Autor*innen, Themen, Formate im zeit- und mediengeschichtlichen Kontext“ der Sektion „Medien und Didaktik“: Nachdem im November als Teil der ZMI-Jubiläumswoche bereits eine virtuelle Lesung mit Drehbuchautorin Laila Stieler stattfand, gab es nun einen virtuellen Workshop mit Annette Hess, ebenfalls Drehbuchautorin, und Dr. Norman Ächtler, Gießener Literatur- und Medienwissenschaftler und Dozent an der JLU. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Katrin Lehnen. Ächtler, Mitglied der Sektion „Medien und Didaktik“, thematisierte zunächst die Geschichte des Drehbuchschreibens und rekonstruierte das Drehbuch als „Werk“ anhand von dessen Diskursgeschichte. Illustriert wurde dies mittels einer Vielzahl unterschiedlicher „Schreibszenen“. Ächtler hob dabei vor allem im prägnanten Fazit seines knapp einstündigen, durch Multimedialität unterhaltsam konzipierten Vortrags die Wichtigkeit der Arbeit von Drehbuchautor*innen hervor, denen erst in den letzten Jahrzehnten langsam die Anerkennung gezollt wurde, die sie verdienen. Gerade der „Siegeszug narrativer Fortsetzungsformate“ hätte dazu wie auch zu einer „Erweiterung des Berufsbilds zum sogenannten Creative Producer“ beigetragen.

Workshop Drehbuchschreiben, Bild 2
Drehbuchautorin Annette Hess

Anschließend kam Annette Hess zu Wort, die sich mit der Autorinnenschaft von Drehbüchern zahlreicher populärer Produktionen wie „Weissensee“ oder „Ku’damm 56/59/63“ einen Namen gemacht hat. Als Themen zentral während des Podiumsgespräches waren vor allem die Position von Drehbuchautor*innen im gegenwärtigen Filmsystem und Fragen nach Poetik und Praxis des Drehbuchschreibens, aber auch künstlerische Funktion und Stellenwert des Drehbuchs innerhalb von Filmproduktionen. Hess gibt am Ende auch eine Prognose für die Zukunft, indem sie vor allem einen höheren Bedarf an originellen Produktionen als Gegenpart zur „konservenhaften Masse“ voraussagt, was zumindest zeitweise auch einen Mehrbedarf an Autor*innen zur Folge haben würde. Die Aufnahme der Veranstaltung können Sie hier nachschauen.

 

 

Vortrag von Greta Olson zu „Narrative Authority, Affective Unreliability, and Transing Law“ am 10. Februar 2022 an der WWU Münster

 

Olson Vortrag 10.2.2022 WWU MünsterProf. Greta Olson und Laura Borchert hielten am 10. Februar 2022 einen gemeinsamen öffentlichen Abendvortrag mit dem Titel „Narrative Authority, Affective Unreliability, and Transing Law“ im Rahmen des Dynamischen Clusters „Feministische Perspektiven auf ‚Recht und Literatur‘“ des Sonderforschungsbereiches 1385 „Recht und Literatur“ der WWU Münster. Ihr literaturtheoretisch fundierter Vortrag setzte sich die Entbinarisierung des Rechts zum Ziel und erarbeitete die auktoriale Erzählsituation des Gesetzes, welches Menschen mit trans- oder nichtbinärer Geschlechtsidentität für unmündig erklärt.

Anhand der Analyse anti-trans und anti-nichtbinärer Gesetzgebung in Deutschland und der Vereinigten Staaten enthüllten sie anhaltende Vorurteile über trans und nicht-binäre Personen wie die Vorstellung von trans Frauen als maskierte Männer oder unentschlossenen, kindischen Personen, die ihre binäre Identität ablehnen. Geschlechtsidentitäten jenseits der Cisnorm stellen eine Bedrohung für einen unveränderlichen Geschlechtsbegriff dar sowie für traditionelle Formen der narrativen Autorität.

Mit dem Vordenken Gayle Rubins verfochten Greta Olson und Laura Borchert die These, dass imaginäre Frauen in Opferrollen und affektiv resonante Bilder wehrloser Kinder in anti-trans Gesetzen als Lockvögel benutzt werden. Diese Strategie bedient die moralische Panik bezüglich der Bewegung hinweg von binären Geschlechtsidentitäten und der zunehmenden Sichtbarkeit von trans und nicht genderkonformen Menschen. Greta Olson und Laura Borchert betonten die dem Recht innewohnende Cisnormativität in der Annahme eines Zusammenflusses von Genitalien, Identität und sexuell-legaler Rechtspersönlichkeit. Sie empfehlen eine progressive Agenda für Forschung und Aktivismus, welche das Rechtswesen aktiv mit queerem, geschlechtskritischem Denken konfrontiert. Die Ambiguität von nicht cisnormativen Geschlechtsidentitäten darf nicht als Unreife verstanden werden, sondern als eine Notwendigkeit, Identitäten und Rechtsbegriffe neu zu denken.

 

 

Vortrag von Greta Olson zu „Law and the Material Turn“ am Minerva Center for Human Rights, 18. Februar 2022 an der Universität Tel Aviv

 

Olson Vortrag 18.2.2022 Tel AvivIm Rahmen des Forschungsseminars „Law and the Material Turn“ für künftige Autoren einer Sonderausgabe für Law, Society and Culture, herausgegeben von Leora Bilsky und Anat Rosenberg an der Universität von Tel Aviv, hielt Prof. Greta Olson am 18. Februar 2022 einen Vortrag über die Relevanz von Affekt und dem Material Turn in der Rechtswissenschaft. Ihr Vortrag hob das historische Umfeld dieser und anderer Wellen der Rechtsforschung hervor und bettet den Material Turn in einen performativen Kontext ein. Greta Olson betonte im Rückgriff auf Jacob Grimm die Wurzeln gemeinrechtlicher Interpretation.

Tiefergehend setzt sie sich für den Nutzen der Affekttheorie ein, welche sich durch ihre Untersuchung von Intensitäten, Fähigkeiten, und Übergängen anstelle von gemeinsamen Diskussionen von Verstandesobjekten als produktive Kritik des klassischen Repräsentationalismus erweist. Eine affektive Rechtsforschung ist fähig, einer alternativen Temporalität gerecht zu werden, indem sie Erfahrungen äußersten Leids nicht als progressiv gefühlt und erzählt versteht. Jean Amérys Schriften gelten hierfür als Beispiel. Greta Olson vertritt die These, dass die Einbindung affektiver Erfahrung als Kriterium der Rechtspersönlichkeitsbestimmung die Möglichkeit mit sich bringt, dass sich nicht-menschliche, materielle sowie nicht-narrative Wesen für sich Rechte einklagen können. Dies stößt bereits im ökologischen Danken auf Anklang, insofern Greta Thunbergs Aktivismus die Umwelt als leidtragendes, affektives Wesen versteht.

 

 

Journée franco-allemande zu geschlechtergerechter Sprache am Französischen Gymnasium in Lissabon

Screenshot Interview Hergenhan Lissabon
Interview mit Gwenaëlle Perrier (l.) und Jutta Hergenhan

In Erinnerung an die Unterzeichnung des Élysée-Vertrags zur Förderung der deutsch-französischen Zusammenarbeit von 1963 veranstaltet das Französische Gymnasium gemeinsam mit der Deutschen Schule in Lissabon jährlich einen Projekttag. Thema dieser Journée franco-allemande war in diesem Jahr „Geschlechtergerechte Sprache“. Dr. Jutta Hergenhan, Wissenschaftliche Geschäftsführerin des ZMI, und Dr. Gwenaëlle Perrier, Politikwissenschaftlerin an der Universität Sorbonne Paris Nord, nahmen dies zum Anlass, um am 24. und 25. März 2022 Lehrveranstaltungen mit Schüler*innen der Oberstufe durchzuführen, die das Thema als Teil des Fremdsprachen- oder des Sozialwissenschaftsunterrichts behandeln. Die dabei getätigten Beobachtungen dienen der Weiterentwicklung des Forschungsdesigns für das gemeinsame Projekt „EGELAN – Schule, Gender, Sprache: gesellschaftliche Kontroversen, historische Perspektiven und Herausforderungen an unterrichtliches Handeln in Bezug auf geschlechtergerechte Sprache“. Zudem hielten sie einen Vortrag am 24. März 2022 für Lehrer*innen und Eltern zum Thema „Geschichte und Aktualität von geschlechtergerechter Sprache in Frankreich und Deutschland“. Ein Interview von Gwenaëlle Perrier und Jutta Hergenhan zur langage non-sexiste wurde auf dem YouTube-Kanal des Französischen Gymnasiums veröffentlicht.

 

 

„Short Forms Beyond Borders“ – GCSC Workshop vom 28. März bis 1. April 2022

 

Im Rahmen der Teaching-Learning-Training Activity und des Transnational Project Meetings vom 28. März bis 1. April 2022 am GCSC (Graduate Centre for the Study of Culture) in Gießen hat Prof. Katrin Lehnen einen Workshop zum Thema „Short Forms@Work: Scientific Miniatures and Other Short Forms in Higher Education Learning“ gehalten. Mit der Perspektive, dass sog. „kleine Formen“ das Lernen in schulischen und hochschulischen Kontexten paradigmatisch beherrscht, konzentrierte sich der Workshop auf spezifische Formen des „Writing from Sources“, dass das wissenschaftliche Schreiben prägt. Insgesamt bot die Veranstaltung ein breites Repertoire kleiner Formen, die sich in besonderer Weise für das Denken und Lernen eignen.

 

 

 

Neues aus dem DaF-/DaZ-Bereich

 

Publikation zum HMWK-Projekt „Digitale Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten“


DaF Publikation Gamper, Hövelbrinks, Schlauch
Foto: Tamara Zeyer

Ende 2021 erschien der Sammelband von Prof. Jana Gamper (JLU Gießen), Dr. Britta Hövelbrinks (Uni Jena) und Julia Schlauch (JLU Gießen) mit dem Titel „Lockdown, Homeschooling und Social Distancing. Der Zweitspracherwerb unter akut veränderten Bedingungen der COVID-19-Pandemie“. Der Band widmet sich der Frage, welche Auswirkungen die pandemiebedingten Schulschließungen auf Lehr- und Lernprozesse zugewanderter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener haben. Der Band stellt dabei eine besonders vulnerable, in der medialen Berichterstattung und öffentlichen Diskussion jedoch stark vernachlässigten Gruppe von Lernenden in den Fokus und trägt damit dazu bei, die besonderen Bedarfe dieser Lernenden auch jenseits der Pandemie sichtbar zu machen.

Im Sammelband veröffentlichten Dr. Tamara Zeyer und Prof. Dietmar Rösler die Ergebnisse ihrer Studie im Beitrag mit dem Titel „Mit Kacheln reden: Deutschunterricht für junge Erwachsene im virtuellen Raum“.

 

Jana Gamper, Britta Hövelbrinks, Julia Schlauch (Hg.): Lockdown, Homeschooling und Social Distancing: Der Zweitspracherwerb unter akut veränderten Bedingungen der COVID-19-Pandemie. Tübingen: Gunter Narr Verlag, 2021. 270 S., Open Access.

ISBN: 978-3-8233-8494-6

 

 

Angelique Hertzel und Tamara Zeyer im neuen InfoDaF-Heft

 

Tamara Zeyer und Angelique Hertzel, InfoDaF Publikation
Foto: Tamara Zeyer

 

Im Februar 2022 erschien der Beitrag ‚Zu verbessern hielt ich für keine gute Idee in dieser Situation‘ – zur mündlichen Korrekturkompetenz als Teil der universitären Ausbildung von DaF-Lehrkräften von Angelique Hertzel und Dr. Tamara Zeyer in der Zeitschrift Informationen Deutsch als Fremdsprache. Im Beitrag wird eine qualitative Studie zum Korrekturverhalten von DaF-Masterstudierenden im Gießener Elektronischen Praktikum (GEP) der Universität Gießen vorgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neues aus den Seniorprofessuren

 


Neues aus der Ludwig Börne-Professur

Ludwig Börne-Professur und „Panel on Planetary Thinking“ ziehen in die Liebigstraße 35


Logo Panel on Planetary ThinkingNachdem das Panel on Planetary Thinking während seiner Pilotphase seit April 2020 organisatorisch am ZMI verortet war, startete das Projekt ab Januar 2022 in die nächste Phase und nimmt dabei u.a. eine zentrale Stellung für die Entwicklung der strategischen Querschnittsdimension „Nachhaltigkeit“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen ein. Im Panel arbeiten Wissenschaftler*innen der JLU aus den geistes-, sozial-, kultur-, natur- und lebenswissenschaftlichen Disziplinen mit sehr unterschiedlichen methodischen Ansätzen zusammen. Das Panel möchte das Wissen an der Universität Gießen bündeln, um mittels einer eigenen Forschungsperspektive zum planetaren Denken die international geführte Debatte mitzugestalten. Eine Vernetzung mit weiteren Institutionen, insbesondere mit anderen hessischen Hochschulen, ist angedacht. Die Aufgaben des Panels sind nicht nur im Entwicklungsplan 2030 der JLU festgehalten, sondern auch im Hessischen Hochschulpakt 2021-2025. Das „Panel on Planetary Thinking“ geht auf eine Initiative von Prof. Claus Leggewie zurück. Die wissenschaftliche Geschäftsführung hat Dr. Frederic Hanusch inne.

Mit dem Panel zieht auch die Ludwig Börne-Professur in die Liebigstraße 35 in Gießen und verlässt somit das ZMI.



„Letters from L.A.“ von Claus Leggewie in der Frankfurter Rundschau

 

Die südkalifornische Vielvölkermetropole Los Angeles war immer auch eine Hochburg weißer Rassisten und Nationalisten. Demografischen Prognosen zufolge wird binnen weniger als einer Generation die weiße nicht-hispanische Bevölkerungsmehrheit auf unter 50 Prozent sinken. In dem am 14. Dezember 2021 veröffentlichten ersten seiner „Briefe aus L.A.“, Latin Angeles, fragt Prof. Claus Leggewie, ob die „kommende Mehrheit noch eine multikulturelle Demokratie bauen [kann]“. Angesichts eines „minderheiten-feindlichen Mehrheitswahlsystem[s]“, indem sich die weißen Republikaner bisher behaupten konnte, scheint dies fragwürdig. Entlang der politisch-kulturellen und rechtlich-juristischen Kämpfe zwischen konservativen Suprematisten und nicht-weißen Bürgerrechtsbewegungen wie dem Chicano Movement zeichnet Leggewie die „von allen Seiten genährten Identitätskämpfe“ in L.A. nach. Die seinem Bericht zugrunde liegenden Eindrücke gewann er während seines zweimonatigen Honorary Fellows am Thomas-Mann-Haus in Los Angeles.

„Im Lockdown ist Vereinsamung zu einer unfreiwilligen, oft krankmachenden Conditio Humana geworden“, schreibt Claus Leggewie im zweiten seiner „Briefe aus L.A.“, Lone Angeles, der am 18. Dezember 2021 in der Frankfurter Rundschau erschienen ist. Während manche Menschen das Alleinsein als Außenseiter freiwillig wählten, sei es in der 4 Millionen Einwohner-Metropole Los Angeles, in der jeder dritte Haushalt aus einer Person bestehe, endemisch. In dem in der Frankfurter Rundschau erschienen Artikel beleuchtet Leggewie die Ambiguitäten von Einsamkeit und Alleinsein.

Im dritten „Brief aus L.A.“ vom 28. Dezember 2021 berichtet Claus Leggewie von den Bemühen um eine ökologische Transformation der zunehmend trockeneren Küstenstadt. Die Pläne sehen unter anderem vor, die aus dekorativen Gründen Anfang des 20. Jahrhunderts gepflanzten Palmen, die das Bild der Stadt so bedeutend prägten, zu entfernen. Einst Symbol von Hollywood, sei die Palme in einer immer heißer und trockener werdenden Weltregion völlig ungeeignet, da sie „zu viel Wasser benötigt und als Schattenspender komplett ausfällt“. Wenn die charakteristischen Palmen sterben, würde das ein Less Angeles bedeuten, aber auch den Weg freimachen, damit die „sonnenreiche Stadt grüner werden kann“.

Im vierten „Brief aus L.A.“ vom 4. Februar 2022, Bad Angeles, berichtet Claus Leggewie von dem ehemaligen Hauptquartier US-amerikanischer Nationalsozialisten, der in der Nähe von L.A. gelegenen „Murphy Ranch“.


 

Claus Leggewie in der FAZ: „Das banale Nichts“


In einem Gastbeitrag (Paywall) für die FAZ vom 18. Dezember 2021 attestiert Prof. Claus Leggewie der Querdenker-Bewegung einen politischen Nihilismus, abseits rechter oder linker Ideologien. Er konstatiert, dass die in der Querdenker-Bewegung Versammelten nicht durch gemeinsame Überzeugungen, Wählermobilisierung oder wirtschaftliche Interessen, sondern vielmehr durch ein konvergentes Nein verbunden seien.



„55 Voices for Democracy“: Claus Leggewie über neue politische Allianzen


Es wäre an der Zeit, neue Allianzen gegen Rechtspopulismus und Klimakatastrophe zu schmieden, so konstatiert Prof. Claus Leggewie in seiner Rede im Rahmen der Reihe 55 Stimmen für die Demokratie aus dem Thomas-Mann-Haus in Kalifornien. „55 Stimmen für die Demokratie“ ist inspiriert von den 55 BBC-Radioansprachen, die Thomas Mann zwischen Oktober 1940 und November 1945 von seinem Haus in Kalifornien aus an Tausende von Zuhörenden in Deutschland, der Schweiz, Schweden, den besetzten Niederlanden und der Tschechoslowakei richtete. Aufbauend auf diesem Vermächtnis bringt „55 Stimmen“ international angesehene Intellektuelle, Wissenschaftler und Künstler zusammen, um Ideen für die Erneuerung der Demokratie in unserer eigenen unruhigen Zeit zu präsentieren. Die Reihe wird vom Thomas-Mann-Haus in Zusammenarbeit mit dem Los Angeles Review of Books, Süddeutsche Zeitung, und Deutschlandfunk.

Im Gastbeitrag Mörderische Verantwortungslosigkeit, der am 2. Januar 2022 in der Süddeutschen Zeitung erschienen ist, bezieht sich Leggewie auf seinen Vortrag.



Claus Leggewie und Daniel Cohn-Bendit in der FAZ: „Eine Kröte namens Atomkraft“


In einem Gastbeitrag (Paywall) für die FAZ vom 19. Januar 2022 schreiben Prof. Claus Leggewie und Daniel Cohn-Bendit über das Dilemma der Grünen, sich gegen die EU-Taxonomie zu stellen. Sie konstatieren, dass ein Ankämpfen gegen dieses Regelwerk, welches Kern- und Gasenergie als nachhaltig einstuft, für die Grünen vergebens sein sollte und zudem europäische Kooperationsperspektiven gefährden könne.



„The Enduring Power of the Charlatan“: Claus Leggewie in der L.A. Review of Books


Als Scharlatan bezeichnet man eine Person, die ein bestimmtes Sachwissen oder Fähigkeit vortäuscht, um andere zu betrügen. Die Journalistin Margarethe de Francesco beschäftigte sich in ihrer Anfang des 20. Jahrhunderts veröffentlichten Studie „Die Macht des Scharlatan“ mit der historischen Figur des Scharlatans. Nachdem sie eine Kopie des Bandes 1937 an Thomas Mann schickte, dessen Roman Mario und der Zauberer de Francesco in ihrer Untersuchung inspiriert hatte, sorgte dessen Empfehlung zu einer Herausgabe des Buches unter University Press im Jahr 1939, wodurch es im US-amerikanischen Raum aber auch darüber hinaus zu Bekanntheit gelangte. In seinem in der Los Angeles Review of Books am 11. Februar 2022 veröffentlichtem Essay zeichnet Prof. Claus Leggewie die Zeitlosigkeit dieser Wiederveröffentlichung nach und verknüpft sie mit dem aktuellen Wiedererstarken nationalistischer und antisemitischer Strömungen.

 

 


Neues aus der Georg Büchner-Professur

Heiner Goebbels in Oktoberausgabe 2021 „Alternatives Théâtrales“

 

In dem französischsprachigen theaterwissenschaftlichen Periodikum zur Gegenwart der darstellenden Künste „Alternatives Théâtrales“ (Ausgabe 144-45, Oktober 2021) veröffentlichte Theo Arnulf unter dem Titel „Nature-Matériau dans John Cage Europeras I & II and Everything That Happened And Would Happen“ einen Beitrag zu diesen beiden großen Inszenierungen von Prof. Heiner Goebbels. Im Abstand von sechs Jahren arbeitete er auf unterschiedliche Weise mit denselben Bühnenbildern, Prospekten und szenischen Materialien. Der Text von Theo Arnulf ist eine Reflektion über (De-)Repräsentation und Fragmentierung der Naturdarstellungen, über Aspekte von Recycling und Nachhaltigkeit, und über eine Horizontalität zwischen Dingen, Ereignissen und den beteiligten Menschen.

 

 

Heiner Goebbels in Luxemburg: Interview mit Olivier Ortolani

 

Im Rahmen der Aufführungen des Musiktheaterstückes „Liberté d'action“ am Théâtre National du Luxembourg Mitte November 2021, führte der Theaterwissenschaftler Olivier Ortolani mit Prof. Heiner Goebbels ein längeres Interview, das unter dem Titel „Die Nicht-Intention zum Prinzip machen“ in kulturissimo. mensuel culturel et socio-politique, einer Beilage des Luxemburger Tageblatts, am 11. Dezember 2021 veröffentlicht wurde.

 

 

„Ich mache, was übrig bleibt“: Heiner Goebbels im VAN Musikmagazin

 

Während eines Werkstattbesuchs bei Prof. Heiner Goebbels führte der Musikjournalist und Autor Stefan Siegert (Schwerpunkt klassische Musik) ein ausführliches Gespräch mit Heiner Goebbels. Das Online-Musikmagazin VAN veröffentlichte davon am 22. Dezember 2021 ein Interview über die Absage an die Zentralität auf der Bühne und wie man ein Eisler-Lehrstück schreiben kann, das offen für Interpretationen bleibt.

 

 

Heiner Goebbels im SWR und Teodor Currentzis‘ Midnight Lounge

Heiner Goebbels Midnight Lounge im SWR
Heiner Goebbels zu Gast in der Midnight Lounge im SWR. Foto: SWR2 / Paul Gärtner

 

Jeweils nach seinen Konzerten mit dem SWR Symphonieorchester gestaltet der gefeierte Dirigent Teodor Currentzis eine eigene Radioshow von Mitternacht bis 2 Uhr früh. Am 21. Januar 2022 waren der Komponist und Regisseur Prof. Heiner Goebbels sowie die schwedische Komponistin Malin Bång in Currentzis‘ Midnight Lounge zu Gast.

 

 

Heiner Goebbels mit „The Mayfield“ im Pariser Studio La Muse en Circuit

 

Heiner Goebbels mit The Mayfield im Pariser Studio La Muse en Circuit
Pariser Tonstudio La Muse en Circuit. Foto: Heiner Goebbels
Im Januar 2022 waren „The Mayfield“ – Camille Emaille (Drums, Percussion), Cecile Lartigeau (Ondes Martenot), Nicolas Perrin (Electronics, Guitar), Gianni Gebbia (Saxophon), Willi Bopp (Sounddesign) und Prof. Heiner Goebbels (am präparierten Flügel) – zu einer Residenz im legendären Pariser Studio für Elektroakustik La Muse en Circuit zu Gast. Die Konzentration lag dabei auf ihrer Praxis kollaborativer Improvisationen. Die Instrumentation dieser Formation besteht auf einer Koexistenz zwischen akustischen und elektronischen Quellen, die Musik resultiert in Soundscapes zwischen „controlled noise“ und „musique concrête instrumentale“.

„The Mayfield“ konzertierten bereits 2019 beim Wall of Sounds Festival in Palermo, 2020 bei Moers festival und bei AngelicA – Festival Internazionale di Musica in Bologna.













„PROTI Gesamtkunstwerk“: Heiner Goebbels' Anthologie in tschechischer Übersetzung

Heiner Goebbels' "Proti Gesamtkunstwerk"
„Gegen des Gesamtkunstwerk“ Ausgabe von Texten in tschechischer Sprache. Foto: Lukas Jiricka

 

Texte zu Musik und Theater aus den beiden Anthologien „Komposition als Inszenierung“ und „Ästhetik der Abwesenheit“ von Prof. Heiner Goebbels sind bereits auch in englischer, russischer und polnischer Sprache erschienen. Eine Ausgabe in litauischer Sprache steht kurz bevor, eine Ausgabe in französischer Sprache ist in Vorbereitung. Im Februar 2022 wurde nun in Prag der über 300 Seiten starke Band „PROTI Gesamtkunstwerk“ in tschechischer Übersetzung veröffentlicht. Herausgegeben von Lukas Jiricka, übersetzt von Jan Petříček und Tereza Semotamová.

















„Gegenwärtig lebe ich allein“: Heiner Goebbels' Hörstück im Deutschlandfunk


Ein Jahr nach der Uraufführung des Hörstücks nahm der Deutschlandfunk diese Koproduktion mit dem SWR am 18. Februar 2022 wieder ins Programm. Nachzuhören ist dieses hier in der ARD Audiothek.



Heiner Goebbels' Interview in Tageszeitung junge Welt und bei SWR2: „Von der Seite hineinschauen, wie in ein Labor“


In der Wochenendbeilage „faulheit & arbeit“ veröffentlichte die Tageszeitung junge Welt am 5. März 2022 auf zwei Seiten ein weiteres Interview unter dem Titel „Von der Seite hineinschauen, wie in ein Labor“, das Stefan Siegert mit Prof. Heiner Goebbels über die Überwindung von Standards in der Musik, die Körperlichkeit von Busch und Eisler u.v.a.m. geführt hat.

Unter dem Titel „Blätterrascheln – Gedankenspiele zu Musik und Garten” sind weitere Ausschnitte davon am Mittwoch, den 13. April 2022 um 20:05 Uhr bei SWR2 zu hören.



„Bühnenräume sprengen“ – Gesprächsrunde mit Heiner Goebbels im Künstlerhaus Mousonturm am 24. April 2022

Szenenfoto aus "Newtons Casino" von Heiner Goebbels und Michael Simon
Szenenfoto aus 'Newtons Casino' von Heiner Goebbels und Michael Simon. Foto: Michael Simon

 

Wie sieht das Theater der Zukunft aus? Braucht es neue Räume? Wie entstehen neue Raumkonzepte für Theateraufführungen? Wie beeinflussen die Theaterstruktur und Architektur die künstlerische Arbeit im zeitgenössischen Theater? Diese Fragen sind der Ausgangspunkt für eine Gesprächsrunde am 24. April 2022 mit dem Komponisten und Regisseur Prof. Heiner Goebbels, der Bühnenbildnerin Heike Schuppelius, dem Bühnenbildner und Regisseur Michael Simon und dem ehemaligen Intendanten des Theater am Turm, Tom Stromberg. Alle vier stellen Beispiele ihrer Arbeit vor und berichten über ihre unterschiedlichen Erfahrungen in der Frankfurter Theaterlandschaft, zu der die Städtischen Bühnen mit ihren derzeitigen Neubauplänen genauso gehören wie das ehemalige Theater am Turm, das Bockenheimer Depot, das Frankfurt LAB und der Mousonturm.

Unterstützt vom Verlag Theater der Zeit („Ästhetik der Abwesenheit“ von Heiner Goebbels und „Fertig gibt’s nicht“ von Michael Simon).



„A House of Call“ in Amsterdam und in Frankfurt


Das HOLLANDFESTIVAL hat für den 18. Juni 2022 im legendären Concertgebouw Amsterdam eine Aufführung des Orchesterzyklus‘ „A House of Call“ mit dem Ensemble Modern Orchestra unter der Leitung vom Vimbayi Kaziboni angekündigt. Eine englische Übersetzung der dazu beim Verlag neofelis erschienenen „A House of Call. Materialausgabe“ ist in Vorbereitung.

Nach der gefeierten Uraufführung in der Berliner Philharmonie Anfang September 2021 und weiteren Konzerten in der Kölner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg, in Düsseldorf und München, veröffentlichte das Ensemble Modern nun einen neuen Trailer.



Heiner Goebbels mit Eröffnungsvortrag und Konzert in der Alten Oper zum Herbstfestival Fratopia


Das Konzerthaus Alte Oper in Frankfurt gab das Programm für das diesjährige Herbstfestival Fratopia bekannt. Prof. Heiner Goebbels erläuterte bei einer Veranstaltung am 1. April 2022 seinen neuen Orchesterzyklus „A House Of Call“, mit dem das Herbstfestival am 14. September 2022 beginnt. Am selben Tag wird Heiner Goebbels zuvor dort im Clara Schumann Foyer einen Eröffnungsvortrag halten. Nach einem Zitat von Arnold Schönberg, „... mit den Mitteln der Bühne musizieren“, formuliert er Gedanken zu Wahrnehmung und Offenheit anhand von Beispielen aus seinen performativen musikalischen Arbeiten.



„Liberté d’action“ in Rom und Paris


Zu der Musiktheaterarbeit von Prof. Heiner Goebbels „Liberté d’action“ nach Texten des belgischen Autors und Malers Henri Michaux Liberté entstand ein sechs minütiger Videoclip, der kurzen Einblick gibt in die Interaktion zwischen zwei Pianist*innen und dem Schauspieler David Bennent.

Für kommenden Herbst 2022 sind Aufführungen in Rom und Paris geplant.

 


Heiner Goebbels im Studio des Bayrischen Rundfunks

BR-Tonstudio bei der Arbeit an "A House of Call"
Im BR-Tonstudio bei der Arbeit an 'A House of Call'. Foto: Heiner Goebbels

 

In den letzten Monaten arbeitete Prof. Heiner Goebbels in den Tonstudios des Bayrischen Rundfunks an der Abmischung und Schnittfassung der Aufnahmen des Orchesterzyklus „A House of Call“. Mit einer Veröffentlichung auf CD ist noch im Herbst 2022 zu rechnen.




In den Medien


„Ich habe keinen Schutzauftrag gegenüber meinen Studierenden“: Elif Özmen über Wissenschaftsfreiheit im FAZ-Interview vom 11. Januar 2022

 

Wie ist es um die Wissenschaftsfreiheit in Deutschland bestellt? Sollte es „Trigger Warnings“ für Seminare geben? Wen „darf“ man zu Podiumsdiskussionen an Universitäten einladen? Diese und weitere Fragen betreffen die Grundlagen der Wissenschaftsfreiheit, zu der Prof. Elif Özmen forscht. In einem Interview für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Paywall) vom 11. Januar 2022 erklärt Özmen, was etwa Voraussetzungen für gute Wissenschaft bildet und welche Entwicklungen an Universitäten ihr Sorgen bereiten.

Elif Özmen gab im Frühjahr 2021 den Sammelband Wissenschaftsfreiheit im Konflikt heraus, welcher sich den Grundlagen, Herausforderungen und Grenzen von Wissenschaftsfreiheit widmet.




Publikationen


Podcast-Beitrag von Greta Olson zu Fächer- und Landesgrenzen in Forschungsdisziplinen


Podcast Greta Olson ResearchLAB

Wie kann in Wissenschaft und Forschung über Grenzen hinweg gearbeitet werden? In der zweiten Folge des „Research LAB“ der Justus-Liebig-Universität Gießen diskutiert Prof. Greta Olson von der Anglistik mit dem Medizinhistoriker PD Dr. Michael Knipper vom Gießener Zentrum für Materialforschung zu Fächer- und Landesgrenzen, auf Einladung von Martha Oelschläger und Cornelia Walter vom Institut für Angewandte Theaterwissenschaft. Der Podcast wurde im Sommer 2021 aufgenommen.

Der Forschungs-Podcast wird von Studierenden der Angewandten Theaterwissenschaft in Kooperation mit dem Kultur- und Veranstaltungsmanagement der JLU organisiert und stellt in jeder Folge zwei unterschiedliche Forscher*innen und ihre Projekte vor. Es geht um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Ansichten und wissenschaftlichen Methoden: darum, was es heißt, über die Grenzen der eigenen Disziplin ins Gespräch zu kommen.



„(Re-)Negotiating Ambiguity’s (Added) Value(lessness)“: Beiträge von Oliver Klaassen und Tillmann Schorstein in der aktuellen Journal-Ausgabe von On_Culture

 

In der Kunst ist Ambiguität ein vielbesprochenes Konzept. Insbesondere in kunstdidaktischen Zusammenhängen wird versucht, das Potenzial von Mehrdeutigkeit produktiv für eine Auseinandersetzung mit Kunst zu machen. Zugleich wird der Wert von Ambiguität immer wieder als inhaltsleere Kategorie kritisiert und infrage gestellt. Unter dem Titel „Ambiguity: Conditions, Potentials, Limits“ widmet sich die 12. Ausgabe des kulturwissenschaftlichen Journals On_Culture (Winter 2021) im Abschnitt _perspectives der Auseinandersetzung um den (Un-)Wert von Ambiguität in Kunst- und Kulturwissenschaft.

On_Culture, Ambiguity 12-2021 Cover

Die in dem Abschnitt vereinten Beiträge sind das Ergebnis eines experimentellen diskursiven Formats, dessen Ausgangspunkt der Text „Capacity and openness are not the same as ambiguity. Refuse ambiguity.“ des Kunstwissenschaftlers David Getsy bildet, welcher 2019 als einer seiner „Ten queer theses on abstraction“ erschienen ist. In Kurzkommentaren erörtern, kritisieren oder erweitern die teilnehmenden Autor*innen aus ihren jeweiligen Disziplinen Getsys Überlegungen. In einem abschließenden Text bezieht dieser wiederum Stellung zu den eingereichten Kommentaren und rundet den Austausch somit ab. Eingeleitet wird die Rubrik _Perspectives durch einen Text von Oliver Klaassen, Mitglied der ZMI-Sektion „Medien und Gender“, welcher das Projekt initiiert und organisiert hat. Ebenfalls aus der Sektion ist Tillmann Schorstein mit einem Beitrag im Heft vertreten.

Das Open Access Journal On_Culture: The Open Journal for the Study of Culture ist peer-reviewed und erscheint zweimal im Jahr. Der Abschnitt _Perspectives widmet sich kürzeren, kreativen Arbeiten, welche das Thema der jeweiligen Ausgabe aufgreifen.



Wolfgang Sander und Kerstin Pohl (Hg.): „Handbuch Politische Bildung“

 

Sander & Pohl "Handbuch Politische Bildung" Cover

 

In über sechzig Beiträgen präsentieren renommierte Fachleute in diesem Handbuch alle relevanten Grundlagen der politischen Bildung: fachliche Kontroversen, didaktische Prinzipien, inhaltsbezogene Aufgabenfelder, Akteurinnen und Akteure, Medien und Methoden. Das Handbuch bietet einen fundierten Überblick zum Stand der wissenschaftlichen Fachdiskussion, neue Anregungen für die pädagogische Arbeit und kompakte Informationen zu allen Bereichen der politischen Bildung. Das für die 5. Auflage komplett überarbeitete Handbuch ist das Standardwerk zur politischen Bildung.

 

Wolfgang Sander, Kerstin Pohl (Hg.): Handbuch Politische Bildung. Frankfurt am Main: Wochenschau Verlag, 2022. 5. vollständig überarbeitete Auflage, 640 Seiten, Print: 49,90 Euro

ISBN: 978-3-7344-1362-9

 

 

 

 

 

 

 

Zweiter Band der Reihe „Bibliothek der polnischen Holocaustliteratur“: Neuausgabe von Bogdan Wojdowskis Erzählungen „Ein kleines Menschlein, ein stummes Vögelchen, ein Käfig und die Welt“

 

Bogdan Wojdowski, neuer Band 2022

Als zweiter Band in der auf zehn Bände angelegten Reihe der „Bibliothek der polnischen Holocaustliteratur“ sind am 9. März 2022 im Wallstein Verlag die Erzählungen von Bogdan Wojdowski unter dem Titel „Ein kleines Menschlein, ein stummes Vögelchen, ein Käfig und die Welt“ erschienen. Aus dem Polnischen übersetzt wurde der Band von Karin Wolff und Lothar Quinkenstein. Lothar Quinkenstein hat zudem ein Nachwort verfasst. Die Reihe, die herausragende polnische Werke – teils in Neuauflagen bereits existierender Übersetzungen, teils in Erstübersetzungen – vorstellt, wird von Ewa Czerwiakowski, Prof. Sascha Feuchert (Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der JLU Gießen) und Lothar Quinkenstein herausgegeben und aus Mitteln des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland gefördert.

Die Erzählungen Wojdowskis handeln vom Warschauer Getto und vom Leben auf der Flucht. Er kommt dabei der Wirklichkeit des Nicht-Erzählbaren so nah wie kaum eine andere Literatur. Was er in seinem bedeutendsten Werk „Brot für die Toten“ mit dem langen Atem des Romans entfaltet hat, wird nun hier in verdichteter und konzentrierter Form erzählt. Die ersten sechs Erzählungen geben Szenen aus dem Alltag des Warschauer Gettos wieder. Die letzte, breit ausgearbeitete Erzählung „Der Weg“ handelt von der Flucht eines jüdischen Mädchens aus dem Getto ins Warschauer Umland. Stets in Gefahr, entdeckt und verraten zu werden, schlägt sie sich durch und kämpft um ihr nacktes Überleben. Wojdowski schrieb diese Erzählung auf der Grundlage eines authentischen Berichts und unter dem Eindruck von Erlebnissen, die seinen eigenen sehr ähnlich waren. Er war 1942 aus dem Warschauer Getto geflohen und hatte dank der Unterstützung durch mehrere Polinnen und Polen in Verstecken im Warschauer Umland überleben können. Die Übersetzung dieser Erzählung wurde aus Mitteln der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert.

 

Bogdan Wojdowski: Ein kleines Menschlein, ein stummes Vögelchen, ein Käfig und die Welt. Herausgegeben von Ewa Czerwiakowski, Sascha Feuchert, Lothar Quinkenstein. Göttingen: Wallstein Verlag, 2022. Reihe: Bibliothek der polnischen Holocaustliteratur; Bd. 2, 192 Seiten, Print: 20,00 Euro

ISBN: 978-3-8353-5056-4

 

 

 

Personalia

 

Kai-Uwe Schmehl Projektkoordinator am ZMI für den Forschungsschwerpunkt „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“

Kai-Uwe Schmehl Foto
Kai-Uwe Schmehl. Foto: privat


Kai-Uwe Schmehl ist seit Januar 2022 als Projektkoordinator am ZMI beschäftigt. Während seines Masterstudiums „Sprache, Literatur, Kultur“ belegte er die Fächer Anglistik und Germanistik und arbeitete als Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl der Anglistik. Dort leitete er von 2019 bis 2021 das Thesis Support Programm für Bachelorstudierende und im Wintersemester 2021/22 ein Seminar über Literatur- und Kulturtheorie des 20. Jahrhunderts. Im Rahmen seiner Abschlussarbeit beschäftigte er sich mit den politisierenden Strukturen des Internets. Sein Interesse an den Folgen digitaler Medien für unser gesellschaftliches Miteinander brachte ihn zum Forschungsschwerpunkt „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“ am ZMI, wo er in der Koordination von Projekten tätig ist.

 








Selmin Hayircil wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZMI mit dem Schwerpunkt soziale Medien

 

Selmin Hayircil Foto
Selmin Hayircil. Foto: privat

Selmin Hayircil ist seit dem 15. Januar 2022 wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZMI. Seit April 2018 promoviert sie über Digitale Medien und außerschulisches Fremdsprachenlernen bei Prof. Dietmar Rösler und war daneben auch als wissenschaftliche Hilfskraft bei ihm angestellt. Selmin Hayircil gibt Workshops darüber, wie Apps und Tools im Fremdsprachenunterricht didaktisch eingesetzt werden können. Sie forscht außerdem über Augmented Reality im DaF-Unterricht.

Sie koordinierte von 2016 bis 2021 im ZMI die Sektion „Educational Linguistics“, hat von Oktober 2020 bis September 2021 in der Öffentlichkeitsarbeit des ZMI gearbeitet und arbeitet seit September 2021 für Prof. Katrin Lehnen an der JLU als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für germanistische Sprach- und Mediendidaktik am Institut für Germanistik.

 

DAAD-Preis an Sektionshilfskraft Manar Mulhem

Manar Mulhem © privat
Manar Mulhem. Foto: privat

 

Mit dem DAAD-Preis für ausländische Studierende ausgezeichnet wurde Manar Mulhem auf dem Akademischen Festakt 2021. Die JLU zollt damit der aus Syrien stammenden Lehramtsstudentin vor allem Anerkennung für ihre akademischen Leistungen, gleichermaßen jedoch auch für ihr vorbildliches ehrenamtliches und sozial-gesellschaftliches Engagement.

Innerhalb kürzester Zeit erlangte Manar Mulhem nach ihrer Flucht von Syrien nach Deutschland das Sprachniveau C1, welches ihr den Weg für ihr Studium ebnete: Seit dem Wintersemester 2018/2019 studiert sie Grundschullehramt mit den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht an der Justus-Liebig-Universität. Zusätzlich arbeitet sie ehrenamtlich als Dolmetscherin Arabisch-Deutsch und gibt Nachhilfe in den Fächern Deutsch als Zweitsprache und Mathematik. Für die Auszeichnung empfohlen wurde Manar Mulhem von Prof. Jana Gamper vom Institut für Germanistik, für die sie im Rahmen der ZMI-Sektion „Educational Linguistics“ als studentische Hilfskraft tätig ist.

 

 

 

 

 

 

 

Direktoriumsmitglied Thomas Gloning ist Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung

 

Thomas Gloning Foto
Thomas Gloning. Foto: Rolf K. Wegst

Prof. Thomas Gloning (Jg. 1960) ist 2021 in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit Sitz in Darmstadt gewählt worden. Die Akademie widmet sich der deutschen Sprache und Literatur, sie besteht aus rund 180 Mitgliedern aus dem In- und Ausland (www.deutscheakademie.de). Darunter sind neben Sprach- und Literaturwissenschaftler*innen auch namhafte Schriftsteller*innen, Übersetzer*innen, Kritiker*innen vertreten. Auf der Herbsttagung 2021 wurde Gloning auch in die Sprachkommission der Akademie gewählt.

 

An der JLU Gießen hat er die Professur für Germanistische Sprachwissenschaft mit Schwerpunkt Sprachverwendung inne. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Text-, Medien- und Multimodalitätsforschung, Wortgebrauchsforschung und Lexikographie, Sprachgebrauch in der Literatur sowie Geschichte des Sprachgebrauchs und der Kommunikation.